Allianz Würzburger Norden e.V.

Alle Infos zur interkommunalen Zusammenarbeit von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld


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Ein Wegekonzept für die nächsten Jahre auf den Weg bringen – Projektgruppe schließt Lücken bei wichtigen Feld- und Radwegen

Rund 50 Landwirte, Jagd- und Forstleute, Gemeinderäte sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten das zweite Treffen der Projektgruppe „Zukünftiges Wegenetz“ am 24. Februar in Prosselsheim, um am begonnenen Wegekonzept für den Würzburger Norden weiterzuarbeiten. Den Schwerpunkt bildeten diesmal die Lückenschlüsse zu den jeweiligen Nachbargemeinden und der Ausbaubedarf bei den Radwegen. Noch während der aktuell laufenden Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) soll damit die zukünftige Sanierung und der Ausbau wichtiger Feldwege vorbereitet werden.

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Zu Beginn informierte der Leitende Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken ausführlicher über die Anforderungen der sogenannten landwirtschaftlichen Kernwege. Weil jedoch die finanziellen Zuschüsse in den nächsten ein, zwei Jahren bereits gebunden sind, gestaltet sich die Umsetzung schwierig, wie Herr Waldmann nicht verschweigen konnte. Neben den Landesmitteln können alternativ auch Mittel der Europäischen Union eingesetzt werden, allerdings zu einem deutlich niedrigeren Fördersatz von 60 Prozent der Nettokosten im Vergleich zu den 65 Prozent der bayerischen Finanzierungsrichtlinie plus 10 Prozent ILEK-Bonus. Eine weitere Schwierigkeit besteht im Problem des Grunderwerbs, der in den meisten Fällen für die geforderten Qualitätsanforderungen notwendig sein wird, jedoch nicht gefördert wird. Diese eher ernüchternde Perspektive ließ die Projektgruppe aber nicht davon abhalten, am begonnenen Wegekonzept weiter zu arbeiten, das die Grundvoraussetzung für eine zukünftige Förderung darstellt. Für den konkreten Förderantrag ist dann jeweils ein konkreter Bauentwurf für den konkreten Wegeausbau gefordert.

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Anhand von vorbereiteten Karten im Maßstab 1:25.000 wurden diesmal insbesondere die Lückenschlüsse zu den Nachbargemeinden überprüft und versucht, mögliche Konflikte mit Radfahrern durch eine Entflechtung von Kernwegen und stärker frequentierten bzw. überregional bedeutsamen Radwegen zu erreichen.
„Wir wollen die Chance nutzen und das Wegekonzept für die nächsten Jahre auf den Weg bringen“, fasste der Bürgermeister von Bergtheim, Konrad Schlier, als Sprecher der Gemeinden die Aufgabenstellung der Projektgruppe zusammen, um vorbereitet zu sein, „wenn plötzlich wieder Geld da ist“. Außerdem seien intelligente Lösungen zur Umsetzung gefragt und Notmaßnahmen an der einen oder anderen Stelle, hob er hervor. Neben Kernwegen sind auch 2,5 bzw. drei Meter breite Wirtschaftswege in Kombination mit Rad- und Wanderwegen förderfähig, was als weitere Alternative eingeschätzt wird und auch von Seiten des Landkreises und des Zweckverbandes Erholungs- und Wandergebiet Würzburg bis zur Höchstförderung von 90 Prozent kofinanziert werden kann. Im Nachgang wurde noch auf Jagdgenossenschaften verwiesen, die Beiträge zur Pflege und Unterhaltung von Wegen leisten können. In Prosselsheim übernimmt die Jagdgenossenschaft beispielsweise 30 Prozent der Kosten, wurde erläutert. Die Frage, ob die Bauhöfe für den Wegebau eingesetzt werden können, wurde hingegen kritisch gesehen. Die Bauhöfe hätten andere Aufgaben, war die Meinung, und könnten höchstens für bestimmte Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen der Wege eingesetzt werden. Falls ein Bauhof eigesetzt werde, entfalle auch das Gewährleistungsrecht, wurde angemahnt.
Ebenfalls mit aufgenommen wurden diesmal die Radwege. Auch hier gibt es noch Bedarf für Erneuerung und Ausbau. Lückenschlüsse sind z.B. noch zwischen Bergtheim und Erbshausen notwendig. Ein weiteres Thema waren die Fuß- und Spazierwege in der Flur. Vor allem für ältere Bürger haben dorfnahe Spazierwege Bedeutung, die zu einem kleinen Rundgang um die Ortschaft einladen und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Ein zukünftiger Aspekt werden Mountainbikewege sein, die für die Gemeinden nahe bei Würzburg und im Gramschatzer Wald eine Rolle spielen.
Ausführlicher wurde über Konflikte zwischen Landwirtschaft und Freizeitnutzer diskutiert und auf Hinweisschilder als Beispielmaßnahme verwiesen, die an den entsprechenden Wegen zur gegenseitigen Rücksicht mahnen. Mancher Rad- oder auch Traktorfahrer würde sich einfach stur verhalten und wolle nicht von der Stelle weichen. Problematisch sei auch das Musikhören mit Ohrenstöpseln, was dazu führen kann, dass herannahende Fahrzeuge nicht oder zu spät wahrgenommen werden. „Miteinander auskommen“ sei hier das wichtigste und die meisten würden sich eigentlich auch richtig verhalten, lautet die abschließende Einschätzung.

