Allianz Würzburger Norden e.V.

Alle Infos zur interkommunalen Zusammenarbeit von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld


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Weg bald frei für LEADER-Fördermittel im Würzburger Norden

Lenkungsausschuss von „Wein, Wald, Wasser“ befürwortet die geplante Mehr-als-Kraut-und-Rüben-Tour als innovatives Projekt
Wie der Gemüseanbau funktioniert, wo der Feldhamster wohnt, wie das Dorfleben damals war und was den Bürgern heute und für die Zukunft wichtig ist kann bald im Würzburger Norden von jedermann selber aufgespürt und an rund 90 Stationen in Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld erlebt werden. Ein Smartphone oder Tablet genügt und schon kann die Mehr-als-Kraut-und-Rüben-Tour losgehen. Damit der richtige Weg zum gewünschten Thema gefunden wird, wird ein Traktor mit Namen „Konni“ als digitale Suchmaschine entwickelt und programmiert.
„Unser innovativer Projektansatz konnte am 25. Juli den Lenkungsausschuss der LEADER-Aktionsgruppe ‚Wein, Wald, Wasser‘ überzeugen“, freute sich Ulrike Lilienbecker, die bei der Kommunalen Allianz „Würzburger Norden“ für das Management verantwortlich ist und im Vorfeld mit den Gemeinden und engagierten Bürgern die einzelnen Stationen ausgetüftelt hat. Statt aufwendiger Informationstafeln, die Gefahr laufen, relativ schnell nicht mehr aktuell zu sein, will das Projekt die heutigen digitalen Möglichkeiten nutzen und die Besonderheiten der Dörfer und die Kulturlandschaft wieder mehr ins Bewusstsein vor allem der jungen Leute bringen, was ausdrücklich von der LEADER-Aktionsgruppe gelobt wurde. Dazu sollen die interessanten Dinge vor Ort multimedial präsentiert und jeweils mit echten Erlebnissen kombiniert werden. Für die technische Realisierung und die Produktion der Texte, Fotos und Videos kann das Projekt nun mit einem Zuschuss von 42.000 Euro aus Mitteln der EU und des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten rechnen. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr, denn bereits im nächsten Jahr, am 12. April 2018 soll die Tour in einer ersten Aufbaustufe fertig sein, wenn die Landesgartenschau in der Stadt Würzburg ihre Tore öffnet.
Die Projektpräsentation können Sie hier als PDF-Dokument aufrufen.


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Einladung zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ am 24. April in Bergtheim

Das sind Fragen, die auch die Kommunale Allianz „Würzburger Norden“ im Rahmen der Umsetzung des ILEK beschäftigen. Aber es sind nicht nur Projekte zum Thema in Planung (vgl. TOP 3 und 4), es gibt bereits erste Ergebnisse, die nun vorgestellt werden sollen. Wir wollen auch gemeinsam die Aufgabenstellung für eine nachfolgende Pilotstudie diskutieren und die weitere Vorgehensweise absprechen.

Einladung zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“
am Montag, den 24. April 2017 um 18:00 Uhr 
im Mehrzweckraum der Willi-Sauer-Halle Bergtheim

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  1. Begrüßung (Konrad Schlier, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bergtheim und Vorsitzender der „Allianz Würzburger Norden“)
  2. Erste Ergebnisse des Pilotprojektes „Niedrigwassermanagement“ in der Bergtheimer Mulde (Christian Guschker und Frederik Zumkeller, Regierung von Unterfranken)
  3. Vorstellung des Forschungsvorhabens „Entwicklung von regionalen Wassernutzungskonzepten für Agrarsysteme in Bayern“ (Dr. Wolfgang Patzwahl, FH Weihenstephan-Triesdorf)
  4. 
Vorstellung des Pilotförderprogramms „Landwirtschaftliche Bewässerung“ (Horst Herrmann, Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg)
  5. Festlegung der nächsten Schritte

Das Einladungsplakat hier herunterladen und weitergeben. Danke!


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Vorarbeiten für Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour beginnen

Da sich nicht nur thematische Verknüpfungen ergeben und auch Lust auf einen späteren Folgebesuch in der Region erzeugt werden kann, will der Würzburger Norden auf keinen Fall die Chance verpassen, sich und insbesondere die geplante „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour“ auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 zu präsentieren. „Wir wollen den Besuchern zeigen, was es bei uns Interessantes gibt und die Landesgartenschau als Ansporn für die Umsetzung unserer gemeinsamem Projektidee nutzen“, formulierten die rund 30 Teilnehmer in der Arbeitsgruppe ihr Anliegen, die am 14. März in Bergtheim stattfand.

Neben einem „Neu-Entdecken“ von historischen Besonderheiten wie beispielsweise die Grumbachburg oder das alte Amtshaus in Rieden soll es bei der QR-Tour auch um aktuelle und zukünftige Themen wie Nachhaltigkeit (Klimawandel, Wald), Sonderkulturen („Was wächst denn da?“) und Ernährung gehen, wurde herausgearbeitet. Spannende Anregungen konnte hierzu die Geschäftsführerin der Landesgartenschau, Claudia Knoll liefern, die in ihrer Präsentation deutlich machte, dass die Würzburger Landesgartenschau sehr viel mehr sein wird als eine klassische Schau der Gartenkunst und die Zukunftsfrage „Was machen wir morgen?“ zentral sein wird. Die eine Million Besucher, mit denen gerechnet wird, können auf dem 96 Hektar großen Gelände der ehemaligen Leighton-Barracks nicht nur seltene Gewächse und blühende Landschaften erleben, sondern auch neue Ideen für Arbeiten, Forschen, Wohnen und Erholen. Später wird dort der neue Stadtteil Hubland für 4.000 Menschen entstehen.

Am 12. April 2018 ist es dann soweit. Dann wird die Landesgartenschau eröffnet. So bleibt nicht mehr allzu viel Zeit, um jetzt die verschiedenen Stationen in den Gemeinden und Ortsteilen sowie in der Landschaft für die QR-Tour auszuwählen und dafür die entsprechenden Texte, Bilder, Audios und Videos zu produzieren, erläuterte Frau Lilienbecker die weitere Vorgehensweise für das innovative Projekt, das im Rahmen der Erarbeitung des integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes von den Bürgern vorgeschlagen worden ist. Für die Finanzierung der Projektumsetzung ist u.a. eine Förderung über das LEADER-Programm geplant, machte sie deutlich. Um gleich „Nägel mit Köpfen zu machen“ wurde als erster Schritt eine Arbeitsstruktur mit einem Ansprechpartner pro Ortsteil festgelegt und als Aufgabe bis zum 21. April vereinbart, mögliche Stationen und Themen zu identifizieren. Die Rückmeldung erfolgt über das Büro Lilienbecker und wird dann in der Bürgermeisterrunde am 26. April in Prosselsheim ausgewertet. 

Auf der Landesgartenschau wird es einen gemeinsamen Pavillon von Stadt und Landkreis geben, wo dann u.a. die QR-Tour präsentiert werden könnte, erläuterte Michael Dröse vom Landratsamt. Außerdem wird es eine Außenfläche und eine Außenbühne geben, wo sich Vereine aus der Region präsentieren können. Für die Außenfläche wurde ergänzend gewünscht, eine „Kraut-und-Rüben-Ecke“ als Hinweis auf den Würzburger Norden einzurichten. Der Würzburger Norden steht als Partner für die Landesgartenschau bereit. 

