Allianz Würzburger Norden e.V.

Alle Infos zur interkommunalen Zusammenarbeit von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld


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Würzburger Norden erhält Unterstützung für die Umsetzung der gemeinsamen Projekte

Am 26. April 2017 war es soweit. Bei der turnusmäßigen Bürgermeisterrunde, die diesmal im Rathaus Prosselsheim stattfand, konnte der Leitende Baudirektor Otto Waldmann der Allianz Würzburger Norden den Zuwendungsbescheid vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken übergeben. Aufbauend auf einem gemeinsamen Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK), das von September 2015 bis Juni 2016 erarbeitet worden ist, stehen den zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld damit in den nächsten zwei Jahren Fördermittel in Höhe von 140.250 Euro für die Umsetzungsbegleitung und die Öffentlichkeitsarbeit wichtiger gemeinsamer Projekte zur Verfügung. In diesem Jahr soll es insbesondere um die Vorbereitung des Projektes „Grundwasserschutz“ und die „Mehr-als-Kraut-und-Rüben-Tour“ gehen, die die Orte miteinander verbindet und ihre Besonderheiten multimedial aufbereitet, machte der Bürgermeister von Bergtheim, Konrad Schlier als Allianzsprecher deutlich. Für die Umsetzungsbegleitung wurde bereits am 29. März das Büro Lilienbecker nach einer Ausschreibung ausgewählt.


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Beim Grundwasser natürliche Grenze erreicht

Was viele in dieser besonders trockenen Region Bayerns schon befürchtet haben, steht nun tatsächlich fest: Der Würzburger Norden hat ein Grundwasserproblem und es wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Grund dafür sind die geringen Niederschläge, wodurch sich auch weniger Grundwasser (30 mm pro Jahr) neu bilden kann. „Damit kommt man schon sehr nah an die natürliche Grenze“, um den hohen Wasserbedarf für die landwirtschaftlichen Sonderkulturen zu decken und gleichzeitig die Trinkwasserversorgung aufrecht zu erhalten, wurde als Ist-Stand von den über 140 Bürgerinnen und Bürgern festgehalten, darunter auch viele Gemüse- und Weinbauern sowie Gemeinderäte aus den zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld.

Am 24. April kamen sie in Bergtheim zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ zusammen, zu der die Allianz Würzburger Norden eingeladen hatte, um damit aufzurufen, die Wasserproblematik gemeinsam in der Region anzugehen. Bereits schon während der Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) spielte das Thema bei den Bürgermeistern eine Rolle und war als sehr wichtigstes Pilotprojekt definiert worden.

Besorgniserregend ist vor allem der fortschreitende Klimawandel mit weniger Regen im Frühjahr und Sommer. Dadurch müssten die Landwirte wiederum mehr beregnen, um ihre Erträge in Zukunft zu sichern, brachte Christian Guschker von der Regierung von Unterfranken das Dilemma der langfristig sinkenden Grundwasserstände auf den Punkt. In Zukunft will man daher mögliche Konflikte zwischen öffentlicher Wasserversorgung, Landwirtschaft und Naturschutz vermeiden und die Verteilung der Grundwasserentnahmen (besser) steuern, wie das im Pilotprojekt „Niedrigwassermanagement in der Bergtheimer Mulde“ (Bergtheim, Estenfeld, Hausen, Kürnach, Prosselsheim, Ober- und Unterpleichfeld) bereits vorgeschlagen wird, deren erste Ergebnisse er vorstellen konnte. Die Wasserbilanz hat dort beispielsweise aufgezeigt, dass zwei Drittel der Wasserrechte an der Grundwasserneubildung auf die landwirtschaftliche Bewässerung entfällt, hingegen kommt nur ein Drittel dem öffentlichen Trinkwasser zugute.

Notwendig ist aber auch, grundsätzlich umzudenken, war sich die Diskussionsrunde einig und man will gemeinsam über Alternativen zur Grundwassernutzung (Wo bekommen wir Wasser her?) nachdenken. So soll das bereits ins Spiel gebrachte Anzapfen des Mainwassers im Rahmen eines Konzeptes genauer untersucht und die Chancen, die in einer gemeinschaftlichen Bewässerung stecken (Verband?), müssen wirtschaftlich geprüft werden. Das Konzept kann über das Pilotförderprogramm „Landwirtschaftliche Bewässerung“ unterstützt werden. Die Antragstellung der ILE-Region wird gerade vom Büro Lilienbecker vorbereitet und von Horst Herrmann vom Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg begleitet. Frau Lilienbecker erklärte dazu weiter, dass die in der heutigen Diskussion bereits gesammelten offenen Fragen in die Antragstellung einfließen, damit das Konzept dann die richtigen Lösungen für die Region erarbeiten kann.

