Allianz Würzburger Norden e.V.

Alle Infos zur interkommunalen Zusammenarbeit von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld


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Erfolgsmodell: Ein Jahr „Allianz Würzburger Norden“ e.V. im Würzburger Norden

Im Würzburger Norden klappt die Zusammenarbeit der zehn Gemeinden und die Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) hat sich als ein wichtiges Instrument erwiesen, um den nördlichen Teil des Landkreises entscheidend voran zu bringen. Dieses positive Fazit konnte beim einjährigen Jubiläum des Allianz-Vereins am 8. November im Sportlerheim von Oberpleichfeld klar gezogen werden. Und es zählt besonders, weil die beteiligten Kommunen doch sehr unterschiedlich sind und manch einer der 50 Teilnehmer ganz am Anfang noch skeptisch war, ob die im Jahr 2015 begonnene Unternehmung tatsächlich erfolgreich ausgehen wird, wie Otto Waldmann und sein Kollege Richard Öchsner vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken unumwunden zugaben.
 
Als Grund, warum es im Würzburger Norden vielleicht „besser als woanders klappt“, ist die Umsetzungsorientierung anzuführen, die seit 1. Mai durch das Umsetzungsmanagement über das Büro Lilienbecker offiziell unterstützt wird. Der aktuelle Rundbrief informiert über den Umsetzungsstand mittels Umsetzungsbarometer und über die regionalen Schwerpunkte mit dem Pilotprojekt „Initiative Grundwasserschutz“ und der „Mehr-als-Kraut-Rüben-Tour“, für die noch gerade der Förderbescheid von LEADER erwartet wird. Lob gab es auch für das gemeinsame Veranstaltungsprogramm für das Landesgartenschaujahr 2018.
Die Zuhörer zeigten sich aber auch von der dynamischen Entwicklung der einzelnen Gemeinden positiv überrascht, die von den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern anhand ihrer kommunalen Projekte aufgezeigt wurde: In Bergtheim ist der neue Mehrzweckraum entstanden, der auch schon fleißig für ILE-Treffen genutzt wurde, und die Vorbereitungen laufen für den Bau einer Senioreneinrichtung. Vorzeigeprojekt dafür ist die Tagespflege in Eisenheim, 2018 soll dort dann auch der Dorfladen in Angriff genommen werden. In Estenfeld und Güntersleben stehen in den Ortskernen größere Straßensanierungen und jeweils Platzgestaltungen an, in Estenfeld zusätzlich der Bürgerpark in der Kartause und in Güntersleben die Fertigstellung der Rathaussanierung. In Kürnach und Rimpar wird die städtebauliche Entwicklung über die Sanierung und Reaktivierung alter Gebäude weitergeführt, zudem entsteht im Rimpar noch ein Nahwärmenetz. Nächstes Jahr will Hausen über die Zukunft des Rathausgebäudes entscheiden, den Kindergarten durch einen neuen Standort erweitern und die „Zukunftswerkstatt Hausen 2030“ entwickelt Ideen für die Dorfentwicklung im Bereich des Dorfplatzes. In Prosselsheim steht die Dorfentwicklung in Zusammenhang mit der Ortsumgehung, die sich kurz vor der Planfeststellung befindet. Außerdem soll ein Seniorencafé mit Betreuung im erweiterten Kindergarten entstehen. Für Alt und Jung  schwebt Oberpleichfeld ein Mehrgenerationenhaus an der Stelle des alten Lagerhauses vor. Sehr weit ist man schon mit Projekt „Kreuzung“ in Bezug auf die Verhandlungen mit dem Landkreis und dem Ankauf von Gebäuden und Grundstücken, um den Straßenraum zu vergrößern. Für 2018 wird in Unterpleichfeld mit der Fertigstellung des Dorfplatzes mit Kindergarten- und FW-Gebäude-Neubau gerechnet, noch nicht geklärt ist jedoch die Betreuungsmöglichkeit für die Senioren – der bestehende Kindergarten ist weiterhin im Einsatz.
Zudem wurde als Gewinn für die Region der regelmäßige Austausch der Bürgermeister untereinander identifiziert. Denn jeden Monat treffen sich die Bürgermeister in der Lenkungsgruppe, koordinieren die Projekte und loten die Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit aus. Aber auch unterschiedliche Meinungen gehören dazu, wie zum Beispiel beim kontroversen Thema um die Mittelschule, wurde erläutert. Ein Thema des nächsten Treffens werden die Ergebnisse der Evaluierung sein, die Ulrike Lilienbecker per Fragebogen von den Teilnehmern während der Veranstaltung erhoben hat. Als kleines Dankeschön für das Mitmachen soll eine Dauerkarte für die Landesgartenschau verlost werden. Besonderer Dank galt zum Schluß Bürgermeister Konrad Schlier, der als Vorsitzender mit seiner Verwaltung die fördertechnische Abwicklung der ILE stemmt.