Die QR-Tour ist nicht nur virtuell, sondern auch als Rad-, Wander- und Ausflugstour geplant. In Ergänzung hat die Arbeitsgruppe bereits erste konkrete Angebote diskutiert, die zur Präsentation auf der Landesgartenschau eingesetzt werden könnten. Darunter sind z.B. eine Rad- oder Wandertour, eine Weinlese, ein Weinfest, eine Besichtigung der Krautverarbeitung, Spargelstechen für Manager, ein Vereinsausflug oder „Digital Detox“ im Gramschatzer Wald (Naturerlebnis ohne Handy). Als schwieriger wurde die Entwicklung von Angeboten für die Zielgruppe der Studenten und jungen Leute eingeschätzt, die von der Geschäftsführung der Landesgartenschau über günstigere Ticketpreise direkt angesprochen wird. Als Idee wurde hier ein Trainingstag der Rimparer Wölfe auf dem Gartenschaugelände aufgenommen. Aber insbesondere junge Leute sollen ja auch über die QR-Tour angesprochen werden.


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Klare Zukunftsperspektive für den Würzburger Norden – Projektwerkstatt definiert die wichtigsten Projekte

In nur sieben Monaten wurde für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern in zehn Ortsveranstaltungen, einem Strategieworkshop und acht Treffen thematischer Arbeits- und Projektgruppen ein breites Spektrum an wichtigen Themen und eine klare Zukunftsperspektive mit regionalen und kommunalen Projektvorschlägen erarbeitet. Darunter waren auch strittige bzw. hoch emotional besetzte Themen wie das zukünftige Schulnetz oder der Grundwassserschutz, die zusätzlich mit Vertretern der Behörden in der monatlich zusammenkommende Bürgermeisterrunde beraten wurden. Das Ergebnis dieses straffen Zeitplans wurde nun eindrucksvoll bei der voll besetzten Projektwerkstatt am 20. April im Alten Rathaus in Kürnach präsentiert. Die Bürgermeister und Vertreter von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld sowie das ILEK-Büro Lilienbecker stellen dabei die wichtigen Projekte vor, die beim nächsten Treffen der Bürgermeister am 27. April und zur Abschlussveranstaltung am 10. Juni für die Umsetzung in den nächsten Jahren weiter vor- und ausgearbeitet werden.

Von den knapp 70 Teilnehmern wurden in der Diskussion noch die Punkte „altersgerechtes Wohnen in den Ortskernen“, „Jugendarbeit“, „Blühflächen“, „Waldneuordnung“ und eine eindeutige Positionierung gegenüber der Fränkisches Weinland Tourismus GmbH als touristischer Beitrag der Region für die umfangreiche Projektliste ergänzt. Zufrieden mit dem erreichten Stand zeigten sich auch der Leiter der Kreisentwicklung Michael Dröse und Harald Fröhlich vom Management der LEADER-Aktionsgruppe „Wald, Wein, Wasser“ und boten ihre Unterstützung bei der Umsetzung einzelner Projekte an. Der Leitende Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken freute sich besonders, dass „die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden mittlerweile zu einem wichtigen Anliegen geworden ist, um die Zukunft der Region gemeinsam zu gestalten und sie positiv weiterzuentwickeln.“

2016-04-20 WÜNO Projektwerkstatt 01 klein
Den Anfang der Projektpräsentation machte das Thema demographischer Wandel, das zusammen mit der Innenentwicklung und der Mobilität das erste Handlungsfeld bildet. Vor diesem Hintergrund müssen sich die Gemeinden im Würzburger Norden intensiv um eine Belebung ihrer Ortskerne bemühen (Handlungsziel 1.1 „Erhalt dörflicher Strukturen und Förderung der Innenentwicklung“). Um die Eigentümer und Bauherren bei der Verwirklichung von Nutzungsalternativen zu unterstützen und ihnen mehr Anreize zu geben, haben Kürnach und Eisenheim kommunale Fördersatzungen für die Innenentwicklung aufgelegt, die auch in den anderen Kommunen eingesetzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Aktivierung der Baulücken und ungenutzte Grundstücken, die Privaten gehören und meist nicht dem Immobilienmarkt zur Verfügung stehen. Hausen hat hierzu bereits eine Befragung der Eigentümer durchgeführt.

Weil die Zahl der älteren Menschen zunimmt, müssen in Zukunft die Bedürfnisse der Senioren auf dem Land stärker berücksichtig werden. Insbesondere haben ältere Einwohner ein Problem, die nicht mehr mobil sind oder für die der öffentliche Buslinienverkehr nicht geeignet ist, um zum Einkaufen, Arzt oder Apotheke zu gelangen. Der ÖPNV muss daher mit ergänzenden und neuen Mobilitätsangeboten kombiniert werden (Handlungsziel 1.2 „Mobilität nicht nur für die Älteren erhalten und umweltfreundlich gestalten“). Ein Bürger- und Einkaufsbus, wie er bereits in Eisenheim, Estenfeld und zwischen Maidbronn und Rimpar fährt, ist im Bereich Hausen – Bergtheim – Oberpleichfeld in Vorbereitung. Weil solche Bürgerbusse jedoch meist auf einer festen Linie fahren, soll eine Mobilitätsidee aus dem Spessart aufgegriffen werden, bei der „Bürger fahren Bürger“ als gute alte Fahrgemeinschaft wiederbelebt wurde. Angesichts des Klimawandels werden umweltfreundliche Mobilitätsangebote wichtig, die auch für jüngere Menschen attraktiv sind. Regionale Bedeutung hat hierbei der Bahnhof Seligenstadt bei Prosselsheim, wo ein moderner Park-and-ride-Parkplatz ausgebaut werden muss. Ein weiteres zukünftiges Mobilitätsangebot kann E-Mobilität in Kombination mit Carsharing sein, das in Kürnach gestartet werden soll.

Die Zunahme der älteren Menschen wird auch durch die geplanten Betreuungsangebote wie eine Tagespflege in Untereisenheim und Unterpleichfeld oder ein neues Seniorenzentrum in Bergtheim berücksichtigt. Um die Chancen des demographischen Wandels klug zu nutzen, werden zunehmend Treffpunkte für Alt und Jung wie in Obereisenheim (Café im Dorfladen), Prosselsheim und Oberpleichfeld (Mehrgenerationenhaus) notwendig. Damit soll insbesondere die Lebensqualität in den kleineren Orten erhalten werden, wo eine stationäre Nahversorgung fehlt oder Gaststätten geschlossen sind bzw. nicht mehr genutzt werden können (Handlungsziel 1.3 „Daseinsvorsorge sichern: Erhalt der Lebensqualität für Alt UND Jung“). Speziell um die Wünsche der jungen Menschen zu erfragen und in die regionale Entwicklungsstrategie mit einzubinden, ist eine jährliche Jugendkonferenz geplant. Ein Bestell- und Lieferservice für die kleineren Ortschaften ist über die geplante Markthalle in Bergtheim in der Perspektive vorgesehen.

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Die Ziele Nachhaltigkeit und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sind im zweiten Handlungsfeld beschreiben. “Was tun, wenn das Wasser knapp wird?“ ist für den Würzburger Norden eine wichtige Zukunftsfrage. Die Region ist niederschlagsarm und wird zugleich intensiv durch landwirtschaftliche Sonderkulturen genutzt, für die eine künstliche Bewässerung heutzutage immer wichtiger wird. Mit einem Pilotprojekt wollen die Gemeinden gemeinschaftliche Lösungen für den Grundwasserschutz und die nachhaltige Sicherung der Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Weinbau erarbeiten (Handlungsziel 2.1 „Dem Klimawandel begegnen: Gewässer schützen – Flächen sparen“). Auch die Entwicklung einer Strategie zur Anpassung an den Klimawandel von Landwirtschaft und Forst ist notwendig. Eine Rolle können auch die kommunalen Gewässerentwicklungsplanungen für die Pleichach und den Dürrbach spielen.