Weitere Ideen für alternative Bewässerungsstrategien, etwa die Nutzung von Oberflächenwasser, Industriewasser (Kernkraftwerk Grafenrheinfeld), Gletscherwasser oder sogar Ab- bzw. Brauchwasser sowie wassersparende Techniken, wie z.B. im benachbarten Volkach bereits im Einsatz sind (Vorschlag: gemeinsame Exkursion), wurden diskutiert, als Dr. Wolfgang Patzwahl von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf über sein Forschungsvorhaben „Entwicklung von regionalen Wassernutzungskonzepten für Agrarsysteme in Bayern“ informierte. Der Würzburger Norden ist hier eines von mehreren Untersuchungsgebieten in ganz Bayern, was von den Anwesenden begrüsst wird. Insbesondere sprach sich der Wissenschaftler dafür aus, den Boden als Wasserspeicher stärker in Betracht zu ziehen und mit Hilfe einer entsprechenden Bewirtschaftung dafür zu sorgen, Verdunstung und Erosion möglichst gering zu halten. Denn auch die Verdunstung (plus 10 Prozent) und die Bodenerosion werden durch den Klimawandel weiter zunehmen, wusste er zu ergänzen.


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Einladung zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“ am 24. April in Bergtheim

Das sind Fragen, die auch die Kommunale Allianz „Würzburger Norden“ im Rahmen der Umsetzung des ILEK beschäftigen. Aber es sind nicht nur Projekte zum Thema in Planung (vgl. TOP 3 und 4), es gibt bereits erste Ergebnisse, die nun vorgestellt werden sollen. Wir wollen auch gemeinsam die Aufgabenstellung für eine nachfolgende Pilotstudie diskutieren und die weitere Vorgehensweise absprechen.

Einladung zur Informationsveranstaltung „Grundwasserschutz“
am Montag, den 24. April 2017 um 18:00 Uhr 
im Mehrzweckraum der Willi-Sauer-Halle Bergtheim

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  1. Begrüßung (Konrad Schlier, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bergtheim und Vorsitzender der „Allianz Würzburger Norden“)
  2. Erste Ergebnisse des Pilotprojektes „Niedrigwassermanagement“ in der Bergtheimer Mulde (Christian Guschker und Frederik Zumkeller, Regierung von Unterfranken)
  3. Vorstellung des Forschungsvorhabens „Entwicklung von regionalen Wassernutzungskonzepten für Agrarsysteme in Bayern“ (Dr. Wolfgang Patzwahl, FH Weihenstephan-Triesdorf)
  4. 
Vorstellung des Pilotförderprogramms „Landwirtschaftliche Bewässerung“ (Horst Herrmann, Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg)
  5. Festlegung der nächsten Schritte

Das Einladungsplakat hier herunterladen und weitergeben. Danke!


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Vorarbeiten für Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour beginnen

Da sich nicht nur thematische Verknüpfungen ergeben und auch Lust auf einen späteren Folgebesuch in der Region erzeugt werden kann, will der Würzburger Norden auf keinen Fall die Chance verpassen, sich und insbesondere die geplante „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour“ auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 zu präsentieren. „Wir wollen den Besuchern zeigen, was es bei uns Interessantes gibt und die Landesgartenschau als Ansporn für die Umsetzung unserer gemeinsamem Projektidee nutzen“, formulierten die rund 30 Teilnehmer in der Arbeitsgruppe ihr Anliegen, die am 14. März in Bergtheim stattfand.

Neben einem „Neu-Entdecken“ von historischen Besonderheiten wie beispielsweise die Grumbachburg oder das alte Amtshaus in Rieden soll es bei der QR-Tour auch um aktuelle und zukünftige Themen wie Nachhaltigkeit (Klimawandel, Wald), Sonderkulturen („Was wächst denn da?“) und Ernährung gehen, wurde herausgearbeitet. Spannende Anregungen konnte hierzu die Geschäftsführerin der Landesgartenschau, Claudia Knoll liefern, die in ihrer Präsentation deutlich machte, dass die Würzburger Landesgartenschau sehr viel mehr sein wird als eine klassische Schau der Gartenkunst und die Zukunftsfrage „Was machen wir morgen?“ zentral sein wird. Die eine Million Besucher, mit denen gerechnet wird, können auf dem 96 Hektar großen Gelände der ehemaligen Leighton-Barracks nicht nur seltene Gewächse und blühende Landschaften erleben, sondern auch neue Ideen für Arbeiten, Forschen, Wohnen und Erholen. Später wird dort der neue Stadtteil Hubland für 4.000 Menschen entstehen.