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Einladung zu „Ein Jahr Allianz Würzburger Norden e.V.“

Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister laden herzlich zur öffentlichen Mitgliederversammlung

am Mittwoch, den 8. November 2017 um 19:00 Uhr

im Sportlerheim Oberpleichfeld, Am Rothweg 5

ein.

Auf der Tagesordnung steht:

  • Begrüßung
  • Informationen und Austausch zum Stand der kommunalen Projekte
  • Informationen und Austausch zum Stand der regionalen Projekte
    Ausblick auf 2018
  • 20:30 bis 21:00 Uhr: Mitgliederversammlung nach Satzung

Alle Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sowie alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen!


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Einladung Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ am 16. August 2017

um 19:00 Uhr im Mehrzweckraum Willi-Sauer-Halle in Bergtheim
Wie bei unserem Treffen in Hausen vereinbart, möchten wir Sie sehr herzlich zum nächsten Treffen der Arbeitsgruppe einladen.

Folgende Tagesordnung ist geplant:

  • Begrüßung
  • Festlegung einer Vorgehensweise, wie wir den Wasserbedarf der Zukunft ermitteln wollen
  • Dr. Wolfgang Patzwahl: Der Wasser als Bodenspeicher
  • Vorstellung neuer Bewässerungstechnik durch die Firma Beinlich
Die Kommunale Allianz hat ja eine Studie zum Thema „Bewässerung in Landwirtschaft und Weinbau“ zur Förderung eingereicht. Mit ersten Ergebnissen daraus wird nicht vor Anfang 2019 gerechnet. Da wir aber von der Allianz schon früher Zahlen brauchen, wer zu welcher Jahreszeit wo wieviel Wasser braucht, wollen wir mit Ihnen sprechen, wie wir da am schlausten vorgehen. Einen Vorschlag bringen wir mit.
Das Einladungsplakat können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und gerne weitergeben. Danke!


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Für die nächste Generation überlegen und handeln

Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ will zukunftsweisende Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden ausprobieren

An der komplexen Wasserfrage, und wie sie in Zukunft gemeinsam von den Kommunen und den Landwirten in der Region angegangen und gelöst werden kann, bleibt der Würzburger Norden intensiv dran. Als Ergänzung zur Initiative Grundwasserschutz haben am 5. Juli über 50 Teilnehmer eine Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ beim Biohof Richard und Brigitte Konrad in Hausen gegründet. Mit Unterstützung von Dr. Patzwahl von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der zur Zeit ein Forschungsvorhaben zu regionalen Wassernutzungskonzepten vorbereitet, will man zukunftsweisende Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden kennenlernen und in der praktischen Umsetzung ausprobieren, um so weniger Wasser zu verbrauchen und auch das Grundwasser langfristig zu schützen. „Alles, was wir jetzt überlegen, hat Auswirkungen auf die nächste Generation“, waren sich die Teilnehmer sicher und formulierten damit sogleich die Notwendigkeit, angesichts der Anpassungen, die durch den Klimawandel notwendig werden, jetzt „miteinander reden, voneinander lernen und gemeinsam handeln“ zu wollen.