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Wege für die Wege – Projektgruppe definiert Wege, die wir in Zukunft brauchen

Das Thema „Ländliche Wege für die Zukunft“ traf den Nerv im Würzburger Norden. Knapp 100 Bürgerinnen und Bürger, darunter viele Landwirte, Forstleute, Freizeitinteressierte und Gemeinderäte aus den zehn Allianz-Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld kamen am 11. Januar im Pfarrheim Unterpleichfeld zum ersten Treffen einer Projektgruppe zusammen, um ihre Ortskenntnis einzubringen und noch während der aktuell laufenden Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) gemeinsam ein grobes Wegekonzept zu entwickeln. Damit wurde in gewisser Weise Neuland beschritten, denn üblicherweise wird mit dieser Aufgabe erst nach der Konzeptfertigstellung ein Ingenieurbüro beauftragt.

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Auch der Schwanfelder Bürgermeister Richard Köth war zur Projektgruppe dazugestossen und vom Eisenheimer Bürgermeister Andreas Hoßmann eingeladen worden, um die Vernetzung der Wege nach Obereisenheim sowie Dipbach und Opferbaum in Richtung Landkreis Schweinfurt abzustimmen. Eisenheim und Schwanfeld sind zudem Mitglied in der benachbarten ILE-Region Main-Steigerwald.

Neben der Feststellung eines teilweise erheblichen Sanierungs- und Unterhaltungsbedarfs geht es der Projektgruppe darum, Lücken zu schließen und Verbindungen zu den Nachbargemeinden herzustellen. Generell bestehe zudem die Notwendigkeit, die Flurwege dem 21. Jahrhundert anzupassen. Denn oftmals stamme das Wegenetz noch aus den 1960er und 1970er Jahren und sei der Modernisierung der Landwirtschaft mit breiteren und schwereren Fahrzeugen nicht gefolgt. In einigen Ortsteilen wäre es auch sinnvoll, zu versuchen, den landwirtschaftlichen Verkehr ganz aus der Ortslage zu halten. Ein Rolle spielt auch der Freizeit- und Naherholungsdruck, den vor allem die stadtnahen Gemeinden zu spüren bekommen und der beispielsweise zu Konflikten zwischen Landwirtschaft und Radfahrern führe, wurde erläutert. Einige Gemeinden haben aber auch in den letzten Jahren kontinuierlich in das Wegenetz investiert und haben aktuell keinen allzu großen Bedarf, allerdings dann in Zukunft.

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Die Anwesenden verteilten sich an zehn Tischen und skizzierten pro Gemeinde anhand von vorbereiteten Karten im Maßstab 1:25.000 ein grobes Wegenetz. Im Fokus standen dabei die sogenannten Kernwege für die Landwirtschaft, die vom Amt für ländliche Entwicklung gefördert werden. Das sind die wichtigsten Wege in der Flur, die eine übergeordnete Erschließungsfunktion haben und bestehende Hauptachsen verbinden, machte der Leitende Baudirektor Otto Waldmann deutlich. Erstmalig wurde solch ein Kernwegenetz im südlichen Würzburger Landkreis erarbeitet. Hoffnungen hinsichtlich einer einfachen und unkomplizierten Wegeerneuerung musste Herr Waldmann allerdings gleich zu Beginn zerstreuen. Denn als zentrale Qualitätsanforderungen sind eine 3,5 Meter breite, gebundene befestigte Fahrbahn, ein beidseitig mindestens 0,5 Meter breiter befestigter Seitenstreifen und ein Wegseitengraben definiert. „Inklusive Böschungen müssen Sie mit einer Flächenbreite von sieben bis acht Metern rechnen,“ zählte Herr Waldmann vor. Damit war sogleich das Problem des Grunderwerbs angesprochen, der vom Amt für ländliche Entwicklung nicht gefördert und eine Umsetzung der Kernwege nicht gerade einfach mache, wurde an den anwesenden Landwirten auch mit Verweis auf den hohen Anteil an Pachtflächen kritisiert. Denn der Verpächter sei oft nicht bereit, Grund beizusteuern, war die Meinung.

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Alternativ wurde die Fördermöglichkeit der drei Meter breiten Wirtschaftswege diskutiert, die kombiniert als Rad- und Wanderweg genutzt werden. Weiter wurde ergänzt, dass in Oberpleichfeld ein Landwirt auf eigene Kosten einen Flurweg gebaut hat. Ähnliches mache die Gemeinde Bütthard, die ohne Förderung die Wege ausbaut, wurde als Alternativbeispiel informiert. Einen Sonderfall bei den Kernwegen stellen die Wege in den Weinbergen dar. Daher müssen solche Wege noch einmal separat mit dem Amt für ländliche Entwicklung besprochen werden. Ob eine Förderung auch beim einem wichtigen Waldweg (Dr. Raunecker-Straße) möglich ist, der parallel zum Gramschatzer Wald führt und auch von den Landwirten genutzt wird, muss ebenfalls noch geklärt werden.

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Ein wichtiger Hinweis betrifft das Vogelschutzgebiet im Bereich der Gemarkungen Hausen, Bergtheim, Oberpleichfeld, Unterpleichfeld und Prosselsheim. Die dortige Population der Wiesenweihe, ein stark gefährdeter Greifvogel, ist auf Gras- und Erdwege, Randstreifen sowie Brachen als Jagdflächen angewiesen. Der Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz bietet ausdrücklich seine Unterstützung bei der Erstellung und Umsetzung des Wegekonzeptes an.

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Das nächste Treffen der Projektgruppe ist bereits für Mittwoch, 24. Februar um 19:00 Uhr im Rathaus Prosselsheim ausgemacht. Bis dahin wollen Lilienbeckers die einzelnen Kartenbewertungen der Projektgruppe zusammenfassen, in der Steuerungsgruppe mit den Bürgermeistern die großen Verbindungswege (z.B. Rimpar – Güntersleben) diskutieren und dann der Projektgruppe zum Abgleich erneut vorlegen. Ein weiterer Schwerpunkt werden dann auch die Radwege bzw. Mountainbikewege sein, die beim ersten Mal noch etwas zu kurz kamen. Als mögliche Förderung kommen dort auch die Radwegeförderung des Zweckverbandes Erholungs- und Wandergebiet Würzburg bzw. des Landkreises und das Förderprogramm LEADER prinzipiell in Frage.