Um die Region nachhaltig weiter zu entwickeln, soll für das Handlungsziel 2.2 „Biotopschutz, Steigerung des Bewusstseins für Kulturlandschaft, Natur und Umwelt“ ein kommunales Kulturlandschaftsprogramm aufgelegt werden, um kommunale Flächen (auch Ränder von Gräben und Wegen) naturschutzgerechter zu pflegen und eine Vorbildwirkung auszuüben, um mehr Garten- und Wiesenbesitzer (Streuobstwiesen) sowie Landwirte für den Naturschutz zu begeistern. Dabei will der Landschaftspflegeverband Würzburg die Kommunen unterstützen. Auch eine ehrenamtliche Kulturlandschafts-Pflege-Truppe je Gemeinde könnte eingesetzt werden. Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Netz von Aussichtstürmen, die beispielswiese in Prosselsheim und Eisenheim entstehen können, um die Besonderheiten der Kulturlandschaft besser erleben und verstehen zu können.

Dem Handlungsziel 2.3 „Stärkung der bäuerlichen Land- und regionalen Forstwirtschaft“ geht es um ein integratives und innovatives Wegenetzkonzept, mit dem die zukünftige Sanierung und der Ausbau wichtiger Feldwege wie zum Beispiel in Unterpleichfeld vorbereitet werden kann. Dabei ist ein gute Abstimmung mit den Freizeitnutzern wichtig. Um die vorhandenen Vertriebsstrukturen regionaler Produkte zu optimieren und zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu schaffen, soll eine gemeinsame Vermarktungsstrategie für regionale Produkte entwickelt werden. Als erster Schritt wird mit einem Anbieterverzeichnis und der Bildung eines Netzwerkes der Produzenten regionaler Produkte in der Region begonnen. Ziel ist danach der Aufbau einer zentralen Markthalle bei Bergtheim, die mit weiteren Angeboten (Gastronomie, Großabnehmer, Bestell- und Lieferservice für die Versorgung der kleineren Ortschaften) kombiniert wird.

Im dritten Handlungsfeld „Standortentwicklung Verkehr, Wirtschaft und Bildung“ wollen die Gemeinden auf übergeordnete Verkehrsplanungen Einfluss nehmen, zum Beispiel für den Ausbau der Bundesautobahn BAB 7. Wichtig sind hier auch der oben bereits erwähnte Park-and-ride-Parkplatz am Bahnhof Seligenstadt, ein gemeinsamer Tarifverbund zwischen den Landkreisen Schweinfurt und Würzburg in Zukunft und weitere Verkehrsprojekte wie die geplante Ortsumgehung von Prosselsheim. Ein wichtiger Standortfaktor ist die Bildungsqualität, für die sich die Gemeinden gemeinsam stark machen. Im Handlungsziel 3.2 „Schulnetz zukunftsfähig gestalten“ geht es schwerpunktmäßig um die zukünftige Entwicklung der drei Mittelschulstandorte Estenfeld, Rimpar und Unterpleichfeld, wobei die heutigen pädagogischen Anforderungen und die notwendigen Investitionskosten abgewägt werden müssen.

Die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden hat auch das Ziel, Ressourcen zu bündeln und Einsparmöglichkeiten zu erschließen (Handlungsziel 3.3. „Kooperationsvorteile nutzen – nicht nur in der Verwaltung“). Um das Leistungsangebot der Kommunen zu verbessern, kommen als kommunale Aufgaben für eine Zusammenarbeit die Bereiche Verwaltung (Spezialisierung des Fachpersonals), Bauhöfe und Standesamt prinzipiell in Frage.

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Die Themen Freizeit, Kultur, Heimat/Tradition sind im vierten Handlungsfeld zusammengefasst. Um den Freizeitwert zu verbessern und auch einem gewissen Freizeitdruck aus der Stadt Würzburg entgegenzuwirken, müssen die Rad- und Fußwege in bestimmten Abschnitten verbessert und Lücken geschlossen werden (Handlungsziel 4.1 „Verbesserung des Rad- und Fußwegenetzes“). Das Wegenetz steht dabei in Zusammenhang mit den Feldwegen für die Landwirtschaft, die auch von Radfahrern, Fußgängern, Joggern und somit mehrfach genutzt werden. Potential besteht für eine Erweiterung des 3-Bäche-Weges und für Mountainbikewege, die für die Gemeinden nahe bei Würzburg (z.B. Güntersleben) und im Gramschatzer Wald eine Rolle spielen.

Zur Steigerung der Lebensqualität tragen auch Kultur, Traditionen und Brauchtum bei. Sie machen den Charme eines Ortes aus und ermöglichen den Menschen eine Identifikation mit ihrer Heimat, was in Zeiten der Globalisierung und für die Integration der Neubürger in das Gemeinschaftsleben besonders wichtig ist (Handlungsziel 4.2 „Werte vermitteln – Tradition und Brauchtum erhalten“). Um insbesondere die kleinen feinen Unterschiede erlebbar zu machen, bietet sich eine Kraut- und Rüben-Tour durch den Würzburger Norden an, bei der die einzelnen Stationen durch das Internet mittels QR-Code intelligent miteinander vernetzt werden können. Vorbild für diese Stationen sind die Kulturwege des Archäologischen Spessartprojektes, die in Rimpar (Gramschatz und Maidbronn) vorhanden sind und erweitert werden können. Erweiterungspotential hat auch das Kleinode-Projekt der Agenda 21-Initiative Estenfeld.

Ein weiteres Handlungsziel 4.3 ist die „Förderung und Vernetzung der Freizeit- und Kulturangebote“. „Wie erfährt es die Nachbargemeinde?“, lautet im Würzburger Norden die zentrale Vernetzungsfrage und es gibt noch Bedarf für das Bekanntmachen von Veranstaltungen, die Koordinierung größerer Feste und eine gemeinsame Vereinsplattform zum Austausch der Vereine und Verbände. Bedarf besteht auch noch für Angebote für Kinder ab zehn Jahren. Ein zukünftiger Naherholungsschwerpunkt soll der Ochsengrund zwischen Güntersleben und Gramschatz bilden. Ähnlich wie in anderen bayerischen Regionen sind in einigen Orten die Gaststätten gefährdet oder bereits geschlossen (oder werden von Flüchtlingen genutzt). Da mit dem Wirtshaus oftmals auch der soziale Treffpunkt im Dorf und ein Stück Kultur und Tradition verloren geht, sollen für bestimmte Gastronomiestandorte zukünftige Nutzungen gefunden werden.


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Einladung zur Projektwerkstatt am 20. April

Herzliche Einladung zur Projektwerkstatt im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) „Würzburger Norden“

am Mittwoch, den 20. April 2016, 19:30 Uhr, Altes Rathaus in Kürnach.

Nachdem in den letzten Wochen die Arbeits- und Projektgruppen getagt und viele gute Ideen, aber auch schon ganz konkrete Projekte für die gesamte Region und die einzelnen Gemeinden entwickelt haben, wollen wir die Ergebnisse nun vorstellen, gemeinsam diskutieren und ggf. ergänzen.

Zu dieser wichtigen Veranstaltung sind wie immer alle Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich eingeladen!

2016-04-WüNo-Einladung Projektwerkstatt

Das Einladungsplakat können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und gerne weitergeben. Danke!


