Miteinander reden, voneinander lernen, gemeinsam handeln

Würzburger Norden besichtigt innovatives Wassermanagementsystem in Volkach
Durch den Klimawandel sehen sich viele Gemüse-, Obst- und Weinbauern im Würzburger Norden in der Zwickmühle. Denn um die Erträge und die Qualität ihrer Produkte auch in Zukunft in einer der trockensten Region Bayerns zu sichern, wird zusätzlich Wasser benötigt. Nur so können die vorhergesagten höheren Temperaturen und die Trockenperioden ausgeglichen werden – wenn ein Wechsel auf andere Sorten, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen, keine Alternative darstellt. „Aber wo bekommen wir Wasser her?“ lautet die immer drängender werdende Zukunftsfrage, auch weil man mit der bisherigen Grundwassernutzung an die natürliche Grenze stößt und so immer mehr in Konflikt mit der öffentlichen Trinkwasserversorgung gerät. Die zehn Gemeinden im Würzburger Norden haben die wichtige Frage deshalb im Rahmen einer Initiative Grundwasserschutz aufgegriffen und wollen sich jetzt gemeinsam mit den Landwirten und Bürgern auf neue Wege begeben, um das Wasserproblem zu lösen.

Eine mögliche Antwort auf die Wasserfrage wurde am 29. Mai auf der anderen Mainseite bei einem Besuch der Vinaqua Volkach Genossenschaft gefunden. Das dortige innovative Wassermanagementsystem stellte Dr. Wolfgang Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf den 50 interessierten Teilnehmern bei einem hochinteressanten Rundgang durch die Weinlage „Volkacher Kirchberg“ vor. Er hatte das System im Rahmen einer Forschungsarbeit mit entwickelt. Dabei wird das Oberflächenwasser aus den Weinbergen (2/3 der Menge) in Speicherbecken gesammelt, durch Wasser von zwei Bächen im Winter ergänzt (1/3 der Menge) und bei Bedarf über eine Tropfbewässerungsanlage in die Rebflächen zurückgeführt.  Pro Kubikmeter Wasser werden von der Volkacher Genossenschaft 1,50 bis 1,70 Euro berechnet, was viel günstiger ist, als Wasser im Fass in die Weinberge zu fahren. Die Betriebskosten liegen bei rund 20.000 Euro pro Jahr. 2010 ging das System erstmals in Betrieb und 45 Winzer haben dafür die Genossenschaft Vinaqua gegründet.

Zugleich jedoch – und darin liegt die Quintessenz für die zukünftige Bewässerungsstrategie im Würzburger Norden – wurde auf der 30 Hektar großen Projektfläche nicht nur wassersparende Technik eingesetzt, sondern auch die Bewirtschaftungsweise entsprechend angepasst, nämlich durch eine Dauer-Begrünung der Rebflächen. Das beugt der Bodenerosion vor und steigert die Infiltrationsrate des Bodens und hilft dadurch, dass der Boden besser als natürlicher Speicher fungieren und mehr Wasser aufnehmen kann, hob Dr. Patzwahl als zentrale Erkenntnis hervor. Außerdem wird der Nitrateintrag ins Grundwasser reduziert und der geringere Oberflächenabfluss schützt die Fernwasserversorgung Franken, die unterhalb der Weinbergslage eine Brunnengalerie zur Trinkwassergewinnung unterhält. Die Fernwasserversorgung tätigte die gesamte Investition von rund 3,4 Millionen Euro, im Gegenzug mussten sich die beteiligten Winzer verpflichten, ihre Weinberge ganzflächig, ganzjährig zu begrünen und in den nächsten 40 Jahren auf mögliche Ausgleichszahlungen verzichten, die ihnen aufgrund der Lage im Wasserschutzgebiet III sonst zustehen würden.