Da die Böden der wichtigste Wasserspeicher sind und sie durch eine angepasste Bewirtschaftung mehr Wasser aufnehmen können – so lautete ja bereits eine wichtige Erkenntnis beim vorherigen Besuch der Vinaqua Genossenschaft am 29. Mai in Volkach – betrifft das Thema nicht nur die bewässerungsintensiven Sonderkulturen, sondern auch die traditionelle Landwirtschaft in der Region. Als Ansprechpartner wurden daher fünf Landwirte aus allen Bereichen (Gemüse- und Weinbau, Bio und traditionell plus Vertreter Bauernverband) festgelegt. Ebenso sind fünf Bürgermeister Mitglied und wichtige Fachbehörden wie das Wasserwirtschaftsamt, das Amt für Landwirtschaft und die Regierung von Unterfranken werden zur Unterstützung weiter mit dabei sein. Geplant ist nun, sich zu bestimmten Themen zu treffen und sich mit Hilfe der Forschung praktisch vor Ort auszutauschen. Als nächster Termin wurde der 16. August ins Auge gefast.
Als mögliche Themen wurden „Boden“ (Feld-Vortag von einem Experten), „Bestandsführung optimieren“, „Meß- und Bewässerungstechnik“ (z.B. Tröpfchenbewässerung, Schleppschläuche, teilflächenspezifische Bewässerung) und „Wasserentnahme aus dem Main“ genannt. Für letztes läuft gerade die Antragstellung für die Erstellung eines Konzeptes über das Pilotförderprogramm „Landwirtschaftliche Bewässerung“ des Umweltministeriums beim Wasserwirtschaftsamt und Ulrike Lilienbecker vom Allianzmanagement konnte darüber informieren, dass nun Preisangebote für solch ein Konzept sowie die notwendigen Erkundungsbohrung und die Pumpversuche vorliegen.
Ausführlicher wurde das Thema der Nitratbelastung des Trinkwassers diskutiert, für das in Unterfranken insgesamt eine leicht sinkende Tendenz festzustellen ist, konnte der Landwirtschaftsdirektor Peter Schwappach klarstellen. Probleme gibt es jedoch zum Beispiel in Bergtheim, wo trotz zahlreicher Bemühungen immer noch Werte gemessen werden, die an den EU-weit vorgeschriebenen Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter heranreichen. Was aber nicht daran liegt, dass mehr Nitrat ausgebracht wurde, sondern weil es weniger regnet. Prinzipiell bietet sich zur Nitratreduzierung an, eine Zwischenfrucht anzubauen, auf eine durchgehende Begrünung zu achten oder etwa den Boden möglichst wenig umzubrechen bzw. zu bearbeiten, wurde vorgeschlagen. Weitere Ansatzpunkte wie das Anlegen von Mischkulturen in Reihen etc. sollen dann bei der Arbeitsgruppe im Detail besprochen und entwickelt werden.


Die Bewässerung an sich ist aber auch nicht unumstritten und bei einigen Teilnehmern ist das Mißtrauen groß, ob die Wasserentnahmen, die vom Wasserwirtschaftsamt genehmigt sind, kontrolliert werden. Von Vorteil war hier, solch eine Brunnenpumpe gleich einmal mit eigenen Augen anschauen zu können. Die zeigte Herr Konrad bei einen kleinen Führung über den Hof und erläutere, dass die Wasserentnahme reglementiert ist und die Wassermenge über die Wasseruhr überprüft wird. Monatlich muss der Zählerstand an das Wasserwirtschaftsamt gemeldet werden. Einmal jährlich wird durch ein Fachbüro kontrolliert, ob die gemeldeten Zahlen stimmen und die Wasserentnahme korrekt gemeldet wurde. Zusätzlich ist eine Drucksonde eingebaut, die automatisch abschaltet, falls der Grundwasserleiter überlastet wird und die Absenkung zu stark wäre.


Aufschlußreich waren seine Ausführungen über den Zusammenhang zwischen der Bewässerung und dem Absatz der Produkte. Denn die Bewässerung der Gemüsepflanzen ist bereits vom Abnehmer vertraglich gefordert, machte Herr Konrad deutlich. Für seinen Betrieb stellt die Bewässerung eine Absicherung dar, um ausreichende Mengen produzieren zu können, ein verlässlicher Partner gegenüber dem Abnehmer zu sein und einen guten Preis für die Ware zu erzielen, was vom Durchschnittsertrag abhängt. Aktuell besitzt sein Betrieb Entnahmerechte für 30.000 Kubikmeter Wasser.