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Mobilität und Nahversorgung in der nördlichsten Gemeinde – Diskussion in Hausen

Die Randlage der ländlich geprägten Gemeinde Hausen im Landkreis und welche Auswirkungen damit für die Anbindung per ÖPNV und die Nahversorgung gegeben sind, waren wesentliche Punkte der Ortsveranstaltung für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) am 27. Oktober. Für die öffentliche Diskussion ist passend Rieden, der nördlichste Ortsteil der zehn Gemeinden im Würzburger Norden ausgewählt worden, wo knapp 40 Bürgerinnen und Bürger im Sportheim Stärken und Schwächen der drei Ortsteile und der Region zur Sprache brachten.

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Als Besonderheiten der Kommune mit den drei Ortsteilen Erbshausen-Sulzwiesen, Hausen und Rieden wurden zu Beginn die Natur im Gramschatzer Wald und die Wallfahrtskirche Fährbrück genannt und positiv insbesondere die hier lebenden Menschen, die aktiven Vereine wie Feuerwehr, die Sport- und drei Musikvereine mit dem jährlichen großen Konzert und die drei Theatergruppen hervorgehoben, und „dass sich die Einwohner engagieren“, wurde gesagt. Auch der Zusammenhalt der drei Ortsteile sei recht gut, vor allem die jüngeren Einwohner fühlten sich mehr zusammengehörig, wurde erläutert. Weitere Pluspunkte sind der Hort und die Krippe, dass es wieder eine Bäckerfiliale in Hausen und auch noch Ärzte gibt, außerdem die Treffpunkte in allen Ortsteilen, mit denen das Problem der fehlenden Gaststätten im Ort, das auch schon bei der Ortsveranstaltung in Bergtheim angesprochen wurde, recht gut kompensiert werde, war die Einschätzung. Denn heutzutage sei es eben schwierig, einen passenden Gaststättenpächter zu finden und die Gemeinde habe auch nicht genügend touristisches Potential dafür, wurde erklärt. Bedauert wurde, dass der Bioladen eines örtlichen Landwirtes geschlossen wurde. Die regionalen Produkte, die in und um Hausen angebaut werden, könnten deshalb eventuell bei der Bäckerfiliale mit angeboten werden, lautete ein Vorschlag. Als weitere Vorteile wurden der schnelle DSL-Anschluss und das Biogas-Wärmenetz in allen drei Orten sowie der Hausener Wald genannt, der für die Kommune ein Wirtschaftsfaktor sei und als Pilotprojekt zeige, wie eine zukünftige Waldbewirtschaftung funktionieren könne. Positiv wurden auch die Radwege genannt, jedoch auf den Ausbaubedarf beispielsweise beim Radweg nach Bergtheim und nach Fährbrück verwiesen. Mehr Hecken an Feldrainen und Straßen, um der Winderosion vorzubeugen, war ein weiterer Wunsch. Thema war auch der Wassermangel auf „unserer Trockenplatte“, der bereits bei anderen Ortsveranstaltungen in Zusammenhang mit dem Klimawandel und der intensiven Landwirtschaft angesprochen wurde. Eine Teilnehmerin machte das Problem anhand des Hausbrunnens deutlich, der diesen Sommer zum ersten Mal leer gelaufen sei.
Die gute Anbindung an die Autobahn A7 wurde differenziert eingeschätzt, weil die Lärmbelastung in den letzten Jahr enorm zugenommen und Erbshausen bei Stau unter dem Ausweichverkehr zu leiden habe, wurde kritisch angemerkt. Ebenfalls unterschiedlich wurde die Windkraft gesehen, wobei die Bürgerwind-Genossenschaft als Stärke genannt wurde.

