Ein Wegekonzept für die nächsten Jahre auf den Weg bringen – Projektgruppe schließt Lücken bei wichtigen Feld- und Radwegen

Rund 50 Landwirte, Jagd- und Forstleute, Gemeinderäte sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten das zweite Treffen der Projektgruppe „Zukünftiges Wegenetz“ am 24. Februar in Prosselsheim, um am begonnenen Wegekonzept für den Würzburger Norden weiterzuarbeiten. Den Schwerpunkt bildeten diesmal die Lückenschlüsse zu den jeweiligen Nachbargemeinden und der Ausbaubedarf bei den Radwegen. Noch während der aktuell laufenden Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) soll damit die zukünftige Sanierung und der Ausbau wichtiger Feldwege vorbereitet werden.

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Zu Beginn informierte der Leitende Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken ausführlicher über die Anforderungen der sogenannten landwirtschaftlichen Kernwege. Weil jedoch die finanziellen Zuschüsse in den nächsten ein, zwei Jahren bereits gebunden sind, gestaltet sich die Umsetzung schwierig, wie Herr Waldmann nicht verschweigen konnte. Neben den Landesmitteln können alternativ auch Mittel der Europäischen Union eingesetzt werden, allerdings zu einem deutlich niedrigeren Fördersatz von 60 Prozent der Nettokosten im Vergleich zu den 65 Prozent der bayerischen Finanzierungsrichtlinie plus 10 Prozent ILEK-Bonus. Eine weitere Schwierigkeit besteht im Problem des Grunderwerbs, der in den meisten Fällen für die geforderten Qualitätsanforderungen notwendig sein wird, jedoch nicht gefördert wird. Diese eher ernüchternde Perspektive ließ die Projektgruppe aber nicht davon abhalten, am begonnenen Wegekonzept weiter zu arbeiten, das die Grundvoraussetzung für eine zukünftige Förderung darstellt. Für den konkreten Förderantrag ist dann jeweils ein konkreter Bauentwurf für den konkreten Wegeausbau gefordert.

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Anhand von vorbereiteten Karten im Maßstab 1:25.000 wurden diesmal insbesondere die Lückenschlüsse zu den Nachbargemeinden überprüft und versucht, mögliche Konflikte mit Radfahrern durch eine Entflechtung von Kernwegen und stärker frequentierten bzw. überregional bedeutsamen Radwegen zu erreichen.
„Wir wollen die Chance nutzen und das Wegekonzept für die nächsten Jahre auf den Weg bringen“, fasste der Bürgermeister von Bergtheim, Konrad Schlier, als Sprecher der Gemeinden die Aufgabenstellung der Projektgruppe zusammen, um vorbereitet zu sein, „wenn plötzlich wieder Geld da ist“. Außerdem seien intelligente Lösungen zur Umsetzung gefragt und Notmaßnahmen an der einen oder anderen Stelle, hob er hervor. Neben Kernwegen sind auch 2,5 bzw. drei Meter breite Wirtschaftswege in Kombination mit Rad- und Wanderwegen förderfähig, was als weitere Alternative eingeschätzt wird und auch von Seiten des Landkreises und des Zweckverbandes Erholungs- und Wandergebiet Würzburg bis zur Höchstförderung von 90 Prozent kofinanziert werden kann. Im Nachgang wurde noch auf Jagdgenossenschaften verwiesen, die Beiträge zur Pflege und Unterhaltung von Wegen leisten können. In Prosselsheim übernimmt die Jagdgenossenschaft beispielsweise 30 Prozent der Kosten, wurde erläutert. Die Frage, ob die Bauhöfe für den Wegebau eingesetzt werden können, wurde hingegen kritisch gesehen. Die Bauhöfe hätten andere Aufgaben, war die Meinung, und könnten höchstens für bestimmte Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen der Wege eingesetzt werden. Falls ein Bauhof eigesetzt werde, entfalle auch das Gewährleistungsrecht, wurde angemahnt.
Ebenfalls mit aufgenommen wurden diesmal die Radwege. Auch hier gibt es noch Bedarf für Erneuerung und Ausbau. Lückenschlüsse sind z.B. noch zwischen Bergtheim und Erbshausen notwendig. Ein weiteres Thema waren die Fuß- und Spazierwege in der Flur. Vor allem für ältere Bürger haben dorfnahe Spazierwege Bedeutung, die zu einem kleinen Rundgang um die Ortschaft einladen und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Ein zukünftiger Aspekt werden Mountainbikewege sein, die für die Gemeinden nahe bei Würzburg und im Gramschatzer Wald eine Rolle spielen.
Ausführlicher wurde über Konflikte zwischen Landwirtschaft und Freizeitnutzer diskutiert und auf Hinweisschilder als Beispielmaßnahme verwiesen, die an den entsprechenden Wegen zur gegenseitigen Rücksicht mahnen. Mancher Rad- oder auch Traktorfahrer würde sich einfach stur verhalten und wolle nicht von der Stelle weichen. Problematisch sei auch das Musikhören mit Ohrenstöpseln, was dazu führen kann, dass herannahende Fahrzeuge nicht oder zu spät wahrgenommen werden. „Miteinander auskommen“ sei hier das wichtigste und die meisten würden sich eigentlich auch richtig verhalten, lautet die abschließende Einschätzung.

