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Feste Ansprechpartner für die Senioren, flexible Mobilitätsangebote und offene Treffpunkte – Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ formuliert beim zweiten Treffen konkrete Projektvorschläge

Da es auch im Würzburger Norden immer mehr ältere Einwohner geben wird, hält die Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ eine Interessenvertretung der Senioren, Bürgerbusse und offene Treffpunkte in Zukunft für wichtig. Knapp 20 Teilnehmer vertieften am 2. März in Oberpleichfeld die Ergebnisse der ersten Veranstaltung und formulierten konkrete Projektvorschläge für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK). Anhand von zwei Beispielen aus dem Landkreis Haßberge wurde aufgezeigt, wie Kommunen das ehrenamtliche Engagement stärken und die Bürger dabei unterstützen können, eigenverantwortlich ihre Projekte zu gestalten.

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Den Anfang machte die Interessenvertretung der Senioren in den Kommunen. Hier arbeitet der Seniorenbeirat in Rimpar vorbildlich und es wurde diskutiert, ob und wie dieses Modell auf die anderen Gemeinden im Würzburger Norden übertragen werden kann. Auch von Prof. Alexander Schramml, der als Chef des Kommunalunternehmens diesmal wieder bei der Arbeitsgruppe dabei war, wird diese Idee befürwortet. Eine feste Struktur für die Senioren biete Vorteile, um deren Belange besser zu berücksichtigen und einen Austausch innerhalb des Landkreises zu gewährleisten, wurde deutlich gemacht. Das Kommunalunternehmen will den Gemeinden dazu bald eine Mustersatzung zukommen lassen, kündigte er an. Außerdem plane das Kommunalunternehmen, vor Ort jeweils Ansprechpartner für die Wohnraum- und Pflegeberatung zu finden. Um in jeder Gemeinde als ersten Schritt einen ständigen Ansprechpartner für die Senioren zu bestimmen, was auch zur Entlastung von Bürgermeister und Gemeinderat beitragen kann, wie die Teilnehmer aus Rimpar versicherten, müsse jedoch jede Kommune ihren eigenen Weg finden und gehen, lautete am Ende dieses Punktes die Einschätzung. In einigen Gemeinden gibt es auch schon Seniorenbeauftragte oder einen Seniorenkreis. Für Bergtheim, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Untereisenheim und Unterpleichfeld habe auch noch die Pfarreiengemeinschaft Bedeutung, wurde ergänzt. Im Nachgang wurde noch auf die Notwendigkeit von Jugendvertretern in jeder Gemeinde verweisen.
Ausführlicher wurde das Thema der Mobilität behandelt und informiert, dass Bürgerbusse in Hausen sowie zwischen Bergtheim und Oberpleichfeld geplant sind. Solche Bürgerbusse können bestimmte Lücken im ÖPNV-Netz schließen und übernehmen den Zubringerverkehr zu bestehenden Nahverkehrslinien, erklärte Herr Schraml. Weiter führte er aus, dass der Landkreis diese bürgerschaftlichen Initiativen mit 80 Cent pro Kilometer unterstützen kann. Weil Bürgerbusse jedoch meist auf einer feste Linie fahren, wurde die Idee „Bürger fahren Bürger“, die beim letzten Mal bereits angeregt worden war, aufgegriffen. In zwei Gemeinden im Spessart werden damit ehrenamtliche Fahrer eingesetzt, die zu ausgewählten Zeiten und zu ausgewählten Zielen einen Fahrdienst mit dem eigenen Pkw anbieten. Anders als beim Bus oder Anruf-Sammel-Taxi wird der Fahrgast von Tür zur Tür gebracht. Die Kosten für die Fahrt wie auch die Anfahrt zum Fahrgast wird mit 0,30 EUR/km monatsweise erstattet. Die Moderatorin Ulrike Lilienbecker bot an, weitere Informationen zu diesem Projekt einzuholen und zu recherchieren, welche genauen Kosten damit für die Kommune verbunden sind. Alternativ könnte solch ein Mobilitätsangebot auch über die Nachbarschaftshilfe oder als Fahrgemeinschaft organisiert werden, „so wie man das früher einfach im Dorf praktiziert hat“, wurde ergänzt. Allerdings sind dabei bestimmte Versicherungsfragen zu beachten.
In Zusammenhang mit der Mobilität wurde der Wegfall der Buslinie Prosselsheim zum Bahnhof Seligenstadt kritisiert. Hier konnte allerdings Herr Schraml deutlich machen, dass dies in der Verantwortung des Busunternehmens als Konzessionsinhaber liege und die Änderung von der Regierung von Unterfranken aufgrund veränderter Verkehrsbedürfnisse genehmigt worden sei. Außerdem argumentierte er, dass der Bahnhof Seligenstadt nicht behindertengerecht ausgebaut ist, weshalb insbesondere die Senioren mit den barrierefreien Bussen im Landkreis besser fahren würden. Ein größeres Problem beim Bahnhof Seligenstadt ist jedoch die Parkplatzsituation, weil hier zu wenige Parkplätze für die Pendler vorhanden sind, wurde von den Teilnehmern ergänzt. In Bezug auf den gesamten Landkreis schätzte Herr Schraml das ÖPNV-Angebot als gut ein. Das schlechtere Angebot im Bereich Opferbaum und in Richtung Volkach sei auch der Tatsache geschuldet, dass die dortigen Lininen eigenwirtschaftlich und nicht über den Landkreis betrieben werden, hob er hervor.
Konkrete Vorstellungen für offene Treffpunkte gibt es in Oberpleichfeld und Prosselsheim, wo sich nicht nur die Senioren ungezwungen zu einem Kaffee treffen, sondern sich auch Jung und Alt zukünftig austauschen sollen. In Prosselsheim wurde vor kurzem ein 14tägiger Seniorenstammtisch initiiert, der inzwischen gut angenommen wird, wurde erläutert. Weitere Treffs sind auch in Estenfeld, Rimpar und in Eisenheim in Kombination mit dem Dorfladen-Projekt geplant. In Gramschatz hat die Gemeinde den Senioren einen Raum zur Verfügung gestellt, der einmal im Monat genutzt wird. In Güntersleben gibt es das Haus der Generationen und das Lagerhaus. In Bergtheim entsteht zur Zeit ein Mehrzweckraum bei der Mehrzweckhalle. Allerdings werde das Bürgerhaus im Ortsteil Dippach kaum genutzt, besser hingegen das Sportheim, weshalb ausdrücklich davor gewarnt wurde, keine Konkurrenz zu noch bestehenden Gaststätten aufzubauen. Gute Beispiele für Mehrgenerationentreffs und kombinierte Dorfläden präsentierte die Moderatorin Ulrike Lilienbecker aus dem Landkreis Haßberge, wie das Mehrgenerationenhaus in Haßfurt, den Offenen Treff „Zur alten Tankstelle“ im Ortsteil Westheim von Knetzgau oder das Aidhäuser Dorflädle mit Mehrgenerationenwerkstatt. Von einigen Anwesenden wurde der Wunsch geäußert, die gezeigten Beispiele einmal anzuschauen. Frau Lilienbecker bot an, einem gemeinsamen Besuch zu organisieren.

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Mobilität im Alter, Nahversorgung und soziale Kontakte – Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ will die Bedingungen in den kleinen Orten verbessern

Passend zum Veranstaltungsort Gramschatz richtete die Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ den Blick auf die Frage, wie man sich im Alter auch in einer kleinen Ortschaft im Würzburger Norden heutzutage wohlfühlen kann, wo die Versorgungs- und Mobilitätsangebote meist geringer sind als in den Hauptorten und größeren Gemeinden. Rund 30 Bürgerinnen und Bürgerinnen arbeiteten am 14. Januar für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) wichtige Ansätze heraus, um die Mobilität im Alter, die Nahversorgung und die sozialen Kontakte zu verbessern und so die kleinen Orte letztendlich auch für Alt und Jung attraktiver und lebenswerter gestalten zu können.

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Ein wichtigen Impuls gab zu Beginn Prof. Alexander Schraml, der als Chef des Kommunalunternehmens u.a. für die Altenhilfe und den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Würzburg zuständig ist. Das Kommunalunternehmen betreibt die Seniorenzentren in Estenfeld, Kürnach und Rimpar und bietet auch eine Pflege- und Wohnraumberatung an. Welchen zukünftigen Herausforderungen sich die Kommunen hinsichtlich des demographischen Wandels stellen müssen, ist im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept beschrieben, das zur Zeit überarbeitet wird und Herr Schraml kurz erläuterte. Dabei ließ er durchblicken, dass im Würzburger Norden durchaus noch Bedarf für ein weiteres Pflegeheim bestehe, denn die Einrichtungen in Estenfeld und Kürnach seien bereits zu 100 Prozent belegt und Kurzzeitpflegeplätze können zur Zeit keine zur Verfügung gestellt werden. „Heutzutage sind wohnortnahe Angebote gefragt. Diese sorgen für Belebung und Besucher in den Einrichtungen wie beispielsweise in Rimpar und können die Einheimischen leichter überzeugen, über eine Alternative zur häuslichen Pflege nachzudenken“, empfahl er als Strategie für den Würzburger Norden. Auch Tagespflege-Angebote wie etwa in Hausen bilden dafür eine wichtige Ergänzung. Ebenso besteht Bedarf für eine Abend- und Nachtpflege, wie ein Teilnehmer ergänzte.