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Benachteiligt fühlen sich die Bürger durch die „Drei-Länder-Situation“, womit die Randlage an der Grenze zu den Landkreisen Main-Spessart und Schweinfurt gemeint ist und die sich besonders in Rieden und beim ÖPNV-Angebot bemerkbar mache, weil keine Linienbusse zum Einkaufen in das nahgelegene Arnstein oder Werneck fahren. Auch wäre für die Schüler der Bahnhof in Eßleben, Landkreis Schweinfurt, eigentlich schneller erreichbar, um zur Realschule oder Gymnasium zu kommen, wurde ergänzt und auf den fehlenden Tarifverbund zwischen der Verkehrsgemeinschaft Schweinfurt und dem Verkehrsverbund Mainfranken verwiesen. Ebenso fehlen teilweise direkte Verbindungen zum „Zentrum“ Bergtheim und mit Blick auf das Würzburger Liniennetz wurde deshalb anschaulich gemacht: „Der letzte Kilometer ist immer der schwierigste.“ Um die Mobilität auch für die Senioren zu verbessern, wurde über das Vorhaben eines Bürgerbusses informiert, der als eine Art Kreisverkehr die drei Ortsteile anbinden und auch nach Bergtheim und Werneck fahren könnte. Um den tatsächlichen Bedarf besser abschätzen zu können, ist vor kurzem eine Bürgerbefragung durchgeführt worden. Die Initiativgruppe will nun überlegen, wie der Bürgerbus gestartet werden kann, wurde informiert. Auch auf die Erfahrungen mit den Bürgerbussen in Eisenheim und Rimpar sowie dem Einkaufsbus in Estenfeld will man dabei zurückgreifen. Ähnlich wie beim ÖPNV sei die Landkreisgrenze genauso jedoch eine Kommunikationsgrenze und wirke sich negativ bei der Mainpost-Ausgabe aus, weil man nichts von der anderen Seite erfahre, wurde bemängelt. Kritisch wurde deshalb auch die räumliche Grenze des ILEKs angesprochen und eine gute und notwendige Abstimmung mit den nördlichen Nachbarregionen angemahnt.
Im Zusammenhang mit dem ÖPNV wurden die verschiedenen Bildungseinrichtungen in der Region angesprochen und angeregt, im Rahmen des ILEKs ein Gesamtkonzept für die Grund- und Mittelschule zu überlegen. Ebenso das Thema Integration und Flüchtlinge, wurde ergänzt. Von regionaler Bedeutung sei das Kloster Fährbrück, auch weil hier vielleicht die Gefahr drohe, dass sich der Konvent auflöse und die Diözese als Eigentümer dann überlegen müsse, was dort in Zukunft passiere. In räumlicher Verbindung steht die dortige Gaststätte.
Als wichtige Zukunftsaufgabe wurde das Flächensparen aufgegriffen. Während es in der Gemeinde nur wenige bzw. einzelne leerstehende Gebäude gebe, seien die insgesamt ca. 100 ungenutzten Bauplätze das Problem, die sich aber in Privatbesitz befinden und meist nicht verkauft werden. Als Idee wurde deshalb die Datenbank zur Innenentwicklung im Schweinfurter Land eingebracht. Die Gemeindeverwaltung will demnächst einen Fragebogen an die Grundstückseigentümer versenden, um die Verkaufsbereitschaft konkret abfragen zu können, konnte informiert werden. Auch im ILEK wird das Thema aufgegriffen, wurde erläutert. Ideen sind auch noch für die ehemalige Schule in Hausen gefragt, wo ein Gesamtkonzept nötig sei, bevor mit einer Sanierung des Gebäudes begonnen werden könne, lautete ein weiter Vorschlag. Zur Zeit nutzen dort u.a. die Tagespflege und einige Vereine die Räumlichkeiten, wurde erklärt. Als Themen für die interkommunale Zusammenarbeit wurden gemeinsame Bauhöfe und Standesämter angeregt und auf mögliche Synergieeffekte bei Anschaffungen oder Ausschreibungen hingewiesen. Allerdings dürfe nicht auf die Bürgernähe verzichtet werden, „weil das Lebensqualität bedeutet“, war ein abschließender Hinweis.

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Moderne Landwirtschaft und Flächenmanagement – Diskussion in Unterpleichfeld

Die Landwirtschaft in Unterpleichfeld und der Umgang mit Flächen im Innen- und Außenbereich waren wichtige Punkte der Ortsveranstaltung am 22. Oktober. Für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) setzten sich 15 Bürgerinnen und Bürger mit der aktuellen Situation der Gemeinde Unterpleichfeld und der Ortsteile Burggrumbach, Rupprechtshausen und Hilpertshausen auseinander und diskutierten wichtige Themen für die Zukunft der Kommune und der Region.

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Unterpleichfeld sei eine lebenswerte und überwiegend christlich geprägte Gemeinde, mit einer kinderreichen Bevölkerung, wo die Vereinsarbeit wie etwa beim Sport- und beim Musikverein sehr gut laufe, was auch für die Integration der Neubürger wichtig sei. „Man hat hier alles, was man für das Familienleben braucht“, wurde zu Beginn deutlich gemacht. Weitere Stärken liegen für die Teilnehmer in der gesunden Grund- und Mittelschule, wo noch frisch gekocht werde, in der Partnerschaft mit Frankreich, den vorhandenen Bankfilialen, im berühmten Krautfest, im geschichtlichen Arbeitskreis, in der Burg und dem Fest in Burggrumbach sowie in der dortigen Theatergruppe. Übertragbar für die ILEK-Region sei, dass die vier Ortsteile der Gemeinde freiwillig zusammengeführt werden konnten, wurde zur Entwicklung von Unterpleichfeld informiert, und dass man sich als Dorf verstehe und diesen Charakter auch erhalten möchte. Im Gegensatz zu anderen Kommunen gebe es nur wenig Leerstände – ein Problem, das vor allem im südlichen Landkreis eine Rolle spiele, war sich die Runde einig. Die Leute seien hier offen und viele engagieren sich für die Asylbewerber, wie die rege Teilnahme einer Veranstaltung bewiesen habe, die vor wenigen Tagen zur Bildung eines Helferkreises stattfand, wurde als Beispiel genannt. Als Anregung zu diesem Thema wurde aufgenommen, mehr Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen und die Möglichkeiten für sozialen Wohnungsbau auf dem Land zu diskutieren.
Lob gab es für die gute Seniorenarbeit, die über die Kirchen und ehrenamtlich organisiert ist. Benötigt werde jedoch eine Tagespflege, wie es sie auch in anderen Orten bereits gebe. Vor vielen Jahren war Unterpleichfeld in diesem Bereich bereits mit der Einführung der Sozialstation Vorreiter, wurde erklärt. Die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten in den Ortsteilen werden über die intakten Nachbarschaftshilfen kompensiert. Außerdem werde die Versorgung der Älteren noch von den vielen jungen Familien übernommen, die in der Gemeinde leben. „Bei uns funktioniert alles etwas anders,“ wurden sehr selbstbewusst die positiven Aspekte zusammengefasst.
Ausführlicher wurden die Rolle der aktiven, modernen Landwirtschaft diskutiert und die ökonomischen Vorteile der Spezialisierung und der Sonderkulturen aufgezeigt, die in der Gemeinde charakteristisch sind. Weitere Pluspunkte werden im relativ hohen Anteil der Biolandwirtschaft und den Ab-Hof-Einkaufsmöglichkeiten bzw. Bauernläden gesehen. Positiv wird auch die Nahwärmenutzung zweier Biogasanlagen eingeschätzt. Von den vormals vier Krautfabriken im Ort habe leider keine überlebt, wurde hingegen verwiesen. Für den eher privaten Gebrauch und für das Krautfest produziere aber noch ein Landwirt.