„Man muss sich mit dem Wassergehalt des Boden intensiv auseinandersetzen“, gab Dr. Patzwahl den anwesenden Landwirten mit auf den Weg, weil darüber der aktuelle Stand der Fruchtbarkeit des Bodens ermittelt werden kann. Das lässt sich relativ einfach selber bestimmen, demonstrierte er sogleich. Dazu rammte der die mitgeführte BWK-Lanze (Boden-Wasser-Kontrolle) einige Zentimeter tief in den Rebboden hinein und schon wurde das Ergebnis im Display anzeigt: 80 und 65 Prozent Feuchtigkeit an zwei gemessenen Stellen – alles unter 50 Prozent wäre bereits als kritisch einzustufen. Eine weitere Möglichkeit zur Bestimmung des Wasserstaus des Bodens ist eine Messung des Wasserpotentials der Weinblätter vor Sonnenaufgang mittels einer Druckkammer. Schon frühmorgens ist der Wissenschaftler deshalb im Weinberg unterwegs, um das Vinaqua-Projekt wissenschaftlich zu begleiten und seine Beregnungs-Empfehlungen dann tagesaktuell an die Winzer weiterzugeben.

Weitere Hinweise erhielten auch die anwesenden Gemüsebauern. Hinsichtlich der Bewässerungstechnik im Feldgemüsebau empfahl er anstatt einer Über-Kopf-Beregnung die Umstellung auf ziehbare Beregnungswagen, mit denen das Wasser über die Schläuche zwischen den Reihen abgelegt werden kann. Bei größeren Flurstücken kann der Wassergehalt auch über Drohnen erfasst werden, die eine Infrarotmessung durchführen und sehr genaue Ergebnisse erzielen. Denn oft sei es bei großen Feldern ein Problem, dass der Wassergehalt am Anfang und Ende unterschiedlich ausfällt und dementsprechend auch viel oder wenig bewässert werden müsse.
Um am Thema dranzubleiben und Nägel mit Köpfen zu machen, soll bei der nächsten Veranstaltung im Würzburger Norden eine Arbeitsgruppe „Wasser und Boden“ gegründet werden, die für die Landwirte und alle Interessierten offen ist. Man will „miteinander reden, voneinander lernen, gemeinsam handeln“, so das passende Motto. Termin ist voraussichtlich der 5. Juli um 19:00 Uhr. Einladung erfolgt!

Einladung zum Besuch bei der Vinaqua Volkach e.G. am 29. Mai

Wie bei unserer Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ in Bergtheim vereinbart, wollen wir Sie sehr herzlich zu einem Besuch der Vinaqua Volkach e.G. am Montag, den 29. Mai 2017 um 19:00 Uhr einladen. Herr Dr. Patzwahl wird uns das Projekt vorstellen.

Treffpunkt ist der Parkplatz Maria im Weingarten.

Diese Veranstaltung wird der Auftakt von weiteren Veranstaltungen sein. Die Kommunale Allianz und wir natürlich auch, sind der Meinung, dass das Thema nur gemeinsam angegangen werden kann. Gemeinsamkeit braucht Verständnis füreinander und Kenntnis übereinander. Wir müssen miteinander und nicht übereinander reden. Drum haben wir Veranstaltungen in einzelnen Betrieben geplant. Damit man sieht, wie dort gearbeitet wird. Damit man die Rahmenbedingungen kennt, unter denen gearbeitet wird. Damit man seine Sorgen loswerden kann. Und damit man gemeinsam zu Lösungen kommt.

Würzburger Norden erhält Unterstützung für die Umsetzung der gemeinsamen Projekte

Am 26. April 2017 war es soweit. Bei der turnusmäßigen Bürgermeisterrunde, die diesmal im Rathaus Prosselsheim stattfand, konnte der Leitende Baudirektor Otto Waldmann der Allianz Würzburger Norden den Zuwendungsbescheid vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken übergeben. Aufbauend auf einem gemeinsamen Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK), das von September 2015 bis Juni 2016 erarbeitet worden ist, stehen den zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld damit in den nächsten zwei Jahren Fördermittel in Höhe von 140.250 Euro für die Umsetzungsbegleitung und die Öffentlichkeitsarbeit wichtiger gemeinsamer Projekte zur Verfügung. In diesem Jahr soll es insbesondere um die Vorbereitung des Projektes „Grundwasserschutz“ und die „Mehr-als-Kraut-und-Rüben-Tour“ gehen, die die Orte miteinander verbindet und ihre Besonderheiten multimedial aufbereitet, machte der Bürgermeister von Bergtheim, Konrad Schlier als Allianzsprecher deutlich. Für die Umsetzungsbegleitung wurde bereits am 29. März das Büro Lilienbecker nach einer Ausschreibung ausgewählt.