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Moderne Landwirtschaft und Flächenmanagement – Diskussion in Unterpleichfeld

Die Landwirtschaft in Unterpleichfeld und der Umgang mit Flächen im Innen- und Außenbereich waren wichtige Punkte der Ortsveranstaltung am 22. Oktober. Für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) setzten sich 15 Bürgerinnen und Bürger mit der aktuellen Situation der Gemeinde Unterpleichfeld und der Ortsteile Burggrumbach, Rupprechtshausen und Hilpertshausen auseinander und diskutierten wichtige Themen für die Zukunft der Kommune und der Region.

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Unterpleichfeld sei eine lebenswerte und überwiegend christlich geprägte Gemeinde, mit einer kinderreichen Bevölkerung, wo die Vereinsarbeit wie etwa beim Sport- und beim Musikverein sehr gut laufe, was auch für die Integration der Neubürger wichtig sei. „Man hat hier alles, was man für das Familienleben braucht“, wurde zu Beginn deutlich gemacht. Weitere Stärken liegen für die Teilnehmer in der gesunden Grund- und Mittelschule, wo noch frisch gekocht werde, in der Partnerschaft mit Frankreich, den vorhandenen Bankfilialen, im berühmten Krautfest, im geschichtlichen Arbeitskreis, in der Burg und dem Fest in Burggrumbach sowie in der dortigen Theatergruppe. Übertragbar für die ILEK-Region sei, dass die vier Ortsteile der Gemeinde freiwillig zusammengeführt werden konnten, wurde zur Entwicklung von Unterpleichfeld informiert, und dass man sich als Dorf verstehe und diesen Charakter auch erhalten möchte. Im Gegensatz zu anderen Kommunen gebe es nur wenig Leerstände – ein Problem, das vor allem im südlichen Landkreis eine Rolle spiele, war sich die Runde einig. Die Leute seien hier offen und viele engagieren sich für die Asylbewerber, wie die rege Teilnahme einer Veranstaltung bewiesen habe, die vor wenigen Tagen zur Bildung eines Helferkreises stattfand, wurde als Beispiel genannt. Als Anregung zu diesem Thema wurde aufgenommen, mehr Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen und die Möglichkeiten für sozialen Wohnungsbau auf dem Land zu diskutieren.
Lob gab es für die gute Seniorenarbeit, die über die Kirchen und ehrenamtlich organisiert ist. Benötigt werde jedoch eine Tagespflege, wie es sie auch in anderen Orten bereits gebe. Vor vielen Jahren war Unterpleichfeld in diesem Bereich bereits mit der Einführung der Sozialstation Vorreiter, wurde erklärt. Die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten in den Ortsteilen werden über die intakten Nachbarschaftshilfen kompensiert. Außerdem werde die Versorgung der Älteren noch von den vielen jungen Familien übernommen, die in der Gemeinde leben. „Bei uns funktioniert alles etwas anders,“ wurden sehr selbstbewusst die positiven Aspekte zusammengefasst.
Ausführlicher wurden die Rolle der aktiven, modernen Landwirtschaft diskutiert und die ökonomischen Vorteile der Spezialisierung und der Sonderkulturen aufgezeigt, die in der Gemeinde charakteristisch sind. Weitere Pluspunkte werden im relativ hohen Anteil der Biolandwirtschaft und den Ab-Hof-Einkaufsmöglichkeiten bzw. Bauernläden gesehen. Positiv wird auch die Nahwärmenutzung zweier Biogasanlagen eingeschätzt. Von den vormals vier Krautfabriken im Ort habe leider keine überlebt, wurde hingegen verwiesen. Für den eher privaten Gebrauch und für das Krautfest produziere aber noch ein Landwirt.