Große Bedeutung misst Herr Schraml der Interessenvertretung von Senioren bei und hält es für wünschenswert, wenn in allen ILEK-Gemeinden aktive Seniorenbeiräte wie in Rimpar installiert und tätig wären. Als weiteren Punkt sprach er das Thema Barrierefreiheit an und verwies auf den Einsatz von barrierefreien Bussen im Landkreis und den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen, der vom Kreis und Freistaat bezuschusst wird.

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In der anschließenden Diskussion, bei der Herr Schraml wegen einer Gemeinderatssitzung in Kürnach nicht mehr dabei sein konnte, wurde das Thema Mobilität im Alter als wichtiges Zukunftsthema aufgegriffen und als grundlegender Faktor für die Lebensqualität identifiziert. Um das ÖPNV-Angebot zu verbessern, wurde deshalb angeregt, das bestehende Busliniennetz hinsichtlich möglicher Synergieeffekte zu überprüfen, die beispielsweise an den Randbereichen des Landkreises aufgrund noch bestehender Konzessionen auftreten können. Auch Mitfahrmöglichkeiten wie die Mitfahrzentrale MiFaZ oder die Mitfahrerbank, die in der Eifel-Gemeinde Speicher initiiert wurde, sollten stärker genutzt bzw. einmal ausprobiert werden. Da das ÖPNV-Liniennetz sternförmig hauptsächlich auf die Stadt Würzburg ausgerichtet ist und dadurch teilweise Querverbindungen zwischen den Orten fehlen, wurden die Bürger- und Einkaufsbusse, die in Eisenheim, Estenfeld und Rimpar-Maidbronn im Einsatz und in Hausen geplant sind, näher beleuchtet. Zum Einkaufen oder für den Arztbesuch im Nachbarort seien solche ehrenamtlichen Bürgerbus-Projekte auch in Oberpleichfeld und Prosselsheim sinnvoll, wurde eingeschätzt. Aufgrund einer zunehmenden Verlagerung der Einkaufsmärkte an die Ortsränder könnten innerörtliche Einkaufsbusse auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen, war ein weiterer Hinweis. Weil zwischen Rimpar und Gramschatz der Bürgerbus jedoch aufgrund zu geringer Nachfrage wieder eingestellt werden musste, sollte ein zukünftiger Schwerpunkt auf flexiblen Mobilitätsangeboten wie beispielsweise Themenfahrten (Einkaufsfahrt zum Supermarkt) ohne starre Abfahrtszeiten liegen: „Ideal wäre die Gründung eines gemeinsamen Taxi-Unternehmens“, lautete ein Wunsch. Frau Lilienbecker informierte in diesem Zusammenhang über das Mobiliätsnetz im Spessart, wo das Angebot „Bürger fahren Bürger“ in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst entwickelt wurde. Es setzt auf ehrenamtliche Fahrer, die zu ausgewählten Zeiten und zu ausgewählten Zielen einen Fahrdienst mit dem eigenen Pkw anbieten. Anders als beim Bus oder Anruf-Sammel-Taxi wird der Fahrgast von Tür zur Tür gebracht. Die Kosten für die Fahrt wie auch die Anfahrt zum Fahrgast wird mit 0,30 EUR/km monatsweise erstattet.

Einen weiteren Ansatz sieht die Projektgruppe darin, die Versorgungsstrukturen vor Ort zu verbessern. Als Beispiel wurde über den Brötchen-Service in Gramschatz informiert, der von der Dorfgemeinschaft organisiert wurde und über einen auswärtigen Bäcker jeweils samstags bestellt wird. Aktuell nutzen das 35 Gramschatzer Familien. Ein andere Möglichkeit besteht in Prosselsheim, wo Haushalte über eine wöchentliche Gemüsekiste beliefert werden können. Ein Teilnehmer konnte von guten Erfahrungen aus einer hessischen Gemeinde berichten. Dort haben sich drei mobile Verkaufswagen mit ihren Fahrrouten abgestimmt, um zur gleichen Zeit bei den Kunden vor Ort zu sein, wodurch eine Art Marktcharakter geschaffen wurde, was zum Einkaufen praktisch und attraktiv ist und auch die Nachfrage bei den Händlern gesteigert habe. Als Idee wurde deshalb aufgegriffen, beispielsweise mit dem Metzgerwagen, der durch Gramschatz fährt, Kontakt aufzunehmen und nachzufragen, ob sich das auf den Würzburger Norden übertragen lasse. Der Ansatz soll auch noch einmal in der Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ am 28. Januar besprochen, wenn es in Bergtheim um die Vermarktung der regionalen Produkte gehen wird.

Neben den Versorgungsaspekten ist den Teilnehmern aber auch wichtig, nicht die sozialen Kontakte zu vernachlässigen, um einer Vereinsamung der älteren Menschen vorzubeugen. So sind etwa in Oberpleichfeld und Prosselsheim Treffpunkte geplant, die sich auch als offener Mittagstisch kombinieren lassen. Teilweise gibt es Angebote zum Mittagessen auch über die vorhandenen Träger und Einrichtungen, wie etwa in Rimpar für zehn ältere Bürger, die sich schwer tun, selber etwas zu kochen. In Hausen wird über die Tagespflege einmal im Monat ein Seniorentreffen organisiert, in Prosselsheim gibt es einen Seniorenstammtisch, in Gramschatz wird das Treffen mit einer Wanderung kombiniert. Die Arbeitsgruppe diskutierte deshalb, ob ein Treffen mit einem wöchentlichen, regelmäßigen Rhythmus nicht besser angenommen würde. Auf der anderen Seite wurde der nicht unerhebliche Aufwand für Organisation und Management solcher Treffen ins Feld geführt. Ein weiterer Vorschlag ging in Richtung Selbst-Organisation der Senioren, die eigentlich nur eine Räumlichkeit (offener Treff, Begegnungsstätte, Mehrgenerationenhaus) bräuchten, war eine Meinung. Mancher Senior würde auch lieber die Hecken am Fußballplatz schneiden oder sich ungezwungen zu einer Skatrunde treffen, wurde ergänzt.
Die besprochenen Ansätze zur Mobilität, Nahversorgung und den sozialen Kontakten sowie zu den Seniorenbeiräten sollen beim nächsten Treffen der Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ vertieft und mit konkreten Projekten untersetzt werden. Als Ort wurde Oberpleichfeld ins Auge gefasst, der konkrete Termin wird noch ausgemacht.

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Mobilität und Nahversorgung in der nördlichsten Gemeinde – Diskussion in Hausen

Die Randlage der ländlich geprägten Gemeinde Hausen im Landkreis und welche Auswirkungen damit für die Anbindung per ÖPNV und die Nahversorgung gegeben sind, waren wesentliche Punkte der Ortsveranstaltung für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) am 27. Oktober. Für die öffentliche Diskussion ist passend Rieden, der nördlichste Ortsteil der zehn Gemeinden im Würzburger Norden ausgewählt worden, wo knapp 40 Bürgerinnen und Bürger im Sportheim Stärken und Schwächen der drei Ortsteile und der Region zur Sprache brachten.

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Als Besonderheiten der Kommune mit den drei Ortsteilen Erbshausen-Sulzwiesen, Hausen und Rieden wurden zu Beginn die Natur im Gramschatzer Wald und die Wallfahrtskirche Fährbrück genannt und positiv insbesondere die hier lebenden Menschen, die aktiven Vereine wie Feuerwehr, die Sport- und drei Musikvereine mit dem jährlichen großen Konzert und die drei Theatergruppen hervorgehoben, und „dass sich die Einwohner engagieren“, wurde gesagt. Auch der Zusammenhalt der drei Ortsteile sei recht gut, vor allem die jüngeren Einwohner fühlten sich mehr zusammengehörig, wurde erläutert. Weitere Pluspunkte sind der Hort und die Krippe, dass es wieder eine Bäckerfiliale in Hausen und auch noch Ärzte gibt, außerdem die Treffpunkte in allen Ortsteilen, mit denen das Problem der fehlenden Gaststätten im Ort, das auch schon bei der Ortsveranstaltung in Bergtheim angesprochen wurde, recht gut kompensiert werde, war die Einschätzung. Denn heutzutage sei es eben schwierig, einen passenden Gaststättenpächter zu finden und die Gemeinde habe auch nicht genügend touristisches Potential dafür, wurde erklärt. Bedauert wurde, dass der Bioladen eines örtlichen Landwirtes geschlossen wurde. Die regionalen Produkte, die in und um Hausen angebaut werden, könnten deshalb eventuell bei der Bäckerfiliale mit angeboten werden, lautete ein Vorschlag. Als weitere Vorteile wurden der schnelle DSL-Anschluss und das Biogas-Wärmenetz in allen drei Orten sowie der Hausener Wald genannt, der für die Kommune ein Wirtschaftsfaktor sei und als Pilotprojekt zeige, wie eine zukünftige Waldbewirtschaftung funktionieren könne. Positiv wurden auch die Radwege genannt, jedoch auf den Ausbaubedarf beispielsweise beim Radweg nach Bergtheim und nach Fährbrück verwiesen. Mehr Hecken an Feldrainen und Straßen, um der Winderosion vorzubeugen, war ein weiterer Wunsch. Thema war auch der Wassermangel auf „unserer Trockenplatte“, der bereits bei anderen Ortsveranstaltungen in Zusammenhang mit dem Klimawandel und der intensiven Landwirtschaft angesprochen wurde. Eine Teilnehmerin machte das Problem anhand des Hausbrunnens deutlich, der diesen Sommer zum ersten Mal leer gelaufen sei.
Die gute Anbindung an die Autobahn A7 wurde differenziert eingeschätzt, weil die Lärmbelastung in den letzten Jahr enorm zugenommen und Erbshausen bei Stau unter dem Ausweichverkehr zu leiden habe, wurde kritisch angemerkt. Ebenfalls unterschiedlich wurde die Windkraft gesehen, wobei die Bürgerwind-Genossenschaft als Stärke genannt wurde.