Beim Grundwasser natürliche Grenze erreicht

Was viele in dieser besonders trockenen Region Bayerns schon befürchtet haben, steht nun tatsächlich fest: Der Würzburger Norden hat ein Grundwasserproblem und es wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Grund dafür sind die geringen Niederschläge, wodurch sich auch weniger Grundwasser (30 mm pro Jahr) neu bilden kann. „Damit kommt man schon sehr nah an die natürliche Grenze“, um den hohen Wasserbedarf für die landwirtschaftlichen Sonderkulturen zu decken und gleichzeitig die Trinkwasserversorgung aufrecht zu erhalten, wurde als Ist-Stand von den über 140 Bürgerinnen und Bürgern festgehalten, darunter auch viele Gemüse- und Weinbauern sowie Gemeinderäte aus den zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld.

Am 24. April kamen sie in Bergtheim zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ zusammen, zu der die Allianz Würzburger Norden eingeladen hatte, um damit aufzurufen, die Wasserproblematik gemeinsam in der Region anzugehen. Bereits schon während der Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) spielte das Thema bei den Bürgermeistern eine Rolle und war als sehr wichtigstes Pilotprojekt definiert worden.

Besorgniserregend ist vor allem der fortschreitende Klimawandel mit weniger Regen im Frühjahr und Sommer. Dadurch müssten die Landwirte wiederum mehr beregnen, um ihre Erträge in Zukunft zu sichern, brachte Christian Guschker von der Regierung von Unterfranken das Dilemma der langfristig sinkenden Grundwasserstände auf den Punkt. In Zukunft will man daher mögliche Konflikte zwischen öffentlicher Wasserversorgung, Landwirtschaft und Naturschutz vermeiden und die Verteilung der Grundwasserentnahmen (besser) steuern, wie das im Pilotprojekt „Niedrigwassermanagement in der Bergtheimer Mulde“ (Bergtheim, Estenfeld, Hausen, Kürnach, Prosselsheim, Ober- und Unterpleichfeld) bereits vorgeschlagen wird, deren erste Ergebnisse er vorstellen konnte. Die Wasserbilanz hat dort beispielsweise aufgezeigt, dass zwei Drittel der Wasserrechte an der Grundwasserneubildung auf die landwirtschaftliche Bewässerung entfällt, hingegen kommt nur ein Drittel dem öffentlichen Trinkwasser zugute.

Notwendig ist aber auch, grundsätzlich umzudenken, war sich die Diskussionsrunde einig und man will gemeinsam über Alternativen zur Grundwassernutzung (Wo bekommen wir Wasser her?) nachdenken. So soll das bereits ins Spiel gebrachte Anzapfen des Mainwassers im Rahmen eines Konzeptes genauer untersucht und die Chancen, die in einer gemeinschaftlichen Bewässerung stecken (Verband?), müssen wirtschaftlich geprüft werden. Das Konzept kann über das Pilotförderprogramm „Landwirtschaftliche Bewässerung“ unterstützt werden. Die Antragstellung der ILE-Region wird gerade vom Büro Lilienbecker vorbereitet und von Horst Herrmann vom Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg begleitet. Frau Lilienbecker erklärte dazu weiter, dass die in der heutigen Diskussion bereits gesammelten offenen Fragen in die Antragstellung einfließen, damit das Konzept dann die richtigen Lösungen für die Region erarbeiten kann.

Weitere Ideen für alternative Bewässerungsstrategien, etwa die Nutzung von Oberflächenwasser, Industriewasser (Kernkraftwerk Grafenrheinfeld), Gletscherwasser oder sogar Ab- bzw. Brauchwasser sowie wassersparende Techniken, wie z.B. im benachbarten Volkach bereits im Einsatz sind (Vorschlag: gemeinsame Exkursion), wurden diskutiert, als Dr. Wolfgang Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf über sein Forschungsvorhaben „Entwicklung von regionalen Wassernutzungskonzepten für Agrarsysteme in Bayern“ informierte. Der Würzburger Norden ist hier eines von mehreren Untersuchungsgebieten in ganz Bayern, was von den Anwesenden begrüsst wird. Insbesondere sprach sich der Wissenschaftler dafür aus, den Boden als Wasserspeicher stärker in Betracht zu ziehen und mit Hilfe einer entsprechenden Bewirtschaftung dafür zu sorgen, Verdunstung und Erosion möglichst gering zu halten. Denn auch die Verdunstung (plus 10 Prozent) und die Bodenerosion werden durch den Klimawandel weiter zunehmen, wusste er zu ergänzen.