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Anbieterverzeichnis und Aufbau einer Vermarktungsorganisation als erster Schritt – Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ will die Produzenten und Direktvermarkter an einen Tisch bringen

Nur recht wenige Teilnehmer fanden sich zum zweiten Treffen der Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ ein, das am 17. März wiederum im Weingut Schmitt in Bergtheim im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) stattfand. Anhand von erfolgreichen und eher mißglückten Markthallen-Konzepten aus Deutschland und der Schweiz wurden Knackpunkte für die gemeinsame Vermarktung im Würzburger Norden und die Machbarkeit der Idee der zentralen Markthalle festgestellt. Als erster Schritt soll deshalb mit einem Anbieterverzeichnis und der Bildung eines Netzwerkes der Produzenten regionaler Produkte in der Region begonnen werden.

2016-03-17 WüNo Regionale Produkte klein

Die Moderatorin Ulrike Lilienbecker präsentierte zu Beginn die Markthallen-Beispiele, die sehr aufschlussreich waren und wichtige Hinweise für die Konzeption und den möglichen Betrieb einer zentrale Markthalle geben, die beispielsweise verkehrsgünstig direkt an der Bundesstraße B19 in Bergtheim angesiedelt werden könnte, um auch die Pendler und vielen durchfahrenden Autofahrer als Kunden zu gewinnen. Als Erfolgskriterien leitete sie privatwirtschaftliches Engagement oftmals aus einem bestehenden Betrieb heraus, eine eindeutige Profilierung, eine multifunktionale Nutzung, ein klares Betreiberkonzept sowie die Einbindung von Manufakturen (lokal bzw. vor Ort Produziertes) und einer Gastronomie als Erfolgskriterien ab. Da mehrere öffentlich geförderte Bauernmarkthallen, die in den 1990er Jahren beispielsweise in Thüringen entstanden waren, mittlerweile nicht mehr existieren oder für andere Veranstaltungen wie Stadtfeste oder Flohmärkte genutzt werden, sieht Frau Lilienbecker Vorteile in einer privatwirtschaftlichen Variante sowie in einem Zusammenschluss von Anbietern und potentiellen Kunden. „Wir brauchen entweder ein funktionierendes Netzwerk oder einen guten Gastronomen und Geschäftsführer, der sich darum kümmert“, lautete ihr vorläufiges Fazit.

Als Netzwerk bietet sich die Gründung einer Genossenschaft an, die ein starkes Wir-Gefühl schaffen kann oder auch eine neue Idee, die aus Frankreich stammt und dort auch in ländlichen Regionen inzwischen erfolgreich ist. Food Assembly bietet die Möglichkeit, online direkt beim regionalen Erzeuger zu bestellen und seine Produkte dann wöchentlich auf einem Markt im Ort abzuholen. Dabei arbeitet Food Assembly wie ein Online-Netzwerk, das den Direktvertrieb stärken möchte (das Video ist sehenswert). Solch eine Idee würde prinzipiell auch in bereits vorhandenen Gebäuden und Hallen wie beim Weingut Schmitt oder beim Straußenhof funktionieren, war hierzu die Einschätzung. Um diese Idee in der Region auszuprobieren, wurde als Vorschlag die Durchführung eines regionalen Genusstages im Frühwinter aufgenommen, der auch nach dem SlowFood-Prinzip oder wie ein anspruchsvoller Weihnachtsmarkt laufen kann.

Wie beim ersten Treffen am 28. Januar versprochen, zeigte Frau Lilienbecker Ergebnisse einer groben „Milchmädchenrechnung“ auf. Um wirtschaftlich erfolgreich sein zu können, sieht sie 150 bis 200 Kunden pro Tag als notwendig an, was von der Arbeitsgruppe als durchaus realistisch und machbar für den Standort Bergtheim eingeschätzt wurde. Auch die für den Würzburger Norden wichtigen Elemente wie ein Bestell- und Lieferservice für die Versorgung der kleineren Ortschaften, die Gewinnung von Großabnehmern und ein Anbieterverzeichnis für die Produzenten und Direktvermarkter sollen dabei umgesetzt werden. Um den Zusammenhang zur Kulturlandschaft stärker herauszustellen und auf die Glaubwürdigkeit und Qualität zu setzen, soll sich das Verzeichnis von einer reinen Auflistung jedoch deutlich abheben und den Anbieter selbst und sein jeweiliges Leitprodukt in den Vordergrund stellen.

In der Diskussion wurde erneut das fehlende gastronomische Angebot im weiteren Umfeld aufgegriffen und darauf hingewiesen, dass eine vernünftige Gastronomie ein Zugpferd und wichtiger Einnahmebringer in Kombination mit der Markthalle darstellt. Allerdings sei Gastronomie heutzutage ein schwieriges Geschäft und auch hier trage sich der Betrieb vor allem durch die Getränke oder eine Kombination mit weiteren Angeboten. Als Beispiel dafür wurde der Gastroniomiebetrieb eines großen Obsthändlers aus Würzburg genannt (pavillon). Auch eine Integration einer Bäckerei (Beispiel Bäckerei papperts) oder Metzgerei könne daher sinnvoll sein und weitere Kunden anlocken, wurde ergänzt.

Weitere Herausforderungen liegen in der schnellen Verderblichkeit großer Mengen von Saison-Waren wie etwa Erdbeeren oder Spargel sowie in der geringen Unterscheidbarkeit miteinander konkurrierender Produkte wie Krautköpfe und Kartoffeln aus den einzelnen Orten gegenüber dem Wein, der klarer differenziert ist. „Wer gibt an, was gemacht und angeboten wird?“, wurde als entscheidende Frage identifiziert, um auch die spezialisierten Betriebe unter einen Hut zu bringen. Für die Abfrage des genauen Bedarfs für die zukünftige gemeinsame Vermarktung und für das Interesse an einer Markthalle, soll jedoch kein Fragebogen erstellt und rumgeschickt werden, wie ursprünglich vereinbart. Besser wäre es, die hiesigen Produzenten persönlich aufzusuchen und direkt anzusprechen, wurde als nächster Schritt vereinbart. Auch die Vorstellung der bisherigen Ideen und Ansätze in einer größeren Veranstaltung sei dann sinnvoll. Für den Anbieter ist mehr Umsatz das schlagende Argument, für den Kunden steht das Hofladen-Erlebnis im Vordergrund, das darin besteht, „mittendrin zu sein und zu wissen, wo es herkommt“, fasste ein Teilnehmer die heutigen Vermarktungsanforderungen am Ende gut zusammen.


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Feste Ansprechpartner für die Senioren, flexible Mobilitätsangebote und offene Treffpunkte – Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ formuliert beim zweiten Treffen konkrete Projektvorschläge

Da es auch im Würzburger Norden immer mehr ältere Einwohner geben wird, hält die Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ eine Interessenvertretung der Senioren, Bürgerbusse und offene Treffpunkte in Zukunft für wichtig. Knapp 20 Teilnehmer vertieften am 2. März in Oberpleichfeld die Ergebnisse der ersten Veranstaltung und formulierten konkrete Projektvorschläge für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK). Anhand von zwei Beispielen aus dem Landkreis Haßberge wurde aufgezeigt, wie Kommunen das ehrenamtliche Engagement stärken und die Bürger dabei unterstützen können, eigenverantwortlich ihre Projekte zu gestalten.

