Zukünftiger Ortsmittelpunkt und die Naherholungsfunktion der Gemeinde – Diskussion in Estenfeld

Wie das Herz der Gemeinde zukünftig entwickelt werden kann und die Möglichkeiten zur Naherholung waren einige der Schwerpunkte der Ortsveranstaltung am 29. Oktober in Estenfeld. Für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) nahmen knapp 30 Bürgerinnen und Bürger ihre Stadtrandkommune mit dem Ortsteil Mühlhausen genauer unter die Lupe und zeigten Punkte für die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden auf.

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Die Weiße Mühle, die Kartause Engelgarten, die alte St.-Mauritius-Kirche und insgesamt 185 Kleinode wurden zur Beginn von den Teilnehmern als Stärken genannt, mit denen der besondere Charakter der Gemeinde näher beschreiben wurde. Gelobt wurde das rege Vereinsleben der über 40 Vereine und beispielsweise der sehr starke Sportverein mit 1.500 Mitgliedern und die Sängervereiningung 1890 hervorgehoben, wo viele Veranstaltungen und private Feiern im Sängerheim stattfinden. Für größere Kirchenkonzerte, auch einmal als Kontrastprogramm würde sich die Kirche anbieten, wurde vorgeschlagen. Einige Veranstaltungen laufen auch bereits über den Kulturherbst des Landkreises, wurde ergänzt. Wie überall gebe es aber auch hier Probleme, Jugendliche ab einem gewissen Alter für die Vereinsarbeit zu interessieren, wurde ausgeführt. Sehr gut laufe die Jugendarbeit beim KJG-Estenfeld, wo viele mitmachten und die Gruppe sich jeden Tag treffe. Um die Jugendlichen in die zukünftige Entwicklung der ILEK-Region stärker einzubinden, wurde die Durchführung einer Art Jugendkonferenz vorgeschlagen. Zu den Stärken der Gemeinden zählen die Anwesenden auch die gute Grundversorgung mit Lebensmitteln und Ärzten sowie den Kindergarten, die Grund- und Mittelschule und das Seniorenzentrum: „Vom Kind bis zum Senior ist man hier gut versorgt,“ wurde zusammengefasst.
Vorteile von Estenfeld seien die gute Verkehrslage und die Stadtnähe zu Würzburg, die man in nur fünf Minuten erreichen kann, wurde erläutert. Probleme gebe es jedoch bei der Verkehrsführung im Kernort und der Parkplatzsituation. Speziell dazu wurde die Verkehrsbelastung auf der Würzburger Straße und die Engstelle Untere Ritterstraße/Mauritiusstraße aufgegriffen. Auch der Verkehrslärm durch der Autobahn A7 und die Bundesstraße 19 neu war ein Thema. Weil die Autobahn sowohl bei West- als auch bei Ostwind deutlich hörbar sei, setzt die Runde Hoffnungen auf den geplanten sechsstreifigen Ausbau, bei dem auch Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Bei der Bundesstraße wäre eine Verlängerung der Lärmschutzwände in Richtung Würzburg sinnvoll, wurde gefordert.
Aufgrund der Stadtnähe bestehe auch ein gute Anbindung durch den ÖPNV, wurde erläutert. Auch die Schulbusse funktionierten perfekt – auch wenn die Schulkinder auf der Heimfahrt manchmal etwas länger bräuchten. Geringere Frequenzen gebe es hingegen in Mühlhausen und fehlen würde die Anbindung bei den Straßen Auf der Höhe und Triebweg, wurde ergänzt. Anders als in anderen Kommunen ist in Estenfeld die lokale Agenda-21 noch aktiv und verschiedene Arbeitskreise treffen sich regelmäßig, um bestimmte Projekte zu entwickeln. Näher beleuchtet wurde in diesem Zusammenhang der Einkaufsbus, der von den Agenda 21-Mitstreitern entwickelt worden ist und zweimal die Woche eine feste Route für die älteren Bürger aus Estenfeld und Mühlhausen anbietet. Weil im ILEK ähnliches etwa in Hausen geplant wird, wurde auch das hohe Engagement der sieben Fahrer verweisen, die nötig sind, um die Fahrten das ganze Jahr über gewährleisten zu können. Auch müsse vorher klar der Bedarf dafür ermittelt werden, lautete ein weiterer Tipp.
Um eine drohende „Verödung des Altortes“ zu vermeiden, hat die Gemeinde jetzt mit der Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) begonnen, das die Grundlage für die zukünftige Ortsentwicklung ähnlich wie im Nachbarort Kürnach, in Güntersleben und in Rimpar bilden soll. Die gute besuchte Bürgerinformationsveranstaltung fand dazu eine Woche zuvor statt, wurde informiert. Ziel sei auch, eine gute Abstimmung zwischen ISEK und ILEK zu erreichen, weshalb eine Architektin vom Fachbüro anwesend war. Um das Herz der Gemeinde weiter mit Leben zu füllen, wurde als erste Idee ein Treffpunkt im Ort eingebracht und damit der Wunsch verbunden, ein Dorfcafé oder eine Eisdiele dort anzusiedeln – auch weil die örtliche Gastronomie nur abends geöffnet habe, wurde gesagt. Auch ein grüner Markt wurde vorgeschlagen, um die Lebensqualität zu erhöhen.