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Benachteiligt fühlen sich die Bürger durch die „Drei-Länder-Situation“, womit die Randlage an der Grenze zu den Landkreisen Main-Spessart und Schweinfurt gemeint ist und die sich besonders in Rieden und beim ÖPNV-Angebot bemerkbar mache, weil keine Linienbusse zum Einkaufen in das nahgelegene Arnstein oder Werneck fahren. Auch wäre für die Schüler der Bahnhof in Eßleben, Landkreis Schweinfurt, eigentlich schneller erreichbar, um zur Realschule oder Gymnasium zu kommen, wurde ergänzt und auf den fehlenden Tarifverbund zwischen der Verkehrsgemeinschaft Schweinfurt und dem Verkehrsverbund Mainfranken verwiesen. Ebenso fehlen teilweise direkte Verbindungen zum „Zentrum“ Bergtheim und mit Blick auf das Würzburger Liniennetz wurde deshalb anschaulich gemacht: „Der letzte Kilometer ist immer der schwierigste.“ Um die Mobilität auch für die Senioren zu verbessern, wurde über das Vorhaben eines Bürgerbusses informiert, der als eine Art Kreisverkehr die drei Ortsteile anbinden und auch nach Bergtheim und Werneck fahren könnte. Um den tatsächlichen Bedarf besser abschätzen zu können, ist vor kurzem eine Bürgerbefragung durchgeführt worden. Die Initiativgruppe will nun überlegen, wie der Bürgerbus gestartet werden kann, wurde informiert. Auch auf die Erfahrungen mit den Bürgerbussen in Eisenheim und Rimpar sowie dem Einkaufsbus in Estenfeld will man dabei zurückgreifen. Ähnlich wie beim ÖPNV sei die Landkreisgrenze genauso jedoch eine Kommunikationsgrenze und wirke sich negativ bei der Mainpost-Ausgabe aus, weil man nichts von der anderen Seite erfahre, wurde bemängelt. Kritisch wurde deshalb auch die räumliche Grenze des ILEKs angesprochen und eine gute und notwendige Abstimmung mit den nördlichen Nachbarregionen angemahnt.
Im Zusammenhang mit dem ÖPNV wurden die verschiedenen Bildungseinrichtungen in der Region angesprochen und angeregt, im Rahmen des ILEKs ein Gesamtkonzept für die Grund- und Mittelschule zu überlegen. Ebenso das Thema Integration und Flüchtlinge, wurde ergänzt. Von regionaler Bedeutung sei das Kloster Fährbrück, auch weil hier vielleicht die Gefahr drohe, dass sich der Konvent auflöse und die Diözese als Eigentümer dann überlegen müsse, was dort in Zukunft passiere. In räumlicher Verbindung steht die dortige Gaststätte.
Als wichtige Zukunftsaufgabe wurde das Flächensparen aufgegriffen. Während es in der Gemeinde nur wenige bzw. einzelne leerstehende Gebäude gebe, seien die insgesamt ca. 100 ungenutzten Bauplätze das Problem, die sich aber in Privatbesitz befinden und meist nicht verkauft werden. Als Idee wurde deshalb die Datenbank zur Innenentwicklung im Schweinfurter Land eingebracht. Die Gemeindeverwaltung will demnächst einen Fragebogen an die Grundstückseigentümer versenden, um die Verkaufsbereitschaft konkret abfragen zu können, konnte informiert werden. Auch im ILEK wird das Thema aufgegriffen, wurde erläutert. Ideen sind auch noch für die ehemalige Schule in Hausen gefragt, wo ein Gesamtkonzept nötig sei, bevor mit einer Sanierung des Gebäudes begonnen werden könne, lautete ein weiter Vorschlag. Zur Zeit nutzen dort u.a. die Tagespflege und einige Vereine die Räumlichkeiten, wurde erklärt. Als Themen für die interkommunale Zusammenarbeit wurden gemeinsame Bauhöfe und Standesämter angeregt und auf mögliche Synergieeffekte bei Anschaffungen oder Ausschreibungen hingewiesen. Allerdings dürfe nicht auf die Bürgernähe verzichtet werden, „weil das Lebensqualität bedeutet“, war ein abschließender Hinweis.

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Ein Kommentar

Moderne Landwirtschaft und Flächenmanagement – Diskussion in Unterpleichfeld

Die Landwirtschaft in Unterpleichfeld und der Umgang mit Flächen im Innen- und Außenbereich waren wichtige Punkte der Ortsveranstaltung am 22. Oktober. Für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) setzten sich 15 Bürgerinnen und Bürger mit der aktuellen Situation der Gemeinde Unterpleichfeld und der Ortsteile Burggrumbach, Rupprechtshausen und Hilpertshausen auseinander und diskutierten wichtige Themen für die Zukunft der Kommune und der Region.

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Unterpleichfeld sei eine lebenswerte und überwiegend christlich geprägte Gemeinde, mit einer kinderreichen Bevölkerung, wo die Vereinsarbeit wie etwa beim Sport- und beim Musikverein sehr gut laufe, was auch für die Integration der Neubürger wichtig sei. „Man hat hier alles, was man für das Familienleben braucht“, wurde zu Beginn deutlich gemacht. Weitere Stärken liegen für die Teilnehmer in der gesunden Grund- und Mittelschule, wo noch frisch gekocht werde, in der Partnerschaft mit Frankreich, den vorhandenen Bankfilialen, im berühmten Krautfest, im geschichtlichen Arbeitskreis, in der Burg und dem Fest in Burggrumbach sowie in der dortigen Theatergruppe. Übertragbar für die ILEK-Region sei, dass die vier Ortsteile der Gemeinde freiwillig zusammengeführt werden konnten, wurde zur Entwicklung von Unterpleichfeld informiert, und dass man sich als Dorf verstehe und diesen Charakter auch erhalten möchte. Im Gegensatz zu anderen Kommunen gebe es nur wenig Leerstände – ein Problem, das vor allem im südlichen Landkreis eine Rolle spiele, war sich die Runde einig. Die Leute seien hier offen und viele engagieren sich für die Asylbewerber, wie die rege Teilnahme einer Veranstaltung bewiesen habe, die vor wenigen Tagen zur Bildung eines Helferkreises stattfand, wurde als Beispiel genannt. Als Anregung zu diesem Thema wurde aufgenommen, mehr Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen und die Möglichkeiten für sozialen Wohnungsbau auf dem Land zu diskutieren.
Lob gab es für die gute Seniorenarbeit, die über die Kirchen und ehrenamtlich organisiert ist. Benötigt werde jedoch eine Tagespflege, wie es sie auch in anderen Orten bereits gebe. Vor vielen Jahren war Unterpleichfeld in diesem Bereich bereits mit der Einführung der Sozialstation Vorreiter, wurde erklärt. Die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten in den Ortsteilen werden über die intakten Nachbarschaftshilfen kompensiert. Außerdem werde die Versorgung der Älteren noch von den vielen jungen Familien übernommen, die in der Gemeinde leben. „Bei uns funktioniert alles etwas anders,“ wurden sehr selbstbewusst die positiven Aspekte zusammengefasst.
Ausführlicher wurden die Rolle der aktiven, modernen Landwirtschaft diskutiert und die ökonomischen Vorteile der Spezialisierung und der Sonderkulturen aufgezeigt, die in der Gemeinde charakteristisch sind. Weitere Pluspunkte werden im relativ hohen Anteil der Biolandwirtschaft und den Ab-Hof-Einkaufsmöglichkeiten bzw. Bauernläden gesehen. Positiv wird auch die Nahwärmenutzung zweier Biogasanlagen eingeschätzt. Von den vormals vier Krautfabriken im Ort habe leider keine überlebt, wurde hingegen verwiesen. Für den eher privaten Gebrauch und für das Krautfest produziere aber noch ein Landwirt.