2016-03-02 WüNo Ag Demographischer Wandel 01 klein
Den Anfang machte die Interessenvertretung der Senioren in den Kommunen. Hier arbeitet der Seniorenbeirat in Rimpar vorbildlich und es wurde diskutiert, ob und wie dieses Modell auf die anderen Gemeinden im Würzburger Norden übertragen werden kann. Auch von Prof. Alexander Schramml, der als Chef des Kommunalunternehmens diesmal wieder bei der Arbeitsgruppe dabei war, wird diese Idee befürwortet. Eine feste Struktur für die Senioren biete Vorteile, um deren Belange besser zu berücksichtigen und einen Austausch innerhalb des Landkreises zu gewährleisten, wurde deutlich gemacht. Das Kommunalunternehmen will den Gemeinden dazu bald eine Mustersatzung zukommen lassen, kündigte er an. Außerdem plane das Kommunalunternehmen, vor Ort jeweils Ansprechpartner für die Wohnraum- und Pflegeberatung zu finden. Um in jeder Gemeinde als ersten Schritt einen ständigen Ansprechpartner für die Senioren zu bestimmen, was auch zur Entlastung von Bürgermeister und Gemeinderat beitragen kann, wie die Teilnehmer aus Rimpar versicherten, müsse jedoch jede Kommune ihren eigenen Weg finden und gehen, lautete am Ende dieses Punktes die Einschätzung. In einigen Gemeinden gibt es auch schon Seniorenbeauftragte oder einen Seniorenkreis. Für Bergtheim, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Untereisenheim und Unterpleichfeld habe auch noch die Pfarreiengemeinschaft Bedeutung, wurde ergänzt. Im Nachgang wurde noch auf die Notwendigkeit von Jugendvertretern in jeder Gemeinde verweisen.
Ausführlicher wurde das Thema der Mobilität behandelt und informiert, dass Bürgerbusse in Hausen sowie zwischen Bergtheim und Oberpleichfeld geplant sind. Solche Bürgerbusse können bestimmte Lücken im ÖPNV-Netz schließen und übernehmen den Zubringerverkehr zu bestehenden Nahverkehrslinien, erklärte Herr Schraml. Weiter führte er aus, dass der Landkreis diese bürgerschaftlichen Initiativen mit 80 Cent pro Kilometer unterstützen kann. Weil Bürgerbusse jedoch meist auf einer feste Linie fahren, wurde die Idee „Bürger fahren Bürger“, die beim letzten Mal bereits angeregt worden war, aufgegriffen. In zwei Gemeinden im Spessart werden damit ehrenamtliche Fahrer eingesetzt, die zu ausgewählten Zeiten und zu ausgewählten Zielen einen Fahrdienst mit dem eigenen Pkw anbieten. Anders als beim Bus oder Anruf-Sammel-Taxi wird der Fahrgast von Tür zur Tür gebracht. Die Kosten für die Fahrt wie auch die Anfahrt zum Fahrgast wird mit 0,30 EUR/km monatsweise erstattet. Die Moderatorin Ulrike Lilienbecker bot an, weitere Informationen zu diesem Projekt einzuholen und zu recherchieren, welche genauen Kosten damit für die Kommune verbunden sind. Alternativ könnte solch ein Mobilitätsangebot auch über die Nachbarschaftshilfe oder als Fahrgemeinschaft organisiert werden, „so wie man das früher einfach im Dorf praktiziert hat“, wurde ergänzt. Allerdings sind dabei bestimmte Versicherungsfragen zu beachten.
In Zusammenhang mit der Mobilität wurde der Wegfall der Buslinie Prosselsheim zum Bahnhof Seligenstadt kritisiert. Hier konnte allerdings Herr Schraml deutlich machen, dass dies in der Verantwortung des Busunternehmens als Konzessionsinhaber liege und die Änderung von der Regierung von Unterfranken aufgrund veränderter Verkehrsbedürfnisse genehmigt worden sei. Außerdem argumentierte er, dass der Bahnhof Seligenstadt nicht behindertengerecht ausgebaut ist, weshalb insbesondere die Senioren mit den barrierefreien Bussen im Landkreis besser fahren würden. Ein größeres Problem beim Bahnhof Seligenstadt ist jedoch die Parkplatzsituation, weil hier zu wenige Parkplätze für die Pendler vorhanden sind, wurde von den Teilnehmern ergänzt. In Bezug auf den gesamten Landkreis schätzte Herr Schraml das ÖPNV-Angebot als gut ein. Das schlechtere Angebot im Bereich Opferbaum und in Richtung Volkach sei auch der Tatsache geschuldet, dass die dortigen Lininen eigenwirtschaftlich und nicht über den Landkreis betrieben werden, hob er hervor.
Konkrete Vorstellungen für offene Treffpunkte gibt es in Oberpleichfeld und Prosselsheim, wo sich nicht nur die Senioren ungezwungen zu einem Kaffee treffen, sondern sich auch Jung und Alt zukünftig austauschen sollen. In Prosselsheim wurde vor kurzem ein 14tägiger Seniorenstammtisch initiiert, der inzwischen gut angenommen wird, wurde erläutert. Weitere Treffs sind auch in Estenfeld, Rimpar und in Eisenheim in Kombination mit dem Dorfladen-Projekt geplant. In Gramschatz hat die Gemeinde den Senioren einen Raum zur Verfügung gestellt, der einmal im Monat genutzt wird. In Güntersleben gibt es das Haus der Generationen und das Lagerhaus. In Bergtheim entsteht zur Zeit ein Mehrzweckraum bei der Mehrzweckhalle. Allerdings werde das Bürgerhaus im Ortsteil Dippach kaum genutzt, besser hingegen das Sportheim, weshalb ausdrücklich davor gewarnt wurde, keine Konkurrenz zu noch bestehenden Gaststätten aufzubauen. Gute Beispiele für Mehrgenerationentreffs und kombinierte Dorfläden präsentierte die Moderatorin Ulrike Lilienbecker aus dem Landkreis Haßberge, wie das Mehrgenerationenhaus in Haßfurt, den Offenen Treff „Zur alten Tankstelle“ im Ortsteil Westheim von Knetzgau oder das Aidhäuser Dorflädle mit Mehrgenerationenwerkstatt. Von einigen Anwesenden wurde der Wunsch geäußert, die gezeigten Beispiele einmal anzuschauen. Frau Lilienbecker bot an, einem gemeinsamen Besuch zu organisieren.

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Regionalität und Glaubwürdigkeit – Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ sieht Bedarf für eine gemeinsame Vermarktung

Die Regionalität liegt im Trend und ist für die Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ ein wichtiger Ansatz. Knapp 30 Teilnehmer – darunter Landwirte, Winzer und weitere Direktvermarkter sowie Vertreter vom Naturschutz, Bürgermeister und interessierte Bürgerinnen und Bürger – haben am 28. Januar im Weingut Schmitt in Bergtheim die zukünftigen Vermarktungschancen für den Würzburger Norden ausgelotet. Um die vorhandenen Vertriebsstrukturen regionaler Produkte zu optimieren und zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu schaffen, die Versorgung insbesondere der älteren Bürger in den kleineren Ortsteilen zu verbessern und wichtige Impulse für den Erhalt und die Zukunft der Kulturlandschaft zu geben, soll im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) eine gemeinsame Vermarktungsstrategie für regionale Produkte entwickelt werden.

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Wein, Sekt, Spargel, Äpfel, Quittenprodukte, Kraut, Honig, Beeren, Gemüse, Fleisch, Wurst und noch vieles mehr – der Würzburger Norden hat eine Vielfalt an regionalen Produkten anzubieten. Doch fehlt eine zentrale Vermarktung und bislang muss man noch von Hof zu Hof fahren, um die leckeren Sachen in der Region einkaufen zu können, war sich die Arbeitsgruppe schnell einig. Als Vorschlag wurde deshalb eine zentrale Markthalle ins Spiel gebracht, die beispielsweise verkehrsgünstig direkt an der B 19 in Bergtheim angesiedelt werden könnte, um auch die Pendler und vielen durchfahrenden Autofahrer als Kunden zu gewinnen. Einen ähnlichen, jedoch rein auf eine Gemeinde bezogenen Ansatz verfolgt Eisenheim mit seinem aktuellen Dorfladen-Projekt.