Den damaligen 10-Hektar-Betrieb hat er 1985 von seinem Vater übernommen, auf mittlerweile 140 Hektar weiterentwickelt und spezialisiert. In der aktuellen Erntezeit sind 40 Saisonarbeiter beschäftigt. Neben Gewürzgurken für die Schweizer Sauerkonserven GmbH in Thüringen oder Karotten und Rhabarber für die Naturkostsafterei Voelkel in Niedersachsen werden u.a Löwenzahn, Kräuter und – man höre und staune – Brennnesseln angebaut, was anfangs bei den Hausener Bürgern für ziemlich Verwirrung sorgte.


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Einladung Gründung AG „Wasser und Boden“ am Mittwoch, 5. Juli 2017

um 19:00 Uhr beim Demeter-Hof Konrad in Hausen (Fährbrücker Str. 9)

miteinander reden – voneinander lernen – gemeinsam handeln

Bei unserer gemeinsamen Exkursion am 29. Mai in Volkach wurde vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ zu gründen. Diese Arbeitsgruppe wird von Dr. Wolfgang Patzwahl von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf fachlich begleitet und soll nach neuen Wegen suchen, zukunftsweisende Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden zu implementieren, aber auch einen organisatorischen Rahmen bilden, um gemeinsame Investitionen zu diskutieren und dann auch umzusetzen. Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  • Begrüßung
  • Aktuelle Informationen zum ILE-Thema Grundwasserschutz
  • Festlegung der Ziele der Arbeitsgruppe
  • Gründung der Arbeitsgruppe und Benennung von Sprechern aus den verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft sowie der Kommunen
  • Festlegung eines groben Arbeitsplanes

Anschliessend (gegen 20:30 Uhr) ist noch eine Betriebsbesichtigung des Hofes Konrad geplant. Für einen kleinen Imbiss ist gesorgt.

Die Veranstaltung ist gedacht für alle Landwirte, Gemüsebauern und Winzer, die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und natürlich auch für alle Bürgerinnen und Bürger, die das oben genannte Motto unterschreiben können.

Das Einladungsplakat können Sie anklicken und gerne weitergeben. Danke!

 


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Miteinander reden, voneinander lernen, gemeinsam handeln

Würzburger Norden besichtigt innovatives Wassermanagementsystem in Volkach
Durch den Klimawandel sehen sich viele Gemüse-, Obst- und Weinbauern im Würzburger Norden in der Zwickmühle. Denn um die Erträge und die Qualität ihrer Produkte auch in Zukunft in einer der trockensten Region Bayerns zu sichern, wird zusätzlich Wasser benötigt. Nur so können die vorhergesagten höheren Temperaturen und die Trockenperioden ausgeglichen werden – wenn ein Wechsel auf andere Sorten, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen, keine Alternative darstellt. „Aber wo bekommen wir Wasser her?“ lautet die immer drängender werdende Zukunftsfrage, auch weil man mit der bisherigen Grundwassernutzung an die natürliche Grenze stößt und so immer mehr in Konflikt mit der öffentlichen Trinkwasserversorgung gerät. Die zehn Gemeinden im Würzburger Norden haben die wichtige Frage deshalb im Rahmen einer Initiative Grundwasserschutz aufgegriffen und wollen sich jetzt gemeinsam mit den Landwirten und Bürgern auf neue Wege begeben, um das Wasserproblem zu lösen.

Eine mögliche Antwort auf die Wasserfrage wurde am 29. Mai auf der anderen Mainseite bei einem Besuch der Vinaqua Volkach Genossenschaft gefunden. Das dortige innovative Wassermanagementsystem stellte Dr. Wolfgang Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf den 50 interessierten Teilnehmern bei einem hochinteressanten Rundgang durch die Weinlage „Volkacher Kirchberg“ vor. Er hatte das System im Rahmen einer Forschungsarbeit mit entwickelt. Dabei wird das Oberflächenwasser aus den Weinbergen (2/3 der Menge) in Speicherbecken gesammelt, durch Wasser von zwei Bächen im Winter ergänzt (1/3 der Menge) und bei Bedarf über eine Tropfbewässerungsanlage in die Rebflächen zurückgeführt.  Pro Kubikmeter Wasser werden von der Volkacher Genossenschaft 1,50 bis 1,70 Euro berechnet, was viel günstiger ist, als Wasser im Fass in die Weinberge zu fahren. Die Betriebskosten liegen bei rund 20.000 Euro pro Jahr. 2010 ging das System erstmals in Betrieb und 45 Winzer haben dafür die Genossenschaft Vinaqua gegründet.