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Weil die guten Böden zu wertvoll seien und nicht überall neue Wohn- und Gewerbegebiete entstehen sollten, wurde das Flächensparen angemahnt und ein Flächenmanagement als Zukunftsaufgabe für die gesamte Region vorgeschlagen. Dabei sollen auch die Ausgleichsflächen berücksichtigt werden, die in der Regel durch Bautätigkeiten notwendig werden. Hierfür wurde die Idee eines Flächenpools eingebracht, um die Ersatz- und Ausgleichsflächen verträglicher gestalten zu können. Wichtig sei auch, die Böschungen insektenfreundlicher sauber zu machen und insbesondere die Böschungen an den Bauchläufen anzulegen und wieder mehr zu pflegen.
Weil heutzutage immer mehr der Bezug zur Landwirtschaft verloren gehe, wurden Möglichkeiten überlegt, mit denen „sie auch in 20 Jahren noch akzeptiert wird“, aber auch darauf verwiesen, dass es sich um ein gesellschaftliches Problem handle: „Der Mensch schätzt es erst, wenn es weg ist“, wurde bemängelt. Die anwesenden Landwirte sind aber schon jetzt bei der Schule und beim Kindergarten aktiv und stellen beispielsweise einen privaten Garten zur Verfügung, wurde ausgeführt. Anderseits gebe es aber auch Menschen, die sich wieder für das Mähen mit Sense oder das Schleifen auf dem Wetzstein begeistern ließen, lautete eine andere Idee. Auch alte Gerätschaften aus Landwirtschaft oder alte Trachtentücher sind bei Privatleuten noch vorhanden und im Rahmen des ILEKs sollte überlegt werden, wie diese Dinge für die nächsten Generationen erhalten werden können, wurde angemerkt. Ebenso wie bei den vorhergehenden Ortsveranstaltungen wurde das Problem des Wasserverbrauchs und des Grundwasserspiegels festgehalten und die zukünftige Wassernutzung als regionales Zukunftsthema eingebracht.
Angesprochen wurde auch das „Reizthema“ der verschmutzten Wege. Die Konflikte, die durch die kombinierten Wirtschaftswege zwischen Landwirten und Radfahrern manchmal auftauchen, könnten jedoch nur durch gegenseitige Rücksichtnahme entschärft werden. Um keine Zeit zu verlieren und weil erste Pläne schon vorliegen, möchte man beim Kernwegenetz, das über das ILEK erarbeitet werden soll, schnell in die Umsetzung kommen und den Unterpleichfelder Bereich als Pilotprojekt vorschlagen.
Eher ungewöhnlich muten die Bauwagen an, die auf Privatgelände stehen und von mehreren Jugendgruppen genutzt werden. Diese „Bauwagenkultur“ habe schon eine gewisse Tradition in der Gemeinde und könne aufgrund der Optik und dem Autoverkehr auch kritisch gesehen werden, insbesondere beim Auffangbecken, weil dort kein WC vorhanden sei, war die Meinung. Anderseits sei das Ganze noch überschaubar, „man kennt sich noch“ und steht zu seiner Jugend, wurde positiv angemerkt. Kritisch wurde der Urbanisierungstrend angesprochen, der bei der Jugend und in Deutschland zunehme, weil alle in die Stadt gingen und meinten, das auf dem Land nichts los ist, lautete die Erläuterung. Deshalb sei es wichtig, das gesellschaftliche Leben im Ort zu erhalten sowie das Ehrenamt und die Vereine zu stärken, wozu vielleicht auch das ILEK einen Beitrag leisten könne, wurde betont.
Als Vorteil wurden die zentrale Lage in Deutschland und die Nähe zu Würzburg sowie die gute Verkehrsanbindung zur Autobahn und per Bahn gesehen. Neben der Landwirtschaft rechnet die Runde das vorhandene Handwerk und das verträgliche Gewerbe zur wichtigen Infrastruktur. Viele Dienstleister seien vor Ort, die man rund um das eigene Haus einsetzen könne, war die Einschätzung. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung wurde die Bundesstraße 19 jedoch differenziert als „Fluch und Segen zugleich“ bewertet. Nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt, die zur Zeit in Unterpleichfeld läuft, hoffen die Anwesenden auf eine ebenso schöne Ortsdurchfahrt wie in Burggrumbach.
Ähnlich wie in der Nachbargemeinde Bergtheim fehlt in Unterpleichfeld jedoch eine Gaststätte im Ort, wurde als Problem genannt. Ansonsten steht nur die Sportgaststätte im Sportheim des TSV zur Verfügung. Ehrenamtlich wird noch eine Gaststätte beim VfR Burggrumbach betrieben und sonntags ist Frühschoppen im Pfarrheim – natürlich nach der Kirche, wurde ergänzt.
In Bezug auf die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden wurde das Nachdenken über gemeinsame Bauhöfe sowie eine Zusammenlegung der Feuerwehren angeregt. Für den Sitz eines  „interkommunalen Standesamtes“ könnte Unterpleichfeld das ehemalige Pfarrhaus in der Ortsmitte anbieten, so eine abschließende Anregung.

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Treffpunkt im Ort für Alt und Jung – Diskussion in Oberpleichfeld

„Wir brauchen einen Treffpunkt im Ort, wo Alt und Jung zusammen kommen – dann lassen sich auch all die anderen Probleme gemeinsam lösen“, fasste ein Teilnehmer am Schluss die Ortsveranstaltung treffend zusammen, die am 14. Oktober im Oberpleichfelder Pfarrheim stattfand. Die knapp 30 Bürgerinnen und Bürger brachten bei der Stärken/Schwächen-Diskussion, die für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept „Würzburger Norden“ stattfand, auch einige neue Aspekte ein, die vorher noch nicht in der Gemeinde thematisiert waren. Um für den vorgeschlagenen Treff im Ort gleich Nägel mit Köpfen machen zu können, wurde für Anfang November ein weiteres Treffen ins Auge gefasst. Den konkreten Termin will Bürgermeisterin Martina Rottmann noch ausmachen und dann mitteilen.

