Allianz Würzburger Norden e.V.

Alle Infos zur interkommunalen Zusammenarbeit von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld


EIP-Agri-Projekt wird jetzt konkret – Beteiligung noch bis 6. Juli möglich

Auf reges Interesse stieß die Informationsveranstaltung zur Vorbereitung des EIP-Agri-Projektes am 27. Mai im Bürgersaal Untereisenheim. 15 Landwirten und weiteren Teilnehmern konnte Dr. Wolfgang Patzwahl nun nach dem vorherigen Treffen Anfang Juni genauere Ausführungen über das mögliche Innovationsprojekt geben, das bis Ende Juli zur Förderung von Europäischen Innovationspartnerschaften beim Bayerischen Landwirtschaftsministerium eingereicht werden soll. Dabei soll es darum gehen, auf ausgewählten Versuchsfeldern kulturspezifische Bodenproben- und messungen durchzuführen, um dann den Landwirten mit Hilfe von digitalen Wetterdaten eine dynamische und angepasste Steuerung der Bewässerung möglich zu machen.

Konkret soll dafür eine App genutzt und weiterentwickelt werden, die von der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern (ALB) entwickelt wurde. Die ALB will daher auch die Rolle des Leadpartners und die Kontoführung für das Forschungsprojekt übernehmen. Ein Jurist arbeitet zur Zeit die notwendige Kooperationsvereinbarung aus, die dann die Grundlage für die noch zu gründende sogenannte „Operationelle Gruppe“ bildet. Von Seiten der Hochschulen sind das Biomasse-Institut und das Institut für Gartenbau über Kooperationen eingebunden und Dr. Patzwahl  will das Vorhaben mit seinem Büro für Technik und Management im Wein- und Gartenbau im Hinblick auf die Ressourcen Wasser und Boden wissenschaftlich begleiten. Neben einem Gemüsebauer und einem Weinbauverein aus dem Würzburger Norden will auch ein Landwirt aus dem Aischgrund mitmachen, der Meerrettich anbaut.

Da die Projektkosten von den Beteiligten vorfinanziert werden müssen, wurde bei der Budgetplanung bewusst auf ein üppiges Maßdesign verzichtet, damit das Projekt finanzierbar bleibt, führte Dr. Patzwahl weiter aus. Die Messungen und Bodenproben können beispielsweise auf vorhandenen Karotten-Feldern oder Weinbauflächen durchgeführt werden, die dann als Versuchfelder für das Innovationsprojekt dienen. Speziell für den Gemüseanbau wird zusätzlich noch ein Düsenwagen mit Schleppschlauchtechnik von der Firma Beinlich eingesetzt und technisch angepasst. Beim Weinbau will Dr. Patzwahl auf die bereits etablierte Tröpfchenberegnung zurückgreifen. Als Einlage muss jeder Landwirt einen niedrigen vierstelligen Betrag leisten, der aber durch die Fördermittel am Ende der dreijährigen Laufzeit wieder zurückfließt. Insgesamt sind für die Projektkosten rund 250.000 Euro kalkuliert, wobei auch auch Arbeitskraftkosten der Betriebe und Verwaltungs- und Reisekosten enthalten sind. Details und noch offene Fragen will Dr. Patzwahl nächste Woche mit dem Landwirtschaftsministerium abstimmen. Wer sich noch als landwirtschaftliches Unternehmen oder Organisation beteiligen möchte, muss sich bis spätestens 6. Juli entweder direkt bei Dr. Patzwahl (wolfgang@patzwahl.de) oder bei Lilienbeckers melden, wurde vereinbart. Die notwendigen Unterschriften für den Förderantrag sollen am 18. Juli um 20:00 Uhr wiederum im Rathaus von Untereisenheim geleistet werden.

Herr Lilienbecker informierte noch über die Festlegung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der kommunalen Allinanz in der Lenkungsgruppe einen Tag zuvor, wonach die Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ für den Erfahrungsaustausch weiter bestehen bleiben und das EIP-Agri-Projekt begleiten soll.


