Alle Infos zum Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld


Hinterlasse einen Kommentar

Gute Bürgerbeteiligung, Zusammenhalt und gemeinsame Zukunftsthemen – Abschlussveranstaltung bilanziert die ILEK-Erarbeitung im Würzburger Norden

Unter dem Motto „Mehr als Kraut und Rüben“ haben die zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld in nur neun Monaten das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) „Würzburger Norden“ erarbeitet. Bei der lockeren Abschlussveranstaltung am 10. Juni im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald wurde von den knapp 80 Teilnehmern der gewachsene enge Zusammenhalt in den Vordergrund gestellt, der von den drei Bürgermeisterinnen und sieben Bürgermeistern als große Bereicherung für ihre kommunalpolitische Arbeit empfunden wird. Seit April 2015 wirken sie in einer Kommunalen Allianz zusammen und haben sich durch monatliche Arbeitstreffen ausgetauscht und auch die Konzepterarbeitung zügig vorangebracht.

2016-06-10 WüNo Abschluss 05 klein

Ausdrücklich lobte das Landrat Eberhard Nuß, weil „solche Verbünde den Landkreis zukunftsfähig machen und helfen, das Leben auf dem Land lebenswert zu gestalten.“ Der Würzburger Norden bildet den fünften interkommunalen Zusammenschluss im Landkreis, wo das ILE-Instrument fast flächendeckend eingesetzt wird. „Es wurde hier viel erreicht, weil die Verantwortlichen aufeinander zugegangen sind,“ schloss sich der Landtagsabgeordnete und Kürnacher Gemeinderat Manfred Ländner der Einschätzung an. Zum Schluss der Veranstaltung wurde das eingegangene Bündnis noch einmal symbolisch durch die Gemeindeoberhäupter bekräftigt, die ihre Gemarkungen in Form von großformatigen Puzzleteilen mit Pinnen zur gemeinsamen Gebietskarte des Würzburger Nordens zusammenfügten.

2016-06-10 WüNo Abschluss 11 klein

Anerkennung gab es auch für die Bürgerbeteiligung. Insgesamt 300 Bürgerinnen und Bürger haben beim ILEK-Prozess mitgemacht und ihre Ideen und Anregungen in zehn Ortsveranstaltungen, zwei Strategie- und Projektworkshops und acht Treffen thematischer Arbeits- und Projektgruppen eingebracht. Trotz unterschiedlicher Größe und Struktur der eher ländlich geprägten und der Vorstadtgemeinden sowie anfänglicher Skepsis gegenüber dem Vorhaben konnten im Laufe des ILEK-Prozesses „gemeinsame Themen und regionale Leuchtturmprojekte angegangen werden, die am Anfang niemand für möglich gehalten hat“, worauf der Bürgermeister von Bergtheim und ILE-Sprecher Konrad Schlier hinwies. Als Beispiele nannte er die zukünftige Entwicklung eines gemeinsamen Mittelschulstandortes und die pilothafte Lösung der Grundwasserproblematik, die keine Gemeinde alleine bewältigen könne.

2016-06-10 WüNo Abschluss 04 klein

Zufrieden mit dem „sehr guten Ergebnis“ zeigte sich der Leitende Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken. Er ist sich sicher, dass „nun einiges bewegt werden kann“. Präzisiert wurde diese Aussage von der Moderatorin Ulrike Lilienbecker, die nach der Vorstellung der 31 regionalen Projekte die Messlatte hoch anlegte und die Realisierung von 70 Prozent der Projekte in fünf Jahren als „sportliches, aber durchaus machbares Ziel“ ankündigte. Neben den regionalen Projekten, die für alle oder mehrere Gemeinden Bedeutung haben, wird das ILEK auch kommunale Maßnahmen enthalten, die jede Mitgliedsgemeinde zu den übergeordneten Handlungsfeldern „Demographischer Wandel, Innenentwicklung und Mobilität“, „Nachhaltigkeit und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“, „Standortentwicklung, Verkehr, Wirtschaft und Bildung“ und „Freizeit, Kultur, Heimat/Tradition“ eingebracht hat. Als nächster Schritt steht nun an, dass sich die Gemeinderäte mit dem vorläufigen Endbericht beschäftigen und im Juli dann die notwendigen Beschlüsse fassen, damit das IEK von der Ländlichen Entwicklung anerkannt werden kann, informierte Herr Schlier und gab den Ausblick: „In der Fortsetzung ist die Gründung eines Vereins Würzburger Norden geplant, wenn alle Gemeinden einverstanden sind.“