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Weil die guten Böden zu wertvoll seien und nicht überall neue Wohn- und Gewerbegebiete entstehen sollten, wurde das Flächensparen angemahnt und ein Flächenmanagement als Zukunftsaufgabe für die gesamte Region vorgeschlagen. Dabei sollen auch die Ausgleichsflächen berücksichtigt werden, die in der Regel durch Bautätigkeiten notwendig werden. Hierfür wurde die Idee eines Flächenpools eingebracht, um die Ersatz- und Ausgleichsflächen verträglicher gestalten zu können. Wichtig sei auch, die Böschungen insektenfreundlicher sauber zu machen und insbesondere die Böschungen an den Bauchläufen anzulegen und wieder mehr zu pflegen.
Weil heutzutage immer mehr der Bezug zur Landwirtschaft verloren gehe, wurden Möglichkeiten überlegt, mit denen „sie auch in 20 Jahren noch akzeptiert wird“, aber auch darauf verwiesen, dass es sich um ein gesellschaftliches Problem handle: „Der Mensch schätzt es erst, wenn es weg ist“, wurde bemängelt. Die anwesenden Landwirte sind aber schon jetzt bei der Schule und beim Kindergarten aktiv und stellen beispielsweise einen privaten Garten zur Verfügung, wurde ausgeführt. Anderseits gebe es aber auch Menschen, die sich wieder für das Mähen mit Sense oder das Schleifen auf dem Wetzstein begeistern ließen, lautete eine andere Idee. Auch alte Gerätschaften aus Landwirtschaft oder alte Trachtentücher sind bei Privatleuten noch vorhanden und im Rahmen des ILEKs sollte überlegt werden, wie diese Dinge für die nächsten Generationen erhalten werden können, wurde angemerkt. Ebenso wie bei den vorhergehenden Ortsveranstaltungen wurde das Problem des Wasserverbrauchs und des Grundwasserspiegels festgehalten und die zukünftige Wassernutzung als regionales Zukunftsthema eingebracht.
Angesprochen wurde auch das „Reizthema“ der verschmutzten Wege. Die Konflikte, die durch die kombinierten Wirtschaftswege zwischen Landwirten und Radfahrern manchmal auftauchen, könnten jedoch nur durch gegenseitige Rücksichtnahme entschärft werden. Um keine Zeit zu verlieren und weil erste Pläne schon vorliegen, möchte man beim Kernwegenetz, das über das ILEK erarbeitet werden soll, schnell in die Umsetzung kommen und den Unterpleichfelder Bereich als Pilotprojekt vorschlagen.
Eher ungewöhnlich muten die Bauwagen an, die auf Privatgelände stehen und von mehreren Jugendgruppen genutzt werden. Diese „Bauwagenkultur“ habe schon eine gewisse Tradition in der Gemeinde und könne aufgrund der Optik und dem Autoverkehr auch kritisch gesehen werden, insbesondere beim Auffangbecken, weil dort kein WC vorhanden sei, war die Meinung. Anderseits sei das Ganze noch überschaubar, „man kennt sich noch“ und steht zu seiner Jugend, wurde positiv angemerkt. Kritisch wurde der Urbanisierungstrend angesprochen, der bei der Jugend und in Deutschland zunehme, weil alle in die Stadt gingen und meinten, das auf dem Land nichts los ist, lautete die Erläuterung. Deshalb sei es wichtig, das gesellschaftliche Leben im Ort zu erhalten sowie das Ehrenamt und die Vereine zu stärken, wozu vielleicht auch das ILEK einen Beitrag leisten könne, wurde betont.
Als Vorteil wurden die zentrale Lage in Deutschland und die Nähe zu Würzburg sowie die gute Verkehrsanbindung zur Autobahn und per Bahn gesehen. Neben der Landwirtschaft rechnet die Runde das vorhandene Handwerk und das verträgliche Gewerbe zur wichtigen Infrastruktur. Viele Dienstleister seien vor Ort, die man rund um das eigene Haus einsetzen könne, war die Einschätzung. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung wurde die Bundesstraße 19 jedoch differenziert als „Fluch und Segen zugleich“ bewertet. Nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt, die zur Zeit in Unterpleichfeld läuft, hoffen die Anwesenden auf eine ebenso schöne Ortsdurchfahrt wie in Burggrumbach.
Ähnlich wie in der Nachbargemeinde Bergtheim fehlt in Unterpleichfeld jedoch eine Gaststätte im Ort, wurde als Problem genannt. Ansonsten steht nur die Sportgaststätte im Sportheim des TSV zur Verfügung. Ehrenamtlich wird noch eine Gaststätte beim VfR Burggrumbach betrieben und sonntags ist Frühschoppen im Pfarrheim – natürlich nach der Kirche, wurde ergänzt.
In Bezug auf die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden wurde das Nachdenken über gemeinsame Bauhöfe sowie eine Zusammenlegung der Feuerwehren angeregt. Für den Sitz eines  „interkommunalen Standesamtes“ könnte Unterpleichfeld das ehemalige Pfarrhaus in der Ortsmitte anbieten, so eine abschließende Anregung.

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Identität und Lebensqualität im Dorf und der Region – Diskussion in Kürnach

Die Identität der Gemeinde und wie sich die Lebensqualität erhalten und vielleicht noch weiter verbessern lässt, waren zentrale Punkte bei der Ortsveranstaltung in Kürnach, die am 7. Oktober im Alten Rathaus für das Integrierte Landliche Entwicklungskonzept „Würzburger Norden“ stattfand. Neben einer Diskussion der gemeindlichen Stärken und Schwächen griffen die knapp 20 Bürgerinnen und Bürger auch wichtige Fragestellungen auf, die für alle zehn ILEK-Gemeinden in Zukunft stärkere Bedeutung bekommen können.