Einladung zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ am 24. April in Bergtheim

Das sind Fragen, die auch die Kommunale Allianz „Würzburger Norden“ im Rahmen der Umsetzung des ILEK beschäftigen. Aber es sind nicht nur Projekte zum Thema in Planung (vgl. TOP 3 und 4), es gibt bereits erste Ergebnisse, die nun vorgestellt werden sollen. Wir wollen auch gemeinsam die Aufgabenstellung für eine nachfolgende Pilotstudie diskutieren und die weitere Vorgehensweise absprechen.

Einladung zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“
am Montag, den 24. April 2017 um 18:00 Uhr 
im Mehrzweckraum der Willi-Sauer-Halle Bergtheim

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  1. Begrüßung (Konrad Schlier, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bergtheim und Vorsitzender der „Allianz Würzburger Norden“)
  2. Erste Ergebnisse des Pilotprojektes „Niedrigwassermanagement“ in der Bergtheimer Mulde (Christian Guschker und Frederik Zumkeller, Regierung von Unterfranken)
  3. Vorstellung des Forschungsvorhabens „Entwicklung von regionalen Wassernutzungskonzepten für Agrarsysteme in Bayern“ (Dr. Wolfgang Patzwahl, FH Weihenstephan-Triesdorf)
  4. 
Vorstellung des Pilotförderprogramms „Landwirtschaftliche Bewässerung“ (Horst Herrmann, Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg)
  5. Festlegung der nächsten Schritte

Das Einladungsplakat hier herunterladen und weitergeben. Danke!

Vorarbeiten für Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour beginnen

Da sich nicht nur thematische Verknüpfungen ergeben und auch Lust auf einen späteren Folgebesuch in der Region erzeugt werden kann, will der Würzburger Norden auf keinen Fall die Chance verpassen, sich und insbesondere die geplante „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour“ auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 zu präsentieren. „Wir wollen den Besuchern zeigen, was es bei uns Interessantes gibt und die Landesgartenschau als Ansporn für die Umsetzung unserer gemeinsamem Projektidee nutzen“, formulierten die rund 30 Teilnehmer in der Arbeitsgruppe ihr Anliegen, die am 14. März in Bergtheim stattfand.

Neben einem „Neu-Entdecken“ von historischen Besonderheiten wie beispielsweise die Grumbachburg oder das alte Amtshaus in Rieden soll es bei der QR-Tour auch um aktuelle und zukünftige Themen wie Nachhaltigkeit (Klimawandel, Wald), Sonderkulturen („Was wächst denn da?“) und Ernährung gehen, wurde herausgearbeitet. Spannende Anregungen konnte hierzu die Geschäftsführerin der Landesgartenschau, Claudia Knoll liefern, die in ihrer Präsentation deutlich machte, dass die Würzburger Landesgartenschau sehr viel mehr sein wird als eine klassische Schau der Gartenkunst und die Zukunftsfrage „Was machen wir morgen?“ zentral sein wird. Die eine Million Besucher, mit denen gerechnet wird, können auf dem 96 Hektar großen Gelände der ehemaligen Leighton-Barracks nicht nur seltene Gewächse und blühende Landschaften erleben, sondern auch neue Ideen für Arbeiten, Forschen, Wohnen und Erholen. Später wird dort der neue Stadtteil Hubland für 4.000 Menschen entstehen.

Am 12. April 2018 ist es dann soweit. Dann wird die Landesgartenschau eröffnet. So bleibt nicht mehr allzu viel Zeit, um jetzt die verschiedenen Stationen in den Gemeinden und Ortsteilen sowie in der Landschaft für die QR-Tour auszuwählen und dafür die entsprechenden Texte, Bilder, Audios und Videos zu produzieren, erläuterte Frau Lilienbecker die weitere Vorgehensweise für das innovative Projekt, das im Rahmen der Erarbeitung des integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes von den Bürgern vorgeschlagen worden ist. Für die Finanzierung der Projektumsetzung ist u.a. eine Förderung über das LEADER-Programm geplant, machte sie deutlich. Um gleich „Nägel mit Köpfen zu machen“ wurde als erster Schritt eine Arbeitsstruktur mit einem Ansprechpartner pro Ortsteil festgelegt und als Aufgabe bis zum 21. April vereinbart, mögliche Stationen und Themen zu identifizieren. Die Rückmeldung erfolgt über das Büro Lilienbecker und wird dann in der Bürgermeisterrunde am 26. April in Prosselsheim ausgewertet. 

