Allianz Würzburger Norden e.V.

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Der Boden als Wasserspeicher, Umfrage zum zukünftigen Wasserbedarf und Beregnung mit Schleppschläuchen vorgestellt

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Zweites Treffen der Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“
Wie der zukünftige Wasserbedarf in der Region ermittelt werden kann, warum der Boden als Wasserspeicher wichtig ist und wie eine wassersparende Beregnung mit Schleppschläuchen funktioniert, waren beim zweiten Treffen der Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ die Hauptpunkte.

Um bei der Frage, ob eine Wasserentnahme aus dem Main als Alternative zur Grundwassernutzung überhaupt finanzierbar ist, weiter zu kommen, wurde jetzt am 16. August in Bergtheim verabredet, eine Umfrage unter allen Landwirten im Würzburger Norden zu starten. „Wer braucht in Zukunft an welcher Stelle wieviel Wasser für die Bewässerung?“ soll nun per einfachem Fragebogen ermittelt werden. Und damit kein Landwirt aus Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld vergessen wird, wollen die Ämter für Landwirtschaft in Würzburg und Kitzingen bei der Zustellung der Umfrage helfen. Die Rückmeldung soll jedoch vertraulich an das Büro Lilienbecker erfolgen, das die zehn Gemeinden bei der Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes begleitet. „Die Zahlen brauchen wir, damit ein externer Dienstleister einmal kalkulieren kann, was denn der Kubikmeter Main-Wasser überhaupt kosten würde, wenn das Wasser an einen bestimmten Knotenpunkt in der Region geliefert wird“, machte Ulrike Lilienbecker deutlich.

Zusätzlich entstehende Kosten, etwa für die dezentrale Verteilung an die Landwirte müssen dann mit eingerechnet werden und ließen sich dann über eine Genossenschaft oder einen Wasser- und Bodenverband weiter abrechnen. Das Prinzip muss sein, dass es für alle einen einheitlichen Wasserpreis gibt, egal wie weit er von der „Anlieferungsstelle“ entfernt ist. Die Umfrage soll als Vorbereitung für eine Studie verstanden werden, die über das Pilotförderprogramm „Landwirtschaftliche Bewässerung“ des Umweltministeriums laufen soll und ebenfalls den Wasserbedarf, wenn auch gründlicher, untersuchen soll, führte Frau Lilienbecker weiter aus. Der Förderantrag ist jetzt zur Prüfung beim Wasserwirtschaftsamt eingereicht worden.

Als kleinen Exkurs stelle Frau Lilienbecker die Idee vor, eine Sauerkraut-Manufaktur zu gründen, um die Potentiale aufzuzeigen, die mit dem Weißkohl als regionales Produkt und der klassischen Sauerkrautherstellung, die zur Zeit im Trend liegt (Fermentation), verbunden sind. Die Weißkohl-Köpfe könnte Lothar Wild aus Unterpleichfeld beisteuern.


Die Einführung in den praktischen Teil übernahm Dr. Wolfgang Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf, der noch einmal aufzeigte, wie Böden durch eine angepasste Bewirtschaftung mehr Wasser aufnehmen können. Richtig spannend wurde es, als Martin Beinlich die Funktionsweise eines Düsenwagens anhand eines kleinen Films (nachzusehen auf der Internetseite http://www.beinlich-beregnung.de/produkte/duesenwagen/) erläuterte. Mit Schleppschläuchen gelangt dabei das Wasser ohne Windabhängigkeit direkt an die Pflanzen, wodurch 20 bis 30 Prozent weniger Wasser für die Beregnung verbraucht wird. Er ist der Inhaber der Beinlich Agrarpumpen und -maschinen GmbH, die seit über 50 Jahren Jahren weltweit Bewässerungstechnik für Pflanzenbaubetriebe zur Verfügung stellt, und war extra 300 Kilometer für das Treffen der Arbeitsgruppe angereist. In der anschließenden Diskussion wurde das Problem der Bodenverkrustung angesprochen, das bei den Böden im Würzburger Norden immer dann auftreten kann, wenn zu viel Wasser auf einmal ausgebracht wird. Beim Schleppschlauch-Einsatz können abgehängte Brausen für eine schonende Bewässerung sorgen und so die Bodenstruktur erhalten. Um jedoch gute Ergebnisse zu bekommen, sollte diese Technik gezielt an die jeweiligen Böden und die Bewirtschaftung vor Ort angepasst werden, gestand Herr Beinlich freimütig ein und bot an, eine Versuchsreihe beispielsweise für den Karottenanbau hier in der Region zu starten. Vier Landwirte bekundeten dafür Interesse und wurden zum Ausprobieren der Technik auf dem Feld notiert. Wie das Ganze dann konkret ablaufen wird, soll bei einem nächsten Treffen (Terminvorschlag 18.9. um 17:00 Uhr vor der Veranstaltung zum Niedrigwassermanagement) der interessierten Landwirte besprochen werden. Wer ebenfalls noch Interesse hat, sich an der Weiterentwicklung der Technik eventuell sogar in einem Forschungsprojekt zu beteiligen, kann sich einfach beim Büro Lilienbecker melden.


Anschließend draußen auf dem Rübenracker von Gemüsebauer Winfried Strauß konnte Dr. Patzwahl speziell auf die Unterschiede in der Bodenstruktur (Bodengefüge) in Abhängigkeit von der Korngröße und der Art der Tonminerale eingehen und die Funktion von Pilzen und Bakterien im Boden erklären. Hinweise gab es auch zur Fruchtfolge nach dem Zuckerrübenanbau, beispielsweise mit Winterweizen, um zu verhindern, dass der Boden zu lange brach liegt und der Bodenerosion ausgesetzt ist.

Autor: Jens Lilienbecker

Was? Wie? Warum? Bei unserem Büro für Geographie und Kommunikation beschäftige ich mich mit gesellschaftlichen Trends und zeige auf Zukunft der Region Chancen und Potentiale für Regionen und Gemeinden im ländlichen Raum.

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