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Kürnach sei eine junge und beliebte Wohngemeinde, habe keine Leerstände, verfüge über eine „tolle“ Infrastruktur und habe als eine der wenigen noch Gaststätten mit hohem Niveau im Ort, lauteten den ersten Hinweise. Auch der Kindergarten, die Schule und die Vereine wurden als Stärken genannt, beispielsweise das Jugendblasorchester, das für ein schönes Musikleben über den Ort hinaus sorge, und der Sportverein mit vielen Sparten und der Tanzgruppe. Über Kindergarten, Schule und Vereine sowie die Nachbarschaft, die in Kürnach gepflegt werde, laufe auch die Integration der Neubürger: „Wer sich hier einbringen will, kann sofort loslegen und ist schnell integriert, wenn er möchte“, wurde die Identität zur Gemeinde erläutert, die in Zukunft immer wichtiger werde. Allerdings gebe es nach wie vor Unterschiede zwischen Alt- und Neubürgern, was auch an den starken familiären und verwandtschaftlichen Beziehungen liege sowie darin, dass jedes der Neubaugebiete, die seit den 1960er Jahren entstanden sind, seine eigene Entwicklung angefangen von jungen Familien bis zur älteren Elterngeneration durchlaufen habe, wurde angemerkt. Im Zusammenhang mit der Identität tauchte die spannende Frage auf, ob man sich noch „gefühlt als Dorf“ oder schon eher „stadtnah“ verstehe, wozu es in der Diskussionsrunde erstmal keine eindeutige Meinung gab – zumal man durch die gute Verkehrsanbindung von Kürnach schneller in Würzburg sei als von einem Stadtteil aus. Weil heutzutage in Deutschland und auch in Bayern jedoch immer mehr Menschen in die konkurrierenden Ballungsräume München, Frankfurt am Main und Nürnberg ziehen, wurde angeregt, die Identitätsfrage in größerem Maßstab und als Zukunftsthema für das gesamte ILEK-Gebiet zu diskutieren: „Was heißt denn Dorf und ländlicher Raum? Was heißt Ballungsraum?“ sollte gefragt werden, um das Regionalverständnis besser klären zu können.
„Heute schon an übermorgen denken“ will die Runde bei der Seniorenversorgung, die in der Gemeinde über das Seniorenzentrum, die Caritas, verschiedene Freizeitangebote der Kirche und die Gruppe Aktiv-50 Plus, wo rund 30 Senioren mitmachen, gut organisiert ist. Weil die Zahl der älteren Menschen zunehmen werde, müssten in Zukunft die Bedürfnisse der Senioren auf dem Land stärker berücksichtig werden, wurde angeführt. Auch sei der Begriff „Senioren“ zu differenzieren, etwa in eher aktive oder schon gebrechliche Menschen. Da manchem älteren Bürger das Haus schon zu groß und die Arbeit zur Last falle, bestehe potentiell die Gefahr der Abwanderung nach Würzburg, wo es mehr Angebote für das Wohnen im Alter gebe, wurde ergänzt. Ein Thema, das ebenfalls alle ILEK-Gemeinden betreffe und noch viel Entwicklungspotential für die Zukunft biete, sei die Innenentwicklung. Das Sanierungskonzept der Gemeinde wurde als vorbildlich eingeschätzt, auch wenn die angestrebte Nachverdichtung im Detail zum Teil schwierig sei und viel Durchhaltevermögen vom Eigentümer, Bauherrn und Architekten verlange, wurde an einem Sanierungsbeispiel in der Ortsmitte deutlich gemacht.