Auf der Landesgartenschau wird es einen gemeinsamen Pavillon von Stadt und Landkreis geben, wo dann u.a. die QR-Tour präsentiert werden könnte, erläuterte Michael Dröse vom Landratsamt. Außerdem wird es eine Außenfläche und eine Außenbühne geben, wo sich Vereine aus der Region präsentieren können. Für die Außenfläche wurde ergänzend gewünscht, eine „Kraut-und-Rüben-Ecke“ als Hinweis auf den Würzburger Norden einzurichten. Der Würzburger Norden steht als Partner für die Landesgartenschau bereit. 

Die QR-Tour ist nicht nur virtuell, sondern auch als Rad-, Wander- und Ausflugstour geplant. In Ergänzung hat die Arbeitsgruppe bereits erste konkrete Angebote diskutiert, die zur Präsentation auf der Landesgartenschau eingesetzt werden könnten. Darunter sind z.B. eine Rad- oder Wandertour, eine Weinlese, ein Weinfest, eine Besichtigung der Krautverarbeitung, Spargelstechen für Manager, ein Vereinsausflug oder „Digital Detox“ im Gramschatzer Wald (Naturerlebnis ohne Handy). Als schwieriger wurde die Entwicklung von Angeboten für die Zielgruppe der Studenten und jungen Leute eingeschätzt, die von der Geschäftsführung der Landesgartenschau über günstigere Ticketpreise direkt angesprochen wird. Als Idee wurde hier ein Trainingstag der Rimparer Wölfe auf dem Gartenschaugelände aufgenommen. Aber insbesondere junge Leute sollen ja auch über die QR-Tour angesprochen werden.

Einladung Arbeitsgruppe „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour und Landesgartenschau Würzburg 2018“

Im nächsten Jahr findet in Würzburg die Landesgartenschau statt. Ein Ereignis mit großer Strahlkraft und einem tollen Konzept, das auch für die Entwicklung des Würzburger Nordens mit genutzt werden soll. Daher wird im Moment von uns ein Förderantrag für das LEADER-Förderprogramm für das ILEK-Projekt „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour“ erarbeitet. Die Tour soll zur Eröffnung der Landesgartenschau im April 2018 fertig sein. Ein ehrgeiziges Ziel. Aber man muss sich ja hohe Ziele setzen, sonst kommt man nicht voran. Ein großes Ziel erreicht man aber nur, wenn viele mittun und mitmachen.

Drum laden wir Sie sehr herzlich zu einer ersten Veranstaltung der

Arbeitsgruppe „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour und Landesgartenschau Würzburg 2018“

am Dienstag, den 14. März um 19:00 Uhr
in den Mehrzweckraum der Willi-Sauer-Halle in Bergtheim

ein.

Ein Mitglied der Geschäftsführung wird uns das Konzept der Gartenschau vorstellen und wir wollen an diesem Abend gemeinsam überlegen, was der Würzburger Norden alles ergänzend auf die Beine stellen könnte.

2017-03-14-wu%cc%88no-ag-qr-tour

Das Einladungsplakat können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und sehr gerne weiter geben. Danke!

Gemeinsam handlungsfähig in die Zukunft – Allianz Würzburger Norden als Verein für die ILEK-Umsetzung gegründet

Die zehn Gemeinden im nördlichen Landkreis Würzburg setzen ihre enge Zusammenarbeit fort und haben nun den nächsten wichtigen Schritt in die gemeinsame Zukunft vollzogen. Die „Allianz Würzburger Norden“ wurde am 28. September im Rathaus von Bergtheim als Verein gegründet. Die neue Organisation will „viel für die Menschen in der Region bewegen“ und sich vor allem um die Umsetzung der Projekte kümmern, die bereits für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) „mit viel Herzblut“ erarbeitet worden sind. Die Gründung war zuvor bereits von allen Gemeinderäten einstimmig beschlossen worden.