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Weil die guten Böden zu wertvoll seien und nicht überall neue Wohn- und Gewerbegebiete entstehen sollten, wurde das Flächensparen angemahnt und ein Flächenmanagement als Zukunftsaufgabe für die gesamte Region vorgeschlagen. Dabei sollen auch die Ausgleichsflächen berücksichtigt werden, die in der Regel durch Bautätigkeiten notwendig werden. Hierfür wurde die Idee eines Flächenpools eingebracht, um die Ersatz- und Ausgleichsflächen verträglicher gestalten zu können. Wichtig sei auch, die Böschungen insektenfreundlicher sauber zu machen und insbesondere die Böschungen an den Bauchläufen anzulegen und wieder mehr zu pflegen.
Weil heutzutage immer mehr der Bezug zur Landwirtschaft verloren gehe, wurden Möglichkeiten überlegt, mit denen „sie auch in 20 Jahren noch akzeptiert wird“, aber auch darauf verwiesen, dass es sich um ein gesellschaftliches Problem handle: „Der Mensch schätzt es erst, wenn es weg ist“, wurde bemängelt. Die anwesenden Landwirte sind aber schon jetzt bei der Schule und beim Kindergarten aktiv und stellen beispielsweise einen privaten Garten zur Verfügung, wurde ausgeführt. Anderseits gebe es aber auch Menschen, die sich wieder für das Mähen mit Sense oder das Schleifen auf dem Wetzstein begeistern ließen, lautete eine andere Idee. Auch alte Gerätschaften aus Landwirtschaft oder alte Trachtentücher sind bei Privatleuten noch vorhanden und im Rahmen des ILEKs sollte überlegt werden, wie diese Dinge für die nächsten Generationen erhalten werden können, wurde angemerkt. Ebenso wie bei den vorhergehenden Ortsveranstaltungen wurde das Problem des Wasserverbrauchs und des Grundwasserspiegels festgehalten und die zukünftige Wassernutzung als regionales Zukunftsthema eingebracht.
Angesprochen wurde auch das „Reizthema“ der verschmutzten Wege. Die Konflikte, die durch die kombinierten Wirtschaftswege zwischen Landwirten und Radfahrern manchmal auftauchen, könnten jedoch nur durch gegenseitige Rücksichtnahme entschärft werden. Um keine Zeit zu verlieren und weil erste Pläne schon vorliegen, möchte man beim Kernwegenetz, das über das ILEK erarbeitet werden soll, schnell in die Umsetzung kommen und den Unterpleichfelder Bereich als Pilotprojekt vorschlagen.
Eher ungewöhnlich muten die Bauwagen an, die auf Privatgelände stehen und von mehreren Jugendgruppen genutzt werden. Diese „Bauwagenkultur“ habe schon eine gewisse Tradition in der Gemeinde und könne aufgrund der Optik und dem Autoverkehr auch kritisch gesehen werden, insbesondere beim Auffangbecken, weil dort kein WC vorhanden sei, war die Meinung. Anderseits sei das Ganze noch überschaubar, „man kennt sich noch“ und steht zu seiner Jugend, wurde positiv angemerkt. Kritisch wurde der Urbanisierungstrend angesprochen, der bei der Jugend und in Deutschland zunehme, weil alle in die Stadt gingen und meinten, das auf dem Land nichts los ist, lautete die Erläuterung. Deshalb sei es wichtig, das gesellschaftliche Leben im Ort zu erhalten sowie das Ehrenamt und die Vereine zu stärken, wozu vielleicht auch das ILEK einen Beitrag leisten könne, wurde betont.
Als Vorteil wurden die zentrale Lage in Deutschland und die Nähe zu Würzburg sowie die gute Verkehrsanbindung zur Autobahn und per Bahn gesehen. Neben der Landwirtschaft rechnet die Runde das vorhandene Handwerk und das verträgliche Gewerbe zur wichtigen Infrastruktur. Viele Dienstleister seien vor Ort, die man rund um das eigene Haus einsetzen könne, war die Einschätzung. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung wurde die Bundesstraße 19 jedoch differenziert als „Fluch und Segen zugleich“ bewertet. Nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt, die zur Zeit in Unterpleichfeld läuft, hoffen die Anwesenden auf eine ebenso schöne Ortsdurchfahrt wie in Burggrumbach.
Ähnlich wie in der Nachbargemeinde Bergtheim fehlt in Unterpleichfeld jedoch eine Gaststätte im Ort, wurde als Problem genannt. Ansonsten steht nur die Sportgaststätte im Sportheim des TSV zur Verfügung. Ehrenamtlich wird noch eine Gaststätte beim VfR Burggrumbach betrieben und sonntags ist Frühschoppen im Pfarrheim – natürlich nach der Kirche, wurde ergänzt.
In Bezug auf die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden wurde das Nachdenken über gemeinsame Bauhöfe sowie eine Zusammenlegung der Feuerwehren angeregt. Für den Sitz eines  „interkommunalen Standesamtes“ könnte Unterpleichfeld das ehemalige Pfarrhaus in der Ortsmitte anbieten, so eine abschließende Anregung.

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Lebensmittel Wasser und Unterstützung des Handwerks – Diskussion in Bergtheim

Der Wassermangel in der Region und die Nachwuchsprobleme der örtlichen Handwerksbetriebe waren zwei wichtige Themen, die bei der Ortsveranstaltung am 21. Oktober in Bergtheim als bedeutsam für die Gemeinde und darüber hinaus identifiziert wurden. Im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungkonzeptes (ILEK), das zur Zeit für die zehn Gemeinden des Würzburger Nordens erarbeitet wird, diskutierten knapp 20 Bürgerinnen und Bürger im Rathaus über die aktuelle Situation der drei Ortsteile Bergtheim, Dipbach und Opferbaum und zeigten Ansätze für die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit auf.
Die gute Infrastruktur, die medizinische Versorgung, die Einkaufsmärkte, die Grundschule und die Kita-Angebote im Ortsteil Bergtheim wurden als Stärken genannt und für junge Familien als besonders wichtig eingeschätzt. Ebenso positiv die Damen-Handballmannschaft, der Frankenwein, die Vereine allen voran die Sport-, Reit- und Musikvereine sowie das Freizeitangebot vor Ort und in der Region: „Wir sind landwirtschaftlich geprägt. Aber wer die Erholung sucht, ist schnell im Gramschatzer Wald oder kann im Maintal Toskana-Flair genießen“, wusste ein Teilnehmer mit Hinweis auf die guten Radwege zu erläutern. Einige Strecken wie der Betonweg nach Opferbaum müssten jedoch erneuert bzw. ergänzt werden und es komme in der Erntezeit manchmal zu Konflikten zwischen Landwirtschaft und Radfahrern, was auch an der allseits bekannten Sturheit der Franken liegen könnte, wurde schmunzelnd angemerkt. Die angesprochenen Radwege sollen bei dem Kernwegenetz berücksichtigt werden, das für die gesamte Region im Rahmen des ILEKs angegangen wird.

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Zum Nachteil der Vereine wirken sich die langen Schulzeiten und die vielfältigen Interessen der Jugendlichen aus, weshalb heutzutage vier Ortschaften benötigt werden, um eine Fußballmannschaft zusammenzubringen, wurde anschaulich gemacht. Eine negative Rolle spiele auch die zunehmende Dienstleistungsmentalität: „Viele Eltern liefern ihre Kinder nur ab und wollen selbst nichts machen“, wurde kritisiert. Als positiv wurden die drei Feuerwehren eingeschätzt, die noch in allen Ortsteilen vorhanden sind. Durch die steigenden Anforderungen an die Technik und weil viele Einwohner heutzutage auswärts arbeiten, dürfe eine mögliche Zusammenlegung der Feuerwehren in Zukunft jedoch kein Tabuthema sein – denn spätestens in zehn bis 15 Jahren werde diese Aufgabe aktuell, war eine Meinung.
Zum Erholungswert der Gemeinde trage auch der Bachweg bei, der durch die Ortslage vorbei an den noch genutzten Gärten führt, lautete ein weiterer Hinweis. Kritik gab es jedoch an Hundebesitzern, die dort das Geschäft verrichten lassen, ohne den Hundekot später wieder einzusammeln. Als Idee wurde eingebracht, die Gartentradition wieder mehr ins Bewussstein zu bringen und mittels Schautafeln zu zeigen. Ein ähnlicher Vorschlag wurde bereits bei der Ortsveranstaltung in Prosselsheim für Landwirtschaft gebracht. Den Schulgarten gibt es leider nicht mehr, auch sei der Schüleraustausch mit der französischen Partnergemeinde eingeschlafen, wurde bemängelt.
Weil der Bachlauf jedoch immer weniger Wasser führe und dies auch bereits bei der Pleichach und anderen Fließgewässern zu beobachten sei, wurde die Wasserversorgung als wichtiges Zukunftsthema aufgegriffen „Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel“, lautete mit Blick auf die aktuelle Situation und den zu erwartenden Klimawandel die Forderung. Weil der Wasserspiegel nämlich weiter absinke, seien in den trockenen Sommermonaten dieses Jahr massive Probleme bei der eigenen Trinkwasserversorgung aufgetreten, über die der Ortsteil als einer der wenigen noch verfügt – Dipbach und Opferbaum sind an das Fernwassernetz angeschlossen. In wieweit die hohen Wasserentnahmen der landwirtschaftlichen Sonderkulturen daran eine Mitschuld tragen, soll ein Pilotprojekt für Unterfranken klären, das in den nächsten Monaten gestartet wird, konnte informiert werden.

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Günstig sei für die Gemeinde auch die zentrale Lage in Bayern und Deutschland, war ein weiterer Aspekt. Anderseits habe man hier auch unter einer hohen Verkehrsbelastung durch die Bundesstraße 19 zu leiden, vor allem durch den Gewerbe- und Speditionsverkehr, wurde kritisiert. Abhilfe könnte eventuell der sechsspurige Ausbau der Autobahn 7 im Jahr 2030 schaffen. Im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrten, die zur Zeit in Bergtheim und Unterpleichfeld laufen, sind Kreisverkehre an den Ortseingängen als verkehrsdämpfende Maßnahme angedacht, wurde erläutert. Angesprochen wurden auch die Einbußen, die die Geschäfte und Gewerbetreibenden durch die derzeitige Sperrung der Ortsdurchfahrt tragen müssen. In diesem Zusammenhang wurde das für alle Kommunen wichtige Thema diskutiert, wie das örtliche Handwerk in Zukunft unterstützt und damit auch das Nachwuchsproblem gelöst werden kann. Denn schon jetzt haben einige etablierte Betreibe Probleme, Ausbildungsplätze zu besetzen und attraktiv für junge Leute zu sein, wie ein Gewerbetreibender berichten konnte. Ein wichtiger Standortfaktor ist das schnelle Internet, das in der gesamten Kommune zur Zeit ausgebaut wird. Angedacht ist auch ein neues Gewerbegebiet, welches aber vorsichtig entwickelt werden soll, um vernünftig mit den Flächenressourcen umgehen zu können, wurde argumentiert. Um das Flächensparen erreichen zu können, scheint der Vorschlag interessant, ein integriertes Gewerbegebiet für die gesamte Region zu entwickeln. Beim neuen Wohnbaugebiet bestehe Baugebot, um Baulücken zukünftig verhindern zu können, wurde ergänzt.