Hinterlasse einen Kommentar

Internationale Weinverkostung im Gramschatzer Wald

Sogar 3 Japaner inklusive Dolmetscherin waren am Sonntag (22.4.) im Gramschatzer Wald dabei, als der Winzer Niels Kölbl (hauptberuflich beim Landschaftspflegeverband Würzburg tätig) die passenden Weine zu ausgewählten Baumarten kredenzte, die zuvor vom Leiter des Walderlebniszentrums, Förster Wolfang Graf vorgestellt wurden. Mal eine andere Art, sich den Wald zu erwandern, der gerade besonders schön ist

 


Hinterlasse einen Kommentar

Erfrischung direkt vom Acker: Wanderung vom Rhabarber-Feld zum „Saftladen“

Am Samstag (21.4) zeigte Tobias Sauer den Studenten der Landschaftsarchitektur (TU München), wo und wie er in Bergtheim seinen Rhabarber anbaut. Die gekühlte Rhabarber-Schorle gab es dann in Unterpleichfeld bei der Saftkelterei, wo Winfried Wald die Verarbeitung erklärte. Die Studenten waren beeindruckt.


Hinterlasse einen Kommentar

Musterfeld für Karottenanbau für die Schleppschlauchtechnik und nächstes Treffen der AG Wasser & Boden am 7. November

Am 18. September trafen sich die Technikinteressierten an der Schleppschlauchtechnik im Sportlerheim in Oberpleichfeld. Gemeinsam mit Dr. Wolfang Patzwahl von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wurde überlegt, ein Musterfeld für den Karottenanbau auszuwählen, wo alte (Großregner Wagner) und neue Technik (Schleppschlauchtechnik Beinlich) gegenübergestellt und praktisch erforscht werden können. Der Biohof Konrad aus Hausen will dafür ein Feld und die alte Technik zur Verfügung stellen. Herr Dr. Patzwahl will die Firma Beinlich fragen, ob und zu welchen Bedingungen eine Beregnungsmaschine genutzt werden kann. Darüber hinaus könnte die neue Technik an weiteren Feldern ausprobiert werden und natürlich können noch weitere Landwirte mitmachen und dabei sein.
Die Finanzierung kann über das Forschungsvorhaben „Grundwasser- und bodenschonende Bewässerungs- und Wassernutzungskonzepte für ausgewählte Feldgemüse- und Dauerkulturen“ laufen, bei dem u.a. auch auf Feldgemüseflächen im Würzburger Norden Untersuchungen geplant sind. Bis Ende September wird sich entscheiden, ob die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten dafür endgütig den Projektantrag zur Genehmigung einreichen kann.
Falls das nicht klappt, soll eine Förderung über das EU-Förderprgramm EP-AGRI bis Ende Oktober beantragt werden. Die Förderbedingungen sind bei beiden Programmen bzw. Vorhaben gleich (80 % für Personal, 100% für Dienstleistungen Dritter und 60 % für Investitionen). Für das EP-AGRI-Programm muss jedoch eine „operationelle Gruppe“ als juristische Person (Verein, GbR etc.) gegründet werden. Für die Besprechung der EP-AGRI-Antragstellung wird Montag, der 2. Oktober um 19:00 Uhr beim Demeterhof Konrad schon mal ins Auge gefasst. Wir halten Sie auf dem Laufenden und laden dann kurzfristig dazu ein.
Ebenfalls wurde das nächste Treffen der Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ vorgeschlagen. Es soll am 7. November um 13:00 Uhr in Hausen zum Thema „Den Kapillaren auf der Spur – Die Wasserführung des Bodens“ stattfinden. Herr Dr. Patzwahl will dazu ein Kurz-Vortrag halten. Anschließend wollen wir auf dem Feld vom Demeterhof Konrad die Kapillaren suchen und Meßgeräte zur Bodenfeuchtigkeit testen.


Hinterlasse einen Kommentar

Der Boden als Wasserspeicher, Umfrage zum zukünftigen Wasserbedarf und Beregnung mit Schleppschläuchen vorgestellt

Zweites Treffen der Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“
Wie der zukünftige Wasserbedarf in der Region ermittelt werden kann, warum der Boden als Wasserspeicher wichtig ist und wie eine wassersparende Beregnung mit Schleppschläuchen funktioniert, waren beim zweiten Treffen der Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ die Hauptpunkte.