2016-09-28-wueno-02-klein

Eine gewisse Kontinuität bleibt dabei gewährt. Der bisherige Sprecher der Kommunen, Bürgermeister Konrad Schlier aus Bergtheim und seine Stellvertreterin, Bürgermeisterin Birgit Börger aus Prosselheim wurden als 1. Vorsitzender und 1. Stellvertreterin des Vereins gewählt. Den 2. Stellvertreter übernimmt der Rimparer Bürgermeister Burkard Losert. Weitere Vorstandsmitglieder sind die Amtskollegen Martina Rottmann aus Oberpleichfeld und Andreas Hoßmann aus Eisenheim, die als Beisitzer fungieren. Ebenso sind Estenfeld, Hausen, Güntersleben, Kürnach und Unterpleichfeld ordentliche Mitglieder und haben wie die anderen je einen Stimmenanteil in der Mitgliederversammlung. In den nächsten Tagen soll der Verein beim Registergericht als gemeinnütziger Verein eingetragen werden. Auch die Aufnahme von Fördermitgliedern ist in der Satzung ausdrücklich vorgesehen.

Den besonderen Stellenwert der Vereinsgründung unterstrich Bürgermeister Thomas Eberth aus Kürnach: „Jetzt haben sich die Bürgermeister entschieden, langfristig und jenseits des Kirchturmdenkens zusammenzuwirken.“ Für den Günterslebener Bürgermeister Ernst Joßberger ist die Zusammenarbeit „ein Wert an sich“. Das regelmäßige Treffen der Gemeindeoberhäuter soll beibehalten werden, weil es den Austausch und das bessere Kennenlernen untereinander fördere. Bei wichtigen Themen will man gemeinsame Lösungen suchen und sich mit einem größerem Gewicht gegenüber Dritten artikulieren, als es eine Gemeinde alleine könnte. Die gute Abstimmung und Vernetzung mit den LEADER-Aktionsgruppen „Wein, Wald, Wasser“ und „Schweinfurter Land“ sowie der ILE-Region Main-Steigerwald bleibt bestehen.

Erste Projekte sind bereits „ins Laufen“ gebracht worden, erläutere Bürgermeister Schlier weiter. Um einen zukünftigen Standort für eine zentrale Mittelschule zu finden, untersucht zur Zeit ein Architekturbüro die räumlichen Potentiale an den bisherigen Schulen in Estenfeld, Rimpar und Unterpleichfeld und gleicht diese mit den Vorgaben vom Schulamt und der Regierung von Unterfranken ab. Kurz vor der Umsetzbarkeit scheint auch das angestrebte Pilotprojekt zum Grundwasserschutz zu stehen, das eventuell über das Umweltministerium bzw. das Wasserwirtschaftsamt gefördert werden kann.
Zusätzlich wollen sich die Gemeinden für die Umsetzung noch Unterstützung durch ein Fachbüro holen. Statt auf einen angestellten Manager Manager wie in den meisten bayerischen ILE-Regionen will man damit ganz bewusst auf eine effektive und flexiblere Lösung setzen, erklärte Herr Schlier. Die Ausschreibung wird zur Zeit vorbereitet.

Gute Bürgerbeteiligung, Zusammenhalt und gemeinsame Zukunftsthemen – Abschlussveranstaltung bilanziert die ILEK-Erarbeitung im Würzburger Norden

Unter dem Motto „Mehr als Kraut und Rüben“ haben die zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld in nur neun Monaten das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) „Würzburger Norden“ erarbeitet. Bei der lockeren Abschlussveranstaltung am 10. Juni im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald wurde von den knapp 80 Teilnehmern der gewachsene enge Zusammenhalt in den Vordergrund gestellt, der von den drei Bürgermeisterinnen und sieben Bürgermeistern als große Bereicherung für ihre kommunalpolitische Arbeit empfunden wird. Seit April 2015 wirken sie in einer Kommunalen Allianz zusammen und haben sich durch monatliche Arbeitstreffen ausgetauscht und auch die Konzepterarbeitung zügig vorangebracht.