2016-06-10 WüNo Abschluss 10 klein


Hinterlasse einen Kommentar

Sternradtour zum Walderlebniszentrum am 10. Juni: Startpunkte und Abfahrtszeiten

Hier noch schnell die Startpunkte und Abfahrtszeiten in den Gemeinden für die Sternradtour zum Walderlebniszentrum, wo am Freitag, den 10. Juni um 18:00 Uhr die Abschlussveranstaltung für das ILEK stattfindet:

Bergtheim, Ober- und Unterpleichfeld sowie Eisenheim und Prosselsheim

16:00 Uhr in Bergtheim Am Marktplatz


Güntersleben:

17:00 Uhr am Rathaus Güntersleben


Hausen:

17:00 Uhr OT Rieden an der Bushaltestelle Kirchbergstraße,

17:15 Uhr OT Hausen an der Schulbushaltestelle,

17:30 Uhr OT Erbshausen am Feuerwehrhaus


Kürnach und Estenfeld:

16:00 Uhr am Rathaus Kürnach, Kirchberg 15


Rimpar:

16.30 Uhr in Rimpar am Parkplatz Norma-Markt, Burggrumbacher Straße


Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zur Abschlussveranstaltung am 10. Juni 18:00 Uhr im Walderlebniszentrum

HERZLICHE EINLADUNG

zur ILEK-Abschlussveranstaltung am Freitag, den 10. Juni von 18:00 bis 19:30 Uhr im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald

mit gemeinsamer Stern-Radtour ab ca. 16:00 Uhr in den Mitgliedsgemeinden

Die zehn Mitgliedsgemeinden im Würzburger Norden haben 2015/2016 zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern in zehn Ortsveranstaltungen, zwei Strategie- und Projektworkshops und acht Treffen thematischer Arbeits- und Projektgruppen ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) erarbeitet und zu wichtigen Handlungsfeldern klare Ziele und Projekte formuliert.

Bei der Abschlussveranstaltung wollen wir nun über die wichtigsten Ergebnisse dieser Erfolgsgeschichte informieren und den nächsten wichtigen Schritt aufzeigen, nämlich wie die gemeinsame Umsetzung der Projekte zukünftig organisiert und realisiert wird.

Die Radtour als Sternwanderung startet jeweils in den Gemeinden zum Walderlebniszentrum. Die genauen Abfahrtszeiten und Startpunkte in den einzelnen Gemeinden werden noch bekannt gegeben.


Ein Kommentar

Klare Zukunftsperspektive für den Würzburger Norden – Projektwerkstatt definiert die wichtigsten Projekte

In nur sieben Monaten wurde für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern in zehn Ortsveranstaltungen, einem Strategieworkshop und acht Treffen thematischer Arbeits- und Projektgruppen ein breites Spektrum an wichtigen Themen und eine klare Zukunftsperspektive mit regionalen und kommunalen Projektvorschlägen erarbeitet. Darunter waren auch strittige bzw. hoch emotional besetzte Themen wie das zukünftige Schulnetz oder der Grundwassserschutz, die zusätzlich mit Vertretern der Behörden in der monatlich zusammenkommende Bürgermeisterrunde beraten wurden. Das Ergebnis dieses straffen Zeitplans wurde nun eindrucksvoll bei der voll besetzten Projektwerkstatt am 20. April im Alten Rathaus in Kürnach präsentiert. Die Bürgermeister und Vertreter von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld sowie das ILEK-Büro Lilienbecker stellen dabei die wichtigen Projekte vor, die beim nächsten Treffen der Bürgermeister am 27. April und zur Abschlussveranstaltung am 10. Juni für die Umsetzung in den nächsten Jahren weiter vor- und ausgearbeitet werden.