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„Hier leben nette Menschen und es gibt noch einen dörflichen Charakter“ wurde von der Diskussionsrunde gleich zu Beginn positiv eingeschätzt. Man sei eine attraktive Wohnortgemeinde und verfüge über ein schönes Ortsbild, zwei gute Metzgereien, einen Kindergarten und Kinderspielplatz. Pluspunkte gab es auch für die Bürgermeisterin und dafür, dass die Gemeinde noch selbstständig ist und die VG mit der Nachbargemeinde Bergtheim gut funktioniere. Weitere Stärken sieht die Diskussionsrunde in den Vereinen mit Sport und Feuerwehr, im Sportheim und den Sportanlagen sowie in den Ortsfesten, jedoch wurde bemängelt, dass die Feste außer dem Fischfest nicht mehr gut besucht werden. Gelobt wurde das ehrenamtliche Engagement und die aktive Kirchgemeinde, die beispielsweise Seniorennachmittage anbiete. Für die älteren Bürger fehle jedoch ein offener Treff, wurde als Problem aufgezeigt und damit auch der Wunsch verbunden, die sozialen Kontakte darüber fördern zu können. „Denn bislang treffen sich die Senioren nur noch auf dem Friedhof“, wurde erklärt. Als zukünftiger Treffpunkt wurde die alte Schule neben dem Rathaus ins Spiel gebracht. Für die Mittagsversorgung könnte die Gaststätte im Ort gefragt werden, war eine weitere Idee. Um Alt und Jung stärker zusammen zu bringen, wurde ein Mehrgenerationenhaus als Gedanke eingebracht. Auch das Thema Flüchtlinge könne in Zukunft Bedeutung für Oberpleichfeld bekommen, lautete ein weiterer Hinweis.
Ebenfalls angesprochen wurde das Thema „Mobilität im Alter“ und die Bedeutung für die Lebensqualität der älteren Menschen. Weil der ÖPNV hauptsächlich nach Würzburg ausgerichtet sei und Ost-West-Verbindungen fehlten, falle es älteren Menschen schwer, die Busse zum Einkaufen und für den Arztbesuch zu nutzen, wurde erläutert. Ausführlicher wurde hierzu die Idee eines Bürgerbusses diskutiert und als positives Bespiel die Busverbindung Volkach – Dettelbach genannt.
Als kleiner Ort könne man heutzutage nur wenig der Jugend bieten, lautete eine weitere Feststellung, was auch an den vielfältigen Interessen der Jugendlichen liege. Als weiterer Grund wurde die relative Stadtnähe angeführt, die positiv gewertet wurde, aber auch dazu beitrage, dass die jungen Leute lieber die Angebote in der Stadt wahrnehmen würden und auch ihren Freundeskreis dort hätten. Bei den Vereinen tauchen bereits Nachwuchsprobleme auf, sowohl für die Vereinsorganisation als auch, um Mannschaften zusammen zu bekommen, war ein weiterer Punkt. Zur Lösung wurde angeregt, Verbindungen zu den Nachbarvereinen aufzunehmen, wie bereits beim Musikverein geschehen, der sich mit Bergtheim zusammengeschlossen hat. Allerdings müsse dies unbedingt auf freiwilliger Basis geschehen und von den Vereinen selber kommen, wurde ergänzt.