Die Situation der Leerstände ist in den Ortsteilen unterschiedlich. Vor allem für Opferbaum wurde die Gefahr von ungenutzten landwirtschaftlichen Anwesen in den nächsten Jahren gesehen. Es brauche mehr Phantasie auch von Seiten der Eigentümer und Erbengeneration, um das Bauen im Innenbereich zukünftig gelingen zu lassen. Es handelt sich überwiegend um Häuser, die in den 1970er Jahren modernisiert worden sind und daher keine historische Bausubstanz mehr aufweisen, wurde eingeschätzt. Auch gebe es in Opferbaum keinen Vollerwerbslandwirt mehr und für Familien mit Kindern sei der Ort wegen der fehlenden Schule bzw. dem schlechteren ÖPN-Angebot unattraktiver, wurden als Gründe angeführt. Erfreulich sei jedoch die Gaststätte in Opferbaum, die ja noch in Betrieb ist, und der neue gestaltete Marienplatz. In Dipbach stehen mehrere Häuser in der Gottfried-Eichelbrönner-Straße leer, weswegen eine einfache Dorferneuerung für diesen Bereich vorgeschlagen wurde. Positiv sind dort hingegen der Dorfplatz, das Pfarrheim und das Sportheim. Ebenso wie in Bergtheim wird in Dipbach die Vertaktung der Linienbusse als gut gewertet, die zehnmal pro Tag dort fahren – meist jedoch leer, weswegen die Gefahr bestehe, dass das gute Mobilitätsangebot in Zukunft wieder eingeschränkt werde, lautete die Ergänzung.

Erstaunlich ist, dass in einer relativ großen Gemeinde wie Bergtheim außer dem Döner und der Sportgaststätte keine Gaststätte mehr im Ort geöffnet hat, was vor allem für die Senioren problematisch sei, weil es keinen gemeinsamen Raum zum Treffen und Feiern mehr gebe, wurde gesagt. Die Pfarrheime in Dipbach und Opferbaum und die evangelische Kirche in Bergtheim kämen dafür nicht in Frage. Von den ehemals drei Gaststätten habe die erste keinen Nachfolger gefunden, die zweite werde nur noch als Pension betrieben und die dritte jetzt als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Nur noch die Sportheime stünden, wenn auch eher sporadisch, zur Verfügung. „Man hat hier zu kämpfen gehabt, seinen Kundenstamm zu halten“ lautete die ausführliche Erklärung zur fehlenden Gastronomie. Als Idee wurde eine Markthalle mit anspruchsvoller Gastronomie eingebracht, wo dann auch die regionalen Produkte wie Spargel und Obst direkt an einer zentralen Stelle vermarktet werden können. Auch mancher Verein benötigt noch kleinere und größere Räumlichkeiten zum Treffen und für Versammlungen, wurde ergänzt. Dafür kommt vielleicht bald das Foyer der Mehrzweckhalle in Frage, das demnächst zum Mehrzweckraum umgebaut wird, war ein abschließender Hinweis.

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Traditionelle Kulturlandschaft und Mobilität im Alter – Diskussion in Eisenheim

Die Zukunft der Kulturlandschaft und der Stellenwert der Mobilität im Alter waren Schwerpunkte der Diskussionsveranstaltung am 15. Oktober in der Gemeinde Eisenheim. Knapp 20 Bürgerinnen und Bürger setzten sich im Sportheim mit den Stärken und Schwächen der beiden Ortsteile Ober-und Untereisenheim auseinander und zeigten Punkte auf, die für die weitere Zusammenarbeit der zehn Kommunen des Würzburger Nordens wichtig werden können, die zur Zeit gemeinsam ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzeptes (ILEK) erarbeiten.

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Für die Teilnehmer lag es natürlich auf der Hand, die Diskussion mit dem Wein zu beginnen und Eisenheim mit der klaren Ansage „wo es etwas Gutes zu trinken gibt“ zu charakterisieren. Zu den Stärken der kleinen Weinbaugemeinde wurden die traditionelle Kulturlandschaft gezählt, wo die Schluchten zum Main noch geblieben sind, der Main selber und die Mainfähren, der Kulturherbst, das Hundertwasser-Weingut sowie das Ortsbild. Mit Blick auf die Zukunft wurde der Klimawandel angesprochen und gefragt, wie sich die Landwirtschaft und die Wassernutzung in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird – ein Aspekt, der auch schon bei den vorhergehenden Ortsveranstaltungen aufgegriffen wurde und im ILEK noch einmal gesondert diskutiert werden soll. Die wasserschonende Betropfung werde aktuell in Eisenheim nur auf drei Prozent der Fläche angewendet, langfristig nehme die Bewässerung aber auch im Maintal weiter zu, wurde eingeschätzt. Beim zukünftigen Wasserverbrauch soll deshalb ganzheitlicher gedacht werden und auch die Möglichkeiten zur Wasserspeicherung sowie die Schutzfunktion des Waldes könnten einbezogen werden. Der Zustand des gemeindeeigenen Waldes wurde als gut eingeschätzt. Als einer der wärmsten Wälder Unterfrankens wurden bereits zahlreiche klimaresistente Sorten angesiedelt, lautete die Erklärung.
Näher beleuchtet wurde die Situation der Weinbaubetriebe, von denen die größeren eine mittlere Unternehmensgröße aufweisen und genossenschaftlich organisiert sind. Die Selbstvermarktung spiele deshalb nur bei dem einen oder anderen Weingut eine Rolle, wurde erklärt. Eingegangen wurde auch auf den Strukturwandel der Landwirtschaft, der sich auch beim Weinbau in den nächsten Jahren auswirken werde. Konkret bedeute das, dass kleinere Weingüter und Nebenerwerbs-Weinbauern aufgeben und ihre Flächen verkaufen bzw. verpachten würden. Schon heute arbeiten in Eisenheim Winzer von außerhalb, wurde ergänzt. Kritisiert wurde, dass manche Weinbergswege dreckig seien und empfohlen, nach der Lese zur Schaufel zu greifen und den Weg wieder sauber zu machen.
Ein weiterer Kritikpunkt war die Umwandlung von Obstbaumflächen in Acker und die damit verbundene Veränderung des Landschaftscharakters. Viele Obstbäume seien in den letzten Jahren gerodet worden, auch weil eine gute Vermarktungsperspektive für Obst in der Mainschleife fehle, wurde erläutert. Allerdings gebe es im Ort noch die Möglichkeit, Obst direkt vom Bauern zu kaufen. Als positives Gegenbeispiel wurde Mustea, das fränkische Rekultivierungsprojekt alter Quittensorten angeführt, das mittlerweile in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt sei. Die Moderatorin Ulrike Lilienbecker konnte von der Streuobstinitiative in der Rhön und den Möglichkeiten für die Vermarktung regionaler Produkte berichten. Ein Thema, das auch im ILEK aufgegriffen werden soll.
Große Sorgen bereiten den Bürgern die Planungen der Nachbargemeinde Prosselsheim zu neuen Windkraftanlagen, die direkt an der Gemarkungsgrenze des Ortsteils Püssensheim entstehen könnten. Weil Untereisenheim davon unmittelbar und negativ betroffen sei, wurde gefordert, die Windkraft-Planung als Thema im Rahmen des ILEK-Erarbeitung zu behandeln und im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit eine einvernehmliche Lösung für beide Gemeinden zu erzielen.