Von den knapp 70 Teilnehmern wurden in der Diskussion noch die Punkte „altersgerechtes Wohnen in den Ortskernen“, „Jugendarbeit“, „Blühflächen“, „Waldneuordnung“ und eine eindeutige Positionierung gegenüber der Fränkisches Weinland Tourismus GmbH als touristischer Beitrag der Region für die umfangreiche Projektliste ergänzt. Zufrieden mit dem erreichten Stand zeigten sich auch der Leiter der Kreisentwicklung Michael Dröse und Harald Fröhlich vom Management der LEADER-Aktionsgruppe „Wald, Wein, Wasser“ und boten ihre Unterstützung bei der Umsetzung einzelner Projekte an. Der Leitende Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken freute sich besonders, dass „die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden mittlerweile zu einem wichtigen Anliegen geworden ist, um die Zukunft der Region gemeinsam zu gestalten und sie positiv weiterzuentwickeln.“

2016-04-20 WÜNO Projektwerkstatt 01 klein
Den Anfang der Projektpräsentation machte das Thema demographischer Wandel, das zusammen mit der Innenentwicklung und der Mobilität das erste Handlungsfeld bildet. Vor diesem Hintergrund müssen sich die Gemeinden im Würzburger Norden intensiv um eine Belebung ihrer Ortskerne bemühen (Handlungsziel 1.1 „Erhalt dörflicher Strukturen und Förderung der Innenentwicklung“). Um die Eigentümer und Bauherren bei der Verwirklichung von Nutzungsalternativen zu unterstützen und ihnen mehr Anreize zu geben, haben Kürnach und Eisenheim kommunale Fördersatzungen für die Innenentwicklung aufgelegt, die auch in den anderen Kommunen eingesetzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Aktivierung der Baulücken und ungenutzte Grundstücken, die Privaten gehören und meist nicht dem Immobilienmarkt zur Verfügung stehen. Hausen hat hierzu bereits eine Befragung der Eigentümer durchgeführt.

Weil die Zahl der älteren Menschen zunimmt, müssen in Zukunft die Bedürfnisse der Senioren auf dem Land stärker berücksichtig werden. Insbesondere haben ältere Einwohner ein Problem, die nicht mehr mobil sind oder für die der öffentliche Buslinienverkehr nicht geeignet ist, um zum Einkaufen, Arzt oder Apotheke zu gelangen. Der ÖPNV muss daher mit ergänzenden und neuen Mobilitätsangeboten kombiniert werden (Handlungsziel 1.2 „Mobilität nicht nur für die Älteren erhalten und umweltfreundlich gestalten“). Ein Bürger- und Einkaufsbus, wie er bereits in Eisenheim, Estenfeld und zwischen Maidbronn und Rimpar fährt, ist im Bereich Hausen – Bergtheim – Oberpleichfeld in Vorbereitung. Weil solche Bürgerbusse jedoch meist auf einer festen Linie fahren, soll eine Mobilitätsidee aus dem Spessart aufgegriffen werden, bei der „Bürger fahren Bürger“ als gute alte Fahrgemeinschaft wiederbelebt wurde. Angesichts des Klimawandels werden umweltfreundliche Mobilitätsangebote wichtig, die auch für jüngere Menschen attraktiv sind. Regionale Bedeutung hat hierbei der Bahnhof Seligenstadt bei Prosselsheim, wo ein moderner Park-and-ride-Parkplatz ausgebaut werden muss. Ein weiteres zukünftiges Mobilitätsangebot kann E-Mobilität in Kombination mit Carsharing sein, das in Kürnach gestartet werden soll.

Die Zunahme der älteren Menschen wird auch durch die geplanten Betreuungsangebote wie eine Tagespflege in Untereisenheim und Unterpleichfeld oder ein neues Seniorenzentrum in Bergtheim berücksichtigt. Um die Chancen des demographischen Wandels klug zu nutzen, werden zunehmend Treffpunkte für Alt und Jung wie in Obereisenheim (Café im Dorfladen), Prosselsheim und Oberpleichfeld (Mehrgenerationenhaus) notwendig. Damit soll insbesondere die Lebensqualität in den kleineren Orten erhalten werden, wo eine stationäre Nahversorgung fehlt oder Gaststätten geschlossen sind bzw. nicht mehr genutzt werden können (Handlungsziel 1.3 „Daseinsvorsorge sichern: Erhalt der Lebensqualität für Alt UND Jung“). Speziell um die Wünsche der jungen Menschen zu erfragen und in die regionale Entwicklungsstrategie mit einzubinden, ist eine jährliche Jugendkonferenz geplant. Ein Bestell- und Lieferservice für die kleineren Ortschaften ist über die geplante Markthalle in Bergtheim in der Perspektive vorgesehen.