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Die Lage im Speckgürtel von Würzburg und die damit offensichtlich in Zusammenhang stehende Frage, ob man sich eher als Dorf oder Stadt verstehe, konnte die Diskussionsrunde recht klar beantworten: „Wenn wir weiter wachsen, verlieren wir unseren Charakter.“ Positiv wurde ein langsames Wachstum eingeschätzt, auch weil damit die Integration der Neubürger besser gelingen könne, wurde erklärt. Arbeitsplätze möchte man weitere etwa in der Informationstechnik und Medizin schaffen und damit die bisherige positive Entwicklung in diesen Bereichen unterstützen – die Mehrheit erteilte neuen Gewerbegebieten jedoch eine Absage. „Wir haben hier noch beides: dörfliche Struktur und Stadt,“ wurde als Vorzug und insbesondere mit Blick auf den Ortsteil Mühlhausen verdeutlicht, wo die Dorfgemeinschaft intakt sei, man sich gegenseitig kenne und helfe und über ein schönes Dorfgemeinschaftshaus verfüge, das mit viel Eigenleistung entstanden sei.
Ein weiterer Pluspunkt liegt für die Bürger in der Naherholungsfunktion, weil Natur und Wald nicht weit weg und zum Jogging oder Mountainbiken auch von den Würzburgern genutzt werden: „Hier hat sich viel getan in der letzten Zeit“, war die Einschätzung. Allerdings fehle noch eine Einkehrmöglichkeit am Bachrundweg, um dieses Ausflugsziel weiter aufwerten zu können. Auch eine Ladestation für E-Bikes wäre hier sinnvoll, wurde eingebracht. Ein Badesee und eine Übernachtungsmöglichkeit für die Gemeinde (auch für die Besucher der Senioreneinrichtung) lauten weitere Ideen. Potential wird auch für einen Wohnmobilstellplatz gesehen. Der jetzige Campingplatz werde vermutlich in den nächsten Jahren nicht weiter geführt, wusste ein Teilnehmer zu berichten. Zukünftige Profilierungschancen könnten für Estenfeld darin liegen, „Gesunde Gemeinde“ zu werden, brachte die Moderatorin Ulrike Lilienbecker ein. Diese Idee stammt aus Österreich: Es sind Gemeinden, die das Gesundheitsbewusstsein ihrer Bevölkerung unterstützen und gesundheitsfördernde Aktivitäten von Vorträgen und Kursen bis hin zur Gesunden Schule oder einem Kneippkindergarten initiieren.
Kritisch wurde hingegen angesprochen, dass Autofahrer die Flur- und Waldwege als Abkürzungen nach Rottendorf oder Dettelbach nutzten. Auch komme es immer wieder zu Konflikten zwischen Rad- und Autofahrern, manchmal sogar zwischen Radfahrern und Spaziergängern beispielsweise am Bachrundweg. Katastrophal sei die Weiterführung des Radweges ab Lengfeld Richtung Würzburger Innenstadt, wurde bemängelt. Ein Herr brachte den reparaturbedürftigen Weg Am Eichelein und die dortige Treppe zu Sprache. Das Problem soll beim Wegenetz aufgenommen werden, das im Rahmen des ILEKs angegangen werden wird. Für den 11. Januar 2016 ist bereits ein Treffen dazu verabredet. Ein weiterer Vorschlag betrifft die Werbung innerhalb der Region: Ein Teilnehmer schlug Auto-Aufkleber bzw. Werbung in den Linienbusen vor und regte an, Hinweisschilder mit Besonderheiten der einzelnen Orte aufzustellen.
Abschließend wurde die Situation des Gemeinde-Bauhofs näher beleuchtet und überlegt, welche Möglichkeiten für eine interkommunale Zusammenarbeit bestehen. Neben Aufgaben zur Erhaltung und Unterhaltung hat der hiesige Bauhof auch eigene Projekte wie zum Beispiel den Bau eines Straßenkreisels oder des Beachvolleyballplatzes durchgeführt. Konkrete Überlegungen könnten dazu in einer Runde der Bauhofleiter entwickelt werden, lautete die Anregung.

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Mobilität und Nahversorgung in der nördlichsten Gemeinde – Diskussion in Hausen

Die Randlage der ländlich geprägten Gemeinde Hausen im Landkreis und welche Auswirkungen damit für die Anbindung per ÖPNV und die Nahversorgung gegeben sind, waren wesentliche Punkte der Ortsveranstaltung für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) am 27. Oktober. Für die öffentliche Diskussion ist passend Rieden, der nördlichste Ortsteil der zehn Gemeinden im Würzburger Norden ausgewählt worden, wo knapp 40 Bürgerinnen und Bürger im Sportheim Stärken und Schwächen der drei Ortsteile und der Region zur Sprache brachten.

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Als Besonderheiten der Kommune mit den drei Ortsteilen Erbshausen-Sulzwiesen, Hausen und Rieden wurden zu Beginn die Natur im Gramschatzer Wald und die Wallfahrtskirche Fährbrück genannt und positiv insbesondere die hier lebenden Menschen, die aktiven Vereine wie Feuerwehr, die Sport- und drei Musikvereine mit dem jährlichen großen Konzert und die drei Theatergruppen hervorgehoben, und „dass sich die Einwohner engagieren“, wurde gesagt. Auch der Zusammenhalt der drei Ortsteile sei recht gut, vor allem die jüngeren Einwohner fühlten sich mehr zusammengehörig, wurde erläutert. Weitere Pluspunkte sind der Hort und die Krippe, dass es wieder eine Bäckerfiliale in Hausen und auch noch Ärzte gibt, außerdem die Treffpunkte in allen Ortsteilen, mit denen das Problem der fehlenden Gaststätten im Ort, das auch schon bei der Ortsveranstaltung in Bergtheim angesprochen wurde, recht gut kompensiert werde, war die Einschätzung. Denn heutzutage sei es eben schwierig, einen passenden Gaststättenpächter zu finden und die Gemeinde habe auch nicht genügend touristisches Potential dafür, wurde erklärt. Bedauert wurde, dass der Bioladen eines örtlichen Landwirtes geschlossen wurde. Die regionalen Produkte, die in und um Hausen angebaut werden, könnten deshalb eventuell bei der Bäckerfiliale mit angeboten werden, lautete ein Vorschlag. Als weitere Vorteile wurden der schnelle DSL-Anschluss und das Biogas-Wärmenetz in allen drei Orten sowie der Hausener Wald genannt, der für die Kommune ein Wirtschaftsfaktor sei und als Pilotprojekt zeige, wie eine zukünftige Waldbewirtschaftung funktionieren könne. Positiv wurden auch die Radwege genannt, jedoch auf den Ausbaubedarf beispielsweise beim Radweg nach Bergtheim und nach Fährbrück verwiesen. Mehr Hecken an Feldrainen und Straßen, um der Winderosion vorzubeugen, war ein weiterer Wunsch. Thema war auch der Wassermangel auf „unserer Trockenplatte“, der bereits bei anderen Ortsveranstaltungen in Zusammenhang mit dem Klimawandel und der intensiven Landwirtschaft angesprochen wurde. Eine Teilnehmerin machte das Problem anhand des Hausbrunnens deutlich, der diesen Sommer zum ersten Mal leer gelaufen sei.
Die gute Anbindung an die Autobahn A7 wurde differenziert eingeschätzt, weil die Lärmbelastung in den letzten Jahr enorm zugenommen und Erbshausen bei Stau unter dem Ausweichverkehr zu leiden habe, wurde kritisch angemerkt. Ebenfalls unterschiedlich wurde die Windkraft gesehen, wobei die Bürgerwind-Genossenschaft als Stärke genannt wurde.