Am 12. April 2018 ist es dann soweit. Dann wird die Landesgartenschau eröffnet. So bleibt nicht mehr allzu viel Zeit, um jetzt die verschiedenen Stationen in den Gemeinden und Ortsteilen sowie in der Landschaft für die QR-Tour auszuwählen und dafür die entsprechenden Texte, Bilder, Audios und Videos zu produzieren, erläuterte Frau Lilienbecker die weitere Vorgehensweise für das innovative Projekt, das im Rahmen der Erarbeitung des integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes von den Bürgern vorgeschlagen worden ist. Für die Finanzierung der Projektumsetzung ist u.a. eine Förderung über das LEADER-Programm geplant, machte sie deutlich. Um gleich „Nägel mit Köpfen zu machen“ wurde als erster Schritt eine Arbeitsstruktur mit einem Ansprechpartner pro Ortsteil festgelegt und als Aufgabe bis zum 21. April vereinbart, mögliche Stationen und Themen zu identifizieren. Die Rückmeldung erfolgt über das Büro Lilienbecker und wird dann in der Bürgermeisterrunde am 26. April in Prosselsheim ausgewertet. 

Auf der Landesgartenschau wird es einen gemeinsamen Pavillon von Stadt und Landkreis geben, wo dann u.a. die QR-Tour präsentiert werden könnte, erläuterte Michael Dröse vom Landratsamt. Außerdem wird es eine Außenfläche und eine Außenbühne geben, wo sich Vereine aus der Region präsentieren können. Für die Außenfläche wurde ergänzend gewünscht, eine „Kraut-und-Rüben-Ecke“ als Hinweis auf den Würzburger Norden einzurichten. Der Würzburger Norden steht als Partner für die Landesgartenschau bereit. 

Die QR-Tour ist nicht nur virtuell, sondern auch als Rad-, Wander- und Ausflugstour geplant. In Ergänzung hat die Arbeitsgruppe bereits erste konkrete Angebote diskutiert, die zur Präsentation auf der Landesgartenschau eingesetzt werden könnten. Darunter sind z.B. eine Rad- oder Wandertour, eine Weinlese, ein Weinfest, eine Besichtigung der Krautverarbeitung, Spargelstechen für Manager, ein Vereinsausflug oder „Digital Detox“ im Gramschatzer Wald (Naturerlebnis ohne Handy). Als schwieriger wurde die Entwicklung von Angeboten für die Zielgruppe der Studenten und jungen Leute eingeschätzt, die von der Geschäftsführung der Landesgartenschau über günstigere Ticketpreise direkt angesprochen wird. Als Idee wurde hier ein Trainingstag der Rimparer Wölfe auf dem Gartenschaugelände aufgenommen. Aber insbesondere junge Leute sollen ja auch über die QR-Tour angesprochen werden.


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Einladung Arbeitsgruppe „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour und Landesgartenschau Würzburg 2018“

Im nächsten Jahr findet in Würzburg die Landesgartenschau statt. Ein Ereignis mit großer Strahlkraft und einem tollen Konzept, das auch für die Entwicklung des Würzburger Nordens mit genutzt werden soll. Daher wird im Moment von uns ein Förderantrag für das LEADER-Förderprogramm für das ILEK-Projekt „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour“ erarbeitet. Die Tour soll zur Eröffnung der Landesgartenschau im April 2018 fertig sein. Ein ehrgeiziges Ziel. Aber man muss sich ja hohe Ziele setzen, sonst kommt man nicht voran. Ein großes Ziel erreicht man aber nur, wenn viele mittun und mitmachen.

Drum laden wir Sie sehr herzlich zu einer ersten Veranstaltung der

Arbeitsgruppe „Mehr als Kraut und Rüben-QR-Tour und Landesgartenschau Würzburg 2018“

am Dienstag, den 14. März um 19:00 Uhr
in den Mehrzweckraum der Willi-Sauer-Halle in Bergtheim

ein.

Ein Mitglied der Geschäftsführung wird uns das Konzept der Gartenschau vorstellen und wir wollen an diesem Abend gemeinsam überlegen, was der Würzburger Norden alles ergänzend auf die Beine stellen könnte.

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Das Einladungsplakat können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und sehr gerne weiter geben. Danke!


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Gemeinsam handlungsfähig in die Zukunft – Allianz Würzburger Norden als Verein für die ILEK-Umsetzung gegründet

Die zehn Gemeinden im nördlichen Landkreis Würzburg setzen ihre enge Zusammenarbeit fort und haben nun den nächsten wichtigen Schritt in die gemeinsame Zukunft vollzogen. Die „Allianz Würzburger Norden“ wurde am 28. September im Rathaus von Bergtheim als Verein gegründet. Die neue Organisation will „viel für die Menschen in der Region bewegen“ und sich vor allem um die Umsetzung der Projekte kümmern, die bereits für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) „mit viel Herzblut“ erarbeitet worden sind. Die Gründung war zuvor bereits von allen Gemeinderäten einstimmig beschlossen worden.