2016-04-20 WÜNO Projektwerkstatt 03 klein

Die Ziele Nachhaltigkeit und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sind im zweiten Handlungsfeld beschreiben. “Was tun, wenn das Wasser knapp wird?“ ist für den Würzburger Norden eine wichtige Zukunftsfrage. Die Region ist niederschlagsarm und wird zugleich intensiv durch landwirtschaftliche Sonderkulturen genutzt, für die eine künstliche Bewässerung heutzutage immer wichtiger wird. Mit einem Pilotprojekt wollen die Gemeinden gemeinschaftliche Lösungen für den Grundwasserschutz und die nachhaltige Sicherung der Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Weinbau erarbeiten (Handlungsziel 2.1 „Dem Klimawandel begegnen: Gewässer schützen – Flächen sparen“). Auch die Entwicklung einer Strategie zur Anpassung an den Klimawandel von Landwirtschaft und Forst ist notwendig. Eine Rolle können auch die kommunalen Gewässerentwicklungsplanungen für die Pleichach und den Dürrbach spielen.

Um die Region nachhaltig weiter zu entwickeln, soll für das Handlungsziel 2.2 „Biotopschutz, Steigerung des Bewusstseins für Kulturlandschaft, Natur und Umwelt“ ein kommunales Kulturlandschaftsprogramm aufgelegt werden, um kommunale Flächen (auch Ränder von Gräben und Wegen) naturschutzgerechter zu pflegen und eine Vorbildwirkung auszuüben, um mehr Garten- und Wiesenbesitzer (Streuobstwiesen) sowie Landwirte für den Naturschutz zu begeistern. Dabei will der Landschaftspflegeverband Würzburg die Kommunen unterstützen. Auch eine ehrenamtliche Kulturlandschafts-Pflege-Truppe je Gemeinde könnte eingesetzt werden. Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Netz von Aussichtstürmen, die beispielswiese in Prosselsheim und Eisenheim entstehen können, um die Besonderheiten der Kulturlandschaft besser erleben und verstehen zu können.

Dem Handlungsziel 2.3 „Stärkung der bäuerlichen Land- und regionalen Forstwirtschaft“ geht es um ein integratives und innovatives Wegenetzkonzept, mit dem die zukünftige Sanierung und der Ausbau wichtiger Feldwege wie zum Beispiel in Unterpleichfeld vorbereitet werden kann. Dabei ist ein gute Abstimmung mit den Freizeitnutzern wichtig. Um die vorhandenen Vertriebsstrukturen regionaler Produkte zu optimieren und zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu schaffen, soll eine gemeinsame Vermarktungsstrategie für regionale Produkte entwickelt werden. Als erster Schritt wird mit einem Anbieterverzeichnis und der Bildung eines Netzwerkes der Produzenten regionaler Produkte in der Region begonnen. Ziel ist danach der Aufbau einer zentralen Markthalle bei Bergtheim, die mit weiteren Angeboten (Gastronomie, Großabnehmer, Bestell- und Lieferservice für die Versorgung der kleineren Ortschaften) kombiniert wird.

Im dritten Handlungsfeld „Standortentwicklung Verkehr, Wirtschaft und Bildung“ wollen die Gemeinden auf übergeordnete Verkehrsplanungen Einfluss nehmen, zum Beispiel für den Ausbau der Bundesautobahn BAB 7. Wichtig sind hier auch der oben bereits erwähnte Park-and-ride-Parkplatz am Bahnhof Seligenstadt, ein gemeinsamer Tarifverbund zwischen den Landkreisen Schweinfurt und Würzburg in Zukunft und weitere Verkehrsprojekte wie die geplante Ortsumgehung von Prosselsheim. Ein wichtiger Standortfaktor ist die Bildungsqualität, für die sich die Gemeinden gemeinsam stark machen. Im Handlungsziel 3.2 „Schulnetz zukunftsfähig gestalten“ geht es schwerpunktmäßig um die zukünftige Entwicklung der drei Mittelschulstandorte Estenfeld, Rimpar und Unterpleichfeld, wobei die heutigen pädagogischen Anforderungen und die notwendigen Investitionskosten abgewägt werden müssen.