Zugleich jedoch – und darin liegt die Quintessenz für die zukünftige Bewässerungsstrategie im Würzburger Norden – wurde auf der 30 Hektar großen Projektfläche nicht nur wassersparende Technik eingesetzt, sondern auch die Bewirtschaftungsweise entsprechend angepasst, nämlich durch eine Dauer-Begrünung der Rebflächen. Das beugt der Bodenerosion vor und steigert die Infiltrationsrate des Bodens und hilft dadurch, dass der Boden besser als natürlicher Speicher fungieren und mehr Wasser aufnehmen kann, hob Dr. Patzwahl als zentrale Erkenntnis hervor. Außerdem wird der Nitrateintrag ins Grundwasser reduziert und der geringere Oberflächenabfluss schützt die Fernwasserversorgung Franken, die unterhalb der Weinbergslage eine Brunnengalerie zur Trinkwassergewinnung unterhält. Die Fernwasserversorgung tätigte die gesamte Investition von rund 3,4 Millionen Euro, im Gegenzug mussten sich die beteiligten Winzer verpflichten, ihre Weinberge ganzflächig, ganzjährig zu begrünen und in den nächsten 40 Jahren auf mögliche Ausgleichszahlungen verzichten, die ihnen aufgrund der Lage im Wasserschutzgebiet III sonst zustehen würden.

„Man muss sich mit dem Wassergehalt des Boden intensiv auseinandersetzen“, gab Dr. Patzwahl den anwesenden Landwirten mit auf den Weg, weil darüber der aktuelle Stand der Fruchtbarkeit des Bodens ermittelt werden kann. Das lässt sich relativ einfach selber bestimmen, demonstrierte er sogleich. Dazu rammte der die mitgeführte BWK-Lanze (Boden-Wasser-Kontrolle) einige Zentimeter tief in den Rebboden hinein und schon wurde das Ergebnis im Display anzeigt: 80 und 65 Prozent Feuchtigkeit an zwei gemessenen Stellen – alles unter 50 Prozent wäre bereits als kritisch einzustufen. Eine weitere Möglichkeit zur Bestimmung des Wasserstaus des Bodens ist eine Messung des Wasserpotentials der Weinblätter vor Sonnenaufgang mittels einer Druckkammer. Schon frühmorgens ist der Wissenschaftler deshalb im Weinberg unterwegs, um das Vinaqua-Projekt wissenschaftlich zu begleiten und seine Beregnungs-Empfehlungen dann tagesaktuell an die Winzer weiterzugeben.

Weitere Hinweise erhielten auch die anwesenden Gemüsebauern. Hinsichtlich der Bewässerungstechnik im Feldgemüsebau empfahl er anstatt einer Über-Kopf-Beregnung die Umstellung auf ziehbare Beregnungswagen, mit denen das Wasser über die Schläuche zwischen den Reihen abgelegt werden kann. Bei größeren Flurstücken kann der Wassergehalt auch über Drohnen erfasst werden, die eine Infrarotmessung durchführen und sehr genaue Ergebnisse erzielen. Denn oft sei es bei großen Feldern ein Problem, dass der Wassergehalt am Anfang und Ende unterschiedlich ausfällt und dementsprechend auch viel oder wenig bewässert werden müsse.
Um am Thema dranzubleiben und Nägel mit Köpfen zu machen, soll bei der nächsten Veranstaltung im Würzburger Norden eine Arbeitsgruppe „Wasser und Boden“ gegründet werden, die für die Landwirte und alle Interessierten offen ist. Man will „miteinander reden, voneinander lernen, gemeinsam handeln“, so das passende Motto. Termin ist voraussichtlich der 5. Juli um 19:00 Uhr. Einladung erfolgt!