Als entscheidend für den ökonomischen Erfolg solch einer zentralen Markthalle wurde eine ausreichende Nachfrage nach regionalen Produkten, ein schlagkräftiges und stimmiges Vermarktungskonzept und ein engagierter und kundiger Betreiber ausgemacht. Sowohl von positiven (Vermarktungshallen in Norddeutschland, Erzeugermarkt Bad Kissingen) als auch von negativen Bespielen (Obsthalle Volkach) wurde berichtet. Zur Verbesserung der Nachfrage und Akzeptanz wird ein breites Angebot, eine Kombination mit Dienstleistungen und ein ansprechendes gastronomisches Angebot als sinnvoll eingeschätzt: „Denn viele Gaststätten sind bei uns geschlossen und vor allem tagsüber gibt es kaum mehr etwas, wo man zum Essen hingehen könnte.“ Die Moderatorin Ulrike Lilienbecker bot in diesem Zusammenhang an, ein grobes Konzept mit einer „Milchmädchenrechnung“ zusammenzustellen, das beim nächsten Treffen der Arbeitsgruppe im März dann weiter besprochen werden soll. Der genaue Termin wird noch ausgemacht und bekannt gegeben. Auch architektonische und gestalterische Aspekte müssen dabei berücksichtigt und weitere Produkte wie zum Beispiel Kunsthandwerker eingebunden werden, wurde ergänzt. In einem ersten Schritt soll nun über die Gemeinden der aktuelle Stand abgefragt werden, was aktuell produziert wird und wer Interesse hat, bei einer gemeinsamen Vermarktung mitzumachen bzw. sich dort einzubringen. Auch die Herausgabe eines Verzeichnisses mit den aktuellen Öffnungszeiten aller Produzenten in der Region (ähnlich wie für die Vereine, was in der Arbeitsgruppe „Freizeit / Kultur / Werte“ vorgeschlagen worden ist) wird als nützlich angesehen. Eine Teilnehmerin schlug eine App mit den Öffnungszeiten vor.

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In der Diskussion wurde ein wichtiger Zusammenhang zur Kulturlandschaft hergestellt und die Glaubwürdigkeit als entscheidender Faktor zur erfolgreichen Vermarktung von regionalen Produkten identifiziert: „Der Kunde sieht nicht nur das Produkt, sondern auch die Gesamtheit aus Landschaft, Umfeld, Zufahrt zum Hof etc.“, wurde erklärt. Eine intakte Kulturlandschaft sei deshalb eine wichtige Vermarktungsvoraussetzung und wirke sich zugleich verkaufsfördernd aus, war die Konsequenz. Wichtig sei deshalb, bestimmten Landschaftsveränderungen (Beispiel Rodung von Streuobstwiesen, Maisanbau) und Defiziten in Kulturlandschaft (Beispiel aktuelle Probleme der Feldhamsterpopulation, Verschwinden der Teufelskralle, Zunahme der Füchse?) entgegenzuwirken, die sich auch im Würzburger Norden bereits deutlich abzeichnen, wurde gefordert. Ein Ansatzpunkt dafür könnten die verpachteten Flächen der Kommunen sein, bei denen strengere Auflagen für die Bewirtschaftung im Hinblick auf Kulturlandschaftserhalt und Naturschutz vorgegeben werden könnten, wurde als Idee gennant. Der Landschaftspflegeverband bietet an, den Kommunen „Rezepte“ an die Hand zu geben, wie so etwas aussehen könnte, aber auch, um Wege- oder Grabenränder naturschutzgerechter pflegen und so eine Vorbildwirkung ausüben zu können. Eventuell kann dies auch als „Kommunales Kulturlandschaftsprogramm“ weiterentwickelt werden und mit Fördermitteln durch die EU bzw. den Freistaat Bayern kombiniert werden, um auch die Landwirte zu überzeugen und ihnen einen wirtschaftlichen Mehrwert bei einer Änderung der Bewirtschaftung zu garantieren.

Weiter wurde erläutert, dass die angesprochene Glaubwürdigkeit auch für die Produkte selber Bedeutung hat. Glaubwürdigkeit kann somit als Strategie verstanden werden, um die regionalen Produkte aus der Masse hervorzuheben, wie das etwa die Slow Food-Bewegung oder das Fränkische Rekultivierungsprojekt alter Quittensorten MUSTEA mit sogenannten authentischen Produkten bzw. regionalen Spezialitäten einsetzen. Der Vorschlag hier: Zurück zu den Wurzeln der fränkischen Kulturlandschaft und Produkte wieder aktivieren, die hier eine Tradition haben (Sauerkraut, Gurken?). Dieser Vorschlag könnte auch helfen, Konkurrenzkonflikte der Direktvermarkter zu vermeiden sowie die Unverwechselbarkeit der Produkte (Was unterscheidet den Spargel aus Bergtheim von dem in Unterpleichfeld?) und das Profil des Produzenten hervorzuheben, was sich wiederum positiv für den Verkaufserfolg auswirken und einen höheren Verkaufspreis rechtfertigen würde, wurde genannt.

Weitere Vermarktungschancen bestehen in der Belieferung von Großküchen wie etwa dem Klinikum Würzburg, wie ein Teilnehmer aus eigener Berufserfahrung schildern konnte. Dort würden auch größere Mengen gebraucht, wozu man ja gerade im Würzburger Norden durch die größeren Landwirtschaftsbetriebe durchaus in der Lage sei, wurde herausgestellt und auf die mögliche Weiterentwicklung als Vermarktungsagentur bzw. Handelspartner verwiesen. Zum Abschluss wurde die Frage der Versorgung der älteren Einwohner in den kleineren Ortsteilen wie etwa in Gramschatz diskutiert, wo es kein Ladengeschäft mehr gibt. Für zweckmäßig halten die Teilnehmer eine Lebensmittelkiste (Beispiel Gemüsekiste Münsterschwarzach), die über die Vermarktungszentrale vorbestellt und dann einmal pro Woche ausgeliefert werden kann.

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Erhalt von Kultur und Traditionen – Arbeitsgruppe „Freizeit / Kultur / Werte“ setzt auf den sozialen Zusammenhalt

Kultur und Traditionen machen den Charme eines Ortes aus, stärken den sozialen Zusammenhalt und sind Voraussetzung für die Lebensqualität und Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat, was in Zeiten der Globalisierung zunehmend Bedeutung bekommt. Für die Arbeitsgruppe „Freizeit / Kultur / Werte“ Anlass genug, am 20. Januar im Dorfgemeinschaftshaus des kleinen Estenfelder Ortsteils Mühlhausen für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzeptes (ILEK) über Möglichkeiten nachzudenken, wie Kultur, Tradition und Werte im Würzburger Norden erhalten und durch konkrete Projekte in Zukunft gefördert werden können. Das Bekanntmachen von Veranstaltungen, die Integration der Neubürger, die Unterstützung und Zusammenarbeit der Vereine sowie neue Ansätze, „um kleine feine Unterschiede erlebbar zu machen,“ standen dabei im Vordergrund.