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Benachteiligt fühlen sich die Bürger durch die „Drei-Länder-Situation“, womit die Randlage an der Grenze zu den Landkreisen Main-Spessart und Schweinfurt gemeint ist und die sich besonders in Rieden und beim ÖPNV-Angebot bemerkbar mache, weil keine Linienbusse zum Einkaufen in das nahgelegene Arnstein oder Werneck fahren. Auch wäre für die Schüler der Bahnhof in Eßleben, Landkreis Schweinfurt, eigentlich schneller erreichbar, um zur Realschule oder Gymnasium zu kommen, wurde ergänzt und auf den fehlenden Tarifverbund zwischen der Verkehrsgemeinschaft Schweinfurt und dem Verkehrsverbund Mainfranken verwiesen. Ebenso fehlen teilweise direkte Verbindungen zum „Zentrum“ Bergtheim und mit Blick auf das Würzburger Liniennetz wurde deshalb anschaulich gemacht: „Der letzte Kilometer ist immer der schwierigste.“ Um die Mobilität auch für die Senioren zu verbessern, wurde über das Vorhaben eines Bürgerbusses informiert, der als eine Art Kreisverkehr die drei Ortsteile anbinden und auch nach Bergtheim und Werneck fahren könnte. Um den tatsächlichen Bedarf besser abschätzen zu können, ist vor kurzem eine Bürgerbefragung durchgeführt worden. Die Initiativgruppe will nun überlegen, wie der Bürgerbus gestartet werden kann, wurde informiert. Auch auf die Erfahrungen mit den Bürgerbussen in Eisenheim und Rimpar sowie dem Einkaufsbus in Estenfeld will man dabei zurückgreifen. Ähnlich wie beim ÖPNV sei die Landkreisgrenze genauso jedoch eine Kommunikationsgrenze und wirke sich negativ bei der Mainpost-Ausgabe aus, weil man nichts von der anderen Seite erfahre, wurde bemängelt. Kritisch wurde deshalb auch die räumliche Grenze des ILEKs angesprochen und eine gute und notwendige Abstimmung mit den nördlichen Nachbarregionen angemahnt.
Im Zusammenhang mit dem ÖPNV wurden die verschiedenen Bildungseinrichtungen in der Region angesprochen und angeregt, im Rahmen des ILEKs ein Gesamtkonzept für die Grund- und Mittelschule zu überlegen. Ebenso das Thema Integration und Flüchtlinge, wurde ergänzt. Von regionaler Bedeutung sei das Kloster Fährbrück, auch weil hier vielleicht die Gefahr drohe, dass sich der Konvent auflöse und die Diözese als Eigentümer dann überlegen müsse, was dort in Zukunft passiere. In räumlicher Verbindung steht die dortige Gaststätte.
Als wichtige Zukunftsaufgabe wurde das Flächensparen aufgegriffen. Während es in der Gemeinde nur wenige bzw. einzelne leerstehende Gebäude gebe, seien die insgesamt ca. 100 ungenutzten Bauplätze das Problem, die sich aber in Privatbesitz befinden und meist nicht verkauft werden. Als Idee wurde deshalb die Datenbank zur Innenentwicklung im Schweinfurter Land eingebracht. Die Gemeindeverwaltung will demnächst einen Fragebogen an die Grundstückseigentümer versenden, um die Verkaufsbereitschaft konkret abfragen zu können, konnte informiert werden. Auch im ILEK wird das Thema aufgegriffen, wurde erläutert. Ideen sind auch noch für die ehemalige Schule in Hausen gefragt, wo ein Gesamtkonzept nötig sei, bevor mit einer Sanierung des Gebäudes begonnen werden könne, lautete ein weiter Vorschlag. Zur Zeit nutzen dort u.a. die Tagespflege und einige Vereine die Räumlichkeiten, wurde erklärt. Als Themen für die interkommunale Zusammenarbeit wurden gemeinsame Bauhöfe und Standesämter angeregt und auf mögliche Synergieeffekte bei Anschaffungen oder Ausschreibungen hingewiesen. Allerdings dürfe nicht auf die Bürgernähe verzichtet werden, „weil das Lebensqualität bedeutet“, war ein abschließender Hinweis.

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Lebensmittel Wasser und Unterstützung des Handwerks – Diskussion in Bergtheim

Der Wassermangel in der Region und die Nachwuchsprobleme der örtlichen Handwerksbetriebe waren zwei wichtige Themen, die bei der Ortsveranstaltung am 21. Oktober in Bergtheim als bedeutsam für die Gemeinde und darüber hinaus identifiziert wurden. Im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungkonzeptes (ILEK), das zur Zeit für die zehn Gemeinden des Würzburger Nordens erarbeitet wird, diskutierten knapp 20 Bürgerinnen und Bürger im Rathaus über die aktuelle Situation der drei Ortsteile Bergtheim, Dipbach und Opferbaum und zeigten Ansätze für die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit auf.
Die gute Infrastruktur, die medizinische Versorgung, die Einkaufsmärkte, die Grundschule und die Kita-Angebote im Ortsteil Bergtheim wurden als Stärken genannt und für junge Familien als besonders wichtig eingeschätzt. Ebenso positiv die Damen-Handballmannschaft, der Frankenwein, die Vereine allen voran die Sport-, Reit- und Musikvereine sowie das Freizeitangebot vor Ort und in der Region: „Wir sind landwirtschaftlich geprägt. Aber wer die Erholung sucht, ist schnell im Gramschatzer Wald oder kann im Maintal Toskana-Flair genießen“, wusste ein Teilnehmer mit Hinweis auf die guten Radwege zu erläutern. Einige Strecken wie der Betonweg nach Opferbaum müssten jedoch erneuert bzw. ergänzt werden und es komme in der Erntezeit manchmal zu Konflikten zwischen Landwirtschaft und Radfahrern, was auch an der allseits bekannten Sturheit der Franken liegen könnte, wurde schmunzelnd angemerkt. Die angesprochenen Radwege sollen bei dem Kernwegenetz berücksichtigt werden, das für die gesamte Region im Rahmen des ILEKs angegangen wird.