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Weil für die Zukunft Leerstände in der Ortslage befürchtet werden, sehen die Teilnehmer in den Bau- und Umnutzungsmöglichkeiten im Ort ein wichtiges Zukunftsthema, „sonst stirbt der Ort aus“, wurde gesagt. Kritisiert wurden jedoch die höheren Kosten im Vergleich zum Neubaugebiet und die strengen Auflagen und Regeln, die von Seiten der Baugenehmigung für den Innenbereich erlassen würden: „Da verliert man den Mut“, musste ein Bürger aus leidvoller Erfahrung bekennen.
Ausbaufähig sind noch die Radwege, etwa von Oberpleichfeld nach Bergtheim und Prosselsheim, war ein weiterer Aspekt. Gewünscht werden zusätzlich straßenbegleitende Radwege, um schneller und direkter von einem Ort zu anderen zu gelangen. Das befestigte Wegenetz wurde insgesamt als gut eingeschätzt. Zum Problem, dass die Wege durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge verschmutzt und dadurch für Radfahrer und Fußgänge kaum noch nutzbar sind, gab es anschauliche Beispiele. Allerdings habe sich diese Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert und man müsse eben aufeinander mehr Rücksicht nehmen, wurde empfohlen. Für Spaziergänge sei der schöne Wiesengrund geeignet, wurde hinzugefügt. Ein weiterer Wunsch: Die Schaffung eines Freibades oder Badesees, wofür sich als Standort der Bereich zwischen zwischen Oberpleichfeld und Bergtheim eignen würde.
Diskutiert wurde auch der landwirtschaftliche Bereich und der Schutz der Kulturlandschaft. Die fruchtbaren Böden, die schnurgeraden Feldstücke und, dass es noch Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe gebe, wurden als Stärken gesehen. Auch der gute Pachtpreis, der sich hier erziele lasse, sei positiv, zumindest für denjenigen, der nicht mehr landwirtschaftlich tätig sein müsse, wie ein Rentner schmunzelnd bekannte. Angesprochen wurde der hohe Wasserbedarf der Sonderkulturen und die aktuelle Wassersituation in diesem Sommer. Wie auch schon bei der Ortsveranstaltung im Rimpar regten die Teilnehmer an, im Rahmen des ILEKs noch einmal auf regionaler Ebene zu diskutieren, ob und inwieweit das Grundwasser bereits gefährdet ist und welche Maßnahmen zum zukünftigen Schutz notwendig sind, z.B. eine verstärkte Nutzung des Brauchwassers. Kritisch wurde die hohe Anzahl der Biogasanlagen und die damit verbundenen Monokulturen im Feld bzw. der Maisanbau angesprochen. Ein weiterer Kritikpunkt waren die gemeindeeigenen Grünflächen in der Flur, die früher einmal extra angelegt worden sind, um ökologisch wertvolle Bereiche zu schaffen, jetzt aber nicht mehr gepflegt werden. Wichtige Hinweise gab es zum landwirtschaftlichen Kernwegenetz, das über das ILEK erarbeitet und umgesetzt werden soll. Um aufwendige Planungskosten zu sparen, schlug die Moderatorin Ulrike Lilienbecker die Bildung einer Arbeitsgruppe vor, bei der die betroffenen Landwirte mitarbeiten sollen, um den zukünftigen Wegebedarf genauer erfassen zu können. Innovative Lösungen wünscht sich die Runde vor allem bei der späteren Umsetzung des Wegekonzeptes, weil z.B. die heutzutage erforderliche Verbreiterung bestimmter Feldwege nur über eine Flurbereiningung laufen könne und dies unter Umständen schwierig und viel Zeit in Anspruch nehme.
Die Wiederherstellung der ehemalige landschaftsprägenden Birnbaumallee, die die Kreisstraße nach Seligenstadt säumte, soll deshalb auch unabhängig von den Wegenetz umgesetzt werden, war die Meinung.
Ein spezielles Anliegen ist der Teilnehmerrunde die unübersichtliche Kreuzung der Kreisstraßen WÜ 3 und WÜ 5, die dringend entschärft werden müsse. Um kleinere Schäden an Gehwegen oder innerörtlichen Straßen ausbesserrn zu können, wurde ein überörtlicher Bautrupp vorgeschlagen, der kurzfristig Ausbesserungen vornehmen könne, bevor die Schäden zu groß würden.

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Bustour durch die zehn Mitgliedsgemeinden zum Auftakt

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„Würzburger Norden. Mehr als Kraut und Rüben“ lautet das selbstbewusste und pfiffige Motto, unter dem die zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld zukünftig im nördlichen Landkreis Würzburg eng zusammenarbeiten wollen. Grundlage dieser kommunalen Allianz ist das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept – kurz ILEK, ein umsetzungsorientiertes Handlungsprogramm, das nun in den kommenden Monaten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern für das Gebiet erarbeitet wird. Zur ILEK-Auftaktveranstaltung am Freitagabend, den 18. September kamen knapp 90 Teilnehmer aus den beteiligten Gemeinden in das Sportheim Oberpleichfeld, um sich über das gemeinsame Vorhaben zu informieren und beim ILEK-Prozess aktiv mitzumachen.

Begleitet wird das Konzept vom Leitenden Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken. Er zeigte die Spielregeln der interkommunalen Zusammenarbeit auf, die in der Freiwilligkeit und Gleichwertigkeit der beteiligten Kommunen bestehen, egal ob es sich um eine große oder kleine Kommune handle. Der Schwerpunkt eines ILEKs liegt aus seiner Sicht in der Erarbeitung und Verwirklichung ganz konkreter Projekte und es sei wichtig, frühzeitig lieber mit kleinen Schritten zu beginnen, als sich an schwierigen Themen „festzubeissen“: „Was wollen Sie in den nächsten zehn Jahren angehen?“ laute deshalb die wichtigste Frage für die kommenden Monate, die Herr Waldmann direkt an die Zuhörer richtete und sie aufforderte, sich intensiv an den kommenden Veranstaltungen und Workshops zu beteiligen. „Frische Ideen – auch mal gespinnerte“ seien jetzt gefragt.

Auf die Vorteile der Zusammenarbeit gingen der stellvertretende Landrat Armin Amrehn und der Landtagsabgeordnete Manfred Ländner näher, die für die Kommunen heutzutage immer wichtige werde, um Ressourcen zu bündeln und die vorhandene Potenziale der Region besser nutzen zu können. Beide wünschten dem ILEK viel Erfolg und boten ihre Unterstützung an.

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„Alle ILEK-Veranstaltungen sind komplett öffentlich“, informierte Ulrike Lilienbecker vom begleitenden Fachbüro. Für das aktive Mitmachen der Bürgerinnen und Bürger sind bereits im Oktober jeweils eine Diskussionsveranstaltung pro Gemeinde geplant. Anschließend findet am 11. November eine Strategiewerkstatt in Rimpar statt, bei der die Stärken und Schwächen zusammengefasst und die gemeinsamen Ziele für die Zukunft diskutiert werden. Darauf aufbauend wird es regionale Themen- bzw. Projektworkshops Anfang nächsten Jahres geben. Die Veranstaltungen sind jeweils öffentlich und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Die einzelnen Termine zu den kommenden Veranstaltungen werden in den Amtsblättern und der Tagespresse angekündigt. Außerdem sind sie auf der Internetseite unter www.wuerzburger-norden.de zu finden, wo auch über den Fortgang der ILEK-Erarbeitung jeweils aktuell berichtet wird und ein Newsletter abonniert werden kann, damit alle auf dem Laufenden bleiben, kündigte Frau Lilienbecker an.
Für den gemütlichen Ausklang der Veranstaltung bei „Wurscht und Kraut“ sorgte der Sportverein Oberpleichfeld.

