Allianz Würzburger Norden e.V.

Alle Infos zur interkommunalen Zusammenarbeit von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld


EIP-Agri-Projekt wird jetzt konkret – Beteiligung noch bis 6. Juli möglich

Auf reges Interesse stieß die Informationsveranstaltung zur Vorbereitung des EIP-Agri-Projektes am 27. Mai im Bürgersaal Untereisenheim. 15 Landwirten und weiteren Teilnehmern konnte Dr. Wolfgang Patzwahl nun nach dem vorherigen Treffen Anfang Juni genauere Ausführungen über das mögliche Innovationsprojekt geben, das bis Ende Juli zur Förderung von Europäischen Innovationspartnerschaften beim Bayerischen Landwirtschaftsministerium eingereicht werden soll. Dabei soll es darum gehen, auf ausgewählten Versuchsfeldern kulturspezifische Bodenproben- und messungen durchzuführen, um dann den Landwirten mit Hilfe von digitalen Wetterdaten eine dynamische und angepasste Steuerung der Bewässerung möglich zu machen.

Konkret soll dafür eine App genutzt und weiterentwickelt werden, die von der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern (ALB) entwickelt wurde. Die ALB will daher auch die Rolle des Leadpartners und die Kontoführung für das Forschungsprojekt übernehmen. Ein Jurist arbeitet zur Zeit die notwendige Kooperationsvereinbarung aus, die dann die Grundlage für die noch zu gründende sogenannte „Operationelle Gruppe“ bildet. Von Seiten der Hochschulen sind das Biomasse-Institut und das Institut für Gartenbau über Kooperationen eingebunden und Dr. Patzwahl  will das Vorhaben mit seinem Büro für Technik und Management im Wein- und Gartenbau im Hinblick auf die Ressourcen Wasser und Boden wissenschaftlich begleiten. Neben einem Gemüsebauer und einem Weinbauverein aus dem Würzburger Norden will auch ein Landwirt aus dem Aischgrund mitmachen, der Meerrettich anbaut.

Da die Projektkosten von den Beteiligten vorfinanziert werden müssen, wurde bei der Budgetplanung bewusst auf ein üppiges Maßdesign verzichtet, damit das Projekt finanzierbar bleibt, führte Dr. Patzwahl weiter aus. Die Messungen und Bodenproben können beispielsweise auf vorhandenen Karotten-Feldern oder Weinbauflächen durchgeführt werden, die dann als Versuchfelder für das Innovationsprojekt dienen. Speziell für den Gemüseanbau wird zusätzlich noch ein Düsenwagen mit Schleppschlauchtechnik von der Firma Beinlich eingesetzt und technisch angepasst. Beim Weinbau will Dr. Patzwahl auf die bereits etablierte Tröpfchenberegnung zurückgreifen. Als Einlage muss jeder Landwirt einen niedrigen vierstelligen Betrag leisten, der aber durch die Fördermittel am Ende der dreijährigen Laufzeit wieder zurückfließt. Insgesamt sind für die Projektkosten rund 250.000 Euro kalkuliert, wobei auch auch Arbeitskraftkosten der Betriebe und Verwaltungs- und Reisekosten enthalten sind. Details und noch offene Fragen will Dr. Patzwahl nächste Woche mit dem Landwirtschaftsministerium abstimmen. Wer sich noch als landwirtschaftliches Unternehmen oder Organisation beteiligen möchte, muss sich bis spätestens 6. Juli entweder direkt bei Dr. Patzwahl (wolfgang@patzwahl.de) oder bei Lilienbeckers melden, wurde vereinbart. Die notwendigen Unterschriften für den Förderantrag sollen am 18. Juli um 20:00 Uhr wiederum im Rathaus von Untereisenheim geleistet werden.

Herr Lilienbecker informierte noch über die Festlegung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der kommunalen Allinanz in der Lenkungsgruppe einen Tag zuvor, wonach die Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ für den Erfahrungsaustausch weiter bestehen bleiben und das EIP-Agri-Projekt begleiten soll.


Innovationen in der Landwirtschaft im Würzburger Norden – Verein „Wasser & Boden“ will sich am 28. Juni als Operationelle Gruppe gründen

Die Chance, dass die Landwirte im Würzburger Norden vielleicht bald verstärkt auf eine Unterstützung bei der Einführung innovativer wassersparender und bodenschonender Bewirtschaftung setzen können, ist nach dem Treffen der Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ ein Stück weit größer geworden. Die neun Teilnehmer, die am 6. Juni im Rathaus in Untereisenheim zusammen kamen, wollen dazu das Instrument der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) nutzen und falls möglich noch bis Ende Juli mit Hilfe von Dr. Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf einen Förderantrag stellen. Damit lassen sich Innovationsprojekte in der bayerischen Landwirtschaft fördern, die u.a. die Ressourceneffizienz verbessern und Lösungen zu klimarelevanten Problemstellungen anstoßen – was ausgezeichnet zum Würzburger Norden passen würde. Die Fördersätze liegen hier zwischen 60 und 100 Prozent und maximal 500.000 Euro stehen pro Vorhaben zur Verfügung.
Als konkreten Ansatzpunkt sieht Dr. Patzwahl die Modellierung des Bodenwasserhaushalts, die anhand von vier bis fünf Versuchsflächen im Wein- und im Feldgemüsebau analysiert werden sollte. Auch Kartoffel- oder Zuckerrübenfelder könnten zum Einsatz kommen. „Aufgrund von kulturspezifischen Bodenuntersuchungen und dem digitalen Abgleich mit den Daten der Wetterstationen wird eine dynamische und angepasste Steuerung der Bewässerung möglich“, führte er als wichtigsten Vorteil für die Landwirte aus. Aber auch für die Kommunen und für den Naturschutz ist es positiv, wenn das (Grund-)Wasser sparsamer eingesetzt wird. Dafür komme an Technik im Weinbau zum Beispiel die Tröpfchenbewässerung und im Feldgemüsebau der Düsenwagen mit Schleppschläuchen zum Einsatz, über die wir schon beim Besuch der Vinaqua-Projektes in Volkach und bei der Vorstellung der Firma Beinlich Beregnung in Bergtheim an früherer Stelle berichtet haben.
Voraussetzung für eine Förderung durch EIP-Agri ist die Gründung von sogenannten „Operationellen Gruppen“, die sich aus verschiedenen Akteuren wie Landwirten, Forschern, Beratern sowie Unternehmen des Agrarsektors zusammensetzen. Hier möchten die Teilnehmer bereits am 28. Juni einen Verein als juristische Person gründen, der den Namen der Arbeitsgruppe „Wasser & Boden“ übernehmen soll. Die Vereinsgründung ist um 20:00 Uhr wieder im Rathaus von Untereisenheim geplant. Von Seiten der landwirtschaftlichen Unternehmen würden zwei Gemüse- und ein Weinbauer bzw. der Weinbauverein mitmachen. Um mindestens zwei weitere Akteursgruppen abzudecken, will Herr Dr. Patzwahl die Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V. und die Firma Beinlich als Unternehmen im nachgelagerten Bereich anfragen. Außerdem sollen der Bayerische Bauernverband und der Fränkische Weinbauverband kontaktiert werden. Um die rechtzeitige Einladung zur Vereinsgründung und die Ausarbeitung einer Satzung wollen sich Lilienbeckers kümmern. Den Finanzplan will Dr. Patzwahl erstellen. Weitere interessierte Landwirte und Privatpersonen können sich gerne noch beteiligen.