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Zum Nachteil der Vereine wirken sich die langen Schulzeiten und die vielfältigen Interessen der Jugendlichen aus, weshalb heutzutage vier Ortschaften benötigt werden, um eine Fußballmannschaft zusammenzubringen, wurde anschaulich gemacht. Eine negative Rolle spiele auch die zunehmende Dienstleistungsmentalität: „Viele Eltern liefern ihre Kinder nur ab und wollen selbst nichts machen“, wurde kritisiert. Als positiv wurden die drei Feuerwehren eingeschätzt, die noch in allen Ortsteilen vorhanden sind. Durch die steigenden Anforderungen an die Technik und weil viele Einwohner heutzutage auswärts arbeiten, dürfe eine mögliche Zusammenlegung der Feuerwehren in Zukunft jedoch kein Tabuthema sein – denn spätestens in zehn bis 15 Jahren werde diese Aufgabe aktuell, war eine Meinung.
Zum Erholungswert der Gemeinde trage auch der Bachweg bei, der durch die Ortslage vorbei an den noch genutzten Gärten führt, lautete ein weiterer Hinweis. Kritik gab es jedoch an Hundebesitzern, die dort das Geschäft verrichten lassen, ohne den Hundekot später wieder einzusammeln. Als Idee wurde eingebracht, die Gartentradition wieder mehr ins Bewussstein zu bringen und mittels Schautafeln zu zeigen. Ein ähnlicher Vorschlag wurde bereits bei der Ortsveranstaltung in Prosselsheim für Landwirtschaft gebracht. Den Schulgarten gibt es leider nicht mehr, auch sei der Schüleraustausch mit der französischen Partnergemeinde eingeschlafen, wurde bemängelt.
Weil der Bachlauf jedoch immer weniger Wasser führe und dies auch bereits bei der Pleichach und anderen Fließgewässern zu beobachten sei, wurde die Wasserversorgung als wichtiges Zukunftsthema aufgegriffen „Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel“, lautete mit Blick auf die aktuelle Situation und den zu erwartenden Klimawandel die Forderung. Weil der Wasserspiegel nämlich weiter absinke, seien in den trockenen Sommermonaten dieses Jahr massive Probleme bei der eigenen Trinkwasserversorgung aufgetreten, über die der Ortsteil als einer der wenigen noch verfügt – Dipbach und Opferbaum sind an das Fernwassernetz angeschlossen. In wieweit die hohen Wasserentnahmen der landwirtschaftlichen Sonderkulturen daran eine Mitschuld tragen, soll ein Pilotprojekt für Unterfranken klären, das in den nächsten Monaten gestartet wird, konnte informiert werden.

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Günstig sei für die Gemeinde auch die zentrale Lage in Bayern und Deutschland, war ein weiterer Aspekt. Anderseits habe man hier auch unter einer hohen Verkehrsbelastung durch die Bundesstraße 19 zu leiden, vor allem durch den Gewerbe- und Speditionsverkehr, wurde kritisiert. Abhilfe könnte eventuell der sechsspurige Ausbau der Autobahn 7 im Jahr 2030 schaffen. Im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrten, die zur Zeit in Bergtheim und Unterpleichfeld laufen, sind Kreisverkehre an den Ortseingängen als verkehrsdämpfende Maßnahme angedacht, wurde erläutert. Angesprochen wurden auch die Einbußen, die die Geschäfte und Gewerbetreibenden durch die derzeitige Sperrung der Ortsdurchfahrt tragen müssen. In diesem Zusammenhang wurde das für alle Kommunen wichtige Thema diskutiert, wie das örtliche Handwerk in Zukunft unterstützt und damit auch das Nachwuchsproblem gelöst werden kann. Denn schon jetzt haben einige etablierte Betreibe Probleme, Ausbildungsplätze zu besetzen und attraktiv für junge Leute zu sein, wie ein Gewerbetreibender berichten konnte. Ein wichtiger Standortfaktor ist das schnelle Internet, das in der gesamten Kommune zur Zeit ausgebaut wird. Angedacht ist auch ein neues Gewerbegebiet, welches aber vorsichtig entwickelt werden soll, um vernünftig mit den Flächenressourcen umgehen zu können, wurde argumentiert. Um das Flächensparen erreichen zu können, scheint der Vorschlag interessant, ein integriertes Gewerbegebiet für die gesamte Region zu entwickeln. Beim neuen Wohnbaugebiet bestehe Baugebot, um Baulücken zukünftig verhindern zu können, wurde ergänzt.

Die Situation der Leerstände ist in den Ortsteilen unterschiedlich. Vor allem für Opferbaum wurde die Gefahr von ungenutzten landwirtschaftlichen Anwesen in den nächsten Jahren gesehen. Es brauche mehr Phantasie auch von Seiten der Eigentümer und Erbengeneration, um das Bauen im Innenbereich zukünftig gelingen zu lassen. Es handelt sich überwiegend um Häuser, die in den 1970er Jahren modernisiert worden sind und daher keine historische Bausubstanz mehr aufweisen, wurde eingeschätzt. Auch gebe es in Opferbaum keinen Vollerwerbslandwirt mehr und für Familien mit Kindern sei der Ort wegen der fehlenden Schule bzw. dem schlechteren ÖPN-Angebot unattraktiver, wurden als Gründe angeführt. Erfreulich sei jedoch die Gaststätte in Opferbaum, die ja noch in Betrieb ist, und der neue gestaltete Marienplatz. In Dipbach stehen mehrere Häuser in der Gottfried-Eichelbrönner-Straße leer, weswegen eine einfache Dorferneuerung für diesen Bereich vorgeschlagen wurde. Positiv sind dort hingegen der Dorfplatz, das Pfarrheim und das Sportheim. Ebenso wie in Bergtheim wird in Dipbach die Vertaktung der Linienbusse als gut gewertet, die zehnmal pro Tag dort fahren – meist jedoch leer, weswegen die Gefahr bestehe, dass das gute Mobilitätsangebot in Zukunft wieder eingeschränkt werde, lautete die Ergänzung.

Erstaunlich ist, dass in einer relativ großen Gemeinde wie Bergtheim außer dem Döner und der Sportgaststätte keine Gaststätte mehr im Ort geöffnet hat, was vor allem für die Senioren problematisch sei, weil es keinen gemeinsamen Raum zum Treffen und Feiern mehr gebe, wurde gesagt. Die Pfarrheime in Dipbach und Opferbaum und die evangelische Kirche in Bergtheim kämen dafür nicht in Frage. Von den ehemals drei Gaststätten habe die erste keinen Nachfolger gefunden, die zweite werde nur noch als Pension betrieben und die dritte jetzt als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Nur noch die Sportheime stünden, wenn auch eher sporadisch, zur Verfügung. „Man hat hier zu kämpfen gehabt, seinen Kundenstamm zu halten“ lautete die ausführliche Erklärung zur fehlenden Gastronomie. Als Idee wurde eine Markthalle mit anspruchsvoller Gastronomie eingebracht, wo dann auch die regionalen Produkte wie Spargel und Obst direkt an einer zentralen Stelle vermarktet werden können. Auch mancher Verein benötigt noch kleinere und größere Räumlichkeiten zum Treffen und für Versammlungen, wurde ergänzt. Dafür kommt vielleicht bald das Foyer der Mehrzweckhalle in Frage, das demnächst zum Mehrzweckraum umgebaut wird, war ein abschließender Hinweis.