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Thematisiert wurde der Wandel zur industriellen Landwirtschaft und die Zunahme des Anbaus von Sonderkulturen. Um mögliche negativen Folgen für das Landschaftsbild und die „fränkische Vielfalt“ zu verhindern, wurde vorgeschlagen, den Erhalt der Kulturlandschaft und der kleinbäuerlichen Struktur als Ziel im ILEK-Konzept aufzunehmen. Auch das Vieh sei heutzutage nicht mehr vorhanden oder sichtbar und es gebe einen ungleichen Wettbewerb um Bioenergie- und Windkraftstandorte, wurde kritisiert. Positiv sei die Entwicklung hingegen bei den Hecken und Grünstreifen, die in den letzten Jahren auch durch Flurbereinigungen zugenommen haben, war die Meinung. Einen wichtigen Ansatzpunkt sehen die Teilnehmer deshalb darin, das Bewusstsein für die Landwirtschaft zu stärken und beispielsweise über Schilder und Tafeln wieder den Bezug zur Natur und zur Landwirtschaft zu vermitteln. Ein wichtige Rolle können dabei die Erlebnisbauernhöfe in der Region und die Naturtage im Kindergarten spielen. Als weitere Idee wurde die Aktivierung eines Schulgartens eingebracht. Auch würde es sich lohnen, die Themen Lebensmittel und Ernährung für das gesamte ILEK-Gebiet zu diskutieren und dazu eventuell ein Erlebniszentrum analog zum Walderlebniszentrum Gramschatz einzurichten, wurde angeregt. Mehrwert für die Region könnte sich auch durch die Aufbereitung der Geschichte der einzelnen Orte, der Sprache und der Flurnamen ergeben: „Wo kommen wir her?“, laute ein wichtige Zukunftsfrage, bei der auch die Heimatvereine eingebunden werden sollen.
Im Verbund mit den Nachbargemeinden wurde angeregt, mehr Angebote für Kinder ab 10 Jahren zu entwickeln. Als Beispiele wurden ein Bolz- oder Minigolf-Platz genannt. Um die Jugendlichen bei der Planung solcher Anlagen einzubinden, könnte in Kürnach ein „Park der Generationen“ als Mitmachprojekt für alle entstehen. Positiv wird auch das Kultur- und Freizeitangebot bewertet. Ausbaubar wäre noch das Radwegnetz und der Bachrundweg, wurde gesagt. Ein Teilnehmer schlug eine Bogen-Schieß-Anlage vor.
Unterschiedlich wurden die Gewerbegebiete der Gemeinde gesehen, die einerseits für Arbeitsplätze und Nahversorgung sorgen, anderseits jedoch zur Zersiedlung und zur Zerstörung von Natur und Landschaft beitragen. Lob gab es hingeben für die Diskussionskultur und den Umgang mit der Bürgerinitiative, die vor kurzem einen Bürgerentscheid zum neuen Gewerbegebiet erwirkte. Zukünftiges Profilierungspotential wird in einer Ausrichtung als ökologische bzw. Erneuerbare-Energie-Gemeinde gesehen sowie in den Themen Verkehrsentlastung und weniger Verkehr, etwa auch durch eCarsharing. Angesprochen wurden auch die Planung der Bundesstraße 26 neu und der dreistreifige Ausbau der Autobahn 7 inklusive Lärmschutzwänden, um den Autobahnlärm reduzieren zu können, der auch in einigen Bereichen von Kürnach zur Beeinträchtigung der Lebensqualität führe.

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Familienfreundlichkeit und Infrastruktur im Fokus – Diskussion in Rimpar

„Eigentlich sind die Bürger zufrieden“, lautete gleich zu Beginn das Fazit der ersten Ortsveranstaltung für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) „Würzburger Norden“, die am 1. Oktober in Rimpar stattfand. Für viele der über 20 Bürgerinnen und Bürger, die im Rittersaal des Grumbachschlosses zusammengekommen waren, um sich mit den Stärken und Schwächen der Marktgemeinde und ihren Ortsteilen Gramschatz und Maidbronn auseinanderzusetzen, liegt das an der Familienfreundlichkeit der Gemeinde mit dem guten Kita-Angebot, dem Kindergarten, der Grund- und Mittelschule und der Krabbelgruppe, was alles heutzutage auch für Neubürger wichtig sei und dazu beiträge, „hier eine gute Heimat zu finden“. Auch schätzt man die sehr gute Infrastruktur, die Alte Knabenschule, das Gemeindeblatt „Rimpar aktuell“ sowie die ärztliche Versorgung und die Einkaufsmöglichkeiten im Hauptort. Weitere Pluspunkte sind die Anbindung an die Autobahn und die gute Taktfrequenz der Busse nach Würzburg. Positiv sehen die Diskussionsteilnehmer die funktionierende Nachbarschaftshilfe und das ehrenamtliche Engagement. Der Seniorenrat sei vorbildlich, weil er als einer von zweien im Landkreis richtig gewählt werde und auf Augenhöhe zum Gemeinderat stehe, weshalb er den anderen ILEK-Gemeinden zur Nachahmung empfohlen wird.