2016-06-10 WüNo Abschluss 05 klein

Ausdrücklich lobte das Landrat Eberhard Nuß, weil „solche Verbünde den Landkreis zukunftsfähig machen und helfen, das Leben auf dem Land lebenswert zu gestalten.“ Der Würzburger Norden bildet den fünften interkommunalen Zusammenschluss im Landkreis, wo das ILE-Instrument fast flächendeckend eingesetzt wird. „Es wurde hier viel erreicht, weil die Verantwortlichen aufeinander zugegangen sind,“ schloss sich der Landtagsabgeordnete und Kürnacher Gemeinderat Manfred Ländner der Einschätzung an. Zum Schluss der Veranstaltung wurde das eingegangene Bündnis noch einmal symbolisch durch die Gemeindeoberhäupter bekräftigt, die ihre Gemarkungen in Form von großformatigen Puzzleteilen mit Pinnen zur gemeinsamen Gebietskarte des Würzburger Nordens zusammenfügten.

2016-06-10 WüNo Abschluss 11 klein

Anerkennung gab es auch für die Bürgerbeteiligung. Insgesamt 300 Bürgerinnen und Bürger haben beim ILEK-Prozess mitgemacht und ihre Ideen und Anregungen in zehn Ortsveranstaltungen, zwei Strategie- und Projektworkshops und acht Treffen thematischer Arbeits- und Projektgruppen eingebracht. Trotz unterschiedlicher Größe und Struktur der eher ländlich geprägten und der Vorstadtgemeinden sowie anfänglicher Skepsis gegenüber dem Vorhaben konnten im Laufe des ILEK-Prozesses „gemeinsame Themen und regionale Leuchtturmprojekte angegangen werden, die am Anfang niemand für möglich gehalten hat“, worauf der Bürgermeister von Bergtheim und ILE-Sprecher Konrad Schlier hinwies. Als Beispiele nannte er die zukünftige Entwicklung eines gemeinsamen Mittelschulstandortes und die pilothafte Lösung der Grundwasserproblematik, die keine Gemeinde alleine bewältigen könne.

2016-06-10 WüNo Abschluss 04 klein

Zufrieden mit dem „sehr guten Ergebnis“ zeigte sich der Leitende Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken. Er ist sich sicher, dass „nun einiges bewegt werden kann“. Präzisiert wurde diese Aussage von der Moderatorin Ulrike Lilienbecker, die nach der Vorstellung der 31 regionalen Projekte die Messlatte hoch anlegte und die Realisierung von 70 Prozent der Projekte in fünf Jahren als „sportliches, aber durchaus machbares Ziel“ ankündigte. Neben den regionalen Projekten, die für alle oder mehrere Gemeinden Bedeutung haben, wird das ILEK auch kommunale Maßnahmen enthalten, die jede Mitgliedsgemeinde zu den übergeordneten Handlungsfeldern „Demographischer Wandel, Innenentwicklung und Mobilität“, „Nachhaltigkeit und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“, „Standortentwicklung, Verkehr, Wirtschaft und Bildung“ und „Freizeit, Kultur, Heimat/Tradition“ eingebracht hat. Als nächster Schritt steht nun an, dass sich die Gemeinderäte mit dem vorläufigen Endbericht beschäftigen und im Juli dann die notwendigen Beschlüsse fassen, damit das IEK von der Ländlichen Entwicklung anerkannt werden kann, informierte Herr Schlier und gab den Ausblick: „In der Fortsetzung ist die Gründung eines Vereins Würzburger Norden geplant, wenn alle Gemeinden einverstanden sind.“

2016-06-10 WüNo Abschluss 10 klein

Sternradtour zum Walderlebniszentrum am 10. Juni: Startpunkte und Abfahrtszeiten

Hier noch schnell die Startpunkte und Abfahrtszeiten in den Gemeinden für die Sternradtour zum Walderlebniszentrum, wo am Freitag, den 10. Juni um 18:00 Uhr die Abschlussveranstaltung für das ILEK stattfindet:

Bergtheim, Ober- und Unterpleichfeld sowie Eisenheim und Prosselsheim

16:00 Uhr in Bergtheim Am Marktplatz


Güntersleben:

17:00 Uhr am Rathaus Güntersleben


Hausen:

17:00 Uhr OT Rieden an der Bushaltestelle Kirchbergstraße,

17:15 Uhr OT Hausen an der Schulbushaltestelle,

17:30 Uhr OT Erbshausen am Feuerwehrhaus


Kürnach und Estenfeld:

16:00 Uhr am Rathaus Kürnach, Kirchberg 15


Rimpar:

16.30 Uhr in Rimpar am Parkplatz Norma-Markt, Burggrumbacher Straße