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„Wie erfährt es die Nachbargemeinde?“, lautete eine wichtige Frage, die vielen der knapp 30 Teilnehmern auf den Nägeln brennt. Denn trotz Tageszeitung oder Radio erfahre man von Veranstaltungen aus der Region noch zu wenig und so manche gut gemachte Veranstaltung, „die sich nicht vor dem Angebot der Stadt zu verstecken braucht“, verdiene mehr Zuspruch auch aus dem eigenen Ort, war die Meinung. Als gute Beispiele für das Bekanntmachen von Veranstaltungen wurden der Kulturherbst des Landkreises und das Magazin „Lohnenswert“ angeführt, die von den ILEK-Gemeinden noch besser genutzt werden könnten, wofür im Vorfeld jedoch eine gute Abstimmung zwischen den Kommunen notwendig sei, wurde angeregt. Auch die Möglichkeit einer eigenen Veranstaltungs-App für die zehn Gemeinden wurde ins Spiel gebracht. Quasi als erster Test in diese Richtung und auch um mehr junge Leute anzusprechen, soll das soziale Netzwerk Facebook ausprobiert und eine lokale Facebook-Gruppe gegründet werden. Ein Teilnehmer schlug sogar ein eigenes ILEK-Radio vor. In vergleichbarer Weise könnten auch die unterschiedlichen Angebote der Sportvereine zusammengestellt werden, damit man weiß, „wo ich was machen kann“, lautete eine Ergänzung.

Neue Möglichkeiten, um interessante Inhalte und Begebenheiten der Orte zu vermitteln und erlebbar zu machen, bietet die Technologie der QR-Codes, die in Bad Berneck und Goldkronach im Fichtelgebirge als QR-Tour umgesetzt worden ist. Die Moderatorin Ulrike Lilienbecker stellte das Projekt kurz vor und regte an, interessante Dinge aus dem Würzburger Norden (Historisches, landschaftliche Besonderheiten, Böden, Anbaukulturen etc.) über Texte, Fotos und Filme entsprechend aufzubereiten. Auch würde es sich anbieten, die Kulturwege des Archäologischen Spessartprojektes über QR-Codes weiterzuführen und aufzuwerten, wie vorgeschlagen wurde. Ebenso hält die Arbeitsgruppe die Einrichtung weiterer Kulturwege im Würzburger Norden für denkbar.

Für die Anwesenden bedeutet Kultur auch Integration von Neubürgern in die Dorfgemeinschaft und dass die Bürger aus dem Neubaugebiet und dem Altort miteinander in Kontakt kommen. Vor allem in den kleineren Gemeinden und Ortsteilen sei das Gemeinschaftsleben noch stark ausgeprägt und mache dort die Kultur, Tradition und Lebensqualität aus: „Jeder kennt hier jeden. Man geht aufeinander zu, spricht miteinander und fühlt sich in der Gemeinschaft aufgehoben“, wurde im Gegensatz zu den größeren Gemeinden, wo es etwas anonymer zugehe, hervorgehoben. Wie die Dorfgemeinschaft in Mühlhausen gestärkt und das ganze Dorf mit Alt- und Neubürgern zusammengebracht werden konnte, wurde am Beispiel des Dorfgemeinschaftshauses erklärt, das hauptsächlich in Eigenleistung errichtet worden ist. Um die Integration von Neubürgern als wichtiges Thema stärker aufzugreifen, wollen die Gemeinden ihre Erfahrungen beispielsweise hinsichtlich der Neubürgerbegrüßung austauschen. Auch ein interkultureller Austausch werde in Zukunft wichtiger, wurde ergänzt.
Einen ähnlichen positiven Effekt hat man mit der „Rauhnachtwanderung“ in Estenfeld erzielt, konnte berichtet werden. Es handelt sich um einen geführten Ortsrundgang, zu dem der Freundeskreis der Kartause eingeladen hat und 350 Personen teilgenommen haben. Auch diese Idee ließe sich auf die anderen Gemeinden ausweiten.

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Als wichtig sieht die Arbeitsgruppe den Erhalt der ländlichen bzw. fränkischen Sprache an, die sich sogar von Dorf zu Dorf unterscheide (Beispiel Grumbere). Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass die heutigen Schüler gar keinen Dialekt mehr sprechen. Die Idee hierzu: Einen Poetry Slam durchführen, der dann aber auf deutsch besser Dichterwettstreit bzw. auf fränkisch „Sprüchlesmacher“ heißen müsste, wurde angemahnt. Als weitere Idee wurde eingebracht, Ausstellungs- und Präsentationsmöglichkeiten für Künstler und Kreative aus der Region zu schaffen (Dorfgalerie) und zu vernetzen, eventuell über einen noch zu gründenden Kunstzirkel. So gibt es in Güntersleben bereits „Kunst im Rathaus“ und auch im Dorfgemeinschaftshaus Mühlhausen können seit neustem Bilder ausgestellt werden.

Weil der Kulturbereich vor allem vom freiwilligen Engagement lebe, wurde die Bedeutung des Ehrenamts in den Gemeinden und die Rolle der Vereine hervorgehoben. Nachwuchssorgen einiger Vereine, eine zunehmende Dienstleistungsmentalität und dass manche Eltern das Ehrenamt als gelebten Wert heutzutage nicht mehr an ihre Kinder weiter geben, wirke sich jedoch negativ aus, wurde kritisiert. Dem will beispielsweise der Vereinsring von Rimpar in gewisser Weise vorbeugen und fördert die Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung der Vereine und deren Vereinsmanager. Als Vorschlag wurde deshalb aufgegriffen, ein Vereinsring-Treffen auf Ebene der ILEK-Region zu organisieren.

Schwieriger scheint das Thema, wie Dinge und Objekte aus der bäuerlichen Kultur in Zukunft erhalten werden können. Zwar sind in einigen Orten wie z.B. Unterpleichfeld noch alte landwirtschaftliche Geräte oder auch Trachten vorhanden, es fehlt aber an Personal dieses entsprechend aufzubereiten oder gar interessierten Besuchern zu zeigen, wie ein Vertreter des Vereins zur bäuerlichen und handwerklichen Kulturerhaltung Mühlhausen erläuterte. Wünschenswert wäre eine Art zentrales Depot, wo solche wertvollen Dinge für die kommenden Generationen aufbewahrt und gesichert werden können.

Ein abschließender Hinweis galt der Natur, die es als Schatz zu entdecken gelte, weil „für viele Einheimische das einfach zu selbstverständlich geworden ist.“ Als neues Thema soll in diesem Zusammenhang ein Mountainbikenetz aufgegriffen werden, das in der Projektgruppe Wegenetz erarbeitet werden kann. Bei der Projektwerkstatt in Kürnach am 20. April sollen als nächster Schritt die vorgeschlagenen Projektideen mit den Vorschlägen aus den anderen Arbeitsgruppen abgestimmt und konkretisiert werden.

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Mobilität im Alter, Nahversorgung und soziale Kontakte – Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ will die Bedingungen in den kleinen Orten verbessern

Passend zum Veranstaltungsort Gramschatz richtete die Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ den Blick auf die Frage, wie man sich im Alter auch in einer kleinen Ortschaft im Würzburger Norden heutzutage wohlfühlen kann, wo die Versorgungs- und Mobilitätsangebote meist geringer sind als in den Hauptorten und größeren Gemeinden. Rund 30 Bürgerinnen und Bürgerinnen arbeiteten am 14. Januar für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) wichtige Ansätze heraus, um die Mobilität im Alter, die Nahversorgung und die sozialen Kontakte zu verbessern und so die kleinen Orte letztendlich auch für Alt und Jung attraktiver und lebenswerter gestalten zu können.