Die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden hat auch das Ziel, Ressourcen zu bündeln und Einsparmöglichkeiten zu erschließen (Handlungsziel 3.3. „Kooperationsvorteile nutzen – nicht nur in der Verwaltung“). Um das Leistungsangebot der Kommunen zu verbessern, kommen als kommunale Aufgaben für eine Zusammenarbeit die Bereiche Verwaltung (Spezialisierung des Fachpersonals), Bauhöfe und Standesamt prinzipiell in Frage.

2016-04-20 WÜNO Projektwerkstatt 02 klein
Die Themen Freizeit, Kultur, Heimat/Tradition sind im vierten Handlungsfeld zusammengefasst. Um den Freizeitwert zu verbessern und auch einem gewissen Freizeitdruck aus der Stadt Würzburg entgegenzuwirken, müssen die Rad- und Fußwege in bestimmten Abschnitten verbessert und Lücken geschlossen werden (Handlungsziel 4.1 „Verbesserung des Rad- und Fußwegenetzes“). Das Wegenetz steht dabei in Zusammenhang mit den Feldwegen für die Landwirtschaft, die auch von Radfahrern, Fußgängern, Joggern und somit mehrfach genutzt werden. Potential besteht für eine Erweiterung des 3-Bäche-Weges und für Mountainbikewege, die für die Gemeinden nahe bei Würzburg (z.B. Güntersleben) und im Gramschatzer Wald eine Rolle spielen.

Zur Steigerung der Lebensqualität tragen auch Kultur, Traditionen und Brauchtum bei. Sie machen den Charme eines Ortes aus und ermöglichen den Menschen eine Identifikation mit ihrer Heimat, was in Zeiten der Globalisierung und für die Integration der Neubürger in das Gemeinschaftsleben besonders wichtig ist (Handlungsziel 4.2 „Werte vermitteln – Tradition und Brauchtum erhalten“). Um insbesondere die kleinen feinen Unterschiede erlebbar zu machen, bietet sich eine Kraut- und Rüben-Tour durch den Würzburger Norden an, bei der die einzelnen Stationen durch das Internet mittels QR-Code intelligent miteinander vernetzt werden können. Vorbild für diese Stationen sind die Kulturwege des Archäologischen Spessartprojektes, die in Rimpar (Gramschatz und Maidbronn) vorhanden sind und erweitert werden können. Erweiterungspotential hat auch das Kleinode-Projekt der Agenda 21-Initiative Estenfeld.

Ein weiteres Handlungsziel 4.3 ist die „Förderung und Vernetzung der Freizeit- und Kulturangebote“. „Wie erfährt es die Nachbargemeinde?“, lautet im Würzburger Norden die zentrale Vernetzungsfrage und es gibt noch Bedarf für das Bekanntmachen von Veranstaltungen, die Koordinierung größerer Feste und eine gemeinsame Vereinsplattform zum Austausch der Vereine und Verbände. Bedarf besteht auch noch für Angebote für Kinder ab zehn Jahren. Ein zukünftiger Naherholungsschwerpunkt soll der Ochsengrund zwischen Güntersleben und Gramschatz bilden. Ähnlich wie in anderen bayerischen Regionen sind in einigen Orten die Gaststätten gefährdet oder bereits geschlossen (oder werden von Flüchtlingen genutzt). Da mit dem Wirtshaus oftmals auch der soziale Treffpunkt im Dorf und ein Stück Kultur und Tradition verloren geht, sollen für bestimmte Gastronomiestandorte zukünftige Nutzungen gefunden werden.


Hinterlasse einen Kommentar

Resolution zum Bundesverkehrswegeplan

Mitte März 2016 wurde der neue Bundesverkehrswegeplan vorstellt. Die ILEK-Gemeinden haben dazu eine Resolution verfasst und fordern darin den sechsstreifigen Ausbau der Bundesautobahn BAB7 mit Standspur zwischen Wernecker und Biebelrieder Kreuz.