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Treffpunkt im Ort für Alt und Jung – Diskussion in Oberpleichfeld

„Wir brauchen einen Treffpunkt im Ort, wo Alt und Jung zusammen kommen – dann lassen sich auch all die anderen Probleme gemeinsam lösen“, fasste ein Teilnehmer am Schluss die Ortsveranstaltung treffend zusammen, die am 14. Oktober im Oberpleichfelder Pfarrheim stattfand. Die knapp 30 Bürgerinnen und Bürger brachten bei der Stärken/Schwächen-Diskussion, die für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept „Würzburger Norden“ stattfand, auch einige neue Aspekte ein, die vorher noch nicht in der Gemeinde thematisiert waren. Um für den vorgeschlagenen Treff im Ort gleich Nägel mit Köpfen machen zu können, wurde für Anfang November ein weiteres Treffen ins Auge gefasst. Den konkreten Termin will Bürgermeisterin Martina Rottmann noch ausmachen und dann mitteilen.

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„Hier leben nette Menschen und es gibt noch einen dörflichen Charakter“ wurde von der Diskussionsrunde gleich zu Beginn positiv eingeschätzt. Man sei eine attraktive Wohnortgemeinde und verfüge über ein schönes Ortsbild, zwei gute Metzgereien, einen Kindergarten und Kinderspielplatz. Pluspunkte gab es auch für die Bürgermeisterin und dafür, dass die Gemeinde noch selbstständig ist und die VG mit der Nachbargemeinde Bergtheim gut funktioniere. Weitere Stärken sieht die Diskussionsrunde in den Vereinen mit Sport und Feuerwehr, im Sportheim und den Sportanlagen sowie in den Ortsfesten, jedoch wurde bemängelt, dass die Feste außer dem Fischfest nicht mehr gut besucht werden. Gelobt wurde das ehrenamtliche Engagement und die aktive Kirchgemeinde, die beispielsweise Seniorennachmittage anbiete. Für die älteren Bürger fehle jedoch ein offener Treff, wurde als Problem aufgezeigt und damit auch der Wunsch verbunden, die sozialen Kontakte darüber fördern zu können. „Denn bislang treffen sich die Senioren nur noch auf dem Friedhof“, wurde erklärt. Als zukünftiger Treffpunkt wurde die alte Schule neben dem Rathaus ins Spiel gebracht. Für die Mittagsversorgung könnte die Gaststätte im Ort gefragt werden, war eine weitere Idee. Um Alt und Jung stärker zusammen zu bringen, wurde ein Mehrgenerationenhaus als Gedanke eingebracht. Auch das Thema Flüchtlinge könne in Zukunft Bedeutung für Oberpleichfeld bekommen, lautete ein weiterer Hinweis.
Ebenfalls angesprochen wurde das Thema „Mobilität im Alter“ und die Bedeutung für die Lebensqualität der älteren Menschen. Weil der ÖPNV hauptsächlich nach Würzburg ausgerichtet sei und Ost-West-Verbindungen fehlten, falle es älteren Menschen schwer, die Busse zum Einkaufen und für den Arztbesuch zu nutzen, wurde erläutert. Ausführlicher wurde hierzu die Idee eines Bürgerbusses diskutiert und als positives Bespiel die Busverbindung Volkach – Dettelbach genannt.
Als kleiner Ort könne man heutzutage nur wenig der Jugend bieten, lautete eine weitere Feststellung, was auch an den vielfältigen Interessen der Jugendlichen liege. Als weiterer Grund wurde die relative Stadtnähe angeführt, die positiv gewertet wurde, aber auch dazu beitrage, dass die jungen Leute lieber die Angebote in der Stadt wahrnehmen würden und auch ihren Freundeskreis dort hätten. Bei den Vereinen tauchen bereits Nachwuchsprobleme auf, sowohl für die Vereinsorganisation als auch, um Mannschaften zusammen zu bekommen, war ein weiterer Punkt. Zur Lösung wurde angeregt, Verbindungen zu den Nachbarvereinen aufzunehmen, wie bereits beim Musikverein geschehen, der sich mit Bergtheim zusammengeschlossen hat. Allerdings müsse dies unbedingt auf freiwilliger Basis geschehen und von den Vereinen selber kommen, wurde ergänzt.

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Weil für die Zukunft Leerstände in der Ortslage befürchtet werden, sehen die Teilnehmer in den Bau- und Umnutzungsmöglichkeiten im Ort ein wichtiges Zukunftsthema, „sonst stirbt der Ort aus“, wurde gesagt. Kritisiert wurden jedoch die höheren Kosten im Vergleich zum Neubaugebiet und die strengen Auflagen und Regeln, die von Seiten der Baugenehmigung für den Innenbereich erlassen würden: „Da verliert man den Mut“, musste ein Bürger aus leidvoller Erfahrung bekennen.
Ausbaufähig sind noch die Radwege, etwa von Oberpleichfeld nach Bergtheim und Prosselsheim, war ein weiterer Aspekt. Gewünscht werden zusätzlich straßenbegleitende Radwege, um schneller und direkter von einem Ort zu anderen zu gelangen. Das befestigte Wegenetz wurde insgesamt als gut eingeschätzt. Zum Problem, dass die Wege durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge verschmutzt und dadurch für Radfahrer und Fußgänge kaum noch nutzbar sind, gab es anschauliche Beispiele. Allerdings habe sich diese Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert und man müsse eben aufeinander mehr Rücksicht nehmen, wurde empfohlen. Für Spaziergänge sei der schöne Wiesengrund geeignet, wurde hinzugefügt. Ein weiterer Wunsch: Die Schaffung eines Freibades oder Badesees, wofür sich als Standort der Bereich zwischen zwischen Oberpleichfeld und Bergtheim eignen würde.
Diskutiert wurde auch der landwirtschaftliche Bereich und der Schutz der Kulturlandschaft. Die fruchtbaren Böden, die schnurgeraden Feldstücke und, dass es noch Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe gebe, wurden als Stärken gesehen. Auch der gute Pachtpreis, der sich hier erziele lasse, sei positiv, zumindest für denjenigen, der nicht mehr landwirtschaftlich tätig sein müsse, wie ein Rentner schmunzelnd bekannte. Angesprochen wurde der hohe Wasserbedarf der Sonderkulturen und die aktuelle Wassersituation in diesem Sommer. Wie auch schon bei der Ortsveranstaltung im Rimpar regten die Teilnehmer an, im Rahmen des ILEKs noch einmal auf regionaler Ebene zu diskutieren, ob und inwieweit das Grundwasser bereits gefährdet ist und welche Maßnahmen zum zukünftigen Schutz notwendig sind, z.B. eine verstärkte Nutzung des Brauchwassers. Kritisch wurde die hohe Anzahl der Biogasanlagen und die damit verbundenen Monokulturen im Feld bzw. der Maisanbau angesprochen. Ein weiterer Kritikpunkt waren die gemeindeeigenen Grünflächen in der Flur, die früher einmal extra angelegt worden sind, um ökologisch wertvolle Bereiche zu schaffen, jetzt aber nicht mehr gepflegt werden. Wichtige Hinweise gab es zum landwirtschaftlichen Kernwegenetz, das über das ILEK erarbeitet und umgesetzt werden soll. Um aufwendige Planungskosten zu sparen, schlug die Moderatorin Ulrike Lilienbecker die Bildung einer Arbeitsgruppe vor, bei der die betroffenen Landwirte mitarbeiten sollen, um den zukünftigen Wegebedarf genauer erfassen zu können. Innovative Lösungen wünscht sich die Runde vor allem bei der späteren Umsetzung des Wegekonzeptes, weil z.B. die heutzutage erforderliche Verbreiterung bestimmter Feldwege nur über eine Flurbereiningung laufen könne und dies unter Umständen schwierig und viel Zeit in Anspruch nehme.
Die Wiederherstellung der ehemalige landschaftsprägenden Birnbaumallee, die die Kreisstraße nach Seligenstadt säumte, soll deshalb auch unabhängig von den Wegenetz umgesetzt werden, war die Meinung.
Ein spezielles Anliegen ist der Teilnehmerrunde die unübersichtliche Kreuzung der Kreisstraßen WÜ 3 und WÜ 5, die dringend entschärft werden müsse. Um kleinere Schäden an Gehwegen oder innerörtlichen Straßen ausbesserrn zu können, wurde ein überörtlicher Bautrupp vorgeschlagen, der kurzfristig Ausbesserungen vornehmen könne, bevor die Schäden zu groß würden.