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Eine gewisse Kontinuität bleibt dabei gewährt. Der bisherige Sprecher der Kommunen, Bürgermeister Konrad Schlier aus Bergtheim und seine Stellvertreterin, Bürgermeisterin Birgit Börger aus Prosselheim wurden als 1. Vorsitzender und 1. Stellvertreterin des Vereins gewählt. Den 2. Stellvertreter übernimmt der Rimparer Bürgermeister Burkard Losert. Weitere Vorstandsmitglieder sind die Amtskollegen Martina Rottmann aus Oberpleichfeld und Andreas Hoßmann aus Eisenheim, die als Beisitzer fungieren. Ebenso sind Estenfeld, Hausen, Güntersleben, Kürnach und Unterpleichfeld ordentliche Mitglieder und haben wie die anderen je einen Stimmenanteil in der Mitgliederversammlung. In den nächsten Tagen soll der Verein beim Registergericht als gemeinnütziger Verein eingetragen werden. Auch die Aufnahme von Fördermitgliedern ist in der Satzung ausdrücklich vorgesehen.

Den besonderen Stellenwert der Vereinsgründung unterstrich Bürgermeister Thomas Eberth aus Kürnach: „Jetzt haben sich die Bürgermeister entschieden, langfristig und jenseits des Kirchturmdenkens zusammenzuwirken.“ Für den Günterslebener Bürgermeister Ernst Joßberger ist die Zusammenarbeit „ein Wert an sich“. Das regelmäßige Treffen der Gemeindeoberhäuter soll beibehalten werden, weil es den Austausch und das bessere Kennenlernen untereinander fördere. Bei wichtigen Themen will man gemeinsame Lösungen suchen und sich mit einem größerem Gewicht gegenüber Dritten artikulieren, als es eine Gemeinde alleine könnte. Die gute Abstimmung und Vernetzung mit den LEADER-Aktionsgruppen „Wein, Wald, Wasser“ und „Schweinfurter Land“ sowie der ILE-Region Main-Steigerwald bleibt bestehen.

Erste Projekte sind bereits „ins Laufen“ gebracht worden, erläutere Bürgermeister Schlier weiter. Um einen zukünftigen Standort für eine zentrale Mittelschule zu finden, untersucht zur Zeit ein Architekturbüro die räumlichen Potentiale an den bisherigen Schulen in Estenfeld, Rimpar und Unterpleichfeld und gleicht diese mit den Vorgaben vom Schulamt und der Regierung von Unterfranken ab. Kurz vor der Umsetzbarkeit scheint auch das angestrebte Pilotprojekt zum Grundwasserschutz zu stehen, das eventuell über das Umweltministerium bzw. das Wasserwirtschaftsamt gefördert werden kann.
Zusätzlich wollen sich die Gemeinden für die Umsetzung noch Unterstützung durch ein Fachbüro holen. Statt auf einen angestellten Manager Manager wie in den meisten bayerischen ILE-Regionen will man damit ganz bewusst auf eine effektive und flexiblere Lösung setzen, erklärte Herr Schlier. Die Ausschreibung wird zur Zeit vorbereitet.


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Gute Bürgerbeteiligung, Zusammenhalt und gemeinsame Zukunftsthemen – Abschlussveranstaltung bilanziert die ILEK-Erarbeitung im Würzburger Norden

Unter dem Motto „Mehr als Kraut und Rüben“ haben die zehn Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld in nur neun Monaten das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) „Würzburger Norden“ erarbeitet. Bei der lockeren Abschlussveranstaltung am 10. Juni im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald wurde von den knapp 80 Teilnehmern der gewachsene enge Zusammenhalt in den Vordergrund gestellt, der von den drei Bürgermeisterinnen und sieben Bürgermeistern als große Bereicherung für ihre kommunalpolitische Arbeit empfunden wird. Seit April 2015 wirken sie in einer Kommunalen Allianz zusammen und haben sich durch monatliche Arbeitstreffen ausgetauscht und auch die Konzepterarbeitung zügig vorangebracht.

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Ausdrücklich lobte das Landrat Eberhard Nuß, weil „solche Verbünde den Landkreis zukunftsfähig machen und helfen, das Leben auf dem Land lebenswert zu gestalten.“ Der Würzburger Norden bildet den fünften interkommunalen Zusammenschluss im Landkreis, wo das ILE-Instrument fast flächendeckend eingesetzt wird. „Es wurde hier viel erreicht, weil die Verantwortlichen aufeinander zugegangen sind,“ schloss sich der Landtagsabgeordnete und Kürnacher Gemeinderat Manfred Ländner der Einschätzung an. Zum Schluss der Veranstaltung wurde das eingegangene Bündnis noch einmal symbolisch durch die Gemeindeoberhäupter bekräftigt, die ihre Gemarkungen in Form von großformatigen Puzzleteilen mit Pinnen zur gemeinsamen Gebietskarte des Würzburger Nordens zusammenfügten.