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Als Stärke wurde auch die zentrale Lage der Gemeinde gesehen und dass es von hier eigentlich nicht weit nach Würzburg, Schweinfurt, Kitzingen und Gerolzhofen ist. Probleme sieht die Diskussionsrunde jedoch bei der Vertaktung der ÖPNV-Buslinien. Schlecht sei die Anbindung nach Schweinfurt. Anderseits würden auch viele Linienbusse leer fahren, wurde hinzugefügt. Vor allem für ältere Bürger sei der bestehende Linienverkehr jedoch nicht geeignet, um zum Arzt oder Apotheke zu gelangen, wurde angemahnt. „Es ist beschämend, wenn man als älterer Mensch andere dafür um Hilfe fragen muss“, verdeutlichte ein Anwesender die Situation. Lob gab es hingegen für das Gemeindemobil, das extra für die Senioren eingerichtet wurde und zweimal pro Woche nach Volkach fährt. Diesen Bus unbedingt zu erhalten und eventuell noch ausbauen, lautete hier der dringende Wunsch, auch wenn die Gemeinde die dafür notwendigen jährlichen Kosten von rund 3.000 Euro selber tragen müsse. Aufgrund des Parallelverkehrs zu bestehenden ÖPNV-Lininen kann der Landkreis keinen Zuschuss gewähren, wurde erklärt. Hoffnungen setzen die Teilnehmer auf die Erweiterung des Pendlerparkplatzes am Bahnhof Seligenstadt, wozu die Gemeinde Prosselsheim mit der Bahn AG Verhandlungen führen will. Das Vorhaben ist auch bereits bei der Ortsveranstaltung in Prosselsheim angesprochen worden und könnte als ein wichtiges Schlüsselprojekt für das ILEK definiert werden, informierte Frau Lilienbecker. Auch wichtig ist den Eisenheimern, dass der Bahnhof behindertengerecht ausgebaut wird und dass man mit dem Bus direkt und ohne umzusteigen dorthin gelangen kann: „Ein Shuttle-Bus nach Seligenstadt wäre für die Pendler eine tolle Alternative, um das Auto nach Würzburg stehen zu lassen“, wurde gesagt. Bemängelt wurde der schlechte Zustand der Kreisstraßen in Richtung Schweinfurt und Volkach.
Ausführlicher wurde das touristische Potential der Gemeinde diskutiert. Vor allem der Radtourismus habe in den letzten Jahren zugenommen, auch Wanderer gebe es mehr, wurde beurteilt. Probleme bestünden jedoch darin, dass die beiden Mainfähren in Obereisenheim und Fahr vormittags geschlossen sind und die Hauptroute in Wipfeld auf die andere Uferseite wechsele. Kleinere Defizite gebe es auch bei der Ausschilderung bzw. Wegführung, beispielsweise ab der Fähre Fahr nach Kaltenhausen. Als Haupthemmnis für eine weitere touristische Entwicklung wurde jedoch das fehlende gastronomische Angebot in Untereisenheim gesehen. Auch habe die Gaststätte in Obereisenheim nur abends geöffnet, wurde ergänzt. Weitere touristische Angebote der Gemeinde sind das Hotel in Obereisenheim, private Übernachtungsmöglichkeiten, mehrere Heckenwirtschaften und zwei Biergärten. Gut entwickelt habe sich die Kanu-Anlagestelle, auch weil das Wasserwandern zunehme, und der Wohnmobilstellplatz, wurde informiert.
Um das Thema Wein stärker einzubinden, wurde eine Wanderhütte im Weinberg vorgeschlagen, die schon von weitem sichtbar sein müsste, um die Gäste darauf aufmerksam zu machen. Auch soll es beim zukünftigen Dorfladen nicht nur ein Café bzw. eine kleine Essensmöglichkeit geben, sondern auch einen zentralen Weinverkauf für die Eisenheimer Weine, war eine weitere Idee. Als Schwäche wurde aufgeführt, dass die Gemeinde keinen Zugang mehr zum Main habe, wo man, wie es früher üblich war, eine Stelle zum Baden im Main nutzen konnte.

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Treffpunkt im Ort für Alt und Jung – Diskussion in Oberpleichfeld

„Wir brauchen einen Treffpunkt im Ort, wo Alt und Jung zusammen kommen – dann lassen sich auch all die anderen Probleme gemeinsam lösen“, fasste ein Teilnehmer am Schluss die Ortsveranstaltung treffend zusammen, die am 14. Oktober im Oberpleichfelder Pfarrheim stattfand. Die knapp 30 Bürgerinnen und Bürger brachten bei der Stärken/Schwächen-Diskussion, die für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept „Würzburger Norden“ stattfand, auch einige neue Aspekte ein, die vorher noch nicht in der Gemeinde thematisiert waren. Um für den vorgeschlagenen Treff im Ort gleich Nägel mit Köpfen machen zu können, wurde für Anfang November ein weiteres Treffen ins Auge gefasst. Den konkreten Termin will Bürgermeisterin Martina Rottmann noch ausmachen und dann mitteilen.

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„Hier leben nette Menschen und es gibt noch einen dörflichen Charakter“ wurde von der Diskussionsrunde gleich zu Beginn positiv eingeschätzt. Man sei eine attraktive Wohnortgemeinde und verfüge über ein schönes Ortsbild, zwei gute Metzgereien, einen Kindergarten und Kinderspielplatz. Pluspunkte gab es auch für die Bürgermeisterin und dafür, dass die Gemeinde noch selbstständig ist und die VG mit der Nachbargemeinde Bergtheim gut funktioniere. Weitere Stärken sieht die Diskussionsrunde in den Vereinen mit Sport und Feuerwehr, im Sportheim und den Sportanlagen sowie in den Ortsfesten, jedoch wurde bemängelt, dass die Feste außer dem Fischfest nicht mehr gut besucht werden. Gelobt wurde das ehrenamtliche Engagement und die aktive Kirchgemeinde, die beispielsweise Seniorennachmittage anbiete. Für die älteren Bürger fehle jedoch ein offener Treff, wurde als Problem aufgezeigt und damit auch der Wunsch verbunden, die sozialen Kontakte darüber fördern zu können. „Denn bislang treffen sich die Senioren nur noch auf dem Friedhof“, wurde erklärt. Als zukünftiger Treffpunkt wurde die alte Schule neben dem Rathaus ins Spiel gebracht. Für die Mittagsversorgung könnte die Gaststätte im Ort gefragt werden, war eine weitere Idee. Um Alt und Jung stärker zusammen zu bringen, wurde ein Mehrgenerationenhaus als Gedanke eingebracht. Auch das Thema Flüchtlinge könne in Zukunft Bedeutung für Oberpleichfeld bekommen, lautete ein weiterer Hinweis.
Ebenfalls angesprochen wurde das Thema „Mobilität im Alter“ und die Bedeutung für die Lebensqualität der älteren Menschen. Weil der ÖPNV hauptsächlich nach Würzburg ausgerichtet sei und Ost-West-Verbindungen fehlten, falle es älteren Menschen schwer, die Busse zum Einkaufen und für den Arztbesuch zu nutzen, wurde erläutert. Ausführlicher wurde hierzu die Idee eines Bürgerbusses diskutiert und als positives Bespiel die Busverbindung Volkach – Dettelbach genannt.
Als kleiner Ort könne man heutzutage nur wenig der Jugend bieten, lautete eine weitere Feststellung, was auch an den vielfältigen Interessen der Jugendlichen liege. Als weiterer Grund wurde die relative Stadtnähe angeführt, die positiv gewertet wurde, aber auch dazu beitrage, dass die jungen Leute lieber die Angebote in der Stadt wahrnehmen würden und auch ihren Freundeskreis dort hätten. Bei den Vereinen tauchen bereits Nachwuchsprobleme auf, sowohl für die Vereinsorganisation als auch, um Mannschaften zusammen zu bekommen, war ein weiterer Punkt. Zur Lösung wurde angeregt, Verbindungen zu den Nachbarvereinen aufzunehmen, wie bereits beim Musikverein geschehen, der sich mit Bergtheim zusammengeschlossen hat. Allerdings müsse dies unbedingt auf freiwilliger Basis geschehen und von den Vereinen selber kommen, wurde ergänzt.

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Weil für die Zukunft Leerstände in der Ortslage befürchtet werden, sehen die Teilnehmer in den Bau- und Umnutzungsmöglichkeiten im Ort ein wichtiges Zukunftsthema, „sonst stirbt der Ort aus“, wurde gesagt. Kritisiert wurden jedoch die höheren Kosten im Vergleich zum Neubaugebiet und die strengen Auflagen und Regeln, die von Seiten der Baugenehmigung für den Innenbereich erlassen würden: „Da verliert man den Mut“, musste ein Bürger aus leidvoller Erfahrung bekennen.
Ausbaufähig sind noch die Radwege, etwa von Oberpleichfeld nach Bergtheim und Prosselsheim, war ein weiterer Aspekt. Gewünscht werden zusätzlich straßenbegleitende Radwege, um schneller und direkter von einem Ort zu anderen zu gelangen. Das befestigte Wegenetz wurde insgesamt als gut eingeschätzt. Zum Problem, dass die Wege durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge verschmutzt und dadurch für Radfahrer und Fußgänge kaum noch nutzbar sind, gab es anschauliche Beispiele. Allerdings habe sich diese Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert und man müsse eben aufeinander mehr Rücksicht nehmen, wurde empfohlen. Für Spaziergänge sei der schöne Wiesengrund geeignet, wurde hinzugefügt. Ein weiterer Wunsch: Die Schaffung eines Freibades oder Badesees, wofür sich als Standort der Bereich zwischen zwischen Oberpleichfeld und Bergtheim eignen würde.
Diskutiert wurde auch der landwirtschaftliche Bereich und der Schutz der Kulturlandschaft. Die fruchtbaren Böden, die schnurgeraden Feldstücke und, dass es noch Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe gebe, wurden als Stärken gesehen. Auch der gute Pachtpreis, der sich hier erziele lasse, sei positiv, zumindest für denjenigen, der nicht mehr landwirtschaftlich tätig sein müsse, wie ein Rentner schmunzelnd bekannte. Angesprochen wurde der hohe Wasserbedarf der Sonderkulturen und die aktuelle Wassersituation in diesem Sommer. Wie auch schon bei der Ortsveranstaltung im Rimpar regten die Teilnehmer an, im Rahmen des ILEKs noch einmal auf regionaler Ebene zu diskutieren, ob und inwieweit das Grundwasser bereits gefährdet ist und welche Maßnahmen zum zukünftigen Schutz notwendig sind, z.B. eine verstärkte Nutzung des Brauchwassers. Kritisch wurde die hohe Anzahl der Biogasanlagen und die damit verbundenen Monokulturen im Feld bzw. der Maisanbau angesprochen. Ein weiterer Kritikpunkt waren die gemeindeeigenen Grünflächen in der Flur, die früher einmal extra angelegt worden sind, um ökologisch wertvolle Bereiche zu schaffen, jetzt aber nicht mehr gepflegt werden. Wichtige Hinweise gab es zum landwirtschaftlichen Kernwegenetz, das über das ILEK erarbeitet und umgesetzt werden soll. Um aufwendige Planungskosten zu sparen, schlug die Moderatorin Ulrike Lilienbecker die Bildung einer Arbeitsgruppe vor, bei der die betroffenen Landwirte mitarbeiten sollen, um den zukünftigen Wegebedarf genauer erfassen zu können. Innovative Lösungen wünscht sich die Runde vor allem bei der späteren Umsetzung des Wegekonzeptes, weil z.B. die heutzutage erforderliche Verbreiterung bestimmter Feldwege nur über eine Flurbereiningung laufen könne und dies unter Umständen schwierig und viel Zeit in Anspruch nehme.
Die Wiederherstellung der ehemalige landschaftsprägenden Birnbaumallee, die die Kreisstraße nach Seligenstadt säumte, soll deshalb auch unabhängig von den Wegenetz umgesetzt werden, war die Meinung.
Ein spezielles Anliegen ist der Teilnehmerrunde die unübersichtliche Kreuzung der Kreisstraßen WÜ 3 und WÜ 5, die dringend entschärft werden müsse. Um kleinere Schäden an Gehwegen oder innerörtlichen Straßen ausbesserrn zu können, wurde ein überörtlicher Bautrupp vorgeschlagen, der kurzfristig Ausbesserungen vornehmen könne, bevor die Schäden zu groß würden.