Um bei der Frage, ob eine Wasserentnahme aus dem Main als Alternative zur Grundwassernutzung überhaupt finanzierbar ist, weiter zu kommen, wurde jetzt am 16. August in Bergtheim verabredet, eine Umfrage unter allen Landwirten im Würzburger Norden zu starten. „Wer braucht in Zukunft an welcher Stelle wieviel Wasser für die Bewässerung?“ soll nun per einfachem Fragebogen ermittelt werden. Und damit kein Landwirt aus Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld vergessen wird, wollen die Ämter für Landwirtschaft in Würzburg und Kitzingen bei der Zustellung der Umfrage helfen. Die Rückmeldung soll jedoch vertraulich an das Büro Lilienbecker erfolgen, das die zehn Gemeinden bei der Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes begleitet. „Die Zahlen brauchen wir, damit ein externer Dienstleister einmal kalkulieren kann, was denn der Kubikmeter Main-Wasser überhaupt kosten würde, wenn das Wasser an einen bestimmten Knotenpunkt in der Region geliefert wird“, machte Ulrike Lilienbecker deutlich.

Zusätzlich entstehende Kosten, etwa für die dezentrale Verteilung an die Landwirte müssen dann mit eingerechnet werden und ließen sich dann über eine Genossenschaft oder einen Wasser- und Bodenverband weiter abrechnen. Das Prinzip muss sein, dass es für alle einen einheitlichen Wasserpreis gibt, egal wie weit er von der „Anlieferungsstelle“ entfernt ist. Die Umfrage soll als Vorbereitung für eine Studie verstanden werden, die über das Pilotförderprogramm „Landwirtschaftliche Bewässerung“ des Umweltministeriums laufen soll und ebenfalls den Wasserbedarf, wenn auch gründlicher, untersuchen soll, führte Frau Lilienbecker weiter aus. Der Förderantrag ist jetzt zur Prüfung beim Wasserwirtschaftsamt eingereicht worden.

Als kleinen Exkurs stelle Frau Lilienbecker die Idee vor, eine Sauerkraut-Manufaktur zu gründen, um die Potentiale aufzuzeigen, die mit dem Weißkohl als regionales Produkt und der klassischen Sauerkrautherstellung, die zur Zeit im Trend liegt (Fermentation), verbunden sind. Die Weißkohl-Köpfe könnte Lothar Wild aus Unterpleichfeld beisteuern.


Die Einführung in den praktischen Teil übernahm Dr. Wolfgang Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf, der noch einmal aufzeigte, wie Böden durch eine angepasste Bewirtschaftung mehr Wasser aufnehmen können. Richtig spannend wurde es, als Martin Beinlich die Funktionsweise eines Düsenwagens anhand eines kleinen Films (nachzusehen auf der Internetseite http://www.beinlich-beregnung.de/produkte/duesenwagen/) erläuterte. Mit Schleppschläuchen gelangt dabei das Wasser ohne Windabhängigkeit direkt an die Pflanzen, wodurch 20 bis 30 Prozent weniger Wasser für die Beregnung verbraucht wird. Er ist der Inhaber der Beinlich Agrarpumpen und -maschinen GmbH, die seit über 50 Jahren Jahren weltweit Bewässerungstechnik für Pflanzenbaubetriebe zur Verfügung stellt, und war extra 300 Kilometer für das Treffen der Arbeitsgruppe angereist. In der anschließenden Diskussion wurde das Problem der Bodenverkrustung angesprochen, das bei den Böden im Würzburger Norden immer dann auftreten kann, wenn zu viel Wasser auf einmal ausgebracht wird. Beim Schleppschlauch-Einsatz können abgehängte Brausen für eine schonende Bewässerung sorgen und so die Bodenstruktur erhalten. Um jedoch gute Ergebnisse zu bekommen, sollte diese Technik gezielt an die jeweiligen Böden und die Bewirtschaftung vor Ort angepasst werden, gestand Herr Beinlich freimütig ein und bot an, eine Versuchsreihe beispielsweise für den Karottenanbau hier in der Region zu starten. Vier Landwirte bekundeten dafür Interesse und wurden zum Ausprobieren der Technik auf dem Feld notiert. Wie das Ganze dann konkret ablaufen wird, soll bei einem nächsten Treffen (Terminvorschlag 18.9. um 17:00 Uhr vor der Veranstaltung zum Niedrigwassermanagement) der interessierten Landwirte besprochen werden. Wer ebenfalls noch Interesse hat, sich an der Weiterentwicklung der Technik eventuell sogar in einem Forschungsprojekt zu beteiligen, kann sich einfach beim Büro Lilienbecker melden.