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Viel Applaus gab es für die spannende Bus-Exkursion, die bereits zuvor am Nachmittag durch alle Orte und die Ortsteile des Allianzgebietes führte und den mitfahrenden Bürgermeistern Gelegenheit bot, vor Ort über die aktuelle Entwicklung ihrer Gemeinde zu informieren. „Das hat toll funktioniert und war ein gelungener ILEK-Auftakt“, resümierte der Bürgermeister von Bergtheim, Konrad Schlier, als Sprecher der Gemeinden. Ihn freute besonders, Einblicke in die Gemeinden bekommen und den Zusammenhalt in der Region gefördert zu haben. „Eigentlich kennt man ja den Würzburger Norden, aber so habe ich die Orte noch nicht gesehen und viele neue Aspekte erfahren“, bekannte ein Exkusionsteilnehmer freimütig.

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Trotz unterschiedlicher Größe und Struktur der eher ländlich geprägten und der Vorstadtgemeinden wurden auf der Exkursionstour Ansatzpunkte sichtbar, wie man sich interkommunal austauschen und zusammenarbeiten kann. So können die gezeigten und gelungenen Beispiele der Dorf- und Stadterneuerung in Dipbach (Dorfplatz mit Brunnen), Kürnach (Dorfmitte und Revitalisierung Gaststätte Stern), Oberpleichfeld, Opferbaum (barrierefreier Dorfplatz), Rieden (altes Rathaus) und Rimpar (alte Knabenschule) Anregungen für Estenfeld, Güntersleben und Prosselsheim geben, wo solche Maßnahmen aktuell und in den nächsten Jahren weiter geplant sind. Im Vorbeifahren wurde auf die Spielpätze bzw. Kinderkrippen/Kindergärten in Eisenheim, Erbshausen-Sulzwiesen und Gramschatz sowie die Senioreneinrichtungen in Estenfeld und Rimpar hingewiesen. Im Zuge der neuen Wohnbaugebiete bzw. einer Erweiterung bestehender Baugebiete, die für viele Allianz-Gemeinden aktuell ein Thema sind, muss die Infrastruktur entsprechend angepasst und ausgebaut werden. Strategisch unterschiedlich läuft jedoch die Vermarktung der Bauplätze, so in Güntersleben durch ein notarielles Losverfahren, was nachahmenswert ist.

Auf der anderen Seite gibt noch Baulücken und ungenutzte Grundstücke, die aber Privaten gehören und meist nicht dem Immobilienmarkt zur Verfügung stehen. Einen anderen Weg gehen deshalb Eisenheim und Kürnach: Die Bürgermeister der beiden Gemeinden wollen mit speziellen Fördersatzungen für die Innenentwicklung, Anreize für die Eigentümer und Bauherren schaffen. Ein weiteres Problem sind die fehlenden Gaststätten in einigen Gemeinden bzw. dass es nur noch eine Sportgaststätte gibt (Bergtheim, Hausen, Unterpleichfeld). Ebenso nicht mehr vorhandene Einkaufsmöglichkeiten sind ein Problem. Eisenheim plant zur Zeit einen Dorfladen, wo auch ein Treffpunkt für die Bürger entstehen soll. In Burggrumbach will der Blumenladen eventuell ein Café anbieten. Eine ganz neuer Supermarkt entsteht hingegen beim Ortseingang Kürnach an der Pleichfelder Straße.

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Ein übergreifendes Thema ist das ländliche Wegenetz (auch für Rad- und Ortsverbindungswege), das anhand der großen Landwirtschaftsbetriebe in Unterpleichfeld und Prosselsheim (Gut Juliusspital und KWS Saatzucht) sowie der Bewirtschaftung in Oberpleichfeld deutlich gemacht wurde. Für Prosselsheim wurde ein Rundweg „Wo kommt unser Essen her?“ vorgeschlagen, um die Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft wieder stärker ins Bewusstsein zu bringen. Vorbild könnte eventuell der teichwirtschaftliche Beispielsbetrieb in Maidbronn sein. Weitere Verknüpfungen ergeben sich über die Themen Tourismus (Weinorte Ober- und Untereisenheim, Augustinerkloster Fährbrück sowie Gramschatz mit rund 2.000 Übernachtungen pro Jahr aufgrund Autobahnabfahrt) und Freizeit/Naherholung (Estenfeld Wasserspielplatz, Gramschatzer Wald, Güntersleben Ochsengrund, Kürnach Bachrundweg).

Hohe verkehrliche Belastungen in der Ortslage wurden in Güntersleben und Rimpar angesprochen, in Bergtheim und Unterpleichfeld werden zur Zeit die Ortsdurchfahrten der Bundesstraße 19 saniert. Die Anbindung mit dem ÖPNV spielt in Bergtheim, Hausen, Oberpleichfeld und Prosselsheim eine Rolle, die überlegen, einen Bürgerbus als zusätzliches Mobilitätsangebot für die Senioren einzurichten. Hier hat Rimpar bereits unterschiedliche Erfahrungen gemacht, auf die man zurückgreifen kann. Der Bürgerbus fährt dort nur noch bis Maidbronn. Wichtig sind auch die Bahnhöfe in Bergtheim und Seligenstadt, die viele Pendler nutzen, um schneller nach Würzburg zu gelangen. In Seligenstadt muss der Park & Ride-Parkplatz unbedingt vergrößert werden. Die größeren Gewerbegebiete befinden sich in Estenfeld und Kürnach, in Rimpar hat der Technologiepark seinen Sitz. Bergtheim und Hausen planen ein neues Gewerbegebiet bzw. eine Erweiterung an der Autobahnausfahrt Gramschatzer Wald.

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Ein besonderer Dank gilt dem Seniorchef des Busunternehmens Schmitt aus Zeuzleben, der den Exkursionsbus sicher durch die verwinkelten Ortslagen manövrierte und auch die kniffligsten Engstellen ohne Beule passierte.