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Als Problem wurden jedoch die hohen Grundstückspreise identifiziert und dass einige „Freunde Mitte 30“ bereits in die Nachbargemeinden abgewandert seien. Deshalb habe die Wohnraumfrage Bedeutung. Im Rahmen der Städtebauförderung setzt Rimpar bereits strategisch auf die Innenentwicklung – auch um einer drohenden Entkernung durch Neubaugebiete auf der grünen Wiese vorzubeugen -, hat aber auch noch erheblichen Sanierungsbedarf im Altort sowie insgesamt 288 Baulücken, die aber meist Privaten gehören, die nicht verkaufen wollen, wurde informiert. Deshalb wurde angeregt, die verschiedenen Fördermöglichkeiten für Bauherrn zukünftig noch besser zu bewerben. Vor allem durch die Nähe zur Stadt Würzburg und dem Klinikum habe man Chancen, wie ein junge Ärztin berichten konnte, die erst vor kurzem aus der Stadt rausgezogen war. Um sich in der Gemeinde wohlzufühlen, würde aber noch eine Art Treffpunkt oder Café fehlen, wo sich ungezwungen das „urbane Leben“ abspielen könne, wurde gewünscht. Ein Bürger unterstützte hingegen die Ansiedlung von weiteren Gewerbebetrieben, um Arbeitsplätze zu schaffen.
Auch in Gramschatz und Maidbronn stehen noch Investitionen in die Häuser aus, wurde deutlich gemacht. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung sei das ähnlich wie in Rimpar jedoch schwierig, weil „alles noch durch die Orte geht“, wurde kritisiert. Insbesondere das ländlich geprägte Gramschatz habe durch den zunehmenden Schwerlastverkehr von Forst, Landwirtschaft und einem nahe gelegenen Gießwerk zu leiden: „Die Ruhe, die man hier eigentlich erwartet, gibt es durch die vier Durchgangsstraßen nicht mehr“, wurde gesagt. Als Idee wurde deshalb ein barrierefreier Spazierweg bzw. ein befestigter Rundweg vorgeschlagen, um auch älteren Leuten mehr Lebensqualität im Dorf zu bieten.
In Gramschatz ist der Zusammenhalt besonders ausgeprägt, wo ein intakte Dorfgemeinschaft bestehe und viele Einwohner gleich in mehreren Vereinen sowie im Vereinsring aktiv sind. So konnte der kürzlich dichtgemachte Laden und die damit fehlende Infrastruktur durch eine Belieferung über einen auswärtigen Bäcker teilweise per Bestellannahme kompensiert werden, wurde als Beispiel aufgezeigt.
Erstaunlich ist, dass im kleinsten Ortsteil noch zwei Gaststätten existieren und hier jedes Jahr rund 2.000 Übernachtungen erzielt werden. Der Grund dafür liegt jedoch in der Autobahnnähe, wurde erläutert: Urlauber, die in Richtung Süden unterwegs sind, legen im Dorf einen Übernachtungsstopp vor ihrer Weiterfahrt ein. Ausbaufähig sei der See in Gramschatz, wo sich ein Rundweg anbieten würde. Ein Bürger aus dem Ort hat Kenntnis von einem versteckten Keltendorf und alten Hügelgräbern, weshalb auch angeregt wurde, über die weitere touristische Entwicklung von Gramschatz genauer nachzudenken. Als Problem steht dem jedoch entgegen, dass die Gaststätten auch in Gramschatz meist nur abends geöffnet haben, was für Urlauber weniger attraktiv ist.

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Hingegen ist in Maidbronn ein „kleiner Kern“ aktiv, die sich um die Feuerwehr, den Sportverein und die weiteren Vereine kümmert, wurde erklärt. Stolz ist man hier auf die Tanzgarde und den Fasching. Außerdem sei der Kindergarten sehr beliebt und der teichwirtschaftliche Beispielsbetrieb für Besucher und Schulklassen interessant, weshalb der Bezirk Unterfranken als Eigentümer beim ILEK einbezogen werden sollte. Entwicklungsbedarf gebe es bei der ehemaligen Gaststätte mit Biergarten, wo früher die Pleichach vorbeifloss, nun aber der Bereich eher verschlammt ist. Eine mögliche Renaturierung der Pleichach und Reaktivierung des Areals stoße dort aber noch auf private Interessen, wurde ausgeführt. Abhilfe könnte eventuell auch ein Gewässerentwicklungskonzept schaffen, dessen Erarbeitung eingebracht wurde.
Kritisch wurde hingegen die Grundwasserentnahme durch die Landwirtschaft eingeschätzt und empfohlen, das Thema Grundwasserschutz regional bzw. überregional zu behandeln sowie im ILEK als wichtiges Zukunftsthema im Sinne der Nachhaltigkeit aufzunehmen. Zum Thema Wasser und Nachhaltigkeit gehört auch die eigene Wasserversorgung, die für die Hälfte der Gemeinde besteht und als Stärke gewertet wurde. Auch im Bereich der Photovoltaik habe man einiges vorzuweisen. Bedenken wurde am Staatsforst Gramschatzer Wald geäußert, wo augenscheinlich zuviel abgeholzt werde, war die Meinung. Weniger intensiv verlaufe die Holznutzung hingegen im Kommunalwald, um die Bewirtschaftung nachhaltiger gestalten zu können, wurde dargestellt. Der Wunsch deshalb auch hier: Den Staatsforst beim ILEK mit einbinden, auch wenn er als gemeindefreies Gebiet streng genommen nicht dazugehört.
Pluspunkte gab es für die kulturellen Angebote, die Partnerschaft mit der Bretagne und die Sehenswürdigkeiten, wie das Grumbachschloss, die Kirche und den Riemenschneideraltar, die fünf Museen, das Walderlebniszentrum Gramschatz und den Weinberg Kobel. Weil jedoch manches gar nicht so sehr bekannt sei und auch noch mehr Besucher und Nachfrage benötige, wurde vorgeschlagen, ein Kultur-Konzept zu entwickeln und es auf den gesamten nördlichen Landkreis auszuweiten, um das Ausflugspotential von Würzburg besser ausnutzen zu können. Auch das neue Museumsnetzwerk des Landkreises müsse eingebunden werden, lautete ein weiterer Hinweis. Ein Teilnehmer regte an, im Zusammenhang mit der Kultur die Vereine stärker zu fördern und ein Leitbild für die gesamte Marktgemeinde zu entwickeln. Interessant wären auch weitere Kulturwege, wie sie über das Archäologische Spessartprojekt der Uni Würzburg aufgebaut worden sind. Die noch vorhandenen Lücken bei den Radwegen sollen über die Verbesserung des Wegennetzes geschlossenen werden. Wichtig sind der Diskussionsrunde die Sportanlagen und die „Rimparer Wölfe“, die ein Ausrufezeichen erhielten. Relativ hoch ist auch die Anzahl der aktiven Vereine. Allerdings gebe wie bei vielen Vereinen aktuell Nachwuchsprobleme, insbesondere für die Vereinsaufgaben und die Vereinsorganisation.