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Anerkennung gab es auch für die Bürgerbeteiligung. Insgesamt 300 Bürgerinnen und Bürger haben beim ILEK-Prozess mitgemacht und ihre Ideen und Anregungen in zehn Ortsveranstaltungen, zwei Strategie- und Projektworkshops und acht Treffen thematischer Arbeits- und Projektgruppen eingebracht. Trotz unterschiedlicher Größe und Struktur der eher ländlich geprägten und der Vorstadtgemeinden sowie anfänglicher Skepsis gegenüber dem Vorhaben konnten im Laufe des ILEK-Prozesses „gemeinsame Themen und regionale Leuchtturmprojekte angegangen werden, die am Anfang niemand für möglich gehalten hat“, worauf der Bürgermeister von Bergtheim und ILE-Sprecher Konrad Schlier hinwies. Als Beispiele nannte er die zukünftige Entwicklung eines gemeinsamen Mittelschulstandortes und die pilothafte Lösung der Grundwasserproblematik, die keine Gemeinde alleine bewältigen könne.

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Zufrieden mit dem „sehr guten Ergebnis“ zeigte sich der Leitende Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken. Er ist sich sicher, dass „nun einiges bewegt werden kann“. Präzisiert wurde diese Aussage von der Moderatorin Ulrike Lilienbecker, die nach der Vorstellung der 31 regionalen Projekte die Messlatte hoch anlegte und die Realisierung von 70 Prozent der Projekte in fünf Jahren als „sportliches, aber durchaus machbares Ziel“ ankündigte. Neben den regionalen Projekten, die für alle oder mehrere Gemeinden Bedeutung haben, wird das ILEK auch kommunale Maßnahmen enthalten, die jede Mitgliedsgemeinde zu den übergeordneten Handlungsfeldern „Demographischer Wandel, Innenentwicklung und Mobilität“, „Nachhaltigkeit und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“, „Standortentwicklung, Verkehr, Wirtschaft und Bildung“ und „Freizeit, Kultur, Heimat/Tradition“ eingebracht hat. Als nächster Schritt steht nun an, dass sich die Gemeinderäte mit dem vorläufigen Endbericht beschäftigen und im Juli dann die notwendigen Beschlüsse fassen, damit das IEK von der Ländlichen Entwicklung anerkannt werden kann, informierte Herr Schlier und gab den Ausblick: „In der Fortsetzung ist die Gründung eines Vereins Würzburger Norden geplant, wenn alle Gemeinden einverstanden sind.“

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Sternradtour zum Walderlebniszentrum am 10. Juni: Startpunkte und Abfahrtszeiten

Hier noch schnell die Startpunkte und Abfahrtszeiten in den Gemeinden für die Sternradtour zum Walderlebniszentrum, wo am Freitag, den 10. Juni um 18:00 Uhr die Abschlussveranstaltung für das ILEK stattfindet:

Bergtheim, Ober- und Unterpleichfeld sowie Eisenheim und Prosselsheim

16:00 Uhr in Bergtheim Am Marktplatz


Güntersleben:

17:00 Uhr am Rathaus Güntersleben


Hausen:

17:00 Uhr OT Rieden an der Bushaltestelle Kirchbergstraße,

17:15 Uhr OT Hausen an der Schulbushaltestelle,

17:30 Uhr OT Erbshausen am Feuerwehrhaus


Kürnach und Estenfeld:

16:00 Uhr am Rathaus Kürnach, Kirchberg 15


Rimpar:

16.30 Uhr in Rimpar am Parkplatz Norma-Markt, Burggrumbacher Straße


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Einladung zur Abschlussveranstaltung am 10. Juni 18:00 Uhr im Walderlebniszentrum

HERZLICHE EINLADUNG

zur ILEK-Abschlussveranstaltung am Freitag, den 10. Juni von 18:00 bis 19:30 Uhr im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald

mit gemeinsamer Stern-Radtour ab ca. 16:00 Uhr in den Mitgliedsgemeinden

Die zehn Mitgliedsgemeinden im Würzburger Norden haben 2015/2016 zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern in zehn Ortsveranstaltungen, zwei Strategie- und Projektworkshops und acht Treffen thematischer Arbeits- und Projektgruppen ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) erarbeitet und zu wichtigen Handlungsfeldern klare Ziele und Projekte formuliert.