Die Resolution können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und gerne weitergeben.

Da erstmals bei der Erstellung eines Bundesverkehrswegeplans die Öffentlichkeit beteiligt wird, könnte es hilfreich sein, wenn auch Sie per Internet oder Post eine Stellungnahme im Sinne der Resolution abgeben. Zeit dafür ist noch bis zum 2. Mai 2016. Teilnehmen können alle natürlichen und juristischen Personen mit Wohn- bzw. Geschäftssitz in Deutschland. Auch Unternehmen, Verbänden, Bürgerinitiativen oder wissenschaftlichen Institutionen ist die Teilnahme gestattet. Laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sollen die Stellungnahmen geprüft werden, bevor der Plan im Sommer vom Kabinett beschlossen wird.

Unter dem folgenden Link können Sie die Teilnahmenbedingungen im Detail lesen und das Online-Formular für die Stellungnahme aufrufen:

Eine Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan einreichen

Vielen Dank für Ihr Engagement!


Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zur Projektwerkstatt am 20. April

Herzliche Einladung zur Projektwerkstatt im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) „Würzburger Norden“

am Mittwoch, den 20. April 2016, 19:30 Uhr, Altes Rathaus in Kürnach.

Nachdem in den letzten Wochen die Arbeits- und Projektgruppen getagt und viele gute Ideen, aber auch schon ganz konkrete Projekte für die gesamte Region und die einzelnen Gemeinden entwickelt haben, wollen wir die Ergebnisse nun vorstellen, gemeinsam diskutieren und ggf. ergänzen.

Zu dieser wichtigen Veranstaltung sind wie immer alle Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich eingeladen!

2016-04-WüNo-Einladung Projektwerkstatt

Das Einladungsplakat können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und gerne weitergeben. Danke!


2 Kommentare

Anbieterverzeichnis und Aufbau einer Vermarktungsorganisation als erster Schritt – Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ will die Produzenten und Direktvermarkter an einen Tisch bringen

Nur recht wenige Teilnehmer fanden sich zum zweiten Treffen der Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ ein, das am 17. März wiederum im Weingut Schmitt in Bergtheim im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) stattfand. Anhand von erfolgreichen und eher mißglückten Markthallen-Konzepten aus Deutschland und der Schweiz wurden Knackpunkte für die gemeinsame Vermarktung im Würzburger Norden und die Machbarkeit der Idee der zentralen Markthalle festgestellt. Als erster Schritt soll deshalb mit einem Anbieterverzeichnis und der Bildung eines Netzwerkes der Produzenten regionaler Produkte in der Region begonnen werden.

2016-03-17 WüNo Regionale Produkte klein

Die Moderatorin Ulrike Lilienbecker präsentierte zu Beginn die Markthallen-Beispiele, die sehr aufschlussreich waren und wichtige Hinweise für die Konzeption und den möglichen Betrieb einer zentrale Markthalle geben, die beispielsweise verkehrsgünstig direkt an der Bundesstraße B19 in Bergtheim angesiedelt werden könnte, um auch die Pendler und vielen durchfahrenden Autofahrer als Kunden zu gewinnen. Als Erfolgskriterien leitete sie privatwirtschaftliches Engagement oftmals aus einem bestehenden Betrieb heraus, eine eindeutige Profilierung, eine multifunktionale Nutzung, ein klares Betreiberkonzept sowie die Einbindung von Manufakturen (lokal bzw. vor Ort Produziertes) und einer Gastronomie als Erfolgskriterien ab. Da mehrere öffentlich geförderte Bauernmarkthallen, die in den 1990er Jahren beispielsweise in Thüringen entstanden waren, mittlerweile nicht mehr existieren oder für andere Veranstaltungen wie Stadtfeste oder Flohmärkte genutzt werden, sieht Frau Lilienbecker Vorteile in einer privatwirtschaftlichen Variante sowie in einem Zusammenschluss von Anbietern und potentiellen Kunden. „Wir brauchen entweder ein funktionierendes Netzwerk oder einen guten Gastronomen und Geschäftsführer, der sich darum kümmert“, lautete ihr vorläufiges Fazit.