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Gemeinschaftssinn und Weltoffenheit – Diskussion in Prosselsheim

„Wir sind ein aktives Dorf – kein Schlafdorf“, konnten knapp 30 Bürgerinnen und Bürger bei der Ortsveranstaltung in Prosselsheim behaupten, die am 5. Oktober in der Amtskellerei im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) „Würzburger Norden“ stattfand und die Aufgabe hatte, Stärken und Schwächen der ländlich geprägten Gemeinde und der Ortsteile Püssensheim und Seligenstadt genauer unter die Lupe zu nehmen.
Für die Teilnehmer zeichnet sich die Gemeinde durch einen Gemeinschaftssinn und das aktive Vereinsleben aus, wozu der Sportverein und die tolle Faschingsveranstaltung, die Feuerwehr und die Helfer vor Ort sowie der Musikverein und die Musikgruppe gerechnet werden. Zu den Stärken zählen auch das aktive Kirchenleben und der Bibelgarten in Prosselsheim sowie die örtliche Geschichte, etwa als eines der ältesten Zentgerichte in Franken, wurde ergänzt. Bekannt sei das Dorf durch den Dorfbrunnen in der Ortsmitte, der im Rahmen der geplanten Dorferneuerung wieder attraktiver gestaltet werden müsse, lautete der Hinweis. Auch die Bushaltestelle müsse dann verbessert werden. Bereits vorbildlich saniert sind die Amtskellerei in Prosselsheim und das Gemeindehaus in Püssensheim.

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„Hier ist der Mensch noch Mensch“ wurde weiter eingeschätzt und der ansässige Menschenschlag sei weltoffen, was sich darin zeige, dass Fremde willkommen sind, wie eine zugezogene Dame unterstreichen konnte. Außerdem gibt es einen Helferkreis Asyl, der sich um die Flüchtlinge kümmere, die seit einiger Zeit in der ehemaligen Gaststätte untergebracht sind. Allerdings würden noch weitere Paten gesucht, wurde gesagt. Potential gebe es noch beim weiteren Zusammenwachsen der drei Ortsteile. Aber man fühle sich zusammengehörig und der Gemeinderat halte fest zusammen, wurde bekundet.
Für Belebung im Ort sorgten auch die vielen Kinder. Im Jahr 2007 wurden sogar die meisten Kinder von ganz Bayern hier in Bezug zur Einwohnerzahl geboren, wurde argumentiert. Stolz sind die Teilnehmer auf den Kindergarten, wo ein barrierefreier Anbau und eine Selbstkochküche, der vielleicht auch als offener Mittagstisch für die Senioren genutzt werden kann, geplant ist. Weil es aufgrund der steigenden Lebenserwartung in Zukunft auch in Prosselsheim immer mehr ältere Einwohner gebe, halten die Anwesenden einen Seniorentreff oder einen Seniorencafé als Treffpunkt für wichtig. Damit könnten auch die bereits jetzt auftauchenden Versorgungsprobleme der Senioren gelöst werden, war eine weitere Idee. Denn außer je einem Bäcker in Prosselsheim und in Püssensheim gibt es in der Gemeinde keinen Laden mehr. Nur noch ein Arzt ist vor Ort, was positiv gesehen wird. Als gut wurde auch die Seniorenarbeit bewertet, die von der Seniorenbeauftragten und über die Nachbarschafthilfe organisiert wird.
„Den Altort erhalten“ formulierte die Diskussionsrunde als wichtiges Ziel und setzte sich genauer mit den Möglichkeiten auseinander, um zukünftig Investitionen in die Ortsmitte erzielen zu können. Die angestrebte Dorfentwicklung, die Zusammenhang mit der Planung der Ortsumgehung für Prosselsheim steht, wird dabei als Chance gesehen. Denn zur Zeit lassen Lärm und Schmutz in der Hauptstraße viele Hausbesitzer noch zögern, mit Sanierungen zu beginnen, wurde erklärt. Recht gut habe sich bereits Seligenstadt entwickelt, wo einige Häuser saniert oder verkauft werden konnten. Als weiteres Problem wurde die Baugenehmigungspraxis im Landratsamt genannt, die es schwierig mache, ehemalige Hofställe umzunutzen oder heutige Energiestandards einzusetzen. Kompromisse hinsichtlich des Dorfbildes und Ensembleschutzes wären hier wünschenswert, wurde eingebracht. Um die Zielgruppe der jungen Familien im Ort zu halten, seien neben der Innenentwicklung auch Entwicklungsmöglichkeiten für die bestehenden Baugebiete in Prosselsheim und Püssensheim notwendig, war ein weiterer Aspekt.
Aufgrund der Lage bei Würzburg ist die Gemeinde außer Püssensheim verkehrsmäßig gut angebunden. Die notwendige Vergrößerung des Pendler-Parkplatzes beim Bahnhof Seligenstadt soll als ILEK-Projekt mit aufgenommen werden. Als schlecht bzw. teilweise schlecht wurde der Handy- und Internetempfang bewertet. Verbesserungen sind hier bereits über die Breitbandinitiative in Vorbereitung, wurde informiert.

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Bedeutung hat die Gemeinde im Bereich der Landwirtschaft. Neben dem großen Betrieb der KWS-Saatzuchtstation in Seligenstadt wurden mindestens vier Haupt- und mehrere Nebenerwerbslandwirte aufgezählt, die in der Gemeinde aktiv sind – die genauen Zahlen sollen von der ILEK-Analyse noch einmal nachgeliefert werden. Der sieben Meter dicke Lößlehmboden, der hier vorkomme, sei schon etwas Besonderes und lasse manch anderen Bauern neidisch werden, wurde ausgeführt. Zu Recht gelte deshalb das Gebiet als „Kornkammer von Würzburg“ und Prosselsheim war früher als Hochburg der Rinderzucht bekannt. Sorgen bereiten den Landwirten jedoch die hohen Boden- und Pachtpreise, die den Betrieben wenig Spielraum für Entwicklung oder Vergrößerung lassen. Als Gründe für die steigenden Bodenpreise in der gesamten Region wurde der Verlust von Boden durch Bauvorhaben und der Druck durch die expandierenden Sonderkulturen angeführt, die höhere Pachtpreise zahlen können. Ein zukünftigen Ansatzpunkt sieht die Diskussionsrunde darin, die Landwirtschaft mehr ins Bewusstsein der Bürger zu bringen und ihre Rolle als Ernährungsproduzent wieder deutlich zu machen. Beispielsweise mittels Schautafeln, die an „grünen Inseln“ und Hecken in der Flur aufgestellt werden könnten. Interessant klingt auch die Idee, den Lößlehmboden an einer Stelle einmal auszugraben und so die Bodenschichten im Detail anschaulich zeigen zu können.
Weitere Stärken sieht die Teilnehmerrunde im Waldstück der Gemeinde und in der Natur, die trotz intensiver Landwirtschaft noch intakt sei. Geschützte Arten wie etwa Feldhamster und Wiesenweihe seien noch vorhanden, wurde hingewiesen. Die Landschaft sei auch besonders, weil hier „Himmel und Horizont ganz nahe sind“ und man einen weiten Blick bis in die Rhön und zum Steigerwald habe. Warum nicht also einen Aussichtsturm aus gemeindeeigenem Holz errichten, mit dem sich schön in Ferne schweifen ließe und eine kleine Attraktion für die Gemeinde entwickelt werden könnte, wurde sogleich als Idee aufgegriffen. Auch aus dem „Storchenbrünnchen“ ließe sich noch etwas zum Thema Wasser entwickeln, ebenso könnte der 2-Bäche-Weg von Estenfeld, Kürnach und Unterpleichfeld nach Prosselsheim als 3-Bäche-Weg erweitert werden, waren weitere Anregungen. Wichtig sei auch der Erhalt der alten Dorflinde, wurde gefordert.
Das Wegenetz rund um die Gemeinde wurde als gut bewertet. Auch habe der Freizeitwert in den letzten Jahren deutlich gewonnen, weil immer mehr Jogger und Radfahrer die Flur nutzten, wurde erklärt. Im Gegensatz zu den Radwegen sollten jedoch verstärkt Wege für Wandertouren und kleine Spazierwege angelegt werden, die dann in einer Wanderkarte oder in einem Faltblatt dargestellt werden können. Als Rundweg um Prosselsheim wurde ein Spazierweg ins Spiel gebracht. Auch Kulturwanderwege, wie sie über das Archäologische Spessartprojekt der Uni Würzburg aufgebaut wurden, sind für die Gruppe vorstellbar. Da Prosselsheim in der Karte der Mainschleife bislang nicht vorkommt, wurde angeregt, über das ILEK Kontakt mit den dortigen Touristikern aufzunehmen. Auch die neu eröffnete Vogelsburg bei Volkach liegt in der Nähe. Aus der von einem Förderverein betriebene Mainschleifenbahn müsse auch für die Gemeinde einen Nutzen gezogen werden können, wurde angeregt.