Anschließend draußen auf dem Rübenracker von Gemüsebauer Winfried Strauß konnte Dr. Patzwahl speziell auf die Unterschiede in der Bodenstruktur (Bodengefüge) in Abhängigkeit von der Korngröße und der Art der Tonminerale eingehen und die Funktion von Pilzen und Bakterien im Boden erklären. Hinweise gab es auch zur Fruchtfolge nach dem Zuckerrübenanbau, beispielsweise mit Winterweizen, um zu verhindern, dass der Boden zu lange brach liegt und der Bodenerosion ausgesetzt ist.


Hinterlasse einen Kommentar

Einladung Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ am 16. August 2017

um 19:00 Uhr im Mehrzweckraum Willi-Sauer-Halle in Bergtheim
Wie bei unserem Treffen in Hausen vereinbart, möchten wir Sie sehr herzlich zum nächsten Treffen der Arbeitsgruppe einladen.

Folgende Tagesordnung ist geplant:

  • Begrüßung
  • Festlegung einer Vorgehensweise, wie wir den Wasserbedarf der Zukunft ermitteln wollen
  • Dr. Wolfgang Patzwahl: Der Wasser als Bodenspeicher
  • Vorstellung neuer Bewässerungstechnik durch die Firma Beinlich
Die Kommunale Allianz hat ja eine Studie zum Thema „Bewässerung in Landwirtschaft und Weinbau“ zur Förderung eingereicht. Mit ersten Ergebnissen daraus wird nicht vor Anfang 2019 gerechnet. Da wir aber von der Allianz schon früher Zahlen brauchen, wer zu welcher Jahreszeit wo wieviel Wasser braucht, wollen wir mit Ihnen sprechen, wie wir da am schlausten vorgehen. Einen Vorschlag bringen wir mit.
Das Einladungsplakat können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und gerne weitergeben. Danke!


Hinterlasse einen Kommentar

Für die nächste Generation überlegen und handeln

Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ will zukunftsweisende Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden ausprobieren

An der komplexen Wasserfrage, und wie sie in Zukunft gemeinsam von den Kommunen und den Landwirten in der Region angegangen und gelöst werden kann, bleibt der Würzburger Norden intensiv dran. Als Ergänzung zur Initiative Grundwasserschutz haben am 5. Juli über 50 Teilnehmer eine Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ beim Biohof Richard und Brigitte Konrad in Hausen gegründet. Mit Unterstützung von Dr. Patzwahl von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der zur Zeit ein Forschungsvorhaben zu regionalen Wassernutzungskonzepten vorbereitet, will man zukunftsweisende Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden kennenlernen und in der praktischen Umsetzung ausprobieren, um so weniger Wasser zu verbrauchen und auch das Grundwasser langfristig zu schützen. „Alles, was wir jetzt überlegen, hat Auswirkungen auf die nächste Generation“, waren sich die Teilnehmer sicher und formulierten damit sogleich die Notwendigkeit, angesichts der Anpassungen, die durch den Klimawandel notwendig werden, jetzt „miteinander reden, voneinander lernen und gemeinsam handeln“ zu wollen.