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Gemeinschaftssinn und Weltoffenheit – Diskussion in Prosselsheim

„Wir sind ein aktives Dorf – kein Schlafdorf“, konnten knapp 30 Bürgerinnen und Bürger bei der Ortsveranstaltung in Prosselsheim behaupten, die am 5. Oktober in der Amtskellerei im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) „Würzburger Norden“ stattfand und die Aufgabe hatte, Stärken und Schwächen der ländlich geprägten Gemeinde und der Ortsteile Püssensheim und Seligenstadt genauer unter die Lupe zu nehmen.
Für die Teilnehmer zeichnet sich die Gemeinde durch einen Gemeinschaftssinn und das aktive Vereinsleben aus, wozu der Sportverein und die tolle Faschingsveranstaltung, die Feuerwehr und die Helfer vor Ort sowie der Musikverein und die Musikgruppe gerechnet werden. Zu den Stärken zählen auch das aktive Kirchenleben und der Bibelgarten in Prosselsheim sowie die örtliche Geschichte, etwa als eines der ältesten Zentgerichte in Franken, wurde ergänzt. Bekannt sei das Dorf durch den Dorfbrunnen in der Ortsmitte, der im Rahmen der geplanten Dorferneuerung wieder attraktiver gestaltet werden müsse, lautete der Hinweis. Auch die Bushaltestelle müsse dann verbessert werden. Bereits vorbildlich saniert sind die Amtskellerei in Prosselsheim und das Gemeindehaus in Püssensheim.

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„Hier ist der Mensch noch Mensch“ wurde weiter eingeschätzt und der ansässige Menschenschlag sei weltoffen, was sich darin zeige, dass Fremde willkommen sind, wie eine zugezogene Dame unterstreichen konnte. Außerdem gibt es einen Helferkreis Asyl, der sich um die Flüchtlinge kümmere, die seit einiger Zeit in der ehemaligen Gaststätte untergebracht sind. Allerdings würden noch weitere Paten gesucht, wurde gesagt. Potential gebe es noch beim weiteren Zusammenwachsen der drei Ortsteile. Aber man fühle sich zusammengehörig und der Gemeinderat halte fest zusammen, wurde bekundet.
Für Belebung im Ort sorgten auch die vielen Kinder. Im Jahr 2007 wurden sogar die meisten Kinder von ganz Bayern hier in Bezug zur Einwohnerzahl geboren, wurde argumentiert. Stolz sind die Teilnehmer auf den Kindergarten, wo ein barrierefreier Anbau und eine Selbstkochküche, der vielleicht auch als offener Mittagstisch für die Senioren genutzt werden kann, geplant ist. Weil es aufgrund der steigenden Lebenserwartung in Zukunft auch in Prosselsheim immer mehr ältere Einwohner gebe, halten die Anwesenden einen Seniorentreff oder einen Seniorencafé als Treffpunkt für wichtig. Damit könnten auch die bereits jetzt auftauchenden Versorgungsprobleme der Senioren gelöst werden, war eine weitere Idee. Denn außer je einem Bäcker in Prosselsheim und in Püssensheim gibt es in der Gemeinde keinen Laden mehr. Nur noch ein Arzt ist vor Ort, was positiv gesehen wird. Als gut wurde auch die Seniorenarbeit bewertet, die von der Seniorenbeauftragten und über die Nachbarschafthilfe organisiert wird.
„Den Altort erhalten“ formulierte die Diskussionsrunde als wichtiges Ziel und setzte sich genauer mit den Möglichkeiten auseinander, um zukünftig Investitionen in die Ortsmitte erzielen zu können. Die angestrebte Dorfentwicklung, die Zusammenhang mit der Planung der Ortsumgehung für Prosselsheim steht, wird dabei als Chance gesehen. Denn zur Zeit lassen Lärm und Schmutz in der Hauptstraße viele Hausbesitzer noch zögern, mit Sanierungen zu beginnen, wurde erklärt. Recht gut habe sich bereits Seligenstadt entwickelt, wo einige Häuser saniert oder verkauft werden konnten. Als weiteres Problem wurde die Baugenehmigungspraxis im Landratsamt genannt, die es schwierig mache, ehemalige Hofställe umzunutzen oder heutige Energiestandards einzusetzen. Kompromisse hinsichtlich des Dorfbildes und Ensembleschutzes wären hier wünschenswert, wurde eingebracht. Um die Zielgruppe der jungen Familien im Ort zu halten, seien neben der Innenentwicklung auch Entwicklungsmöglichkeiten für die bestehenden Baugebiete in Prosselsheim und Püssensheim notwendig, war ein weiterer Aspekt.
Aufgrund der Lage bei Würzburg ist die Gemeinde außer Püssensheim verkehrsmäßig gut angebunden. Die notwendige Vergrößerung des Pendler-Parkplatzes beim Bahnhof Seligenstadt soll als ILEK-Projekt mit aufgenommen werden. Als schlecht bzw. teilweise schlecht wurde der Handy- und Internetempfang bewertet. Verbesserungen sind hier bereits über die Breitbandinitiative in Vorbereitung, wurde informiert.