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Einladung zum Besuch bei der Vinaqua Volkach e.G. am 29. Mai

Wie bei unserer Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ in Bergtheim vereinbart, wollen wir Sie sehr herzlich zu einem Besuch der Vinaqua Volkach e.G. am Montag, den 29. Mai 2017 um 19:00 Uhr einladen. Herr Dr. Patzwahl wird uns das Projekt vorstellen.

Treffpunkt ist der Parkplatz Maria im Weingarten.

Diese Veranstaltung wird der Auftakt von weiteren Veranstaltungen sein. Die Kommunale Allianz und wir natürlich auch, sind der Meinung, dass das Thema nur gemeinsam angegangen werden kann. Gemeinsamkeit braucht Verständnis füreinander und Kenntnis übereinander. Wir müssen miteinander und nicht übereinander reden. Drum haben wir Veranstaltungen in einzelnen Betrieben geplant. Damit man sieht, wie dort gearbeitet wird. Damit man die Rahmenbedingungen kennt, unter denen gearbeitet wird. Damit man seine Sorgen loswerden kann. Und damit man gemeinsam zu Lösungen kommt.


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Beim Grundwasser natürliche Grenze erreicht

Was viele in dieser besonders trockenen Region Bayerns schon befürchtet haben, steht nun tatsächlich fest: Der Würzburger Norden hat ein Grundwasserproblem und es wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Grund dafür sind die geringen Niederschläge, wodurch sich auch weniger Grundwasser (30 mm pro Jahr) neu bilden kann. „Damit kommt man schon sehr nah an die natürliche Grenze“, um den hohen Wasserbedarf für die landwirtschaftlichen Sonderkulturen zu decken und gleichzeitig die Trinkwasserversorgung aufrecht zu erhalten, wurde als Ist-Stand von den über 140 Bürgerinnen und Bürgern festgehalten, darunter auch viele Gemüse- und Weinbauern sowie Gemeinderäte aus den zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld.

Am 24. April kamen sie in Bergtheim zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ zusammen, zu der die Allianz Würzburger Norden eingeladen hatte, um damit aufzurufen, die Wasserproblematik gemeinsam in der Region anzugehen. Bereits schon während der Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) spielte das Thema bei den Bürgermeistern eine Rolle und war als sehr wichtigstes Pilotprojekt definiert worden.

Besorgniserregend ist vor allem der fortschreitende Klimawandel mit weniger Regen im Frühjahr und Sommer. Dadurch müssten die Landwirte wiederum mehr beregnen, um ihre Erträge in Zukunft zu sichern, brachte Christian Guschker von der Regierung von Unterfranken das Dilemma der langfristig sinkenden Grundwasserstände auf den Punkt. In Zukunft will man daher mögliche Konflikte zwischen öffentlicher Wasserversorgung, Landwirtschaft und Naturschutz vermeiden und die Verteilung der Grundwasserentnahmen (besser) steuern, wie das im Pilotprojekt „Niedrigwassermanagement in der Bergtheimer Mulde“ (Bergtheim, Estenfeld, Hausen, Kürnach, Prosselsheim, Ober- und Unterpleichfeld) bereits vorgeschlagen wird, deren erste Ergebnisse er vorstellen konnte. Die Wasserbilanz hat dort beispielsweise aufgezeigt, dass zwei Drittel der Wasserrechte an der Grundwasserneubildung auf die landwirtschaftliche Bewässerung entfällt, hingegen kommt nur ein Drittel dem öffentlichen Trinkwasser zugute.

Notwendig ist aber auch, grundsätzlich umzudenken, war sich die Diskussionsrunde einig und man will gemeinsam über Alternativen zur Grundwassernutzung (Wo bekommen wir Wasser her?) nachdenken. So soll das bereits ins Spiel gebrachte Anzapfen des Mainwassers im Rahmen eines Konzeptes genauer untersucht und die Chancen, die in einer gemeinschaftlichen Bewässerung stecken (Verband?), müssen wirtschaftlich geprüft werden. Das Konzept kann über das Pilotförderprogramm „Landwirtschaftliche Bewässerung“ unterstützt werden. Die Antragstellung der ILE-Region wird gerade vom Büro Lilienbecker vorbereitet und von Horst Herrmann vom Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg begleitet. Frau Lilienbecker erklärte dazu weiter, dass die in der heutigen Diskussion bereits gesammelten offenen Fragen in die Antragstellung einfließen, damit das Konzept dann die richtigen Lösungen für die Region erarbeiten kann.