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Bustour durch die zehn Mitgliedsgemeinden zum Auftakt

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„Würzburger Norden. Mehr als Kraut und Rüben“ lautet das selbstbewusste und pfiffige Motto, unter dem die zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld zukünftig im nördlichen Landkreis Würzburg eng zusammenarbeiten wollen. Grundlage dieser kommunalen Allianz ist das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept – kurz ILEK, ein umsetzungsorientiertes Handlungsprogramm, das nun in den kommenden Monaten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern für das Gebiet erarbeitet wird. Zur ILEK-Auftaktveranstaltung am Freitagabend, den 18. September kamen knapp 90 Teilnehmer aus den beteiligten Gemeinden in das Sportheim Oberpleichfeld, um sich über das gemeinsame Vorhaben zu informieren und beim ILEK-Prozess aktiv mitzumachen.

Begleitet wird das Konzept vom Leitenden Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken. Er zeigte die Spielregeln der interkommunalen Zusammenarbeit auf, die in der Freiwilligkeit und Gleichwertigkeit der beteiligten Kommunen bestehen, egal ob es sich um eine große oder kleine Kommune handle. Der Schwerpunkt eines ILEKs liegt aus seiner Sicht in der Erarbeitung und Verwirklichung ganz konkreter Projekte und es sei wichtig, frühzeitig lieber mit kleinen Schritten zu beginnen, als sich an schwierigen Themen „festzubeissen“: „Was wollen Sie in den nächsten zehn Jahren angehen?“ laute deshalb die wichtigste Frage für die kommenden Monate, die Herr Waldmann direkt an die Zuhörer richtete und sie aufforderte, sich intensiv an den kommenden Veranstaltungen und Workshops zu beteiligen. „Frische Ideen – auch mal gespinnerte“ seien jetzt gefragt.

Auf die Vorteile der Zusammenarbeit gingen der stellvertretende Landrat Armin Amrehn und der Landtagsabgeordnete Manfred Ländner näher, die für die Kommunen heutzutage immer wichtige werde, um Ressourcen zu bündeln und die vorhandene Potenziale der Region besser nutzen zu können. Beide wünschten dem ILEK viel Erfolg und boten ihre Unterstützung an.

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„Alle ILEK-Veranstaltungen sind komplett öffentlich“, informierte Ulrike Lilienbecker vom begleitenden Fachbüro. Für das aktive Mitmachen der Bürgerinnen und Bürger sind bereits im Oktober jeweils eine Diskussionsveranstaltung pro Gemeinde geplant. Anschließend findet am 11. November eine Strategiewerkstatt in Rimpar statt, bei der die Stärken und Schwächen zusammengefasst und die gemeinsamen Ziele für die Zukunft diskutiert werden. Darauf aufbauend wird es regionale Themen- bzw. Projektworkshops Anfang nächsten Jahres geben. Die Veranstaltungen sind jeweils öffentlich und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Die einzelnen Termine zu den kommenden Veranstaltungen werden in den Amtsblättern und der Tagespresse angekündigt. Außerdem sind sie auf der Internetseite unter www.wuerzburger-norden.de zu finden, wo auch über den Fortgang der ILEK-Erarbeitung jeweils aktuell berichtet wird und ein Newsletter abonniert werden kann, damit alle auf dem Laufenden bleiben, kündigte Frau Lilienbecker an.
Für den gemütlichen Ausklang der Veranstaltung bei „Wurscht und Kraut“ sorgte der Sportverein Oberpleichfeld.

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Viel Applaus gab es für die spannende Bus-Exkursion, die bereits zuvor am Nachmittag durch alle Orte und die Ortsteile des Allianzgebietes führte und den mitfahrenden Bürgermeistern Gelegenheit bot, vor Ort über die aktuelle Entwicklung ihrer Gemeinde zu informieren. „Das hat toll funktioniert und war ein gelungener ILEK-Auftakt“, resümierte der Bürgermeister von Bergtheim, Konrad Schlier, als Sprecher der Gemeinden. Ihn freute besonders, Einblicke in die Gemeinden bekommen und den Zusammenhalt in der Region gefördert zu haben. „Eigentlich kennt man ja den Würzburger Norden, aber so habe ich die Orte noch nicht gesehen und viele neue Aspekte erfahren“, bekannte ein Exkusionsteilnehmer freimütig.

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Trotz unterschiedlicher Größe und Struktur der eher ländlich geprägten und der Vorstadtgemeinden wurden auf der Exkursionstour Ansatzpunkte sichtbar, wie man sich interkommunal austauschen und zusammenarbeiten kann. So können die gezeigten und gelungenen Beispiele der Dorf- und Stadterneuerung in Dipbach (Dorfplatz mit Brunnen), Kürnach (Dorfmitte und Revitalisierung Gaststätte Stern), Oberpleichfeld, Opferbaum (barrierefreier Dorfplatz), Rieden (altes Rathaus) und Rimpar (alte Knabenschule) Anregungen für Estenfeld, Güntersleben und Prosselsheim geben, wo solche Maßnahmen aktuell und in den nächsten Jahren weiter geplant sind. Im Vorbeifahren wurde auf die Spielpätze bzw. Kinderkrippen/Kindergärten in Eisenheim, Erbshausen-Sulzwiesen und Gramschatz sowie die Senioreneinrichtungen in Estenfeld und Rimpar hingewiesen. Im Zuge der neuen Wohnbaugebiete bzw. einer Erweiterung bestehender Baugebiete, die für viele Allianz-Gemeinden aktuell ein Thema sind, muss die Infrastruktur entsprechend angepasst und ausgebaut werden. Strategisch unterschiedlich läuft jedoch die Vermarktung der Bauplätze, so in Güntersleben durch ein notarielles Losverfahren, was nachahmenswert ist.

Auf der anderen Seite gibt noch Baulücken und ungenutzte Grundstücke, die aber Privaten gehören und meist nicht dem Immobilienmarkt zur Verfügung stehen. Einen anderen Weg gehen deshalb Eisenheim und Kürnach: Die Bürgermeister der beiden Gemeinden wollen mit speziellen Fördersatzungen für die Innenentwicklung, Anreize für die Eigentümer und Bauherren schaffen. Ein weiteres Problem sind die fehlenden Gaststätten in einigen Gemeinden bzw. dass es nur noch eine Sportgaststätte gibt (Bergtheim, Hausen, Unterpleichfeld). Ebenso nicht mehr vorhandene Einkaufsmöglichkeiten sind ein Problem. Eisenheim plant zur Zeit einen Dorfladen, wo auch ein Treffpunkt für die Bürger entstehen soll. In Burggrumbach will der Blumenladen eventuell ein Café anbieten. Eine ganz neuer Supermarkt entsteht hingegen beim Ortseingang Kürnach an der Pleichfelder Straße.

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Ein übergreifendes Thema ist das ländliche Wegenetz (auch für Rad- und Ortsverbindungswege), das anhand der großen Landwirtschaftsbetriebe in Unterpleichfeld und Prosselsheim (Gut Juliusspital und KWS Saatzucht) sowie der Bewirtschaftung in Oberpleichfeld deutlich gemacht wurde. Für Prosselsheim wurde ein Rundweg „Wo kommt unser Essen her?“ vorgeschlagen, um die Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft wieder stärker ins Bewusstsein zu bringen. Vorbild könnte eventuell der teichwirtschaftliche Beispielsbetrieb in Maidbronn sein. Weitere Verknüpfungen ergeben sich über die Themen Tourismus (Weinorte Ober- und Untereisenheim, Augustinerkloster Fährbrück sowie Gramschatz mit rund 2.000 Übernachtungen pro Jahr aufgrund Autobahnabfahrt) und Freizeit/Naherholung (Estenfeld Wasserspielplatz, Gramschatzer Wald, Güntersleben Ochsengrund, Kürnach Bachrundweg).

Hohe verkehrliche Belastungen in der Ortslage wurden in Güntersleben und Rimpar angesprochen, in Bergtheim und Unterpleichfeld werden zur Zeit die Ortsdurchfahrten der Bundesstraße 19 saniert. Die Anbindung mit dem ÖPNV spielt in Bergtheim, Hausen, Oberpleichfeld und Prosselsheim eine Rolle, die überlegen, einen Bürgerbus als zusätzliches Mobilitätsangebot für die Senioren einzurichten. Hier hat Rimpar bereits unterschiedliche Erfahrungen gemacht, auf die man zurückgreifen kann. Der Bürgerbus fährt dort nur noch bis Maidbronn. Wichtig sind auch die Bahnhöfe in Bergtheim und Seligenstadt, die viele Pendler nutzen, um schneller nach Würzburg zu gelangen. In Seligenstadt muss der Park & Ride-Parkplatz unbedingt vergrößert werden. Die größeren Gewerbegebiete befinden sich in Estenfeld und Kürnach, in Rimpar hat der Technologiepark seinen Sitz. Bergtheim und Hausen planen ein neues Gewerbegebiet bzw. eine Erweiterung an der Autobahnausfahrt Gramschatzer Wald.

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Ein besonderer Dank gilt dem Seniorchef des Busunternehmens Schmitt aus Zeuzleben, der den Exkursionsbus sicher durch die verwinkelten Ortslagen manövrierte und auch die kniffligsten Engstellen ohne Beule passierte.