Da die Böden der wichtigste Wasserspeicher sind und sie durch eine angepasste Bewirtschaftung mehr Wasser aufnehmen können – so lautete ja bereits eine wichtige Erkenntnis beim vorherigen Besuch der Vinaqua Genossenschaft am 29. Mai in Volkach – betrifft das Thema nicht nur die bewässerungsintensiven Sonderkulturen, sondern auch die traditionelle Landwirtschaft in der Region. Als Ansprechpartner wurden daher fünf Landwirte aus allen Bereichen (Gemüse- und Weinbau, Bio und traditionell plus Vertreter Bauernverband) festgelegt. Ebenso sind fünf Bürgermeister Mitglied und wichtige Fachbehörden wie das Wasserwirtschaftsamt, das Amt für Landwirtschaft und die Regierung von Unterfranken werden zur Unterstützung weiter mit dabei sein. Geplant ist nun, sich zu bestimmten Themen zu treffen und sich mit Hilfe der Forschung praktisch vor Ort auszutauschen. Als nächster Termin wurde der 16. August ins Auge gefast.
Als mögliche Themen wurden „Boden“ (Feld-Vortag von einem Experten), „Bestandsführung optimieren“, „Meß- und Bewässerungstechnik“ (z.B. Tröpfchenbewässerung, Schleppschläuche, teilflächenspezifische Bewässerung) und „Wasserentnahme aus dem Main“ genannt. Für letztes läuft gerade die Antragstellung für die Erstellung eines Konzeptes über das Pilotförderprogramm „Landwirtschaftliche Bewässerung“ des Umweltministeriums beim Wasserwirtschaftsamt und Ulrike Lilienbecker vom Allianzmanagement konnte darüber informieren, dass nun Preisangebote für solch ein Konzept sowie die notwendigen Erkundungsbohrung und die Pumpversuche vorliegen.
Ausführlicher wurde das Thema der Nitratbelastung des Trinkwassers diskutiert, für das in Unterfranken insgesamt eine leicht sinkende Tendenz festzustellen ist, konnte der Landwirtschaftsdirektor Peter Schwappach klarstellen. Probleme gibt es jedoch zum Beispiel in Bergtheim, wo trotz zahlreicher Bemühungen immer noch Werte gemessen werden, die an den EU-weit vorgeschriebenen Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter heranreichen. Was aber nicht daran liegt, dass mehr Nitrat ausgebracht wurde, sondern weil es weniger regnet. Prinzipiell bietet sich zur Nitratreduzierung an, eine Zwischenfrucht anzubauen, auf eine durchgehende Begrünung zu achten oder etwa den Boden möglichst wenig umzubrechen bzw. zu bearbeiten, wurde vorgeschlagen. Weitere Ansatzpunkte wie das Anlegen von Mischkulturen in Reihen etc. sollen dann bei der Arbeitsgruppe im Detail besprochen und entwickelt werden.


Die Bewässerung an sich ist aber auch nicht unumstritten und bei einigen Teilnehmern ist das Mißtrauen groß, ob die Wasserentnahmen, die vom Wasserwirtschaftsamt genehmigt sind, kontrolliert werden. Von Vorteil war hier, solch eine Brunnenpumpe gleich einmal mit eigenen Augen anschauen zu können. Die zeigte Herr Konrad bei einen kleinen Führung über den Hof und erläutere, dass die Wasserentnahme reglementiert ist und die Wassermenge über die Wasseruhr überprüft wird. Monatlich muss der Zählerstand an das Wasserwirtschaftsamt gemeldet werden. Einmal jährlich wird durch ein Fachbüro kontrolliert, ob die gemeldeten Zahlen stimmen und die Wasserentnahme korrekt gemeldet wurde. Zusätzlich ist eine Drucksonde eingebaut, die automatisch abschaltet, falls der Grundwasserleiter überlastet wird und die Absenkung zu stark wäre.


Aufschlußreich waren seine Ausführungen über den Zusammenhang zwischen der Bewässerung und dem Absatz der Produkte. Denn die Bewässerung der Gemüsepflanzen ist bereits vom Abnehmer vertraglich gefordert, machte Herr Konrad deutlich. Für seinen Betrieb stellt die Bewässerung eine Absicherung dar, um ausreichende Mengen produzieren zu können, ein verlässlicher Partner gegenüber dem Abnehmer zu sein und einen guten Preis für die Ware zu erzielen, was vom Durchschnittsertrag abhängt. Aktuell besitzt sein Betrieb Entnahmerechte für 30.000 Kubikmeter Wasser.


Den damaligen 10-Hektar-Betrieb hat er 1985 von seinem Vater übernommen, auf mittlerweile 140 Hektar weiterentwickelt und spezialisiert. In der aktuellen Erntezeit sind 40 Saisonarbeiter beschäftigt. Neben Gewürzgurken für die Schweizer Sauerkonserven GmbH in Thüringen oder Karotten und Rhabarber für die Naturkostsafterei Voelkel in Niedersachsen werden u.a Löwenzahn, Kräuter und – man höre und staune – Brennnesseln angebaut, was anfangs bei den Hausener Bürgern für ziemlich Verwirrung sorgte.