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Bustour durch die zehn Mitgliedsgemeinden zum Auftakt

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„Würzburger Norden. Mehr als Kraut und Rüben“ lautet das selbstbewusste und pfiffige Motto, unter dem die zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld zukünftig im nördlichen Landkreis Würzburg eng zusammenarbeiten wollen. Grundlage dieser kommunalen Allianz ist das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept – kurz ILEK, ein umsetzungsorientiertes Handlungsprogramm, das nun in den kommenden Monaten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern für das Gebiet erarbeitet wird. Zur ILEK-Auftaktveranstaltung am Freitagabend, den 18. September kamen knapp 90 Teilnehmer aus den beteiligten Gemeinden in das Sportheim Oberpleichfeld, um sich über das gemeinsame Vorhaben zu informieren und beim ILEK-Prozess aktiv mitzumachen.

Begleitet wird das Konzept vom Leitenden Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken. Er zeigte die Spielregeln der interkommunalen Zusammenarbeit auf, die in der Freiwilligkeit und Gleichwertigkeit der beteiligten Kommunen bestehen, egal ob es sich um eine große oder kleine Kommune handle. Der Schwerpunkt eines ILEKs liegt aus seiner Sicht in der Erarbeitung und Verwirklichung ganz konkreter Projekte und es sei wichtig, frühzeitig lieber mit kleinen Schritten zu beginnen, als sich an schwierigen Themen „festzubeissen“: „Was wollen Sie in den nächsten zehn Jahren angehen?“ laute deshalb die wichtigste Frage für die kommenden Monate, die Herr Waldmann direkt an die Zuhörer richtete und sie aufforderte, sich intensiv an den kommenden Veranstaltungen und Workshops zu beteiligen. „Frische Ideen – auch mal gespinnerte“ seien jetzt gefragt.

Auf die Vorteile der Zusammenarbeit gingen der stellvertretende Landrat Armin Amrehn und der Landtagsabgeordnete Manfred Ländner näher, die für die Kommunen heutzutage immer wichtige werde, um Ressourcen zu bündeln und die vorhandene Potenziale der Region besser nutzen zu können. Beide wünschten dem ILEK viel Erfolg und boten ihre Unterstützung an.

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„Alle ILEK-Veranstaltungen sind komplett öffentlich“, informierte Ulrike Lilienbecker vom begleitenden Fachbüro. Für das aktive Mitmachen der Bürgerinnen und Bürger sind bereits im Oktober jeweils eine Diskussionsveranstaltung pro Gemeinde geplant. Anschließend findet am 11. November eine Strategiewerkstatt in Rimpar statt, bei der die Stärken und Schwächen zusammengefasst und die gemeinsamen Ziele für die Zukunft diskutiert werden. Darauf aufbauend wird es regionale Themen- bzw. Projektworkshops Anfang nächsten Jahres geben. Die Veranstaltungen sind jeweils öffentlich und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Die einzelnen Termine zu den kommenden Veranstaltungen werden in den Amtsblättern und der Tagespresse angekündigt. Außerdem sind sie auf der Internetseite unter www.wuerzburger-norden.de zu finden, wo auch über den Fortgang der ILEK-Erarbeitung jeweils aktuell berichtet wird und ein Newsletter abonniert werden kann, damit alle auf dem Laufenden bleiben, kündigte Frau Lilienbecker an.
Für den gemütlichen Ausklang der Veranstaltung bei „Wurscht und Kraut“ sorgte der Sportverein Oberpleichfeld.

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Viel Applaus gab es für die spannende Bus-Exkursion, die bereits zuvor am Nachmittag durch alle Orte und die Ortsteile des Allianzgebietes führte und den mitfahrenden Bürgermeistern Gelegenheit bot, vor Ort über die aktuelle Entwicklung ihrer Gemeinde zu informieren. „Das hat toll funktioniert und war ein gelungener ILEK-Auftakt“, resümierte der Bürgermeister von Bergtheim, Konrad Schlier, als Sprecher der Gemeinden. Ihn freute besonders, Einblicke in die Gemeinden bekommen und den Zusammenhalt in der Region gefördert zu haben. „Eigentlich kennt man ja den Würzburger Norden, aber so habe ich die Orte noch nicht gesehen und viele neue Aspekte erfahren“, bekannte ein Exkusionsteilnehmer freimütig.