Bei der Abschlussveranstaltung wollen wir nun über die wichtigsten Ergebnisse dieser Erfolgsgeschichte informieren und den nächsten wichtigen Schritt aufzeigen, nämlich wie die gemeinsame Umsetzung der Projekte zukünftig organisiert und realisiert wird.

Die Radtour als Sternwanderung startet jeweils in den Gemeinden zum Walderlebniszentrum. Die genauen Abfahrtszeiten und Startpunkte in den einzelnen Gemeinden werden noch bekannt gegeben.


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Klare Zukunftsperspektive für den Würzburger Norden – Projektwerkstatt definiert die wichtigsten Projekte

In nur sieben Monaten wurde für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern in zehn Ortsveranstaltungen, einem Strategieworkshop und acht Treffen thematischer Arbeits- und Projektgruppen ein breites Spektrum an wichtigen Themen und eine klare Zukunftsperspektive mit regionalen und kommunalen Projektvorschlägen erarbeitet. Darunter waren auch strittige bzw. hoch emotional besetzte Themen wie das zukünftige Schulnetz oder der Grundwassserschutz, die zusätzlich mit Vertretern der Behörden in der monatlich zusammenkommende Bürgermeisterrunde beraten wurden. Das Ergebnis dieses straffen Zeitplans wurde nun eindrucksvoll bei der voll besetzten Projektwerkstatt am 20. April im Alten Rathaus in Kürnach präsentiert. Die Bürgermeister und Vertreter von Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld sowie das ILEK-Büro Lilienbecker stellen dabei die wichtigen Projekte vor, die beim nächsten Treffen der Bürgermeister am 27. April und zur Abschlussveranstaltung am 10. Juni für die Umsetzung in den nächsten Jahren weiter vor- und ausgearbeitet werden.

Von den knapp 70 Teilnehmern wurden in der Diskussion noch die Punkte „altersgerechtes Wohnen in den Ortskernen“, „Jugendarbeit“, „Blühflächen“, „Waldneuordnung“ und eine eindeutige Positionierung gegenüber der Fränkisches Weinland Tourismus GmbH als touristischer Beitrag der Region für die umfangreiche Projektliste ergänzt. Zufrieden mit dem erreichten Stand zeigten sich auch der Leiter der Kreisentwicklung Michael Dröse und Harald Fröhlich vom Management der LEADER-Aktionsgruppe „Wald, Wein, Wasser“ und boten ihre Unterstützung bei der Umsetzung einzelner Projekte an. Der Leitende Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken freute sich besonders, dass „die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden mittlerweile zu einem wichtigen Anliegen geworden ist, um die Zukunft der Region gemeinsam zu gestalten und sie positiv weiterzuentwickeln.“

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Den Anfang der Projektpräsentation machte das Thema demographischer Wandel, das zusammen mit der Innenentwicklung und der Mobilität das erste Handlungsfeld bildet. Vor diesem Hintergrund müssen sich die Gemeinden im Würzburger Norden intensiv um eine Belebung ihrer Ortskerne bemühen (Handlungsziel 1.1 „Erhalt dörflicher Strukturen und Förderung der Innenentwicklung“). Um die Eigentümer und Bauherren bei der Verwirklichung von Nutzungsalternativen zu unterstützen und ihnen mehr Anreize zu geben, haben Kürnach und Eisenheim kommunale Fördersatzungen für die Innenentwicklung aufgelegt, die auch in den anderen Kommunen eingesetzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Aktivierung der Baulücken und ungenutzte Grundstücken, die Privaten gehören und meist nicht dem Immobilienmarkt zur Verfügung stehen. Hausen hat hierzu bereits eine Befragung der Eigentümer durchgeführt.

Weil die Zahl der älteren Menschen zunimmt, müssen in Zukunft die Bedürfnisse der Senioren auf dem Land stärker berücksichtig werden. Insbesondere haben ältere Einwohner ein Problem, die nicht mehr mobil sind oder für die der öffentliche Buslinienverkehr nicht geeignet ist, um zum Einkaufen, Arzt oder Apotheke zu gelangen. Der ÖPNV muss daher mit ergänzenden und neuen Mobilitätsangeboten kombiniert werden (Handlungsziel 1.2 „Mobilität nicht nur für die Älteren erhalten und umweltfreundlich gestalten“). Ein Bürger- und Einkaufsbus, wie er bereits in Eisenheim, Estenfeld und zwischen Maidbronn und Rimpar fährt, ist im Bereich Hausen – Bergtheim – Oberpleichfeld in Vorbereitung. Weil solche Bürgerbusse jedoch meist auf einer festen Linie fahren, soll eine Mobilitätsidee aus dem Spessart aufgegriffen werden, bei der „Bürger fahren Bürger“ als gute alte Fahrgemeinschaft wiederbelebt wurde. Angesichts des Klimawandels werden umweltfreundliche Mobilitätsangebote wichtig, die auch für jüngere Menschen attraktiv sind. Regionale Bedeutung hat hierbei der Bahnhof Seligenstadt bei Prosselsheim, wo ein moderner Park-and-ride-Parkplatz ausgebaut werden muss. Ein weiteres zukünftiges Mobilitätsangebot kann E-Mobilität in Kombination mit Carsharing sein, das in Kürnach gestartet werden soll.