Als Netzwerk bietet sich die Gründung einer Genossenschaft an, die ein starkes Wir-Gefühl schaffen kann oder auch eine neue Idee, die aus Frankreich stammt und dort auch in ländlichen Regionen inzwischen erfolgreich ist. Food Assembly bietet die Möglichkeit, online direkt beim regionalen Erzeuger zu bestellen und seine Produkte dann wöchentlich auf einem Markt im Ort abzuholen. Dabei arbeitet Food Assembly wie ein Online-Netzwerk, das den Direktvertrieb stärken möchte (das Video ist sehenswert). Solch eine Idee würde prinzipiell auch in bereits vorhandenen Gebäuden und Hallen wie beim Weingut Schmitt oder beim Straußenhof funktionieren, war hierzu die Einschätzung. Um diese Idee in der Region auszuprobieren, wurde als Vorschlag die Durchführung eines regionalen Genusstages im Frühwinter aufgenommen, der auch nach dem SlowFood-Prinzip oder wie ein anspruchsvoller Weihnachtsmarkt laufen kann.

Wie beim ersten Treffen am 28. Januar versprochen, zeigte Frau Lilienbecker Ergebnisse einer groben „Milchmädchenrechnung“ auf. Um wirtschaftlich erfolgreich sein zu können, sieht sie 150 bis 200 Kunden pro Tag als notwendig an, was von der Arbeitsgruppe als durchaus realistisch und machbar für den Standort Bergtheim eingeschätzt wurde. Auch die für den Würzburger Norden wichtigen Elemente wie ein Bestell- und Lieferservice für die Versorgung der kleineren Ortschaften, die Gewinnung von Großabnehmern und ein Anbieterverzeichnis für die Produzenten und Direktvermarkter sollen dabei umgesetzt werden. Um den Zusammenhang zur Kulturlandschaft stärker herauszustellen und auf die Glaubwürdigkeit und Qualität zu setzen, soll sich das Verzeichnis von einer reinen Auflistung jedoch deutlich abheben und den Anbieter selbst und sein jeweiliges Leitprodukt in den Vordergrund stellen.

In der Diskussion wurde erneut das fehlende gastronomische Angebot im weiteren Umfeld aufgegriffen und darauf hingewiesen, dass eine vernünftige Gastronomie ein Zugpferd und wichtiger Einnahmebringer in Kombination mit der Markthalle darstellt. Allerdings sei Gastronomie heutzutage ein schwieriges Geschäft und auch hier trage sich der Betrieb vor allem durch die Getränke oder eine Kombination mit weiteren Angeboten. Als Beispiel dafür wurde der Gastroniomiebetrieb eines großen Obsthändlers aus Würzburg genannt (pavillon). Auch eine Integration einer Bäckerei (Beispiel Bäckerei papperts) oder Metzgerei könne daher sinnvoll sein und weitere Kunden anlocken, wurde ergänzt.

Weitere Herausforderungen liegen in der schnellen Verderblichkeit großer Mengen von Saison-Waren wie etwa Erdbeeren oder Spargel sowie in der geringen Unterscheidbarkeit miteinander konkurrierender Produkte wie Krautköpfe und Kartoffeln aus den einzelnen Orten gegenüber dem Wein, der klarer differenziert ist. „Wer gibt an, was gemacht und angeboten wird?“, wurde als entscheidende Frage identifiziert, um auch die spezialisierten Betriebe unter einen Hut zu bringen. Für die Abfrage des genauen Bedarfs für die zukünftige gemeinsame Vermarktung und für das Interesse an einer Markthalle, soll jedoch kein Fragebogen erstellt und rumgeschickt werden, wie ursprünglich vereinbart. Besser wäre es, die hiesigen Produzenten persönlich aufzusuchen und direkt anzusprechen, wurde als nächster Schritt vereinbart. Auch die Vorstellung der bisherigen Ideen und Ansätze in einer größeren Veranstaltung sei dann sinnvoll. Für den Anbieter ist mehr Umsatz das schlagende Argument, für den Kunden steht das Hofladen-Erlebnis im Vordergrund, das darin besteht, „mittendrin zu sein und zu wissen, wo es herkommt“, fasste ein Teilnehmer die heutigen Vermarktungsanforderungen am Ende gut zusammen.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.