Weitere Ideen für alternative Bewässerungsstrategien, etwa die Nutzung von Oberflächenwasser, Industriewasser (Kernkraftwerk Grafenrheinfeld), Gletscherwasser oder sogar Ab- bzw. Brauchwasser sowie wassersparende Techniken, wie z.B. im benachbarten Volkach bereits im Einsatz sind (Vorschlag: gemeinsame Exkursion), wurden diskutiert, als Dr. Wolfgang Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf über sein Forschungsvorhaben „Entwicklung von regionalen Wassernutzungskonzepten für Agrarsysteme in Bayern“ informierte. Der Würzburger Norden ist hier eines von mehreren Untersuchungsgebieten in ganz Bayern, was von den Anwesenden begrüsst wird. Insbesondere sprach sich der Wissenschaftler dafür aus, den Boden als Wasserspeicher stärker in Betracht zu ziehen und mit Hilfe einer entsprechenden Bewirtschaftung dafür zu sorgen, Verdunstung und Erosion möglichst gering zu halten. Denn auch die Verdunstung (plus 10 Prozent) und die Bodenerosion werden durch den Klimawandel weiter zunehmen, wusste er zu ergänzen.


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Einladung zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ am 24. April in Bergtheim

Das sind Fragen, die auch die Kommunale Allianz „Würzburger Norden“ im Rahmen der Umsetzung des ILEK beschäftigen. Aber es sind nicht nur Projekte zum Thema in Planung (vgl. TOP 3 und 4), es gibt bereits erste Ergebnisse, die nun vorgestellt werden sollen. Wir wollen auch gemeinsam die Aufgabenstellung für eine nachfolgende Pilotstudie diskutieren und die weitere Vorgehensweise absprechen.

Einladung zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“
am Montag, den 24. April 2017 um 18:00 Uhr 
im Mehrzweckraum der Willi-Sauer-Halle Bergtheim

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  1. Begrüßung (Konrad Schlier, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bergtheim und Vorsitzender der „Allianz Würzburger Norden“)
  2. Erste Ergebnisse des Pilotprojektes „Niedrigwassermanagement“ in der Bergtheimer Mulde (Christian Guschker und Frederik Zumkeller, Regierung von Unterfranken)
  3. Vorstellung des Forschungsvorhabens „Entwicklung von regionalen Wassernutzungskonzepten für Agrarsysteme in Bayern“ (Dr. Wolfgang Patzwahl, FH Weihenstephan-Triesdorf)
  4. 
Vorstellung des Pilotförderprogramms „Landwirtschaftliche Bewässerung“ (Horst Herrmann, Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg)
  5. Festlegung der nächsten Schritte

Das Einladungsplakat hier herunterladen und weitergeben. Danke!


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Einladung Arbeitsgruppe „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour und Landesgartenschau Würzburg 2018“

Im nächsten Jahr findet in Würzburg die Landesgartenschau statt. Ein Ereignis mit großer Strahlkraft und einem tollen Konzept, das auch für die Entwicklung des Würzburger Nordens mit genutzt werden soll. Daher wird im Moment von uns ein Förderantrag für das LEADER-Förderprogramm für das ILEK-Projekt „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour“ erarbeitet. Die Tour soll zur Eröffnung der Landesgartenschau im April 2018 fertig sein. Ein ehrgeiziges Ziel. Aber man muss sich ja hohe Ziele setzen, sonst kommt man nicht voran. Ein großes Ziel erreicht man aber nur, wenn viele mittun und mitmachen.

Drum laden wir Sie sehr herzlich zu einer ersten Veranstaltung der

Arbeitsgruppe „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour und Landesgartenschau Würzburg 2018“

am Dienstag, den 14. März um 19:00 Uhr
in den Mehrzweckraum der Willi-Sauer-Halle in Bergtheim

ein.

Ein Mitglied der Geschäftsführung wird uns das Konzept der Gartenschau vorstellen und wir wollen an diesem Abend gemeinsam überlegen, was der Würzburger Norden alles ergänzend auf die Beine stellen könnte.

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Das Einladungsplakat können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und sehr gerne weiter geben. Danke!