Die Zunahme der älteren Menschen wird auch durch die geplanten Betreuungsangebote wie eine Tagespflege in Untereisenheim und Unterpleichfeld oder ein neues Seniorenzentrum in Bergtheim berücksichtigt. Um die Chancen des demographischen Wandels klug zu nutzen, werden zunehmend Treffpunkte für Alt und Jung wie in Obereisenheim (Café im Dorfladen), Prosselsheim und Oberpleichfeld (Mehrgenerationenhaus) notwendig. Damit soll insbesondere die Lebensqualität in den kleineren Orten erhalten werden, wo eine stationäre Nahversorgung fehlt oder Gaststätten geschlossen sind bzw. nicht mehr genutzt werden können (Handlungsziel 1.3 „Daseinsvorsorge sichern: Erhalt der Lebensqualität für Alt UND Jung“). Speziell um die Wünsche der jungen Menschen zu erfragen und in die regionale Entwicklungsstrategie mit einzubinden, ist eine jährliche Jugendkonferenz geplant. Ein Bestell- und Lieferservice für die kleineren Ortschaften ist über die geplante Markthalle in Bergtheim in der Perspektive vorgesehen.

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Die Ziele Nachhaltigkeit und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sind im zweiten Handlungsfeld beschreiben. “Was tun, wenn das Wasser knapp wird?“ ist für den Würzburger Norden eine wichtige Zukunftsfrage. Die Region ist niederschlagsarm und wird zugleich intensiv durch landwirtschaftliche Sonderkulturen genutzt, für die eine künstliche Bewässerung heutzutage immer wichtiger wird. Mit einem Pilotprojekt wollen die Gemeinden gemeinschaftliche Lösungen für den Grundwasserschutz und die nachhaltige Sicherung der Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Weinbau erarbeiten (Handlungsziel 2.1 „Dem Klimawandel begegnen: Gewässer schützen – Flächen sparen“). Auch die Entwicklung einer Strategie zur Anpassung an den Klimawandel von Landwirtschaft und Forst ist notwendig. Eine Rolle können auch die kommunalen Gewässerentwicklungsplanungen für die Pleichach und den Dürrbach spielen.

Um die Region nachhaltig weiter zu entwickeln, soll für das Handlungsziel 2.2 „Biotopschutz, Steigerung des Bewusstseins für Kulturlandschaft, Natur und Umwelt“ ein kommunales Kulturlandschaftsprogramm aufgelegt werden, um kommunale Flächen (auch Ränder von Gräben und Wegen) naturschutzgerechter zu pflegen und eine Vorbildwirkung auszuüben, um mehr Garten- und Wiesenbesitzer (Streuobstwiesen) sowie Landwirte für den Naturschutz zu begeistern. Dabei will der Landschaftspflegeverband Würzburg die Kommunen unterstützen. Auch eine ehrenamtliche Kulturlandschafts-Pflege-Truppe je Gemeinde könnte eingesetzt werden. Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Netz von Aussichtstürmen, die beispielswiese in Prosselsheim und Eisenheim entstehen können, um die Besonderheiten der Kulturlandschaft besser erleben und verstehen zu können.

Dem Handlungsziel 2.3 „Stärkung der bäuerlichen Land- und regionalen Forstwirtschaft“ geht es um ein integratives und innovatives Wegenetzkonzept, mit dem die zukünftige Sanierung und der Ausbau wichtiger Feldwege wie zum Beispiel in Unterpleichfeld vorbereitet werden kann. Dabei ist ein gute Abstimmung mit den Freizeitnutzern wichtig. Um die vorhandenen Vertriebsstrukturen regionaler Produkte zu optimieren und zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu schaffen, soll eine gemeinsame Vermarktungsstrategie für regionale Produkte entwickelt werden. Als erster Schritt wird mit einem Anbieterverzeichnis und der Bildung eines Netzwerkes der Produzenten regionaler Produkte in der Region begonnen. Ziel ist danach der Aufbau einer zentralen Markthalle bei Bergtheim, die mit weiteren Angeboten (Gastronomie, Großabnehmer, Bestell- und Lieferservice für die Versorgung der kleineren Ortschaften) kombiniert wird.