Hinterlasse einen Kommentar

Einladung Gründung AG „Wasser und Boden“ am Mittwoch, 5. Juli 2017

um 19:00 Uhr beim Demeter-Hof Konrad in Hausen (Fährbrücker Str. 9)

miteinander reden – voneinander lernen – gemeinsam handeln

Bei unserer gemeinsamen Exkursion am 29. Mai in Volkach wurde vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ zu gründen. Diese Arbeitsgruppe wird von Dr. Wolfgang Patzwahl von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf fachlich begleitet und soll nach neuen Wegen suchen, zukunftsweisende Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden zu implementieren, aber auch einen organisatorischen Rahmen bilden, um gemeinsame Investitionen zu diskutieren und dann auch umzusetzen. Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  • Begrüßung
  • Aktuelle Informationen zum ILE-Thema Grundwasserschutz
  • Festlegung der Ziele der Arbeitsgruppe
  • Gründung der Arbeitsgruppe und Benennung von Sprechern aus den verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft sowie der Kommunen
  • Festlegung eines groben Arbeitsplanes

Anschliessend (gegen 20:30 Uhr) ist noch eine Betriebsbesichtigung des Hofes Konrad geplant. Für einen kleinen Imbiss ist gesorgt.

Die Veranstaltung ist gedacht für alle Landwirte, Gemüsebauern und Winzer, die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und natürlich auch für alle Bürgerinnen und Bürger, die das oben genannte Motto unterschreiben können.

Das Einladungsplakat können Sie anklicken und gerne weitergeben. Danke!

 


Hinterlasse einen Kommentar

Miteinander reden, voneinander lernen, gemeinsam handeln

Würzburger Norden besichtigt innovatives Wassermanagementsystem in Volkach
Durch den Klimawandel sehen sich viele Gemüse-, Obst- und Weinbauern im Würzburger Norden in der Zwickmühle. Denn um die Erträge und die Qualität ihrer Produkte auch in Zukunft in einer der trockensten Region Bayerns zu sichern, wird zusätzlich Wasser benötigt. Nur so können die vorhergesagten höheren Temperaturen und die Trockenperioden ausgeglichen werden – wenn ein Wechsel auf andere Sorten, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen, keine Alternative darstellt. „Aber wo bekommen wir Wasser her?“ lautet die immer drängender werdende Zukunftsfrage, auch weil man mit der bisherigen Grundwassernutzung an die natürliche Grenze stößt und so immer mehr in Konflikt mit der öffentlichen Trinkwasserversorgung gerät. Die zehn Gemeinden im Würzburger Norden haben die wichtige Frage deshalb im Rahmen einer Initiative Grundwasserschutz aufgegriffen und wollen sich jetzt gemeinsam mit den Landwirten und Bürgern auf neue Wege begeben, um das Wasserproblem zu lösen.

Eine mögliche Antwort auf die Wasserfrage wurde am 29. Mai auf der anderen Mainseite bei einem Besuch der Vinaqua Volkach Genossenschaft gefunden. Das dortige innovative Wassermanagementsystem stellte Dr. Wolfgang Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf den 50 interessierten Teilnehmern bei einem hochinteressanten Rundgang durch die Weinlage „Volkacher Kirchberg“ vor. Er hatte das System im Rahmen einer Forschungsarbeit mit entwickelt. Dabei wird das Oberflächenwasser aus den Weinbergen (2/3 der Menge) in Speicherbecken gesammelt, durch Wasser von zwei Bächen im Winter ergänzt (1/3 der Menge) und bei Bedarf über eine Tropfbewässerungsanlage in die Rebflächen zurückgeführt.  Pro Kubikmeter Wasser werden von der Volkacher Genossenschaft 1,50 bis 1,70 Euro berechnet, was viel günstiger ist, als Wasser im Fass in die Weinberge zu fahren. Die Betriebskosten liegen bei rund 20.000 Euro pro Jahr. 2010 ging das System erstmals in Betrieb und 45 Winzer haben dafür die Genossenschaft Vinaqua gegründet.