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Trotz unterschiedlicher Größe und Struktur der eher ländlich geprägten und der Vorstadtgemeinden wurden auf der Exkursionstour Ansatzpunkte sichtbar, wie man sich interkommunal austauschen und zusammenarbeiten kann. So können die gezeigten und gelungenen Beispiele der Dorf- und Stadterneuerung in Dipbach (Dorfplatz mit Brunnen), Kürnach (Dorfmitte und Revitalisierung Gaststätte Stern), Oberpleichfeld, Opferbaum (barrierefreier Dorfplatz), Rieden (altes Rathaus) und Rimpar (alte Knabenschule) Anregungen für Estenfeld, Güntersleben und Prosselsheim geben, wo solche Maßnahmen aktuell und in den nächsten Jahren weiter geplant sind. Im Vorbeifahren wurde auf die Spielpätze bzw. Kinderkrippen/Kindergärten in Eisenheim, Erbshausen-Sulzwiesen und Gramschatz sowie die Senioreneinrichtungen in Estenfeld und Rimpar hingewiesen. Im Zuge der neuen Wohnbaugebiete bzw. einer Erweiterung bestehender Baugebiete, die für viele Allianz-Gemeinden aktuell ein Thema sind, muss die Infrastruktur entsprechend angepasst und ausgebaut werden. Strategisch unterschiedlich läuft jedoch die Vermarktung der Bauplätze, so in Güntersleben durch ein notarielles Losverfahren, was nachahmenswert ist.

Auf der anderen Seite gibt noch Baulücken und ungenutzte Grundstücke, die aber Privaten gehören und meist nicht dem Immobilienmarkt zur Verfügung stehen. Einen anderen Weg gehen deshalb Eisenheim und Kürnach: Die Bürgermeister der beiden Gemeinden wollen mit speziellen Fördersatzungen für die Innenentwicklung, Anreize für die Eigentümer und Bauherren schaffen. Ein weiteres Problem sind die fehlenden Gaststätten in einigen Gemeinden bzw. dass es nur noch eine Sportgaststätte gibt (Bergtheim, Hausen, Unterpleichfeld). Ebenso nicht mehr vorhandene Einkaufsmöglichkeiten sind ein Problem. Eisenheim plant zur Zeit einen Dorfladen, wo auch ein Treffpunkt für die Bürger entstehen soll. In Burggrumbach will der Blumenladen eventuell ein Café anbieten. Eine ganz neuer Supermarkt entsteht hingegen beim Ortseingang Kürnach an der Pleichfelder Straße.

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Ein übergreifendes Thema ist das ländliche Wegenetz (auch für Rad- und Ortsverbindungswege), das anhand der großen Landwirtschaftsbetriebe in Unterpleichfeld und Prosselsheim (Gut Juliusspital und KWS Saatzucht) sowie der Bewirtschaftung in Oberpleichfeld deutlich gemacht wurde. Für Prosselsheim wurde ein Rundweg „Wo kommt unser Essen her?“ vorgeschlagen, um die Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft wieder stärker ins Bewusstsein zu bringen. Vorbild könnte eventuell der teichwirtschaftliche Beispielsbetrieb in Maidbronn sein. Weitere Verknüpfungen ergeben sich über die Themen Tourismus (Weinorte Ober- und Untereisenheim, Augustinerkloster Fährbrück sowie Gramschatz mit rund 2.000 Übernachtungen pro Jahr aufgrund Autobahnabfahrt) und Freizeit/Naherholung (Estenfeld Wasserspielplatz, Gramschatzer Wald, Güntersleben Ochsengrund, Kürnach Bachrundweg).

Hohe verkehrliche Belastungen in der Ortslage wurden in Güntersleben und Rimpar angesprochen, in Bergtheim und Unterpleichfeld werden zur Zeit die Ortsdurchfahrten der Bundesstraße 19 saniert. Die Anbindung mit dem ÖPNV spielt in Bergtheim, Hausen, Oberpleichfeld und Prosselsheim eine Rolle, die überlegen, einen Bürgerbus als zusätzliches Mobilitätsangebot für die Senioren einzurichten. Hier hat Rimpar bereits unterschiedliche Erfahrungen gemacht, auf die man zurückgreifen kann. Der Bürgerbus fährt dort nur noch bis Maidbronn. Wichtig sind auch die Bahnhöfe in Bergtheim und Seligenstadt, die viele Pendler nutzen, um schneller nach Würzburg zu gelangen. In Seligenstadt muss der Park & Ride-Parkplatz unbedingt vergrößert werden. Die größeren Gewerbegebiete befinden sich in Estenfeld und Kürnach, in Rimpar hat der Technologiepark seinen Sitz. Bergtheim und Hausen planen ein neues Gewerbegebiet bzw. eine Erweiterung an der Autobahnausfahrt Gramschatzer Wald.

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Ein besonderer Dank gilt dem Seniorchef des Busunternehmens Schmitt aus Zeuzleben, der den Exkursionsbus sicher durch die verwinkelten Ortslagen manövrierte und auch die kniffligsten Engstellen ohne Beule passierte.