Im dritten Handlungsfeld „Standortentwicklung Verkehr, Wirtschaft und Bildung“ wollen die Gemeinden auf übergeordnete Verkehrsplanungen Einfluss nehmen, zum Beispiel für den Ausbau der Bundesautobahn BAB 7. Wichtig sind hier auch der oben bereits erwähnte Park-and-ride-Parkplatz am Bahnhof Seligenstadt, ein gemeinsamer Tarifverbund zwischen den Landkreisen Schweinfurt und Würzburg in Zukunft und weitere Verkehrsprojekte wie die geplante Ortsumgehung von Prosselsheim. Ein wichtiger Standortfaktor ist die Bildungsqualität, für die sich die Gemeinden gemeinsam stark machen. Im Handlungsziel 3.2 „Schulnetz zukunftsfähig gestalten“ geht es schwerpunktmäßig um die zukünftige Entwicklung der drei Mittelschulstandorte Estenfeld, Rimpar und Unterpleichfeld, wobei die heutigen pädagogischen Anforderungen und die notwendigen Investitionskosten abgewägt werden müssen.

Die interkommunale Zusammenarbeit im Würzburger Norden hat auch das Ziel, Ressourcen zu bündeln und Einsparmöglichkeiten zu erschließen (Handlungsziel 3.3. „Kooperationsvorteile nutzen – nicht nur in der Verwaltung“). Um das Leistungsangebot der Kommunen zu verbessern, kommen als kommunale Aufgaben für eine Zusammenarbeit die Bereiche Verwaltung (Spezialisierung des Fachpersonals), Bauhöfe und Standesamt prinzipiell in Frage.

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Die Themen Freizeit, Kultur, Heimat/Tradition sind im vierten Handlungsfeld zusammengefasst. Um den Freizeitwert zu verbessern und auch einem gewissen Freizeitdruck aus der Stadt Würzburg entgegenzuwirken, müssen die Rad- und Fußwege in bestimmten Abschnitten verbessert und Lücken geschlossen werden (Handlungsziel 4.1 „Verbesserung des Rad- und Fußwegenetzes“). Das Wegenetz steht dabei in Zusammenhang mit den Feldwegen für die Landwirtschaft, die auch von Radfahrern, Fußgängern, Joggern und somit mehrfach genutzt werden. Potential besteht für eine Erweiterung des 3-Bäche-Weges und für Mountainbikewege, die für die Gemeinden nahe bei Würzburg (z.B. Güntersleben) und im Gramschatzer Wald eine Rolle spielen.

Zur Steigerung der Lebensqualität tragen auch Kultur, Traditionen und Brauchtum bei. Sie machen den Charme eines Ortes aus und ermöglichen den Menschen eine Identifikation mit ihrer Heimat, was in Zeiten der Globalisierung und für die Integration der Neubürger in das Gemeinschaftsleben besonders wichtig ist (Handlungsziel 4.2 „Werte vermitteln – Tradition und Brauchtum erhalten“). Um insbesondere die kleinen feinen Unterschiede erlebbar zu machen, bietet sich eine Kraut- und Rüben-Tour durch den Würzburger Norden an, bei der die einzelnen Stationen durch das Internet mittels QR-Code intelligent miteinander vernetzt werden können. Vorbild für diese Stationen sind die Kulturwege des Archäologischen Spessartprojektes, die in Rimpar (Gramschatz und Maidbronn) vorhanden sind und erweitert werden können. Erweiterungspotential hat auch das Kleinode-Projekt der Agenda 21-Initiative Estenfeld.

Ein weiteres Handlungsziel 4.3 ist die „Förderung und Vernetzung der Freizeit- und Kulturangebote“. „Wie erfährt es die Nachbargemeinde?“, lautet im Würzburger Norden die zentrale Vernetzungsfrage und es gibt noch Bedarf für das Bekanntmachen von Veranstaltungen, die Koordinierung größerer Feste und eine gemeinsame Vereinsplattform zum Austausch der Vereine und Verbände. Bedarf besteht auch noch für Angebote für Kinder ab zehn Jahren. Ein zukünftiger Naherholungsschwerpunkt soll der Ochsengrund zwischen Güntersleben und Gramschatz bilden. Ähnlich wie in anderen bayerischen Regionen sind in einigen Orten die Gaststätten gefährdet oder bereits geschlossen (oder werden von Flüchtlingen genutzt). Da mit dem Wirtshaus oftmals auch der soziale Treffpunkt im Dorf und ein Stück Kultur und Tradition verloren geht, sollen für bestimmte Gastronomiestandorte zukünftige Nutzungen gefunden werden.