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Bedeutung hat die Gemeinde im Bereich der Landwirtschaft. Neben dem großen Betrieb der KWS-Saatzuchtstation in Seligenstadt wurden mindestens vier Haupt- und mehrere Nebenerwerbslandwirte aufgezählt, die in der Gemeinde aktiv sind – die genauen Zahlen sollen von der ILEK-Analyse noch einmal nachgeliefert werden. Der sieben Meter dicke Lößlehmboden, der hier vorkomme, sei schon etwas Besonderes und lasse manch anderen Bauern neidisch werden, wurde ausgeführt. Zu Recht gelte deshalb das Gebiet als „Kornkammer von Würzburg“ und Prosselsheim war früher als Hochburg der Rinderzucht bekannt. Sorgen bereiten den Landwirten jedoch die hohen Boden- und Pachtpreise, die den Betrieben wenig Spielraum für Entwicklung oder Vergrößerung lassen. Als Gründe für die steigenden Bodenpreise in der gesamten Region wurde der Verlust von Boden durch Bauvorhaben und der Druck durch die expandierenden Sonderkulturen angeführt, die höhere Pachtpreise zahlen können. Ein zukünftigen Ansatzpunkt sieht die Diskussionsrunde darin, die Landwirtschaft mehr ins Bewusstsein der Bürger zu bringen und ihre Rolle als Ernährungsproduzent wieder deutlich zu machen. Beispielsweise mittels Schautafeln, die an „grünen Inseln“ und Hecken in der Flur aufgestellt werden könnten. Interessant klingt auch die Idee, den Lößlehmboden an einer Stelle einmal auszugraben und so die Bodenschichten im Detail anschaulich zeigen zu können.
Weitere Stärken sieht die Teilnehmerrunde im Waldstück der Gemeinde und in der Natur, die trotz intensiver Landwirtschaft noch intakt sei. Geschützte Arten wie etwa Feldhamster und Wiesenweihe seien noch vorhanden, wurde hingewiesen. Die Landschaft sei auch besonders, weil hier „Himmel und Horizont ganz nahe sind“ und man einen weiten Blick bis in die Rhön und zum Steigerwald habe. Warum nicht also einen Aussichtsturm aus gemeindeeigenem Holz errichten, mit dem sich schön in Ferne schweifen ließe und eine kleine Attraktion für die Gemeinde entwickelt werden könnte, wurde sogleich als Idee aufgegriffen. Auch aus dem „Storchenbrünnchen“ ließe sich noch etwas zum Thema Wasser entwickeln, ebenso könnte der 2-Bäche-Weg von Estenfeld, Kürnach und Unterpleichfeld nach Prosselsheim als 3-Bäche-Weg erweitert werden, waren weitere Anregungen. Wichtig sei auch der Erhalt der alten Dorflinde, wurde gefordert.
Das Wegenetz rund um die Gemeinde wurde als gut bewertet. Auch habe der Freizeitwert in den letzten Jahren deutlich gewonnen, weil immer mehr Jogger und Radfahrer die Flur nutzten, wurde erklärt. Im Gegensatz zu den Radwegen sollten jedoch verstärkt Wege für Wandertouren und kleine Spazierwege angelegt werden, die dann in einer Wanderkarte oder in einem Faltblatt dargestellt werden können. Als Rundweg um Prosselsheim wurde ein Spazierweg ins Spiel gebracht. Auch Kulturwanderwege, wie sie über das Archäologische Spessartprojekt der Uni Würzburg aufgebaut wurden, sind für die Gruppe vorstellbar. Da Prosselsheim in der Karte der Mainschleife bislang nicht vorkommt, wurde angeregt, über das ILEK Kontakt mit den dortigen Touristikern aufzunehmen. Auch die neu eröffnete Vogelsburg bei Volkach liegt in der Nähe. Aus der von einem Förderverein betriebene Mainschleifenbahn müsse auch für die Gemeinde einen Nutzen gezogen werden können, wurde angeregt.

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Familienfreundlichkeit und Infrastruktur im Fokus – Diskussion in Rimpar

„Eigentlich sind die Bürger zufrieden“, lautete gleich zu Beginn das Fazit der ersten Ortsveranstaltung für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) „Würzburger Norden“, die am 1. Oktober in Rimpar stattfand. Für viele der über 20 Bürgerinnen und Bürger, die im Rittersaal des Grumbachschlosses zusammengekommen waren, um sich mit den Stärken und Schwächen der Marktgemeinde und ihren Ortsteilen Gramschatz und Maidbronn auseinanderzusetzen, liegt das an der Familienfreundlichkeit der Gemeinde mit dem guten Kita-Angebot, dem Kindergarten, der Grund- und Mittelschule und der Krabbelgruppe, was alles heutzutage auch für Neubürger wichtig sei und dazu beiträge, „hier eine gute Heimat zu finden“. Auch schätzt man die sehr gute Infrastruktur, die Alte Knabenschule, das Gemeindeblatt „Rimpar aktuell“ sowie die ärztliche Versorgung und die Einkaufsmöglichkeiten im Hauptort. Weitere Pluspunkte sind die Anbindung an die Autobahn und die gute Taktfrequenz der Busse nach Würzburg. Positiv sehen die Diskussionsteilnehmer die funktionierende Nachbarschaftshilfe und das ehrenamtliche Engagement. Der Seniorenrat sei vorbildlich, weil er als einer von zweien im Landkreis richtig gewählt werde und auf Augenhöhe zum Gemeinderat stehe, weshalb er den anderen ILEK-Gemeinden zur Nachahmung empfohlen wird.