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Ein wichtigen Impuls gab zu Beginn Prof. Alexander Schraml, der als Chef des Kommunalunternehmens u.a. für die Altenhilfe und den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Würzburg zuständig ist. Das Kommunalunternehmen betreibt die Seniorenzentren in Estenfeld, Kürnach und Rimpar und bietet auch eine Pflege- und Wohnraumberatung an. Welchen zukünftigen Herausforderungen sich die Kommunen hinsichtlich des demographischen Wandels stellen müssen, ist im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept beschrieben, das zur Zeit überarbeitet wird und Herr Schraml kurz erläuterte. Dabei ließ er durchblicken, dass im Würzburger Norden durchaus noch Bedarf für ein weiteres Pflegeheim bestehe, denn die Einrichtungen in Estenfeld und Kürnach seien bereits zu 100 Prozent belegt und Kurzzeitpflegeplätze können zur Zeit keine zur Verfügung gestellt werden. „Heutzutage sind wohnortnahe Angebote gefragt. Diese sorgen für Belebung und Besucher in den Einrichtungen wie beispielsweise in Rimpar und können die Einheimischen leichter überzeugen, über eine Alternative zur häuslichen Pflege nachzudenken“, empfahl er als Strategie für den Würzburger Norden. Auch Tagespflege-Angebote wie etwa in Hausen bilden dafür eine wichtige Ergänzung. Ebenso besteht Bedarf für eine Abend- und Nachtpflege, wie ein Teilnehmer ergänzte.

Große Bedeutung misst Herr Schraml der Interessenvertretung von Senioren bei und hält es für wünschenswert, wenn in allen ILEK-Gemeinden aktive Seniorenbeiräte wie in Rimpar installiert und tätig wären. Als weiteren Punkt sprach er das Thema Barrierefreiheit an und verwies auf den Einsatz von barrierefreien Bussen im Landkreis und den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen, der vom Kreis und Freistaat bezuschusst wird.

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In der anschließenden Diskussion, bei der Herr Schraml wegen einer Gemeinderatssitzung in Kürnach nicht mehr dabei sein konnte, wurde das Thema Mobilität im Alter als wichtiges Zukunftsthema aufgegriffen und als grundlegender Faktor für die Lebensqualität identifiziert. Um das ÖPNV-Angebot zu verbessern, wurde deshalb angeregt, das bestehende Busliniennetz hinsichtlich möglicher Synergieeffekte zu überprüfen, die beispielsweise an den Randbereichen des Landkreises aufgrund noch bestehender Konzessionen auftreten können. Auch Mitfahrmöglichkeiten wie die Mitfahrzentrale MiFaZ oder die Mitfahrerbank, die in der Eifel-Gemeinde Speicher initiiert wurde, sollten stärker genutzt bzw. einmal ausprobiert werden. Da das ÖPNV-Liniennetz sternförmig hauptsächlich auf die Stadt Würzburg ausgerichtet ist und dadurch teilweise Querverbindungen zwischen den Orten fehlen, wurden die Bürger- und Einkaufsbusse, die in Eisenheim, Estenfeld und Rimpar-Maidbronn im Einsatz und in Hausen geplant sind, näher beleuchtet. Zum Einkaufen oder für den Arztbesuch im Nachbarort seien solche ehrenamtlichen Bürgerbus-Projekte auch in Oberpleichfeld und Prosselsheim sinnvoll, wurde eingeschätzt. Aufgrund einer zunehmenden Verlagerung der Einkaufsmärkte an die Ortsränder könnten innerörtliche Einkaufsbusse auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen, war ein weiterer Hinweis. Weil zwischen Rimpar und Gramschatz der Bürgerbus jedoch aufgrund zu geringer Nachfrage wieder eingestellt werden musste, sollte ein zukünftiger Schwerpunkt auf flexiblen Mobilitätsangeboten wie beispielsweise Themenfahrten (Einkaufsfahrt zum Supermarkt) ohne starre Abfahrtszeiten liegen: „Ideal wäre die Gründung eines gemeinsamen Taxi-Unternehmens“, lautete ein Wunsch. Frau Lilienbecker informierte in diesem Zusammenhang über das Mobiliätsnetz im Spessart, wo das Angebot „Bürger fahren Bürger“ in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst entwickelt wurde. Es setzt auf ehrenamtliche Fahrer, die zu ausgewählten Zeiten und zu ausgewählten Zielen einen Fahrdienst mit dem eigenen Pkw anbieten. Anders als beim Bus oder Anruf-Sammel-Taxi wird der Fahrgast von Tür zur Tür gebracht. Die Kosten für die Fahrt wie auch die Anfahrt zum Fahrgast wird mit 0,30 EUR/km monatsweise erstattet.

Einen weiteren Ansatz sieht die Projektgruppe darin, die Versorgungsstrukturen vor Ort zu verbessern. Als Beispiel wurde über den Brötchen-Service in Gramschatz informiert, der von der Dorfgemeinschaft organisiert wurde und über einen auswärtigen Bäcker jeweils samstags bestellt wird. Aktuell nutzen das 35 Gramschatzer Familien. Ein andere Möglichkeit besteht in Prosselsheim, wo Haushalte über eine wöchentliche Gemüsekiste beliefert werden können. Ein Teilnehmer konnte von guten Erfahrungen aus einer hessischen Gemeinde berichten. Dort haben sich drei mobile Verkaufswagen mit ihren Fahrrouten abgestimmt, um zur gleichen Zeit bei den Kunden vor Ort zu sein, wodurch eine Art Marktcharakter geschaffen wurde, was zum Einkaufen praktisch und attraktiv ist und auch die Nachfrage bei den Händlern gesteigert habe. Als Idee wurde deshalb aufgegriffen, beispielsweise mit dem Metzgerwagen, der durch Gramschatz fährt, Kontakt aufzunehmen und nachzufragen, ob sich das auf den Würzburger Norden übertragen lasse. Der Ansatz soll auch noch einmal in der Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ am 28. Januar besprochen, wenn es in Bergtheim um die Vermarktung der regionalen Produkte gehen wird.

Neben den Versorgungsaspekten ist den Teilnehmern aber auch wichtig, nicht die sozialen Kontakte zu vernachlässigen, um einer Vereinsamung der älteren Menschen vorzubeugen. So sind etwa in Oberpleichfeld und Prosselsheim Treffpunkte geplant, die sich auch als offener Mittagstisch kombinieren lassen. Teilweise gibt es Angebote zum Mittagessen auch über die vorhandenen Träger und Einrichtungen, wie etwa in Rimpar für zehn ältere Bürger, die sich schwer tun, selber etwas zu kochen. In Hausen wird über die Tagespflege einmal im Monat ein Seniorentreffen organisiert, in Prosselsheim gibt es einen Seniorenstammtisch, in Gramschatz wird das Treffen mit einer Wanderung kombiniert. Die Arbeitsgruppe diskutierte deshalb, ob ein Treffen mit einem wöchentlichen, regelmäßigen Rhythmus nicht besser angenommen würde. Auf der anderen Seite wurde der nicht unerhebliche Aufwand für Organisation und Management solcher Treffen ins Feld geführt. Ein weiterer Vorschlag ging in Richtung Selbst-Organisation der Senioren, die eigentlich nur eine Räumlichkeit (offener Treff, Begegnungsstätte, Mehrgenerationenhaus) bräuchten, war eine Meinung. Mancher Senior würde auch lieber die Hecken am Fußballplatz schneiden oder sich ungezwungen zu einer Skatrunde treffen, wurde ergänzt.
Die besprochenen Ansätze zur Mobilität, Nahversorgung und den sozialen Kontakten sowie zu den Seniorenbeiräten sollen beim nächsten Treffen der Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ vertieft und mit konkreten Projekten untersetzt werden. Als Ort wurde Oberpleichfeld ins Auge gefasst, der konkrete Termin wird noch ausgemacht.

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