Zugleich jedoch – und darin liegt die Quintessenz für die zukünftige Bewässerungsstrategie im Würzburger Norden – wurde auf der 30 Hektar großen Projektfläche nicht nur wassersparende Technik eingesetzt, sondern auch die Bewirtschaftungsweise entsprechend angepasst, nämlich durch eine Dauer-Begrünung der Rebflächen. Das beugt der Bodenerosion vor und steigert die Infiltrationsrate des Bodens und hilft dadurch, dass der Boden besser als natürlicher Speicher fungieren und mehr Wasser aufnehmen kann, hob Dr. Patzwahl als zentrale Erkenntnis hervor. Außerdem wird der Nitrateintrag ins Grundwasser reduziert und der geringere Oberflächenabfluss schützt die Fernwasserversorgung Franken, die unterhalb der Weinbergslage eine Brunnengalerie zur Trinkwassergewinnung unterhält. Die Fernwasserversorgung tätigte die gesamte Investition von rund 3,4 Millionen Euro, im Gegenzug mussten sich die beteiligten Winzer verpflichten, ihre Weinberge ganzflächig, ganzjährig zu begrünen und in den nächsten 40 Jahren auf mögliche Ausgleichszahlungen verzichten, die ihnen aufgrund der Lage im Wasserschutzgebiet III sonst zustehen würden.

„Man muss sich mit dem Wassergehalt des Boden intensiv auseinandersetzen“, gab Dr. Patzwahl den anwesenden Landwirten mit auf den Weg, weil darüber der aktuelle Stand der Fruchtbarkeit des Bodens ermittelt werden kann. Das lässt sich relativ einfach selber bestimmen, demonstrierte er sogleich. Dazu rammte der die mitgeführte BWK-Lanze (Boden-Wasser-Kontrolle) einige Zentimeter tief in den Rebboden hinein und schon wurde das Ergebnis im Display anzeigt: 80 und 65 Prozent Feuchtigkeit an zwei gemessenen Stellen – alles unter 50 Prozent wäre bereits als kritisch einzustufen. Eine weitere Möglichkeit zur Bestimmung des Wasserstaus des Bodens ist eine Messung des Wasserpotentials der Weinblätter vor Sonnenaufgang mittels einer Druckkammer. Schon frühmorgens ist der Wissenschaftler deshalb im Weinberg unterwegs, um das Vinaqua-Projekt wissenschaftlich zu begleiten und seine Beregnungs-Empfehlungen dann tagesaktuell an die Winzer weiterzugeben.

Weitere Hinweise erhielten auch die anwesenden Gemüsebauern. Hinsichtlich der Bewässerungstechnik im Feldgemüsebau empfahl er anstatt einer Über-Kopf-Beregnung die Umstellung auf ziehbare Beregnungswagen, mit denen das Wasser über die Schläuche zwischen den Reihen abgelegt werden kann. Bei größeren Flurstücken kann der Wassergehalt auch über Drohnen erfasst werden, die eine Infrarotmessung durchführen und sehr genaue Ergebnisse erzielen. Denn oft sei es bei großen Feldern ein Problem, dass der Wassergehalt am Anfang und Ende unterschiedlich ausfällt und dementsprechend auch viel oder wenig bewässert werden müsse.
Um am Thema dranzubleiben und Nägel mit Köpfen zu machen, soll bei der nächsten Veranstaltung im Würzburger Norden eine Arbeitsgruppe „Wasser und Boden“ gegründet werden, die für die Landwirte und alle Interessierten offen ist. Man will „miteinander reden, voneinander lernen, gemeinsam handeln“, so das passende Motto. Termin ist voraussichtlich der 5. Juli um 19:00 Uhr. Einladung erfolgt!


Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zum Besuch bei der Vinaqua Volkach e.G. am 29. Mai

Wie bei unserer Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ in Bergtheim vereinbart, wollen wir Sie sehr herzlich zu einem Besuch der Vinaqua Volkach e.G. am Montag, den 29. Mai 2017 um 19:00 Uhr einladen. Herr Dr. Patzwahl wird uns das Projekt vorstellen.

Treffpunkt ist der Parkplatz Maria im Weingarten.

Diese Veranstaltung wird der Auftakt von weiteren Veranstaltungen sein. Die Kommunale Allianz und wir natürlich auch, sind der Meinung, dass das Thema nur gemeinsam angegangen werden kann. Gemeinsamkeit braucht Verständnis füreinander und Kenntnis übereinander. Wir müssen miteinander und nicht übereinander reden. Drum haben wir Veranstaltungen in einzelnen Betrieben geplant. Damit man sieht, wie dort gearbeitet wird. Damit man die Rahmenbedingungen kennt, unter denen gearbeitet wird. Damit man seine Sorgen loswerden kann. Und damit man gemeinsam zu Lösungen kommt.