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Als Problem wurden jedoch die hohen Grundstückspreise identifiziert und dass einige „Freunde Mitte 30“ bereits in die Nachbargemeinden abgewandert seien. Deshalb habe die Wohnraumfrage Bedeutung. Im Rahmen der Städtebauförderung setzt Rimpar bereits strategisch auf die Innenentwicklung – auch um einer drohenden Entkernung durch Neubaugebiete auf der grünen Wiese vorzubeugen -, hat aber auch noch erheblichen Sanierungsbedarf im Altort sowie insgesamt 288 Baulücken, die aber meist Privaten gehören, die nicht verkaufen wollen, wurde informiert. Deshalb wurde angeregt, die verschiedenen Fördermöglichkeiten für Bauherrn zukünftig noch besser zu bewerben. Vor allem durch die Nähe zur Stadt Würzburg und dem Klinikum habe man Chancen, wie ein junge Ärztin berichten konnte, die erst vor kurzem aus der Stadt rausgezogen war. Um sich in der Gemeinde wohlzufühlen, würde aber noch eine Art Treffpunkt oder Café fehlen, wo sich ungezwungen das „urbane Leben“ abspielen könne, wurde gewünscht. Ein Bürger unterstützte hingegen die Ansiedlung von weiteren Gewerbebetrieben, um Arbeitsplätze zu schaffen.
Auch in Gramschatz und Maidbronn stehen noch Investitionen in die Häuser aus, wurde deutlich gemacht. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung sei das ähnlich wie in Rimpar jedoch schwierig, weil „alles noch durch die Orte geht“, wurde kritisiert. Insbesondere das ländlich geprägte Gramschatz habe durch den zunehmenden Schwerlastverkehr von Forst, Landwirtschaft und einem nahe gelegenen Gießwerk zu leiden: „Die Ruhe, die man hier eigentlich erwartet, gibt es durch die vier Durchgangsstraßen nicht mehr“, wurde gesagt. Als Idee wurde deshalb ein barrierefreier Spazierweg bzw. ein befestigter Rundweg vorgeschlagen, um auch älteren Leuten mehr Lebensqualität im Dorf zu bieten.
In Gramschatz ist der Zusammenhalt besonders ausgeprägt, wo ein intakte Dorfgemeinschaft bestehe und viele Einwohner gleich in mehreren Vereinen sowie im Vereinsring aktiv sind. So konnte der kürzlich dichtgemachte Laden und die damit fehlende Infrastruktur durch eine Belieferung über einen auswärtigen Bäcker teilweise per Bestellannahme kompensiert werden, wurde als Beispiel aufgezeigt.
Erstaunlich ist, dass im kleinsten Ortsteil noch zwei Gaststätten existieren und hier jedes Jahr rund 2.000 Übernachtungen erzielt werden. Der Grund dafür liegt jedoch in der Autobahnnähe, wurde erläutert: Urlauber, die in Richtung Süden unterwegs sind, legen im Dorf einen Übernachtungsstopp vor ihrer Weiterfahrt ein. Ausbaufähig sei der See in Gramschatz, wo sich ein Rundweg anbieten würde. Ein Bürger aus dem Ort hat Kenntnis von einem versteckten Keltendorf und alten Hügelgräbern, weshalb auch angeregt wurde, über die weitere touristische Entwicklung von Gramschatz genauer nachzudenken. Als Problem steht dem jedoch entgegen, dass die Gaststätten auch in Gramschatz meist nur abends geöffnet haben, was für Urlauber weniger attraktiv ist.

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Hingegen ist in Maidbronn ein „kleiner Kern“ aktiv, die sich um die Feuerwehr, den Sportverein und die weiteren Vereine kümmert, wurde erklärt. Stolz ist man hier auf die Tanzgarde und den Fasching. Außerdem sei der Kindergarten sehr beliebt und der teichwirtschaftliche Beispielsbetrieb für Besucher und Schulklassen interessant, weshalb der Bezirk Unterfranken als Eigentümer beim ILEK einbezogen werden sollte. Entwicklungsbedarf gebe es bei der ehemaligen Gaststätte mit Biergarten, wo früher die Pleichach vorbeifloss, nun aber der Bereich eher verschlammt ist. Eine mögliche Renaturierung der Pleichach und Reaktivierung des Areals stoße dort aber noch auf private Interessen, wurde ausgeführt. Abhilfe könnte eventuell auch ein Gewässerentwicklungskonzept schaffen, dessen Erarbeitung eingebracht wurde.
Kritisch wurde hingegen die Grundwasserentnahme durch die Landwirtschaft eingeschätzt und empfohlen, das Thema Grundwasserschutz regional bzw. überregional zu behandeln sowie im ILEK als wichtiges Zukunftsthema im Sinne der Nachhaltigkeit aufzunehmen. Zum Thema Wasser und Nachhaltigkeit gehört auch die eigene Wasserversorgung, die für die Hälfte der Gemeinde besteht und als Stärke gewertet wurde. Auch im Bereich der Photovoltaik habe man einiges vorzuweisen. Bedenken wurde am Staatsforst Gramschatzer Wald geäußert, wo augenscheinlich zuviel abgeholzt werde, war die Meinung. Weniger intensiv verlaufe die Holznutzung hingegen im Kommunalwald, um die Bewirtschaftung nachhaltiger gestalten zu können, wurde dargestellt. Der Wunsch deshalb auch hier: Den Staatsforst beim ILEK mit einbinden, auch wenn er als gemeindefreies Gebiet streng genommen nicht dazugehört.
Pluspunkte gab es für die kulturellen Angebote, die Partnerschaft mit der Bretagne und die Sehenswürdigkeiten, wie das Grumbachschloss, die Kirche und den Riemenschneideraltar, die fünf Museen, das Walderlebniszentrum Gramschatz und den Weinberg Kobel. Weil jedoch manches gar nicht so sehr bekannt sei und auch noch mehr Besucher und Nachfrage benötige, wurde vorgeschlagen, ein Kultur-Konzept zu entwickeln und es auf den gesamten nördlichen Landkreis auszuweiten, um das Ausflugspotential von Würzburg besser ausnutzen zu können. Auch das neue Museumsnetzwerk des Landkreises müsse eingebunden werden, lautete ein weiterer Hinweis. Ein Teilnehmer regte an, im Zusammenhang mit der Kultur die Vereine stärker zu fördern und ein Leitbild für die gesamte Marktgemeinde zu entwickeln. Interessant wären auch weitere Kulturwege, wie sie über das Archäologische Spessartprojekt der Uni Würzburg aufgebaut worden sind. Die noch vorhandenen Lücken bei den Radwegen sollen über die Verbesserung des Wegennetzes geschlossenen werden. Wichtig sind der Diskussionsrunde die Sportanlagen und die „Rimparer Wölfe“, die ein Ausrufezeichen erhielten. Relativ hoch ist auch die Anzahl der aktiven Vereine. Allerdings gebe wie bei vielen Vereinen aktuell Nachwuchsprobleme, insbesondere für die Vereinsaufgaben und die Vereinsorganisation.

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